162

Daten & Datenbanken · Datenmodellierung

Daten analysieren und modellieren

Du lernst, chaotische Daten zu verstehen und daraus ein sauberes Modell zu entwerfen, aus dem später eine Datenbank entsteht.

Einstieg Einstieg ca. 18 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 1. Lehrjahr · BerufsfachschulePlattformentwicklung: 1. Lehrjahr · BerufsfachschuleDigitales Business: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#ERM#ERD#Datenmodell#Normalisierung#Kardinalität#Primärschlüssel#Fremdschlüssel#Datenqualität#Datentypen

Überblick

Worum geht es?

Viele Betriebe verwalten wichtige Daten noch in Excel-Listen, in denen sich Informationen wiederholen und widersprechen. Du lernst, solche Bestände zu untersuchen, Datentypen und Qualitätsprobleme zu erkennen und die dahinterliegenden Dinge wie Kunden, Aufträge oder Artikel zu benennen. Daraus zeichnest du ein Entity-Relationship-Diagramm mit Beziehungen und Kardinalitäten. Mit der Normalisierung beseitigst du Redundanzen und überführst das Ganze in ein logisches Tabellenmodell mit Primär- und Fremdschlüsseln.

Wofür brauchst du das?

Ein schlecht durchdachtes Datenmodell rächt sich jahrelang: doppelte Adressen, falsche Rechnungen, Auswertungen, die nicht stimmen. Wer sauber modellieren kann, legt in jedem Software- oder Infrastrukturprojekt die Grundlage. Das Modul ist direkte Voraussetzung für 164 (Datenbanken erstellen) und 106 (Datenbanken abfragen).

Das solltest du schon können

  • Mit Excel-Tabellen arbeiten: filtern, sortieren, einfache Formeln
  • Begriffe wie Datei, Tabelle, Zeile und Spalte sicher verwenden
  • Einfache Diagramme mit einem Tool wie draw.io zeichnen

Typische Tools & Technologien

draw.io / diagrams.netMySQL WorkbenchExcelLucidchartdbdiagram.ioPlantUML

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Bestehende Datenbestände untersuchen und Probleme benennen

    Kompetenz A

    Du schaust dir eine vorhandene Liste systematisch an: Welche Spalten gibt es, was bedeuten sie, wo wiederholen sich Informationen und wo widersprechen sie sich? Du beschreibst konkret, welche Fehler beim Einfügen, Ändern oder Löschen entstehen können.

    Situation

    Eine Fahrschule in Aarau führt alle Fahrstunden in einer Excel-Datei mit den Spalten Datum, Schüler, Telefon, Fahrlehrer, Fahrzeug, Kennzeichen und Preis.

    Deine Aufgabe

    Analysiere die Datei und beschreibe die Schwachstellen.

    Gutes Ergebnis

    Telefonnummer und Kennzeichen stehen in jeder Zeile erneut. Bei Lena Graf stehen zwei verschiedene Nummern. Wird die letzte Fahrstunde eines Schülers gelöscht, ist auch seine Telefonnummer weg. Ein neues Fahrzeug lässt sich erst erfassen, wenn jemand damit fährt.

    RedundanzEinfügeanomalieÄnderungsanomalieLöschanomalieDatenquelle
  2. 2

    Datentypen festlegen und Datenqualität beurteilen

    Kompetenz A

    Du bestimmst für jedes Attribut einen passenden Typ und eine sinnvolle Länge und legst fest, welche Werte erlaubt sind. Dabei prüfst du Daten auf Vollständigkeit, Eindeutigkeit und einheitliches Format.

    Situation

    Die Mitgliederliste eines Turnvereins enthält Geburtsdaten als '3.5.08', '03.05.2008' und 'Mai 2008', Postleitzahlen teils mit Ortsnamen und leere E-Mail-Felder.

    Deine Aufgabe

    Definiere für jede Spalte Typ, Format und Regeln und markiere die Datensätze mit Mängeln.

    Gutes Ergebnis

    Geburtsdatum als DATE, PLZ als Text, z.B. VARCHAR(10) mit einer Spalte für das Land (nicht Zahl, damit führende Nullen bei Auslandsadressen wie 04109 erhalten bleiben), E-Mail als Text bis 254 Zeichen mit Pflicht. 37 von 280 Datensätzen sind markiert und werden vom Vorstand ergänzt.

    DatentypWertebereichPflichtfeldDatenformatDatenqualitätPersonendaten
  3. 3

    Entitäten, Attribute und Schlüssel bestimmen

    Kompetenz B

    Du erkennst, welche eigenständigen Dinge in den Daten stecken, und ordnest jedem seine Eigenschaften zu. Für jede Entität wählst du einen eindeutigen Schlüssel und entscheidest, ob ein natürlicher oder ein künstlicher Schlüssel besser passt.

    Situation

    Bei der Fahrschule sollen die Fahrstunden künftig in einer Datenbank verwaltet werden.

    Deine Aufgabe

    Leite aus der Excel-Datei die Entitäten mit Attributen und Schlüsseln ab.

    Gutes Ergebnis

    Schüler (Schüler-ID, Name, Telefon, Ausweisnummer), Fahrlehrer (Lehrer-ID, Name, Kürzel), Fahrzeug (Fahrzeug-ID, Kennzeichen, Getriebe) und Fahrstunde (ID, Datum, Dauer, Preis). Das Kennzeichen ist nicht der Primärschlüssel, weil es bei einem Wechsel des Kantons ändern kann.

    EntitätAttributPrimärschlüsselnatürlicher vs. künstlicher Schlüsselzusammengesetzter Schlüssel
  4. 4

    Beziehungen mit Kardinalitäten in einem ERD darstellen

    Kompetenz C

    Du zeichnest, wie die Entitäten zusammenhängen und wie viele Objekte jeweils beteiligt sein können. Eine m:n-Beziehung löst du mit einer Zwischentabelle auf und überlegst, welche Attribute dort hingehören.

    Situation

    Eine Berufsfachschule möchte erfassen, welche Lernenden welche Kurse besuchen und welche Note sie erhalten.

    Deine Aufgabe

    Modelliere Lernende, Kurse und die Teilnahme als ERD.

    Gutes Ergebnis

    Lernende und Kurs stehen in einer m:n-Beziehung. Sie wird durch die Entität 'Kursbelegung' aufgelöst: ein Lernender hat 0..* Belegungen, ein Kurs hat 0..* Belegungen, jede Belegung gehört zu genau einem Lernenden und einem Kurs. Die Note ist ein Attribut der Kursbelegung.

    Entity-Relationship-DiagrammKardinalität (1:1, 1:n, m:n)Krähenfuss-NotationMin-Max-NotationZwischentabelle
  5. 5

    Ein Datenmodell bis zur 3. Normalform normalisieren

    Kompetenz D

    Du prüfst Schritt für Schritt: Sind alle Werte atomar? Hängt jedes Attribut vom ganzen Schlüssel ab? Gibt es Abhängigkeiten zwischen Nicht-Schlüssel-Attributen? Bei jedem Verstoss teilst du die Tabelle sinnvoll auf.

    Situation

    Ein Getränkehändler in Chur führt eine Liste 'Bestellungen' mit Bestellnr., Datum, Kunde, Kundenadresse, Artikel (z.B. '6x Mineral, 2x Apfelsaft'), Artikelpreis und Total.

    Deine Aufgabe

    Bringe die Liste in die 3. Normalform.

    Gutes Ergebnis

    1NF: Jede Artikelposition bekommt eine eigene Zeile. 2NF: Artikelname und Listenpreis wandern in die Tabelle Artikel, Datum und Kundendaten in Bestellung; der verrechnete Preis bleibt in der Bestellposition. 3NF: Kundendaten wandern aus Bestellung in Kunde, der Ort hängt von der PLZ ab und kommt in eine Tabelle Ortschaft. Das Total wird nicht gespeichert, sondern berechnet.

    1. Normalform2. Normalform3. Normalformfunktionale Abhängigkeittransitive Abhängigkeitberechnete Werte
  6. 6

    Das konzeptionelle Modell in ein logisches Tabellenmodell überführen

    Kompetenz E

    Aus dem ERD entsteht ein Tabellenschema mit Tabellennamen, Spalten, Datentypen, Primär- und Fremdschlüsseln. Es ist so genau, dass jemand anderes daraus direkt eine Datenbank erstellen kann.

    Situation

    Das ERD der Fahrschule ist vom Berufsbildner abgenommen. Nun soll ein Kollege daraus die MySQL-Datenbank erstellen.

    Deine Aufgabe

    Erstelle das logische Modell mit allen technischen Angaben.

    Gutes Ergebnis

    Vier Tabellen in MySQL Workbench modelliert: fahrstunde hat die Fremdschlüssel schueler_id, fahrlehrer_id und fahrzeug_id. Alle Spalten haben Typ, NOT NULL-Angabe und einheitliche Namen in snake_case. Das Diagramm ist als PDF mit kurzer Legende abgelegt.

    Relationales ModellFremdschlüsselNamenskonventionenkonzeptionell vs. logisch vs. physischNULL-Werte

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Bestand und Datenqualität

Ziel 1Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Entitäten, Attribute und Schlüssel

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Beziehungen im ERD

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Normalisieren

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Logisches Tabellenmodell

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ordnung in der Tanzschule

Noah ist im 1. Lehrjahr als Informatiker Applikationsentwicklung bei der Webwerk Thun GmbH, einer Softwarefirma mit 14 Mitarbeitenden. Ein neuer Kunde, eine Tanzschule mit rund 600 Schülerinnen und Schülern, verwaltet Kurse, Anmeldungen und Zahlungen in einer einzigen Excel-Datei. Bevor das Team eine Webanwendung baut, soll Noah die Daten analysieren und ein sauberes Datenmodell entwerfen.

  1. Kapitel 1

    Eine Excel-Datei mit 2300 Zeilen

    Noah öffnet die Datei und findet pro Anmeldung eine Zeile mit Name, Adresse, Kurs, Lehrperson, Raum und Zahlungsstatus. Dieselbe Schülerin steht neunmal drin, zweimal mit unterschiedlicher Telefonnummer. Im Feld Geburtsdatum stehen Formate wie '5.3.12' und 'März 2012'. Er hält die Probleme in einer Liste fest und schlägt für jedes Attribut einen Datentyp vor, etwa DATE für das Geburtsdatum und DECIMAL(8,2) für den Kursbetrag.

    Ziel 1Ziel 2

  2. Kapitel 2

    Was sind eigentlich die Dinge?

    Im Gespräch mit der Schulleiterin notiert Noah Schüler, Kurs, Lehrperson, Raum und Anmeldung als Kandidaten für Entitäten. Lange überlegt er, ob der Zahlungsstatus eine eigene Entität ist, und entscheidet sich, ihn als Attribut der Anmeldung zu führen, weil pro Anmeldung genau eine Rechnung entsteht. Als Primärschlüssel wählt er künstliche IDs, weil Namen nicht eindeutig sind und sich bei einer Heirat ändern können.

    Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Das ERD im Review

    Noah zeichnet die Beziehungen in draw.io: Eine Lehrperson leitet mehrere Kurse, ein Kurs findet in genau einem Raum statt. Zwischen Schüler und Kurs besteht eine m:n-Beziehung, die er über die Entität Anmeldung auflöst. Im Review fragt sein Berufsbildner, was mit Kursen passiert, denen noch keine Lehrperson zugeteilt ist. Noah macht diese Beziehung darum optional und ergänzt die Kardinalität im Diagramm.

    Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Kurstage in einer Zelle

    Um sein Modell zu prüfen, normalisiert Noah die ursprüngliche Excel-Tabelle Schritt für Schritt. In der 1. Normalform trennt er die Kurstage, die als 'Mo, Mi' in einer Zelle standen. In der 2. und 3. Normalform wandern Kurs- und Lehrpersonendaten in eigene Tabellen, weil zum Beispiel die Telefonnummer der Lehrperson nur von der Lehrperson abhängt. Das Ergebnis stimmt fast mit seinem ERD überein, nur eine Tabelle für die Kurstage hatte er vergessen und ergänzt sie.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Übergabe an das Entwicklungsteam

    Zum Schluss überführt Noah das ERD in ein logisches Modell mit sieben Tabellen, Fremdschlüsseln und Datentypen. Die Zwischentabelle Anmeldung erhält die Fremdschlüssel schueler_id und kurs_id sowie die Regel, dass dieselbe Person nicht zweimal im selben Kurs stehen darf. Eine Kollegin legt die Tabellen danach ohne Rückfrage in MySQL Workbench an, was für Noah der beste Beweis ist, dass seine Dokumentation reicht.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Daten lesen lernen

    ca. 3 Std.

    Du untersuchst echte, unordentliche Listen und lernst, Redundanzen und Anomalien zu erkennen, bevor du irgendetwas modellierst.

    • Eine Excel-Liste aus dem Lehrbetrieb oder ein Übungsbeispiel spaltenweise beschreiben
    • Pro Anomalietyp ein konkretes Beispiel aus der Liste notieren
    • Doppelte und widersprüchliche Einträge mit Filtern und bedingter Formatierung markieren

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel12

  2. 2

    Entitäten und Schlüssel

    ca. 3 Std.

    Du übst, aus Texten und Listen die Dinge zu finden, um die es geht, und vergibst passende Schlüssel.

    • Aus drei kurzen Anforderungstexten (Kino, Hotel, Werkstatt) Nomen markieren und in Entitäten und Attribute sortieren
    • Für jede Entität entscheiden, ob ein natürlicher Schlüssel taugt
    • Datentypen und Pflichtfelder für alle Attribute festlegen

    Trainiert Kompetenz B1B2A2

    Lernziel32

  3. 3

    Beziehungen und ERD

    ca. 4 Std.

    Du verbindest Entitäten, bestimmst Kardinalitäten und zeichnest saubere Diagramme in draw.io.

    • Für 10 Beziehungspaare aus dem Alltag die Kardinalität bestimmen (z.B. Person und AHV-Nummer, Lehrer und Klasse)
    • Zwei m:n-Beziehungen mit Zwischentabellen auflösen
    • Ein ERD für eine Vereinsverwaltung komplett zeichnen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel4

  4. 4

    Normalisieren in Schritten

    ca. 4 Std.

    Du nimmst unnormalisierte Tabellen und bringst sie Schritt für Schritt in die 3. Normalform. Jeder Schritt wird begründet.

    • Eine Rechnungsliste von UNF bis 3NF durcharbeiten und jede Zwischenstufe aufschreiben
    • Funktionale Abhängigkeiten als Pfeile aufzeichnen
    • Das Ergebnis mit einer Kollegin vergleichen und Unterschiede diskutieren

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel5

  5. 5

    Vom ERD zum Tabellenmodell

    ca. 3 Std.

    Du überführst dein konzeptionelles Modell in ein logisches Modell mit allen technischen Details.

    • Das ERD der Vereinsverwaltung in MySQL Workbench als Tabellenmodell nachbauen
    • Fremdschlüssel einzeichnen und Namenskonventionen festlegen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel6

  6. 6

    Fallstudie von A bis Z

    ca. 4 Std.

    Du erhältst eine unordentliche Liste und eine kurze Anforderung und lieferst Analyse, ERD, normalisiertes Modell und logisches Schema, wie im Kompetenznachweis.

    • Analyse und Anomalien schriftlich festhalten
    • ERD und logisches Modell erstellen und Designentscheide begründen
    • Lösung in 10 Minuten jemandem präsentieren

    Trainiert Kompetenz A3B3C3D3E3

    Lernziel1456

Üben

Übungen aus der Praxis

ERD für ein Dorfkino

Einstieg Einstieg

Das Kino Rex in Langenthal hat einen Saal mit 120 Plätzen und zeigt pro Woche etwa zehn Vorstellungen. Es will künftig Filme, Vorstellungen und Reservationen digital verwalten.

Weist nach B1C1

  1. Entitäten und ihre Attribute bestimmen
  2. Primärschlüssel festlegen
  3. Beziehungen mit Kardinalitäten im ERD zeichnen
Tipp anzeigen

Ein Film und eine Vorstellung sind nicht dasselbe. Derselbe Film läuft an mehreren Abenden.

Lösungsskizze anzeigen

Entitäten Film, Vorstellung, Kunde und Reservation, optional Sitzplatz. Ein Film hat 0..* Vorstellungen, eine Vorstellung 0..* Reservationen, eine Reservation gehört zu genau einem Kunden und einer Vorstellung.

Reparaturliste einer Velowerkstatt normalisieren

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Velowerkstatt in Bern führt eine Liste mit Auftragsnr., Datum, Kundenname, Adresse, PLZ, Ort, Velomarke, Rahmennummer, ausgeführte Arbeiten (kommagetrennt), Ersatzteile mit Preisen und Total in CHF.

Weist nach A2D2

  1. Anomalien anhand von drei konkreten Zeilen beschreiben
  2. Die Liste in die 1., 2. und 3. Normalform überführen
  3. Für jede neue Tabelle Primär- und Fremdschlüssel angeben
  4. Begründen, warum das Total nicht gespeichert wird
Tipp anzeigen

Kommagetrennte Werte in einer Zelle sind immer ein Hinweis darauf, dass die 1. Normalform verletzt ist.

Lösungsskizze anzeigen

Tabellen Kunde, Ortschaft (PLZ, Ort), Velo (Rahmennummer, Marke, Kunde), Auftrag, Auftragsposition (Arbeit oder Ersatzteil, Menge, Preis zum Zeitpunkt des Auftrags) und Ersatzteil. Das Total ergibt sich aus der Summe der Positionen.

Datenmodell für einen Spitex-Einsatzplan

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Spitex-Organisation mit 45 Pflegenden plant Einsätze bei 300 Klient:innen bisher in mehreren Excel-Dateien. Ein Einsatz hat Datum, Zeit, Klient:in, eine oder mehrere Pflegende und mehrere Leistungen mit Tarifcode. Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert.

Weist nach A2C3D3E3

  1. Die bestehenden Dateien auf Datentypen, Qualität und Anomalien analysieren
  2. Ein vollständiges ERD mit allen Kardinalitäten erstellen
  3. Bis zur 3. Normalform normalisieren
  4. Das logische Modell mit Datentypen, Schlüsseln und Pflichtfeldern ausarbeiten
  5. Kennzeichnen, welche Attribute besonders schützenswerte Personendaten enthalten
Tipp anzeigen

Einsatz und Pflegende sowie Einsatz und Leistung sind beide m:n. Überlege, welche Attribute in die jeweiligen Zwischentabellen gehören, z.B. die effektive Dauer einer Leistung.

Lösungsskizze anzeigen

Kernentitäten Klient, Pflegende, Einsatz und Leistung (mit Tarifcode). Zwischentabellen Einsatz_Pflegende und Einsatz_Leistung mit Dauer. Diagnosen und Pflegebedarf in einer separaten Tabelle mit eingeschränktem Zugriff markiert. Alle Fremdschlüssel und Datentypen im logischen Modell dokumentiert.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist eine Löschanomalie?

Beim Löschen eines Datensatzes gehen ungewollt auch andere Informationen verloren, z.B. die Adresse eines Kunden, wenn seine einzige Bestellung gelöscht wird.

Warum speichert man eine Postleitzahl als Text und nicht als Zahl?

Weil man damit nicht rechnet, führende Nullen erhalten bleiben müssen und ausländische Postleitzahlen Buchstaben enthalten können.

Wie löst du eine m:n-Beziehung im Tabellenmodell auf?

Mit einer Zwischentabelle, die die Primärschlüssel beider Tabellen als Fremdschlüssel enthält, plus allfällige Attribute der Beziehung.

Wann ist eine Tabelle in der 2. Normalform?

Wenn sie in der 1. Normalform ist und jedes Nicht-Schlüssel-Attribut vom ganzen Primärschlüssel abhängt, nicht nur von einem Teil davon.

Was verletzt die 3. Normalform?

Eine transitive Abhängigkeit: Ein Nicht-Schlüssel-Attribut hängt von einem anderen Nicht-Schlüssel-Attribut ab, z.B. Ort von PLZ.

Was bedeutet die Kardinalität 1:n zwischen Abteilung und Mitarbeiter?

Eine Abteilung kann mehrere Mitarbeitende haben, jede mitarbeitende Person gehört zu genau einer Abteilung.

Warum ist eine E-Mail-Adresse oft kein guter Primärschlüssel?

Sie kann sich ändern und wird teilweise von mehreren Personen geteilt. Ein Primärschlüssel sollte eindeutig und dauerhaft stabil sein.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Berechnete Werte wie Total oder Alter speichern, die dann veralten.
  • Ein Attribut zur Entität machen oder umgekehrt, z.B. 'Farbe' als eigene Tabelle ohne Grund.
  • Kardinalitäten nur in eine Richtung lesen und dadurch 1:n und n:1 verwechseln.
  • Mehrere Werte in einem Feld speichern, z.B. 'Deutsch, Englisch' als Sprachen.
  • Bei m:n-Beziehungen vergessen, dass die Zwischentabelle eigene Attribute wie Datum oder Menge haben kann.
  • Preise nur in der Artikeltabelle führen, obwohl sich der Preis ändert und alte Rechnungen den damaligen Preis brauchen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lies die Aufgabenstellung zweimal und unterstreiche alle Nomen. Das sind deine Kandidaten für Entitäten und Attribute.
  • Schreibe bei jeder Beziehung einen Satz in beide Richtungen, z.B. 'Ein Kunde hat 0 bis viele Bestellungen' und 'Eine Bestellung gehört zu genau einem Kunden'.
  • Begründe beim Normalisieren jeden Schritt mit der konkreten Abhängigkeit. Die Begründung zählt oft so viel wie das Resultat.
  • Verwende eine Notation konsequent im ganzen Diagramm und füge eine kurze Legende hinzu.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Entität
Eindeutig unterscheidbares Objekt der realen Welt, über das Daten gespeichert werden, z.B. ein Kunde.
Attribut
Eigenschaft einer Entität, z.B. Name oder Geburtsdatum.
Primärschlüssel
Attribut oder Kombination von Attributen, die jeden Datensatz einer Tabelle eindeutig identifiziert.
Fremdschlüssel
Attribut, das auf den Primärschlüssel einer anderen Tabelle verweist und so eine Beziehung herstellt.
Kardinalität
Angabe, wie viele Objekte auf jeder Seite einer Beziehung beteiligt sein können.
Normalisierung
Schrittweises Aufteilen von Tabellen, um Redundanzen und Anomalien zu vermeiden.
Redundanz
Mehrfache Speicherung derselben Information, die zu Widersprüchen führen kann.
ERD
Entity-Relationship-Diagramm: grafische Darstellung von Entitäten und ihren Beziehungen.

Mit KI-Tutor

Jeder Kurs hat einen persönlichen KI-Tutor

  • Erklärt in deinem Tempo
  • Debuggt mit dir
  • Fachgespräch wie im QV
  • Unbegrenzt neue Übungen

Denkanstösse statt fertiger Lösungen. In der Gratis-Lektion zum Ausprobieren.

KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 162

  • Wir nehmen eine echte Excel-Liste aus deinem Lehrbetrieb (anonymisiert) und analysieren sie gemeinsam auf Redundanzen und Anomalien.
  • Wir zeichnen mit dir ERDs Schritt für Schritt und üben, Kardinalitäten in ganzen Sätzen zu formulieren, bis es sitzt.
  • Wir arbeiten mit dir Normalisierungsaufgaben in Zwischenstufen durch und zeigen dir, wie du jeden Schritt in der Prüfung begründest.
  • Vor dem Kompetenznachweis lösen wir eine Fallstudie unter Zeitdruck und besprechen dein Modell im Detail.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

Tutor:in für Modul 162 finden

Passende Module

Diese Seite ist eine eigene Lernhilfe von Tutavio und keine offizielle Modulbeschreibung. Nummer, Titel und Einordnung stammen aus den öffentlichen Bildungsplänen. Die verbindliche Modulidentifikation findest du im Modulbaukasten von ICT-Berufsbildung Schweiz.

Gratis-LektionNachhilfe