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Systeme & Betrieb · Heterogene Netze

Plattformübergreifende Dienste in ein Netzwerk integrieren

Du bringst Windows, Linux und macOS dazu, mit einer gemeinsamen Anmeldung, gemeinsamen Dateien und gemeinsamen Diensten zusammenzuarbeiten.

Anspruchsvoll Anspruchsvoll ca. 35 Std. SelbststudiumPlattformentwicklung: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Linux#Active Directory#Samba#SSSD#Kerberos#LDAP#Zertifikate#Syslog#macOS#NTP

Überblick

Worum geht es?

In kaum einer Firma läuft nur ein Betriebssystem. Die Benutzerverwaltung steckt im Active Directory, Webdienste laufen auf Linux, die Grafikabteilung arbeitet mit Macs. In diesem Modul bindest du Linux-Server an das AD an, stellst Dateifreigaben für alle Plattformen bereit und meldest Webanwendungen über LDAP gegen das Verzeichnis an. Du sorgst dafür, dass Namensauflösung, Zeit und Zertifikate überall stimmen, und sammelst die Logs aller Systeme an einem Ort.

Wofür brauchst du das?

Heterogene Umgebungen sind der Normalfall: Ein Lehrbetrieb betreut Kunden mit Windows-Clients, Linux-Webservern, NAS-Systemen und Macs. Wer erreicht, dass sich alle mit demselben Konto anmelden und dieselben Daten sehen, spart viel Supportaufwand und erhöht die Sicherheit. Das Modul baut auf 159 (Directory Services) auf und bereitet auf 182 (Systemsicherheit) und 157 (System-Einführung) vor.

Das solltest du schon können

  • Eine AD-Domäne mit DNS, Gruppen und Gruppenrichtlinien betreiben (Modul 159)
  • Dienste unter Linux installieren und mit systemd verwalten (Modul 123)
  • Sicherer Umgang mit der Linux-Kommandozeile: Dateien bearbeiten (nano/vim), Rechte, Pakete
  • Grundlagen asymmetrischer Verschlüsselung und Zertifikate (Modul 114)

Typische Tools & Technologien

Ubuntu Server / DebianWindows Server mit AD DSSamba / SSSD / realmdActive Directory Certificate Servicesrsyslog / GraylogchronyNextcloud / GrafanamacOS

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Linux-Server an das Active Directory anbinden

    Kompetenz B

    Du nimmst einen Linux-Server in die Domäne auf, sodass sich Benutzer mit ihrem AD-Konto per SSH anmelden. Wer Admin-Rechte bekommt, steuerst du über eine AD-Gruppe statt über lokale Konten.

    Situation

    Die Grafikagentur Pixelwerk in Bern hat ein AD (ad.pixelwerk.ch) und drei Ubuntu-Server mit lokalen Konten. Bei Austritten vergisst man regelmässig, die Linux-Konten zu löschen.

    Deine Aufgabe

    Binde die Ubuntu-Server ans AD an und regle die sudo-Rechte zentral.

    Gutes Ergebnis

    Mit realmd und SSSD per 'realm join ad.pixelwerk.ch' aufgenommen. Anmeldung als 'anna.meier' funktioniert, Home-Verzeichnis wird automatisch erstellt. SSH nur für die AD-Gruppe 'GG_Linux_User', sudo für 'GG_Linux_Admins' in /etc/sudoers.d. Mit access_provider = ad kann sich ein deaktiviertes AD-Konto sofort nicht mehr anmelden, auch nicht per SSH-Schlüssel.

    realmdSSSDKerberos-Keytabsudo per Gruppepam_mkhomedir
  2. 2

    Dateifreigaben für Windows, macOS und Linux bereitstellen

    Kompetenz C

    Du stellst eine Freigabe so bereit, dass alle Plattformen mit ihrem AD-Konto darauf zugreifen und die Rechte überall gleich gelten. Du kennst die Unterschiede zwischen SMB und NFS und weisst, wann welches passt.

    Situation

    Die Grafikabteilung arbeitet auf Macs, die Projektleitung auf Windows, und ein Linux-Renderserver muss Projektdateien lesen. Bisher werden Dateien per USB-Stick getauscht.

    Deine Aufgabe

    Stelle eine gemeinsame Projektfreigabe bereit.

    Gutes Ergebnis

    Samba als AD-Mitgliedsserver mit Freigabe 'projekte', Rechte über die Gruppen DL_Projekte_RW und DL_Projekte_R. Für die Macs ist das Modul vfs_fruit aktiv, damit Finder-Metadaten sauber gespeichert werden. Die Macs verbinden smb://fs02.ad.pixelwerk.ch/projekte, der Renderserver hängt die Freigabe mit cifs und Kerberos-Anmeldung per /etc/fstab ein.

    SMB 3NFSSamba-MitgliedsserverID-Mappingvfs_fruitPOSIX- vs. NTFS-ACL
  3. 3

    Webanwendungen über LDAP an das Verzeichnis anbinden

    Kompetenz D

    Viele Anwendungen wie Nextcloud, Grafana oder GitLab können Benutzer gegen das AD prüfen. Du richtest dafür ein Dienstkonto mit minimalen Rechten ein, verbindest verschlüsselt über LDAPS und filterst, wer sich anmelden darf.

    Situation

    Pixelwerk betreibt Nextcloud für den Datenaustausch mit Kunden. Mitarbeitende haben dort eigene Passwörter, die niemand pflegt.

    Deine Aufgabe

    Stelle die Nextcloud-Anmeldung auf AD-Konten um.

    Gutes Ergebnis

    Dienstkonto 'svc-nextcloud-ldap' mit nur Leserechten. Verbindung über ldaps://ad.pixelwerk.ch:636. Benutzerfilter auf Mitglieder von GG_Nextcloud. Gruppen werden synchronisiert, sodass Ordner in Nextcloud per AD-Gruppe freigegeben werden können.

    LDAP-BindDienstkontoBase-DNLDAP-FilterLDAPS (Port 636)
  4. 4

    Interne Zertifikate ausstellen und auf allen Plattformen vertrauenswürdig machen

    Kompetenz E

    Interne Dienste sollen verschlüsselt erreichbar sein, ohne Warnmeldungen im Browser. Du stellst Zertifikate über eine interne Zertifizierungsstelle aus und verteilst das Stammzertifikat auf Windows, Linux und macOS.

    Situation

    Beim Aufruf von https://wiki.ad.pixelwerk.ch erscheint auf allen Geräten eine Zertifikatswarnung. Die Mitarbeitenden klicken sie einfach weg.

    Deine Aufgabe

    Sorge für gültige Zertifikate und verteile das Vertrauen.

    Gutes Ergebnis

    AD CS als Enterprise-CA. Das Wiki erhält ein Zertifikat mit SAN wiki.ad.pixelwerk.ch, gültig 1 Jahr. Windows-Clients bekommen das Stammzertifikat per GPO, Linux-Server per /usr/local/share/ca-certificates und 'update-ca-certificates', Macs über ein Konfigurationsprofil im MDM. Keine Warnungen mehr.

    Zertifizierungsstelle (CA)StammzertifikatSANZertifikatsketteAblaufdatum
  5. 5

    Namensauflösung und Zeitsynchronisation plattformübergreifend sicherstellen

    Kompetenz A

    Kerberos, Zertifikate und Logs funktionieren nur, wenn alle Systeme dieselben Namen auflösen und dieselbe Zeit haben. Du konfigurierst DNS und NTP auf Linux und macOS so, dass sie sich am AD orientieren.

    Situation

    Ein Linux-Server verliert jeden Morgen die Anmeldung am AD. Im Log steht 'Clock skew too great'.

    Deine Aufgabe

    Finde die Ursache und behebe sie dauerhaft.

    Gutes Ergebnis

    'timedatectl' zeigt, dass kein NTP aktiv ist, die Uhr läuft 7 Minuten vor. chrony wird installiert und auf die beiden DCs (10.30.0.11 und .12) gerichtet. In /etc/systemd/resolved.conf sind die DCs als DNS und ad.pixelwerk.ch als Suchdomäne gesetzt. Die Anmeldung bleibt stabil.

    NTP / chronysystemd-resolvedSuchdomäneKerberos-ZeittoleranzSRV-Einträge
  6. 6

    Logs aller Plattformen zentral sammeln und auswerten

    Kompetenz F

    Statt auf jedem Server einzeln zu suchen, sendest du Windows-Ereignisse und Linux-Logs an eine zentrale Stelle. Dort suchst du über alle Systeme hinweg und richtest Meldungen für wichtige Ereignisse ein.

    Situation

    Nach einem verdächtigen Login-Versuch muss man bei Pixelwerk auf 6 Servern einzeln nachsehen, was passiert ist.

    Deine Aufgabe

    Richte ein zentrales Logging ein.

    Gutes Ergebnis

    Graylog auf einer Ubuntu-VM. Linux-Server senden per rsyslog über TCP mit TLS, die Windows-Server per NXLog die Sicherheitsereignisse. Eine Suche nach dem Benutzernamen zeigt alle Anmeldeversuche auf allen Systemen. Bei mehr als 10 fehlgeschlagenen Logins in 5 Minuten geht eine Mail an den Support.

    SyslogrsyslogWindows-EreignisweiterleitungLog-AufbewahrungKorrelation

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Namensauflösung und Zeit

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Linux im AD

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Freigaben für alle Plattformen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Anwendungen per LDAP anbinden

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Interne Zertifikate

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Zentrales Logging

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Drei Welten bei der Geoplan Vermessung AG

Gian ist im 3. Lehrjahr als Informatiker Plattformentwicklung in der Informatik der Geoplan Vermessung AG in Frauenfeld, 65 Mitarbeitende. Die Firma hat ein Windows-AD, vier Linux-Server für GIS-Berechnungen, Macs in der Kartografie und ein selbst betriebenes Grafana für ihre Messstationen. Überall gibt es eigene Konten und Passwörter, und Gian soll alles an das AD anbinden.

  1. Kapitel 1

    Die Uhr geht falsch

    Der erste Versuch, den Server gis01 in die Domäne aufzunehmen, scheitert mit der Meldung Clock skew too great. Gian stellt fest, dass der Server nach dem Zurücksetzen eines Snapshots 6 Minuten vorgeht und seine Zeit aus dem Internet statt vom AD holt. Er stellt chrony auf die beiden DCs um und trägt sie auch als DNS-Server ein. Danach liefert dig den SRV-Eintrag _ldap._tcp der Domäne, und der Beitritt funktioniert.

    Ziel 5

  2. Kapitel 2

    Schluss mit lokalen Konten

    Gian nimmt alle vier GIS-Server mit realm join auf und konfiguriert SSSD so, dass sich nur Mitglieder der Gruppe GG-Linux-Login per SSH anmelden können. Wer in GG-Linux-Admins ist, erhält sudo-Rechte über eine einzige Zeile in sudoers. Beim Aufräumen findet er zwei lokale Konten von Personen, die längst ausgetreten sind, und löscht sie. Mit sssctl prüft er, dass eine Anmeldung auch dann klappt, wenn ein DC neu startet.

    Ziel 1

  3. Kapitel 3

    Ein Projektordner für alle

    Für die gemeinsamen Projektdaten richtet Gian einen Samba-Fileserver als Domänenmitglied ein. Die Rechte vergibt er über AD-Gruppen, sodass sie auf Windows, Mac und Linux gleich gelten. Die Kartografie beschwert sich über Dateien mit ._ am Anfang und verlorene Farbmarkierungen. Gian aktiviert das Samba-Modul vfs_fruit für macOS-Metadaten, und die Probleme verschwinden.

    Ziel 2

  4. Kapitel 4

    Grafana ohne Warnmeldung

    Grafana soll Benutzer gegen das AD prüfen. Gian legt das Dienstkonto svc-grafana-ldap mit reinen Leserechten an und beschränkt die Anmeldung auf die Gruppe GG-Grafana-User. Die LDAPS-Verbindung bricht mit certificate verify failed ab, weil der Linux-Server die interne CA nicht kennt. Gian verteilt das Stammzertifikat auf Linux, per GPO auf Windows und per Profil auf die Macs und stellt für grafana.ad.geoplan.ch ein Zertifikat mit passendem SAN aus. Eine Endung wie .local vermeidet er, weil Macs diese per Bonjour auflösen.

    Ziel 3Ziel 4

  5. Kapitel 5

    312 Fehlanmeldungen in der Nacht

    Seit alle Logs in Graylog landen, sieht Gian an einem Morgen 312 fehlgeschlagene SSH-Anmeldungen auf gis03 innerhalb von 10 Minuten. Auf dem Domain Controller findet er zur gleichen Zeit Ereignis 4771 (Kerberos-Vorauthentifizierung fehlgeschlagen) und schliesslich 4740 (Konto gesperrt) für dasselbe Konto. Die Spur führt zu einem vergessenen Skript, das noch mit einem alten Passwort Messdaten abholen wollte. Gian stellt das Skript auf ein Dienstkonto um und richtet einen Alarm für mehr als 20 Fehlanmeldungen in 5 Minuten ein.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Labor mit gemischter Umgebung

    ca. 4 Std.

    Du erweiterst dein AD-Labor um Linux-Server und, falls vorhanden, einen Mac.

    • Zwei Ubuntu-Server-VMs ins Labor-Netz mit dem AD stellen
    • DNS und NTP auf den Linux-Servern auf die DCs ausrichten und mit 'dig' und 'chronyc sources' prüfen
    • Eine Übersicht zeichnen: welches System bietet welchen Dienst für wen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel5

  2. 2

    Linux im AD

    ca. 6 Std.

    Du nimmst Linux-Server in die Domäne auf und regelst Anmeldung und sudo über AD-Gruppen.

    • realm discover und realm join ausführen und den Ablauf in eigenen Worten notieren
    • SSH-Zugriff auf eine AD-Gruppe einschränken und sudo per Gruppe vergeben
    • Ein AD-Konto sperren und testen, ob der Linux-Login sofort verweigert wird

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel1

  3. 3

    Gemeinsame Dateien

    ca. 6 Std.

    Du baust einen Samba-Fileserver als Domänenmitglied und greifst von allen Plattformen darauf zu.

    • Samba als Mitgliedsserver mit winbind einrichten (SSSD für die übrigen Linux-Server)
    • Freigabe mit AD-Gruppenrechten erstellen und von Windows, Linux und (falls möglich) macOS testen
    • Zum Vergleich eine NFS-Freigabe einrichten und Unterschiede notieren

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel2

  4. 4

    Anwendungen an das Verzeichnis anbinden

    ca. 5 Std.

    Du verbindest eine Webanwendung über LDAPS mit dem AD.

    • Nextcloud oder Grafana per Docker starten
    • Dienstkonto anlegen, LDAP-Verbindung mit Filter auf eine Gruppe konfigurieren
    • Mit ldapsearch die Abfrage von der Kommandozeile nachvollziehen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel3

  5. 5

    Vertrauen und Verschlüsselung

    ca. 5 Std.

    Du baust eine interne CA auf und verteilst Zertifikate an alle Plattformen.

    • AD CS installieren und eine Zertifikatsvorlage für Webserver erstellen
    • Ein Zertifikat für einen Linux-Webserver ausstellen und in nginx einbinden
    • Das Stammzertifikat per GPO auf Windows und per update-ca-certificates auf Linux verteilen

    Trainiert Kompetenz E1E2D3

    Lernziel43

  6. 6

    Alles im Blick: zentrales Logging

    ca. 5 Std.

    Du sammelst Logs aller Systeme zentral und spielst einen Sicherheitsvorfall durch.

    • Graylog per Docker starten und Linux- sowie Windows-Logs einliefern
    • Zehn fehlerhafte SSH-Logins erzeugen und den Vorfall in Graylog nachverfolgen
    • Eine Betriebsdokumentation der gesamten gemischten Umgebung schreiben

    Trainiert Kompetenz F1F2F3B3

    Lernziel61

Üben

Übungen aus der Praxis

Linux-Server einer Berufsschule ans AD

Einstieg Einstieg

Eine Berufsschule betreibt einen Ubuntu-Server für Programmierübungen. Lernende sollen sich mit ihrem Schulkonto (AD) per SSH anmelden, aber nur die Lehrpersonen dürfen sudo verwenden.

Weist nach B1A1

  1. Voraussetzungen prüfen: DNS, Zeit, Erreichbarkeit der DCs
  2. Den Server mit realm in die Domäne aufnehmen
  3. SSH-Zugriff und sudo über AD-Gruppen regeln
Tipp anzeigen

Bevor du realm join ausführst: 'realm discover' muss die Domäne finden. Klappt das nicht, liegt es fast immer an DNS.

Lösungsskizze anzeigen

DNS auf die DCs, chrony aktiv. 'realm join -U adminkonto ad.schule.ch'. In sssd.conf 'use_fully_qualified_names = False' und 'access_provider = simple' mit 'simple_allow_groups = GG_Lernende, GG_Lehrpersonen'. /etc/sudoers.d/lehrpersonen mit '%GG_Lehrpersonen ALL=(ALL) ALL'.

Gemeinsame Ablage für Mac und Windows

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Architekturbüro mit 6 Macs und 10 Windows-PCs streitet sich über Dateinamen mit Sonderzeichen und verschwundene Metadaten auf der alten Freigabe. Alle haben AD-Konten.

Weist nach C2C3

  1. Einen Samba-Mitgliedsserver mit einer Projektfreigabe planen
  2. Rechte über AD-Gruppen festlegen
  3. Mac-spezifische Einstellungen für Metadaten und Sonderzeichen setzen
  4. Zugriff von beiden Plattformen testen und dokumentieren
Tipp anzeigen

Suche nach den Samba-Modulen vfs_fruit und vfs_streams_xattr. Sie sind genau für Mac-Clients gedacht.

Lösungsskizze anzeigen

Samba mit 'security = ADS', Freigabe 'projekte' mit 'vfs objects = catia fruit streams_xattr'. Rechte via DL-Gruppen und Windows-ACLs (acl_xattr). Test: Datei mit Umlaut und Tags am Mac erstellen, unter Windows öffnen und zurück.

Gemischte Umgebung für eine Werbeagentur

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Werbeagentur mit 35 Personen hat AD, zwei Linux-Webserver, eine selbst gehostete Nextcloud und 12 Macs. Es gibt lokale Konten überall, Zertifikatswarnungen und keine zentrale Übersicht über Logins. Die Geschäftsleitung will 'ein Konto für alles'.

Weist nach B3D3E3F3

  1. Ein Konzept für zentrale Identität, Dateien und Zertifikate erstellen
  2. Die Linux-Server und Nextcloud ans AD anbinden
  3. Eine interne CA aufbauen und Zertifikate verteilen
  4. Ein zentrales Logging für Anmeldungen einrichten
  5. Risiken und offene Punkte für die Geschäftsleitung zusammenfassen
Tipp anzeigen

Arbeite in der Reihenfolge der Abhängigkeiten: zuerst DNS und Zeit, dann Identität, dann Zertifikate, dann Anwendungen und Logs.

Lösungsskizze anzeigen

Konzept mit AD als einzige Identitätsquelle. Linux per realmd/SSSD, Nextcloud per LDAPS mit Dienstkonto und Gruppenfilter. AD CS mit Webserver-Vorlage, Verteilung per GPO, update-ca-certificates und Mac-Profil. Graylog mit rsyslog und NXLog, Alarm bei gehäuften Fehlanmeldungen. Offene Punkte z.B. Macs ohne MDM, fehlendes Backup der CA.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Welche Aufgabe übernimmt SSSD auf einem Linux-Server im AD?

SSSD fragt Benutzer und Gruppen im AD ab, prüft die Anmeldung über Kerberos und hält die Daten zwischengespeichert, damit Logins auch bei kurzen Ausfällen funktionieren.

Warum sollte eine Anwendung LDAPS statt LDAP auf Port 389 verwenden?

Bei einfachem LDAP gehen Passwörter beim Bind unverschlüsselt übers Netz. LDAPS verschlüsselt die Verbindung mit TLS.

Wann ist NFS sinnvoller als SMB?

Wenn vor allem Linux- oder Unix-Systeme untereinander Dateien teilen, z.B. ein Speicher für Virtualisierung oder Renderserver. Für gemischte Clients mit AD-Konten ist SMB meist die bessere Wahl.

Was ist ein SAN in einem Zertifikat?

Subject Alternative Name: die Liste der Namen, für die das Zertifikat gültig ist. Browser prüfen heute nur noch diese Liste.

Ein Linux-Server meldet 'Clock skew too great'. Was ist das Problem?

Seine Uhr weicht zu stark von der des DCs ab. Kerberos lehnt die Anmeldung ab. Lösung: NTP (chrony) auf die DCs ausrichten.

Welche Rechte braucht ein Dienstkonto für die LDAP-Anbindung einer Anwendung?

In der Regel nur Leserechte auf die benötigten Benutzer und Gruppen. Es soll kein Admin sein und sich nicht interaktiv anmelden können.

Warum lohnt sich zentrales Logging gerade in gemischten Umgebungen?

Weil jedes System seine Logs anders ablegt. Zentral kann man über alle Plattformen hinweg suchen und z.B. einen Angriff auf ein Konto vollständig nachverfolgen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Linux-Server mit einem fremden DNS-Server betreiben und sich dann wundern, dass der Domänenbeitritt scheitert.
  • Für die LDAP-Anbindung einer Anwendung ein Domänen-Admin-Konto verwenden.
  • Selbstsignierte Zertifikate verteilen und die Benutzer an das Wegklicken von Warnungen gewöhnen.
  • Unterschiedliche UID/GID-Zuordnungen auf mehreren Linux-Servern, sodass Dateirechte auf gemeinsamen Freigaben nicht passen.
  • Die Zertifizierungsstelle nicht sichern und das Ablaufdatum der Zertifikate nicht überwachen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Prüfe bei jeder Integration zuerst DNS und Zeit. Notiere das auch in deiner Lösung, es zeigt systematisches Vorgehen.
  • Halte die wichtigsten Befehle bereit: realm discover/join, id benutzer, getent passwd, kinit, klist, ldapsearch, timedatectl.
  • Zeichne bei Konzeptaufgaben ein Schema mit allen Systemen und Pfeilen, wer sich wo authentifiziert.
  • Begründe, warum du SMB oder NFS, LDAP oder Kerberos wählst. Die Begründung zählt oft mehr als der Befehl.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

SSSD
Linux-Dienst, der Benutzer und Gruppen aus einem Verzeichnis wie dem AD bereitstellt und Anmeldungen prüft.
realmd
Werkzeug, das den Beitritt eines Linux-Systems zu einer AD-Domäne vereinfacht.
Samba
Software, mit der Linux SMB-Freigaben anbietet und Mitglied einer AD-Domäne sein kann.
NFS
Protokoll für Dateifreigaben, vor allem zwischen Linux- und Unix-Systemen.
Keytab
Datei mit Kerberos-Schlüsseln, mit der sich ein Dienst oder Rechner ohne Passworteingabe anmelden kann.
LDAPS
LDAP über eine mit TLS verschlüsselte Verbindung, standardmässig Port 636.
Zertifizierungsstelle (CA)
Instanz, die Zertifikate ausstellt und signiert. Wer ihrem Stammzertifikat vertraut, vertraut auch den ausgestellten Zertifikaten.
chrony
Linux-Dienst zur Zeitsynchronisation über NTP.
Syslog
Standard zum Übertragen von Log-Meldungen an einen zentralen Server.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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