110

Daten & Datenbanken · Datenanalyse & BI

Daten mit Tools analysieren und darstellen

Du machst aus Rohdaten verlässliche Kennzahlen und verständliche Dashboards, mit denen ein Betrieb bessere Entscheidungen trifft.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 3. Lehrjahr · üK-WahlpflichtPlattformentwicklung: 3. Lehrjahr · üK-Wahlpflicht
#Datenanalyse#Power BI#Power Query#DAX#Dashboard#Visualisierung#KPI#pandas#Sternschema#ETL

Überblick

Worum geht es?

Daten gibt es in jedem Betrieb genug, aber selten in einer Form, die eine klare Antwort liefert. Du klärst zuerst, welche Frage beantwortet werden soll und welche Kennzahlen dazu nötig sind. Danach holst du Daten aus Datenbanken, Excel und CSV, bereinigst sie und baust ein Datenmodell mit Fakten- und Dimensionstabellen. Du berechnest Kennzahlen, wählst passende Diagramme und stellst die Ergebnisse in einem Dashboard so dar, dass auch Personen ohne IT-Hintergrund die richtigen Schlüsse ziehen.

Wofür brauchst du das?

Geschäftsleitungen, Spitäler und Gemeinden wollen ihre Entscheide auf Zahlen stützen: Wo steigen Kosten, welche Produkte laufen, wann ist das Personal überlastet? Informatiker:innen, die Daten zuverlässig aufbereiten und verständlich darstellen, sind gefragte Ansprechpersonen. Das Modul verbindet deine SQL-Kenntnisse aus 106 mit Werkzeugen, die in vielen Schweizer KMU bereits lizenziert sind, z.B. Power BI im Microsoft-365-Umfeld.

Das solltest du schon können

  • SQL-Abfragen mit Joins und Gruppierungen schreiben (Modul 106)
  • Datenmodelle mit Entitäten und Beziehungen lesen (Modul 162)
  • Excel sicher bedienen: Formeln, Filter, Pivot-Tabellen
  • Grundbegriffe der Statistik wie Durchschnitt, Median und Prozentanteil

Typische Tools & Technologien

Microsoft Power BIExcel mit Power Query und PivotPython mit pandasJupyter NotebookMatplotlib / SeabornSQLTableau Public

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Fragestellung und Kennzahlen mit den Auftraggebenden klären

    Kompetenz A

    Bevor du ein Tool öffnest, findest du heraus, welche Entscheidung mit den Daten unterstützt werden soll. Daraus leitest du wenige, klar definierte Kennzahlen ab und hältst fest, wie sie berechnet werden und woher die Daten stammen.

    Situation

    Die Leiterin Hotellerie eines Regionalspitals sagt: 'Wir brauchen ein Dashboard zur Bettenbelegung.'

    Deine Aufgabe

    Kläre im Gespräch, was sie wirklich wissen muss, und definiere die Kennzahlen.

    Gutes Ergebnis

    Die eigentliche Frage lautet: 'Auf welchen Stationen fehlen an welchen Wochentagen Betten?' Definiert werden Auslastung in Prozent pro Station und Tag, Anzahl Tage über 95 % pro Monat und durchschnittliche Aufenthaltsdauer. Jede Kennzahl hat eine schriftliche Definition, Datenquelle ist das Klinikinformationssystem.

    AnforderungsklärungKPIKennzahlendefinitionDatenquelleZielgruppe
  2. 2

    Daten aus verschiedenen Quellen laden und bereinigen

    Kompetenz B

    Du verbindest dich mit Datenbanken, Excel- und CSV-Dateien und bereinigst die Daten reproduzierbar: Typen korrigieren, Duplikate entfernen, fehlende Werte behandeln, Spalten vereinheitlichen. Jeder Schritt ist nachvollziehbar und lässt sich bei neuen Daten automatisch wiederholen.

    Situation

    Eine Detailhandelskette mit 14 Filialen liefert die Monatsumsätze als einzelne Excel-Dateien. Die Spalten heissen mal 'Filiale', mal 'Standort', Beträge stehen teils als Text mit 'CHF', Datumsangaben im Format TT.MM.JJJJ.

    Deine Aufgabe

    Führe die Dateien zu einer sauberen Tabelle zusammen.

    Gutes Ergebnis

    Power Query lädt alle Dateien aus einem SharePoint-Ordner, benennt die Spalten einheitlich, entfernt 'CHF' und Apostrophe, wandelt Beträge in Dezimalzahlen und Datumsangaben mit Gebietsschema de-CH um. 312 Duplikate aus einer doppelt gelieferten Datei werden entfernt. Kommt eine neue Datei dazu, genügt ein Klick auf 'Aktualisieren'.

    ETLPower Query / pandasDatentypenDuplikatefehlende WerteReproduzierbarkeit
  3. 3

    Ein Analyse-Datenmodell mit Fakten und Dimensionen aufbauen

    Kompetenz C

    Für Auswertungen trennst du Ereignisse mit Zahlen (Fakten) von beschreibenden Merkmalen (Dimensionen) und verbindest sie zu einem Sternschema. Eine eigene Datumstabelle macht Auswertungen nach Monat, Quartal oder Kalenderwoche einfach und korrekt.

    Situation

    In den Daten der Detailhandelskette stehen Umsätze, Filialinformationen und Produktgruppen in einer einzigen breiten Tabelle mit 1.2 Millionen Zeilen.

    Deine Aufgabe

    Baue ein Datenmodell, das schnelle und flexible Auswertungen erlaubt.

    Gutes Ergebnis

    Faktentabelle 'Verkauf' mit Datum, Filial-ID, Produkt-ID, Menge und Umsatz. Dimensionen 'Filiale' (Name, Region, Fläche in m²), 'Produkt' (Gruppe, Lieferant) und 'Kalender' mit Wochentag, KW und Feiertag. Alle Beziehungen sind 1:n von der Dimension zur Faktentabelle. Die Datei ist danach 60 % kleiner.

    FaktentabelleDimensionstabelleSternschemaKalendertabelleGranularität
  4. 4

    Kennzahlen korrekt berechnen und plausibilisieren

    Kompetenz C

    Du setzt die definierten Kennzahlen als Measures oder Berechnungen um, inklusive Vergleichen mit Vorjahr oder Ziel. Jede Zahl prüfst du gegen eine unabhängige Quelle, bevor sie jemand sieht.

    Situation

    Die Geschäftsleitung der Detailhandelskette will den Umsatz pro m² und die Veränderung zum Vorjahr pro Filiale sehen.

    Deine Aufgabe

    Berechne die beiden Kennzahlen und prüfe sie.

    Gutes Ergebnis

    Measure 'Umsatz' als Summe, 'Umsatz pro m²' als Umsatz geteilt durch Fläche der Filiale, 'Umsatz VJ' mit Zeitintelligenz über die Kalendertabelle und 'Veränderung %' daraus. Eine Stichprobe für Filiale Bülach im März wird mit dem Kassensystem verglichen und stimmt auf den Franken.

    Measure (DAX)berechnete Spalte vs. MeasureZeitvergleich (Vorjahr)FilterkontextPlausibilisierung
  5. 5

    Für jede Aussage das passende Diagramm wählen

    Kompetenz D

    Du wählst das Diagramm danach, was gezeigt werden soll: Entwicklung über die Zeit, Vergleich, Anteil, Verteilung oder Zusammenhang. Du vermeidest irreführende Darstellungen wie abgeschnittene Achsen oder 3D-Effekte und setzt Farbe gezielt zur Hervorhebung ein.

    Situation

    Die Gemeindeverwaltung Wohlen will im Jahresbericht zeigen, wie sich die Abfallmengen pro Kopf über zehn Jahre entwickelt haben und wie sie sich auf Kehricht, Grüngut, Papier und Glas verteilen.

    Deine Aufgabe

    Wähle geeignete Diagramme und gestalte sie gut lesbar.

    Gutes Ergebnis

    Ein Liniendiagramm für die Entwicklung pro Kopf mit Y-Achse ab 0 und markiertem Jahr der Sackgebühr-Einführung. Für die Verteilung ein gestapeltes Balkendiagramm pro Jahr statt zehn Kuchendiagrammen. Kehricht ist in Akzentfarbe, die übrigen Kategorien in abgestuftem Grau.

    Linien-, Balken-, StreudiagrammAchsenskalierungFarbe und KontrastDatenbeschriftungirreführende Visualisierungen
  6. 6

    Ein Dashboard gestalten und die Erkenntnisse kommunizieren

    Kompetenz E

    Du ordnest die wichtigsten Kennzahlen oben an, ermöglichst sinnvolles Filtern und formulierst die Kernaussagen in Worten. Beim Teilen achtest du darauf, dass nur berechtigte Personen Zugriff haben und keine schützenswerten Personendaten sichtbar werden.

    Situation

    Das Bettenbelegungs-Dashboard des Spitals soll im wöchentlichen Kaderrapport genutzt werden.

    Deine Aufgabe

    Gestalte die Berichtsseite und bereite eine kurze Präsentation der wichtigsten Erkenntnis vor.

    Gutes Ergebnis

    Oben drei Kacheln (Auslastung heute, Tage über 95 % im Monat, Ø Aufenthaltsdauer), darunter eine Heatmap Station mal Wochentag und Filter für Monat und Klinik. Kernaussage: 'Die Chirurgie ist dienstags und mittwochs an 7 von 8 Wochen überlastet.' Freigegeben nur für die Gruppe 'Kader' im Power-BI-Arbeitsbereich, ohne Patientennamen.

    Dashboard-LayoutFilter und SlicerStorytelling mit DatenBerechtigungenDatenschutz und Aggregation

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Fragestellung und Kennzahlen klären

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Daten laden und bereinigen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Datenmodell und Kennzahlen

Ziel 3Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Passende Diagramme wählen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Dashboard gestalten und kommunizieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Fahrgast-Dashboard der Regiobus Seeland AG

Selin ist im 3. Lehrjahr als Informatikerin Applikationsentwicklung bei der Regiobus Seeland AG in Biel, einem Busunternehmen mit 230 Mitarbeitenden und 18 Linien. Fahrgastzahlen kommen aus automatischen Zählern in den Bussen, die Pünktlichkeit aus dem Leitsystem, und beides wird bisher von Hand in Excel zusammengetragen. Die Leiterin Angebotsplanung möchte ein Dashboard, mit dem sie den nächsten Fahrplanwechsel vorbereiten kann.

  1. Kapitel 1

    Was soll das Dashboard beantworten?

    Im ersten Gespräch wünscht sich die Leiterin Angebotsplanung 'alles über alle Linien'. Selin fragt nach, welche Entscheidung im Herbst ansteht, und erfährt, dass schwach ausgelastete Kurse gestrichen und volle Kurse verstärkt werden sollen. Gemeinsam einigen sie sich auf vier Kennzahlen: Fahrgäste pro Kurs, Auslastung in Prozent, Anteil Verspätungen über 3 Minuten und Anteil Fahrten mit Stehplätzen in der Spitzenzeit.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    52 Dateien und eine Lücke im Juli

    Die Zählerdaten liegen als 52 Wochendateien im CSV-Format vor, die Pünktlichkeit als Export aus dem Leitsystem. Selin verbindet die Dateien in Power Query zu einer Tabelle und vereinheitlicht die Liniennummern, die mal als '3' und mal als 'Linie 03' geschrieben sind. Beim Prüfen fällt auf, dass im Juli zwei Wochen komplett fehlen, weil ein Zähler defekt war. Sie markiert die Lücke im Bericht, statt die Werte zu schätzen.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Eine Auslastung von 140 Prozent

    Selin baut in Power BI ein Sternschema mit der Faktentabelle Fahrten und den Dimensionen Linie, Haltestelle und Datum. Die erste Auslastungsberechnung zeigt für Linie 7 unmögliche 140 Prozent. Der Grund: Sie hatte die Einsteigenden aller Haltestellen aufsummiert, statt die höchste Besetzung pro Fahrt zu nehmen. Nach der Korrektur vergleicht sie die Werte mit einer Handzählung der Fahrdienstleitung, und die Abweichung liegt unter 2 Prozent.

    Ziel 3Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Ein Diagramm pro Aussage

    Für den Tagesverlauf wählt Selin ein Liniendiagramm mit den Fahrgästen pro Stunde, für den Vergleich der Linien ein sortiertes Balkendiagramm. Ihr erster Entwurf mit einem Kreisdiagramm für 18 Linien ist unlesbar, deshalb ersetzt sie es. Die Verspätungen zeigt sie als Heatmap nach Wochentag und Stunde, wodurch der Engpass am Freitagabend sofort sichtbar wird.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Fünf Minuten im Kaderrapport

    Selin ordnet das Dashboard so, dass oben die vier Kennzahlen stehen und darunter die Details mit einem Filter nach Linie. Die Titel formuliert sie als Aussagen, etwa 'Linie 12 ist am Abend nur zu 15 Prozent ausgelastet'. Im Kaderrapport präsentiert sie in fünf Minuten die drei wichtigsten Erkenntnisse und erwähnt offen die Datenlücke im Juli. Die Geschäftsleitung beschliesst, zwei Abendkurse der Linie 12 durch einen Rufbus zu ersetzen.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Von der Frage zur Kennzahl

    ca. 3 Std.

    Du übst, vage Wünsche in präzise Fragen und messbare Kennzahlen zu übersetzen.

    • Drei Aussagen wie 'Wir wollen sehen, wie es läuft' in konkrete Fragen umformulieren
    • Für eine Fragestellung einen Kennzahlen-Steckbrief erstellen (Name, Formel, Quelle, Aktualisierung)
    • Ein bestehendes Dashboard aus dem Lehrbetrieb oder dem Internet kritisch beurteilen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Daten holen und bereinigen

    ca. 4 Std.

    Du lädst Daten aus mehreren Quellen und baust eine wiederholbare Bereinigung in Power Query oder pandas.

    • Offene Daten von opendata.swiss herunterladen, z.B. Verkehrszählungen oder Bevölkerungszahlen
    • Typen, Duplikate und fehlende Werte systematisch behandeln
    • Die Bereinigungsschritte so dokumentieren, dass eine Kollegin sie nachvollziehen kann

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Datenmodell und Kennzahlen

    ca. 5 Std.

    Du baust ein Sternschema mit Kalendertabelle und setzt die ersten Measures um.

    • Eine breite Tabelle in Fakten und Dimensionen aufteilen
    • Eine Kalendertabelle mit Schweizer Feiertagen ergänzen
    • Umsatz, Anteil in Prozent und Vorjahresvergleich als Measures erstellen und mit Excel gegenprüfen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel34

  4. 4

    Visualisieren mit Absicht

    ca. 3 Std.

    Du lernst, welches Diagramm welche Aussage trägt, und gestaltest Visualisierungen bewusst.

    • Denselben Datensatz einmal als Kuchen-, Balken- und Liniendiagramm darstellen und vergleichen
    • Ein absichtlich irreführendes Diagramm erstellen und danach korrigieren
    • Eine Farbpalette mit einer Akzentfarbe festlegen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel5

  5. 5

    Dashboard bauen und präsentieren

    ca. 5 Std.

    Du setzt ein vollständiges Dashboard um, prüfst es mit einer Testperson und präsentierst die Erkenntnisse.

    • Ein Dashboard mit drei bis fünf Visualisierungen und sinnvollen Filtern erstellen
    • Eine Person ohne Vorwissen drei Fragen mit dem Dashboard beantworten lassen und beobachten
    • Die wichtigste Erkenntnis in einer 5-Minuten-Präsentation vorstellen

    Trainiert Kompetenz E2E3D3C3

    Lernziel654

Üben

Übungen aus der Praxis

Veloverkehr in der Stadt auswerten

Einstieg Einstieg

Die Stadt Zürich veröffentlicht die Zählwerte ihrer Velozählstellen auf opendata.swiss. Ein Lokalpolitiker möchte wissen, ob der Veloverkehr seit 2019 zugenommen hat und wie stark das Wetter am Wochenende eine Rolle spielt.

Weist nach B1D1

  1. Die Daten eines Jahres und einer Zählstelle laden und auf Tageswerte zusammenfassen
  2. Fehlende Stunden und offensichtliche Fehlmessungen erkennen und behandeln
  3. Die Entwicklung pro Monat als Liniendiagramm darstellen
  4. Werktage und Wochenende in einem Balkendiagramm vergleichen
Tipp anzeigen

Zählstellen fallen manchmal tagelang aus und liefern dann 0. Eine Null ist hier kein echter Wert, sondern ein fehlender.

Lösungsskizze anzeigen

Import der CSV, Datum korrekt typisieren, Ausfälle mit 0 über mehrere Stunden als fehlend markieren. Gruppierung nach Datum, danach nach Monat. Ein Liniendiagramm mit Y-Achse ab 0 und ein Balkendiagramm mit dem Durchschnitt pro Wochentag.

Umsatzanalyse für eine Garagengruppe

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Garagengruppe mit vier Standorten im Kanton Solothurn will wissen, welcher Bereich (Neuwagen, Occasionen, Werkstatt, Ersatzteile) am meisten zur Marge beiträgt und wie sich das gegenüber dem Vorjahr verändert hat. Die Daten liegen in einer SQL-Datenbank und einer Excel-Datei mit Standortdaten.

Weist nach A2C2

  1. Mit der Geschäftsleitung drei Kennzahlen definieren und schriftlich festhalten
  2. Daten aus SQL und Excel laden und zu einem Sternschema verbinden
  3. Marge, Marge in Prozent und Vorjahresvergleich als Measures berechnen
  4. Die Zahlen für einen Standort und einen Monat mit der Buchhaltung abgleichen
Tipp anzeigen

Eine Prozentmarge darf nicht einfach aufsummiert oder gemittelt werden. Berechne sie immer aus der Summe der Marge geteilt durch die Summe des Umsatzes.

Lösungsskizze anzeigen

Faktentabelle aus der SQL-Abfrage der Rechnungspositionen, Dimensionen Standort, Bereich und Kalender. Measures für Umsatz, Marge, Marge % als Division der Summen und Vorjahr über die Kalendertabelle. Abgleich dokumentiert mit Differenz 0.

Einsatz-Dashboard für eine Spitex

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Spitex-Organisation mit 70 Mitarbeitenden möchte erkennen, wann Teams überlastet sind und wie viel Zeit für Wege statt für Pflege verwendet wird. Die Daten stammen aus dem Einsatzplanungssystem als täglicher CSV-Export. Die Auswertung geht an die Teamleitungen und den Vorstand.

Weist nach A3B3C3E3

  1. Fragestellungen für Teamleitungen und Vorstand getrennt klären und Kennzahlen definieren
  2. Einen automatisierten Import der täglichen CSV-Dateien mit Bereinigung aufbauen
  3. Ein Datenmodell mit Einsatz, Mitarbeitende, Team, Klient-Region und Kalender erstellen
  4. Zwei Berichtsseiten gestalten: Detail für Teamleitungen, Übersicht für den Vorstand
  5. Datenschutz sicherstellen: keine Namen von Klient:innen, Zugriff pro Team einschränken
Tipp anzeigen

Teamleitungen brauchen operative Details pro Woche, der Vorstand Trends über Monate. Ein einziges Dashboard für beide wird selten gut.

Lösungsskizze anzeigen

Kennzahlen: Pflegezeit-Anteil an der Arbeitszeit, Wegzeit pro Einsatz, Überstunden pro Team. Power Query liest den Ordner mit allen CSV-Dateien. Sternschema mit pseudonymisierter Klient-ID und nur Region als Ortsangabe. Seite Teamleitung mit Heatmap Team mal Wochentag, Seite Vorstand mit Monatsentwicklung. Row-Level-Security pro Team.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Unterschied zwischen einer Fakten- und einer Dimensionstabelle?

Die Faktentabelle enthält Ereignisse mit messbaren Werten wie Umsatz oder Menge. Dimensionstabellen beschreiben diese Ereignisse, z.B. Produkt, Filiale oder Datum.

Warum braucht ein Datenmodell eine eigene Kalendertabelle?

Damit sich alle Daten einheitlich nach Jahr, Quartal, Monat oder Wochentag auswerten lassen und Zeitvergleiche wie zum Vorjahr zuverlässig funktionieren, auch an Tagen ohne Daten.

Warum darfst du Prozentwerte nicht einfach mitteln?

Weil die einzelnen Werte unterschiedlich grosse Grundmengen haben. Man berechnet den Anteil aus den Summen von Zähler und Nenner.

Welches Diagramm eignet sich für eine Entwicklung über die Zeit?

Ein Liniendiagramm mit der Zeit auf der X-Achse.

Wann ist ein Kuchendiagramm ungeeignet?

Bei mehr als etwa vier Kategorien, bei ähnlich grossen Anteilen oder wenn mehrere Zeitpunkte verglichen werden sollen. Ein Balkendiagramm ist dann klarer.

Was ist der Unterschied zwischen einer berechneten Spalte und einem Measure?

Eine berechnete Spalte wird pro Zeile einmal berechnet und gespeichert. Ein Measure wird erst bei der Anzeige berechnet und reagiert auf die aktuellen Filter.

Was musst du beim Teilen eines Dashboards mit Personendaten beachten?

Nur berechtigten Personen Zugriff geben, wo möglich aggregieren oder pseudonymisieren und keine besonders schützenswerten Daten wie Gesundheitsdaten offen zeigen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt mit Diagrammen beginnen, ohne geklärt zu haben, welche Frage beantwortet werden soll.
  • Daten von Hand in Excel korrigieren, sodass die Bereinigung bei der nächsten Lieferung nicht wiederholbar ist.
  • Y-Achsen nicht bei 0 beginnen lassen und kleine Unterschiede dramatisch aussehen lassen.
  • Zahlen veröffentlichen, die nie mit einer zweiten Quelle abgeglichen wurden.
  • Ein Dashboard mit 15 Visualisierungen überladen, in dem niemand die eine wichtige Aussage findet.
  • Personendaten ungefiltert in einem breit freigegebenen Bericht anzeigen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Halte zu Beginn schriftlich fest, welche Frage du beantwortest und wie jede Kennzahl definiert ist.
  • Dokumentiere deine Bereinigungsschritte. Die Begründung, warum du Werte ausschliesst, ist oft bewertungsrelevant.
  • Prüfe mindestens eine Zahl stichprobenartig mit einer Pivot-Tabelle oder einer SQL-Abfrage.
  • Schreibe zu jedem Dashboard einen Satz mit der wichtigsten Erkenntnis. Das zeigt, dass du die Daten verstanden hast.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

KPI
Key Performance Indicator: Kennzahl, die zeigt, ob ein wichtiges Ziel erreicht wird.
ETL
Extract, Transform, Load: Daten aus Quellen holen, umwandeln und in ein Zielmodell laden.
Power Query
Werkzeug in Excel und Power BI, mit dem Daten geladen und Schritt für Schritt reproduzierbar umgeformt werden.
Sternschema
Datenmodell mit einer zentralen Faktentabelle, an die mehrere Dimensionstabellen angebunden sind.
Measure
Berechnung, die je nach gewählten Filtern dynamisch ausgewertet wird, z.B. eine Umsatzsumme.
Dashboard
Übersicht, die die wichtigsten Kennzahlen und Visualisierungen auf einer Seite zusammenfasst.
Granularität
Detaillierungsgrad der Daten, z.B. eine Zeile pro Verkauf oder pro Tag und Filiale.
Row-Level-Security
Einschränkung, dass Benutzer:innen nur die Datenzeilen sehen, für die sie berechtigt sind.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 110

  • Wir klären mit dir die Fragestellung deines ÜK-Projekts und formulieren gemeinsam saubere Kennzahlen-Steckbriefe.
  • Wir bauen mit dir die Bereinigung in Power Query oder pandas Schritt für Schritt auf, sodass sie bei neuen Daten automatisch läuft.
  • Wir erklären dir Filterkontext und Zeitvergleiche in DAX an deinem eigenen Datenmodell, wenn Zahlen nicht stimmen.
  • Vor der Abgabe prüfen wir dein Dashboard auf Lesbarkeit, irreführende Diagramme und Datenschutz und üben deine Präsentation.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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