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Systeme & Betrieb · IoT-Geräte integrieren

Internet-of-Everything-Endgeräte in bestehende Plattform integrieren

Du bringst Sensoren und smarte Geräte dazu, ihre Daten zuverlässig und sicher an eine bestehende IoT-Plattform zu liefern.

Einstieg Einstieg ca. 20 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 1. Lehrjahr · üK-WahlpflichtPlattformentwicklung: 1. Lehrjahr · üK-Wahlpflicht
#IoT#MQTT#ESP32#Raspberry Pi#Sensoren#Node-RED#Home Assistant#IoT-Sicherheit#VLAN

Überblick

Worum geht es?

Temperaturfühler im Serverraum, CO2-Ampeln in Schulzimmern, smarte Steckdosen in der Werkstatt: Immer mehr Geräte liefern Daten ins Firmennetz. In diesem Modul lernst du, solche Endgeräte einzuordnen, einen Sensor an einen Mikrocontroller anzuschliessen und die Messwerte per MQTT an einen Broker zu senden. Du bindest neue Geräte in eine vorhandene Plattform wie Node-RED oder Home Assistant ein, baust eine einfache Automation und sorgst dafür, dass die Geräte das Netzwerk nicht gefährden.

Wofür brauchst du das?

IoT-Geräte landen oft ohne IT-Abteilung im Netz: Der Hauswart kauft eine smarte Steckdose, die Schule bestellt CO2-Sensoren. Im Lehrbetrieb wirst du gerufen, wenn sie nicht funktionieren oder ein Sicherheitsrisiko sind. Wer Geräte sauber integriert und absichert, macht aus Bastelprojekten zuverlässige Lösungen. Das Modul ist die Grundlage für 217 (IoE-Service aufbauen).

Das solltest du schon können

  • IP-Adressen und einfache Netzwerkpläne verstehen (Modul 117)
  • Einfache Programme mit Variablen, Bedingungen und Schleifen schreiben (Modul 319)
  • Keine Angst vor Kabeln und Steckbrett: ein Sensor mit 3 bis 4 Anschlüssen reicht für den Start

Typische Tools & Technologien

ESP32 / Arduino IDEESPHomeRaspberry Pi OSMosquittoNode-REDHome Assistant / ThingsBoardMQTT ExplorerShelly / Zigbee-Geräte

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    IoT-Endgeräte und ihre Funkstandards einordnen

    Kompetenz A

    Du unterscheidest Sensoren, Aktoren, Mikrocontroller und Gateways und weisst, welche Funktechnik für welchen Einsatz passt. So kannst du beurteilen, ob ein Gerät in eine bestehende Plattform passt.

    Situation

    Eine Primarschule in Wädenswil möchte in 18 Schulzimmern die Luftqualität messen. Der Hauswart hat drei Angebote: WLAN-Sensoren, Zigbee-Sensoren und LoRaWAN-Sensoren.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die drei Varianten für diesen Einsatz.

    Gutes Ergebnis

    WLAN: einfach, aber Netzteil nötig und viele Geräte im Schul-WLAN. Zigbee: batteriebetrieben, braucht ein Gateway pro Gebäude, Reichweite pro Hop begrenzt. LoRaWAN: sehr lange Batterielaufzeit, aber Gateway oder Netzabo nötig. Empfehlung: Zigbee mit einem Gateway, weil die Schulzimmer nahe beieinander liegen und keine Netzteile nötig sind.

    Sensor / AktorMikrocontroller vs. EinplatinencomputerWLAN, Zigbee, BLE, LoRaWANGatewayEnergieversorgung
  2. 2

    Einen Sensor an einen Mikrocontroller anschliessen und Messwerte auslesen

    Kompetenz B

    Du verbindest einen Sensor nach Datenblatt mit einem ESP32, installierst die passende Bibliothek und liest die Werte aus. Über den seriellen Monitor prüfst du, ob die Werte plausibel sind.

    Situation

    Im Serverraum eines KMU in Olten soll die Temperatur überwacht werden. Es liegen ein ESP32-Board und ein BME280-Sensor bereit.

    Deine Aufgabe

    Schliesse den Sensor an und gib Temperatur und Luftfeuchtigkeit alle 30 Sekunden aus.

    Gutes Ergebnis

    BME280 über I2C: VCC an 3.3 V, GND an GND, SDA an GPIO 21, SCL an GPIO 22. Mit der Adafruit-BME280-Bibliothek liefert der serielle Monitor '22.4 °C, 41 %'. Ein Vergleich mit einem Raumthermometer zeigt eine Abweichung von 0.3 °C.

    GPIOI2CDatenblattBibliothekserieller MonitorPlausibilitätsprüfung
  3. 3

    Messwerte per MQTT an einen Broker senden

    Kompetenz C

    MQTT ist das Standardprotokoll für viele IoT-Plattformen. Du verbindest das Gerät mit dem Broker, wählst eine klare Topic-Struktur und sendest die Werte in einem einheitlichen Format.

    Situation

    Im KMU läuft bereits ein Mosquitto-Broker auf einem Raspberry Pi im Server-Netz (10.0.20.10). Weitere Sensoren sollen später folgen.

    Deine Aufgabe

    Sende die Messwerte des Serverraum-Sensors an den Broker.

    Gutes Ergebnis

    Topic 'olten/eg/serverraum/klima' mit JSON-Payload {"temp": 22.4, "hum": 41}. Der ESP32 meldet sich mit eigenem Benutzer 'sensor-srv01' an, Last-Will-Nachricht 'offline' auf 'olten/eg/serverraum/status'. Im MQTT Explorer erscheinen die Werte alle 30 Sekunden.

    BrokerPublish / SubscribeTopic-StrukturQoSRetained MessageLast Will
  4. 4

    Ein neues Gerät in eine bestehende IoT-Plattform einbinden

    Kompetenz D

    Du nimmst ein Gerät in eine vorhandene Plattform auf, ordnest es dem richtigen Raum zu und stellst die Werte in einem Dashboard dar. Dabei hältst du dich an die Konventionen, die in der Plattform schon gelten.

    Situation

    Das KMU nutzt Home Assistant für Licht und Heizung. Der neue Serverraum-Sensor und eine Shelly-Steckdose für den Ventilator sollen dort erscheinen.

    Deine Aufgabe

    Integriere beide Geräte und baue eine Übersicht.

    Gutes Ergebnis

    Der Sensor wird über die MQTT-Integration mit Discovery automatisch erkannt, die Shelly-Steckdose über die Shelly-Integration. Beide sind dem Bereich 'Serverraum' zugeordnet und folgen der Namensregel 'Serverraum Temperatur'. Ein Dashboard zeigt Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ventilatorstatus und den Verlauf der letzten 24 Stunden.

    IntegrationAuto-DiscoveryEntitätBereich / RaumDashboard
  5. 5

    Eine Automation mit Schwellwert und Benachrichtigung umsetzen

    Kompetenz E

    Aus Messwerten wird eine Aktion: Du definierst einen Schwellwert, schaltest ein Gerät und informierst Menschen. Dabei verhinderst du, dass bei schwankenden Werten ständig Meldungen kommen.

    Situation

    Im Sommer wurde es im Serverraum schon 35 °C heiss, bevor es jemand bemerkte.

    Deine Aufgabe

    Baue in Node-RED eine Automation für den Serverraum.

    Gutes Ergebnis

    Ab 28 °C schaltet die Shelly-Steckdose den Ventilator ein, unter 25 °C wieder aus (Hysterese). Ab 32 °C geht eine Nachricht an den Teams-Kanal 'IT-Alarme', höchstens einmal pro 30 Minuten. Fehlt der Sensor länger als 5 Minuten, kommt ebenfalls eine Meldung.

    FlowSchwellwertHystereseRate LimitingHeartbeat
  6. 6

    IoT-Geräte sicher ins Netzwerk einbinden

    Kompetenz F

    IoT-Geräte sind oft schlecht geschützt. Du setzt sie in ein eigenes Netzsegment, beschränkst ihre Verbindungen auf das Nötige, änderst Standardpasswörter und sorgst für Updates.

    Situation

    Eine Shelly-Steckdose im KMU hängt im Büro-WLAN, hat kein Passwort und ist aus dem ganzen Netz erreichbar.

    Deine Aufgabe

    Integriere die IoT-Geräte sicher.

    Gutes Ergebnis

    Eigene SSID 'KMU-IoT' im VLAN 60 (10.0.60.0/24). Der Broker steht im Server-Netz (10.0.20.10), damit der Verkehr über die Firewall läuft. Sie erlaubt aus VLAN 60 nur MQTT mit TLS (Port 8883) zum Broker sowie DNS und NTP. Auf allen Geräten Admin-Passwort gesetzt und Cloud-Funktionen deaktiviert. Firmware-Stand in einer Liste erfasst, Updates monatlich geprüft.

    Netzsegmentierung / IoT-VLANStandardpasswortMQTT über TLSFirmware-UpdateLeast Privilege

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Geräte und Funkstandards einordnen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Sensoren auslesen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Daten per MQTT senden

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

In die Plattform einbinden

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Automationen und Alarme

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

IoT-Geräte absichern

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Klimaüberwachung in der Kellerei Rhonetal

Dario ist im 1. Lehrjahr als Informatiker Applikationsentwicklung in der Informatik der Kellerei Rhonetal AG in Salgesch, 45 Mitarbeitende. Die Kellerei steuert bereits Licht und Lüftung der Lagerhalle mit Home Assistant. Der Kellermeister möchte nun Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den drei Weinkellern überwachen und gewarnt werden, wenn der Barrique-Keller über 16 Grad steigt.

  1. Kapitel 1

    Was gibt es schon?

    Dario schaut sich die bestehende Plattform an: Home Assistant auf einem Raspberry Pi 4, acht Shelly-Steckdosen im WLAN und zwei Zigbee-Sensoren. In Keller 2 und 3 mit ihren dicken Mauern misst er kaum WLAN-Empfang. Er entscheidet sich dort für Zigbee-Sensoren, weil Zigbee-Steckdosen als Zwischenstationen ein Mesh bilden. Für Keller 1 direkt neben dem Access Point plant er einen eigenen ESP32 mit einem präzisen Sensor.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Der erste Messwert

    Dario schliesst einen SHT31 über I2C an den ESP32 an und lädt das Beispielprogramm der Bibliothek hoch. Der serielle Monitor zeigt nur Fehlermeldungen, weil im Beispielprogramm die Adresse 0x45 eingetragen war. Mit einem I2C-Scanner findet er heraus, dass sein Modul auf 0x44 antwortet. Nach der Korrektur erscheinen plausible Werte: 14,2 Grad und 78 Prozent Luftfeuchtigkeit.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Ordnung im Broker

    Dario installiert Mosquitto als Add-on und sendet alle 60 Sekunden ein JSON wie {"temp": 14.2, "hum": 78} an das Topic kellerei/salgesch/keller1/klima. Nach einem Neustart von Home Assistant zeigt der Sensor minutenlang unbekannt an. Er setzt deshalb das Retain-Flag, damit der letzte Wert sofort verfügbar ist. Zusätzlich richtet er einen Last Will ein, der offline meldet, wenn der ESP32 die Verbindung verliert.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Ein Dashboard für den Kellermeister

    Die bestehenden Geräte heissen in Home Assistant nach dem Muster sensor.lagerhalle_temperatur. Dario übernimmt die Konvention, benennt seine Sensoren sensor.keller1_temperatur bis sensor.keller3_feuchte und ordnet sie den Bereichen Keller 1 bis 3 zu. Auf einem neuen Dashboard sieht der Kellermeister die aktuellen Werte und einen Verlauf über 7 Tage. In einer kurzen Anleitung hält Dario fest, wie ein weiterer Sensor eingebunden wird.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Alarm, aber nicht bei jeder Türöffnung

    Die erste Automation schickt bei über 16 Grad sofort eine Nachricht, und beim Einlagern mit offener Tür kommen fünf Meldungen in einer Stunde. Dario verlangt nun, dass der Wert 20 Minuten über der Grenze liegt, und meldet erst wieder Entwarnung unter 15 Grad. Danach prüft er die Sicherheit: Drei Shellys haben kein Passwort und eine alte Firmware. Er aktualisiert sie, setzt Passwörter und verschiebt alle IoT-Geräte in ein eigenes VLAN, das nur den Broker und die Update-Server erreicht.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Überblick über IoT-Geräte

    ca. 2 Std.

    Du lernst die Bausteine einer IoT-Lösung kennen und ordnest Geräte aus deinem Umfeld ein.

    • Fünf IoT-Geräte aus Schule, Betrieb oder Zuhause auflisten und Sensor, Aktor, Funk und Plattform bestimmen
    • Eine Tabelle WLAN, Zigbee, BLE und LoRaWAN nach Reichweite, Energie und Kosten erstellen
    • Ein Starter-Set besorgen: ESP32, BME280 oder DHT22, Steckbrett, Kabel (ca. CHF 30)

    Trainiert Kompetenz A1

    Lernziel1

  2. 2

    Erster Sensor am ESP32

    ca. 4 Std.

    Du schliesst einen Sensor an und liest die Messwerte aus.

    • Arduino IDE mit ESP32-Unterstützung installieren und ein Blink-Programm hochladen
    • Sensor nach Datenblatt anschliessen und mit einem I2C-Scanner die Adresse finden
    • Messwerte im seriellen Monitor ausgeben und mit einem Referenzthermometer vergleichen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    MQTT verstehen und nutzen

    ca. 4 Std.

    Du setzt einen eigenen Broker auf und sendest Daten mit klarer Topic-Struktur.

    • Mosquitto auf einem Raspberry Pi oder in Docker installieren und Benutzer anlegen
    • Mit mosquitto_pub und mosquitto_sub von der Kommandozeile Nachrichten austauschen
    • Den ESP32 per WLAN verbinden und JSON-Werte publizieren, im MQTT Explorer beobachten

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    In die Plattform integrieren

    ca. 4 Std.

    Du bindest deinen Sensor und ein fertiges Smart-Gerät in Home Assistant oder Node-RED ein.

    • Home Assistant als VM oder auf dem Raspberry Pi installieren und die MQTT-Integration einrichten
    • Alternativ den Sensor mit ESPHome neu flashen und die Unterschiede vergleichen
    • Ein Dashboard mit Verlauf und Gerätestatus bauen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Automatisieren und absichern

    ca. 4 Std.

    Du baust eine Automation mit Alarm und sicherst die Geräte ab.

    • In Node-RED einen Flow mit Schwellwert, Hysterese und Benachrichtigung bauen
    • Mosquitto auf TLS (Port 8883) umstellen und anonyme Verbindungen verbieten
    • Im Heimrouter oder in OPNsense ein Gäste- oder IoT-Netz einrichten und die Geräte dorthin verschieben

    Trainiert Kompetenz E1E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Abschluss: Raumklima-Monitoring

    ca. 2 Std.

    Du setzt ein kleines Gesamtprojekt um und dokumentierst es so, dass jemand anderes es übernehmen kann.

    • Sensor, Broker, Plattform, Automation und Sicherheit in einem Durchgang umsetzen
    • Eine Doku mit Verdrahtung, Topics, Zugangsdaten-Ablage und Netzwerkregeln schreiben
    • Die Lösung in 5 Minuten vorführen

    Trainiert Kompetenz B3C3D3E3F2

    Lernziel23456

Üben

Übungen aus der Praxis

Kühlschranktemperatur in einer Kantine

Einstieg Einstieg

Die Kantine eines Produktionsbetriebs muss die Temperatur ihrer zwei Kühlschränke dokumentieren. Bisher schreibt jemand die Werte morgens auf Papier.

Weist nach A1B1C1

  1. Einen passenden Sensor und Mikrocontroller wählen
  2. Den Sensor anschliessen und die Temperatur alle 5 Minuten auslesen
  3. Eine Topic-Struktur für beide Kühlschränke festlegen
Tipp anzeigen

Im Kühlschrank brauchst du einen wasserfesten Fühler. Den DS18B20 gibt es als Version mit Kabel.

Lösungsskizze anzeigen

ESP32 mit zwei DS18B20 im Edelstahlgehäuse am selben OneWire-Pin. Messung alle 5 Minuten. Topics 'kantine/kuehlschrank1/temp' und 'kantine/kuehlschrank2/temp'. Werte in °C mit einer Nachkommastelle.

CO2-Ampel für Schulzimmer

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Oberstufe will in 6 Zimmern den CO2-Wert messen. Die Schule hat bereits einen Home-Assistant-Server für die Storensteuerung. Lehrpersonen sollen sehen, wann gelüftet werden muss.

Weist nach D2E2

  1. Die Sensoren in Home Assistant einbinden und pro Zimmer zuordnen
  2. Ein Dashboard für alle Zimmer bauen
  3. Eine Automation für eine Lüftungsmeldung ab 1200 ppm erstellen
  4. Verhindern, dass die Meldung bei Werten um 1200 ppm dauernd ausgelöst wird
Tipp anzeigen

Für CO2 brauchst du einen echten NDIR-Sensor wie den SCD40 oder MH-Z19. Billige 'eCO2'-Sensoren schätzen nur.

Lösungsskizze anzeigen

ESP32 mit SCD40 via ESPHome, automatisch in Home Assistant. Bereiche pro Zimmer, Dashboard mit Ampelfarben (unter 1000 grün, bis 1400 gelb, darüber rot). Automation: über 1200 ppm für 3 Minuten, Meldung auf ein Display oder Tablet im Zimmer, zurücksetzen erst unter 900 ppm.

Smarte Geräte in einer Schreinerei absichern

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Schreinerei hat über die Jahre 14 smarte Geräte angeschafft: Steckdosen, eine Kamera, eine Absauganlage mit WLAN und zwei Temperatursensoren. Alles hängt im Büro-WLAN. Der Chef möchte zusätzlich, dass die Absaugung automatisch startet, wenn eine Maschine läuft.

Weist nach A3D3E3F3

  1. Alle Geräte inventarisieren: Typ, Funk, Firmware, Cloud-Abhängigkeit
  2. Ein Netzkonzept mit eigenem IoT-Segment und Firewall-Regeln erstellen
  3. Die Geräte in eine zentrale Plattform einbinden
  4. Die Automation für die Absaugung umsetzen
  5. Risiken und Empfehlungen für den Chef zusammenfassen
Tipp anzeigen

Eine Maschine, die läuft, braucht Strom. Eine smarte Steckdose mit Strommessung kann genau das erkennen.

Lösungsskizze anzeigen

Inventar als Tabelle. VLAN 60 mit eigener SSID, nur Zugriff auf Broker und NTP, Kamera in eigenem Segment ohne Internet. Integration in Home Assistant oder Node-RED per MQTT. Automation: Leistung der Maschinensteckdose über 200 W startet die Absaugung, 30 Sekunden Nachlauf nach Stopp. Empfehlungen: Standardpasswörter ändern, Cloud deaktivieren, Firmware-Liste pflegen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Unterschied zwischen einem Sensor und einem Aktor?

Ein Sensor misst etwas (z.B. Temperatur), ein Aktor bewirkt etwas (z.B. Relais schaltet Ventilator ein).

Wie funktioniert Publish/Subscribe bei MQTT?

Geräte senden Nachrichten an ein Topic beim Broker. Wer dieses Topic abonniert hat, bekommt die Nachricht. Sender und Empfänger kennen sich nicht direkt.

Wofür ist eine Last-Will-Nachricht gut?

Der Broker veröffentlicht sie automatisch, wenn die Verbindung zu einem Gerät unerwartet abbricht. So sieht die Plattform, dass das Gerät offline ist.

Warum gehören IoT-Geräte in ein eigenes VLAN?

Weil sie oft schwach geschützt sind. Wird ein Gerät übernommen, kann der Angreifer vom IoT-Netz aus nicht direkt auf PCs und Server zugreifen.

Was ist eine Hysterese bei einer Automation?

Ein Abstand zwischen Ein- und Ausschaltwert, z.B. ein bei 28 °C, aus bei 25 °C. So schaltet das Gerät nicht dauernd hin und her.

Welche Spannung verwendet ein ESP32 an seinen GPIO-Pins?

3.3 V. Sensoren mit 5-V-Signalen brauchen einen Pegelwandler.

Wann eignet sich LoRaWAN besser als WLAN?

Wenn Geräte weit verteilt sind, mit Batterie jahrelang laufen sollen und nur wenige, kleine Datenpakete senden, z.B. Füllstände von Containern.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sensoren mit 5 V direkt an die 3.3-V-Pins des ESP32 anschliessen und den Pin beschädigen.
  • Den Broker ohne Benutzer und Passwort betreiben, sodass jedes Gerät im Netz Werte fälschen kann.
  • Topics ohne Struktur benennen (z.B. 'temp1'). Bei 20 Geräten weiss niemand mehr, was wohin gehört.
  • WLAN-Zugangsdaten und Passwörter fest im Code einchecken und in ein öffentliches Repository hochladen.
  • Smarte Geräte mit Standardpasswort und Cloud-Zugang im Firmennetz betreiben.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Zeichne den Datenfluss vom Sensor bis zum Dashboard als Skizze. Das hilft dir und zeigt der Prüfungsperson dein Verständnis.
  • Teste jeden Abschnitt einzeln: zuerst serieller Monitor, dann MQTT Explorer, dann Plattform.
  • Lege eine einheitliche Topic- und Namensstruktur fest, bevor du mehrere Geräte anschliesst.
  • Nenne bei Sicherheitsfragen immer konkrete Massnahmen: Segment, Firewall-Regel, Passwort, TLS, Updates.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

IoT / IoE
Internet of Things bzw. Internet of Everything: vernetzte Geräte, die Daten erfassen, austauschen oder Aktionen ausführen.
ESP32
Günstiger Mikrocontroller mit WLAN und Bluetooth, sehr verbreitet für IoT-Projekte.
MQTT
Leichtgewichtiges Protokoll für Nachrichten zwischen Geräten über einen zentralen Broker.
Broker
Zentraler Server, der MQTT-Nachrichten empfängt und an Abonnenten verteilt, z.B. Mosquitto.
Topic
Hierarchischer Kanalname bei MQTT, z.B. 'olten/eg/serverraum/klima'.
I2C
Zweidraht-Bus, über den ein Mikrocontroller mit mehreren Sensoren kommunizieren kann.
Zigbee
Energiesparender Funkstandard für Smart-Home-Geräte, die ein Maschennetz bilden.
LoRaWAN
Funktechnik für grosse Reichweiten und sehr geringen Energieverbrauch bei kleinen Datenmengen.
Node-RED
Visuelles Werkzeug, mit dem man Datenflüsse und Automationen durch Verbinden von Bausteinen erstellt.

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Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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