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Medien & Gestaltung · Audio

Digitale Audioaufnahmen produzieren

Du lernst, Sprache und Geräusche sauber aufzunehmen, zu bearbeiten und so zu mischen, dass Podcasts, Sprechertexte und Videotöne professionell klingen.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumMediamatik: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Audio#Tonaufnahme#Mikrofon#Podcast#Samplerate#Pegel#Loudness (LUFS)#Audition#Mischung#Sprachaufnahme

Überblick

Worum geht es?

Du wählst Mikrofon, Aufnahmeort und Einstellungen passend zur Situation und nimmst mit korrektem Pegel, Samplerate und Bittiefe auf. In Audition schneidest du Aufnahmen, entfernst Störgeräusche, gleichst Klang und Lautstärke mit EQ und Kompressor an und mischst Sprache, Musik und Geräusche. Zum Schluss misst du die Lautheit in LUFS und exportierst im passenden Format für Podcast, Video oder Radio. Am Ende kannst du einen kurzen Audiobeitrag von der Aufnahme bis zur Auslieferung produzieren.

Wofür brauchst du das?

Schlechter Ton ist der häufigste Grund, warum Zuschauerinnen ein Video abbrechen. Unternehmen produzieren Podcasts, Sprechertexte für Erklärvideos, Interviews und Telefonansagen. Als Mediamatikerin oder Mediamatiker bist du oft die Person, die dafür verantwortlich ist. Das Wissen aus diesem Modul brauchst du direkt beim Film (268) und in jeder Marketingaktion mit Bewegtbild (276).

Das solltest du schon können

  • Eine Medienproduktion mit Ablauf, Material und Rechten vorbereiten (Modul 264)
  • Dateien strukturiert ablegen und benennen
  • Grundlegend mit einer Timeline in einem Schnittprogramm arbeiten

Typische Tools & Technologien

Adobe AuditionAdobe Premiere Pro (Essential Sound)DaVinci Resolve FairlightAudacityAudio-Interface (z.B. Focusrite, Zoom)Feldrekorder (z.B. Zoom H5, Tascam DR-40X)Dynamisches und Kondensatormikrofon, Lavalier

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Mikrofon und Aufnahmesituation passend auswählen

    Kompetenz A

    Du kennst die Unterschiede zwischen dynamischen Mikrofonen, Kondensator- und Ansteckmikrofonen sowie ihre Richtcharakteristik. Du wählst den Raum so, dass möglichst wenig Hall und Störgeräusche aufgenommen werden.

    Situation

    Die Kommunikationsabteilung einer Versicherung will einen Podcast mit zwei Personen in einem Sitzungszimmer mit Glaswänden aufnehmen.

    Deine Aufgabe

    Wähle Mikrofone und optimiere den Raum.

    Gutes Ergebnis

    Zwei dynamische Mikrofone mit Nierencharakteristik, je ca. 10 bis 15 cm vor dem Mund, weil sie weniger Raumhall aufnehmen als Kondensatormikrofone. Die Personen sitzen sich nicht direkt gegenüber, um Übersprechen zu reduzieren. Vorhänge, ein Teppich und Jacken an der Glaswand dämpfen die Reflexionen.

    dynamisches MikrofonKondensatormikrofon / Phantomspeisung 48 VRichtcharakteristik (Niere, Kugel, Keule)LavalierRaumakustik / HallNahbesprechungseffekt
  2. 2

    Mit korrektem Pegel und passendem Format aufnehmen

    Kompetenz B

    Du stellst Samplerate, Bittiefe und Eingangsverstärkung so ein, dass die Aufnahme weder übersteuert noch im Rauschen verschwindet. Du machst vor jeder Aufnahme einen Pegeltest und hörst mit Kopfhörer mit.

    Situation

    Bei einem Interview mit einem Handwerker übersteuert die Aufnahme jedes Mal, wenn er lacht.

    Deine Aufgabe

    Stelle den Rekorder so ein, dass die Aufnahme sauber bleibt.

    Gutes Ergebnis

    Aufnahme in WAV, 48 kHz, 24 bit. Gain so eingestellt, dass normale Sprache bei ca. -18 bis -12 dBFS liegt und Lachen nicht über -6 dBFS geht. Zusätzlich wird eine Sicherheitsspur mit 12 dB weniger Pegel aufgenommen (Dual-Level-Aufnahme).

    Samplerate (44.1 / 48 kHz)Bittiefe (16 / 24 / 32-bit float)dBFSGain / ClippingHeadroomMonitoring
  3. 3

    Aufnahmen schneiden und Störgeräusche entfernen

    Kompetenz C

    Du schneidest Versprecher, lange Pausen und Füllwörter heraus, ohne dass Schnitte hörbar werden. Brummen, Rauschen, Klicks und Atemgeräusche reduzierst du gezielt, ohne dass die Stimme blechern klingt.

    Situation

    Eine Sprachaufnahme für ein Erklärvideo hat ein leises Lüfterrauschen, ein 50-Hz-Brummen und mehrere 'ähm'.

    Deine Aufgabe

    Bereinige die Aufnahme in Audition.

    Gutes Ergebnis

    Rauschprofil aus einer Pause erfasst und mit ca. 60 % Reduktion angewendet. Brummen mit einem Notch-Filter bei 50 Hz und Obertönen entfernt. Füllwörter in der Wellenform herausgeschnitten, Schnitte in Nulldurchgängen gesetzt und mit kurzen Überblendungen von 5 bis 10 ms geglättet.

    Wellenform / SpektralansichtRauschreduktionNotch-Filter / BrummenNulldurchgangCrossfadeDe-Esser
  4. 4

    Klang mit EQ und Kompressor gezielt verbessern

    Kompetenz D

    Du nutzt einen Equalizer, um Dröhnen zu entfernen und Sprachverständlichkeit zu verbessern, und einen Kompressor, um Lautstärkeschwankungen auszugleichen. Du weisst, welche Frequenzbereiche wofür stehen.

    Situation

    Die Stimme der Moderatorin in einem Firmenpodcast klingt dumpf und mal laut, mal leise.

    Deine Aufgabe

    Optimiere den Klang mit einer Effektkette.

    Gutes Ergebnis

    Hochpassfilter bei 80 Hz gegen Rumpeln, leichte Absenkung um 3 dB bei 250 Hz gegen Dröhnen, Anhebung um 2 dB bei 4 kHz für Präsenz. Kompressor mit Ratio 3:1, Threshold so, dass ca. 4 bis 6 dB reduziert werden. Die Stimme ist klarer und gleichmässiger.

    Equalizer (EQ)HochpassfilterFrequenzbereicheKompressor (Threshold, Ratio)LimiterEffektkette
  5. 5

    Sprache, Musik und Geräusche zu einer Mischung verbinden

    Kompetenz E

    Du stellst die Lautstärkeverhältnisse so ein, dass Sprache immer verständlich bleibt. Musik wird unter Sprache automatisch oder per Hüllkurve abgesenkt, Geräusche ergänzen die Atmosphäre.

    Situation

    Ein 60-sekündiger Radiospot für ein Gartencenter besteht aus Sprecherstimme, Hintergrundmusik und Vogelgezwitscher.

    Deine Aufgabe

    Mische die drei Spuren zu einem verständlichen Spot.

    Gutes Ergebnis

    Sprache als Referenz bei ca. -16 LUFS kurzzeitig gemessen. Musik in den Sprechpausen etwa 6 dB lauter, unter der Sprache per Ducking um 12 bis 15 dB abgesenkt. Vogelgezwitscher nur am Anfang und am Ende hörbar. Die Spur ist beim Abhören am Smartphone-Lautsprecher gut verständlich.

    Mehrspur-SessionDuckingLautstärke-HüllkurvePanoramaBus / Submix
  6. 6

    Lautheit messen und für den Kanal exportieren

    Kompetenz E

    Du misst die integrierte Lautheit in LUFS und normalisierst auf den Zielwert des Kanals. Danach exportierst du mit passender Samplerate, Bitrate und Metadaten.

    Situation

    Der Firmenpodcast ist im Vergleich zu anderen Podcasts viel zu leise. Gleichzeitig soll die Audiospur eines Werbefilms für einen TV-Sender geliefert werden.

    Deine Aufgabe

    Bring beide Produktionen auf die korrekte Lautheit und exportiere sie.

    Gutes Ergebnis

    Podcast: Normalisierung auf -16 LUFS integriert, True Peak max. -1 dBTP, Export als MP3 mit 128 bis 192 kbps und ID3-Tags (Titel, Folge, Cover). TV-Spot: Normalisierung nach EBU R128 auf -23 LUFS, Export als WAV 48 kHz, 24 bit.

    LUFSEBU R128True Peak (dBTP)NormalisierungMP3 / AAC / WAVID3-Tags

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Mikrofon und Aufnahmeort

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Pegel und Aufnahmeformat

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Schnitt und Restauration

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Klang mit EQ und Kompressor

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Mischen und Lautheit

Ziel 5Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Der Podcast der Verkehrsbetriebe Seeland

Luca ist im 3. Lehrjahr als Mediamatiker in der Kommunikationsabteilung der Verkehrsbetriebe Seeland in Biel mit 400 Mitarbeitenden. Um neue Buschauffeurinnen und Buschauffeure zu gewinnen, startet die Firma einen Podcast, dazu kommt ein 30-sekündiger Spot für das Lokalradio. Luca verantwortet den Ton von der Aufnahme bis zur Auslieferung.

  1. Kapitel 1

    Der Pausenraum hallt

    Geplant ist ein Gespräch mit einer Buschauffeurin und dem Leiter der Werkstatt im Pausenraum des Depots. Lucas Testaufnahme mit dem Feldrekorder klingt hallig, und im Hintergrund rattert die Kaffeemaschine. Er weicht in ein Sitzungszimmer mit Vorhängen und Teppich aus und setzt zwei dynamische Mikrofone mit Nierencharakteristik auf Tischstativen ein, je etwa 10 cm vor dem Mund. Für den Rundgang durch die Werkstatt bekommt der Werkstattleiter zusätzlich ein Ansteckmikrofon.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Wenn der Werkstattleiter lacht

    Luca stellt den Rekorder auf 48 kHz und 24 bit und lässt beide Personen vor dem Start einen Satz aus ihrem Alltag erzählen. Die Sprache pendelt um -18 dBFS, doch als der Werkstattleiter laut lacht, schlägt die Anzeige bis 0 dBFS aus. Luca nimmt die Verstärkung auf seinem Kanal um 6 dB zurück und hört die ganze Aufnahme mit geschlossenem Kopfhörer mit. Bei der Kontrolle danach findet er keine übersteuerte Stelle mehr.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Aus 31 Minuten werden 12

    Das Rohmaterial ist 31 Minuten lang, die Folge soll 12 Minuten dauern. Luca streicht Wiederholungen und Füllwörter, setzt Schnitte in Atempausen und glättet sie mit kurzen Blenden von etwa 10 ms. Im Werkstattteil hört er ein 50-Hz-Brummen der Hallenbeleuchtung, das er mit einem schmalen Kerbfilter entfernt. Ein Funkgerät, das zwischen zwei Sätzen piepst, markiert er in der Spektralansicht und löscht es gezielt.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Die Stimme klingt dumpf

    Die Stimme der Chauffeurin klingt dumpf und schwankt stark in der Lautstärke. Mit einem parametrischen EQ findet Luca die Problemstelle bei rund 250 Hz, senkt sie um 3 dB ab, schneidet alles unter 80 Hz weg und hebt die Präsenz um 4 kHz leicht an. Ein Kompressor mit 3:1 und einer Gain Reduction von 4 bis 6 dB gleicht die Schwankungen aus. Weil danach die S-Laute scharf werden, ergänzt er einen De-Esser und speichert die ganze Kette als Vorgabe für die nächsten Folgen.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Zu leise für die Playlist

    Luca baut eine Mehrspur-Session mit Sprache, Intro-Musik und einer Atmo aus dem fahrenden Bus und senkt die Musik per Ducking um 12 dB ab, sobald gesprochen wird. Die erste Messung ergibt -24 LUFS, deutlich leiser als andere Podcasts, also normalisiert er auf -16 LUFS mit einem True Peak von -1 dBTP und exportiert ein MP3 mit Titel, Folgennummer und Cover in den Tags. Den Radiospot liefert er nach Vorgabe des Senders als WAV mit 48 kHz und -23 LUFS. Beim Gegenhören auf dem Smartphone senkt er die Musik noch einmal leicht ab, weil sie auf dem kleinen Lautsprecher die Stimme überdeckt.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Grundlagen Schall und Digitalaudio

    ca. 3 Std.

    Du verstehst, was bei der Umwandlung von Schall in digitale Daten passiert und warum Pegel so wichtig sind.

    • Mit einem Testton erleben, wie Clipping klingt und in der Wellenform aussieht
    • Dieselbe Aufnahme in 16 bit und 24 bit vergleichen, jeweils leise aufgenommen und verstärkt
    • Eine Frequenztabelle mit Bass, Grundton der Stimme, Präsenz und Zischlauten erstellen

    Trainiert Kompetenz B1

    Lernziel2

  2. 2

    Mikrofone und Räume testen

    ca. 4 Std.

    Du findest heraus, wie stark Mikrofon und Raum den Klang beeinflussen.

    • Denselben Satz mit dynamischem, Kondensator- und Ansteckmikrofon aufnehmen
    • Aufnahmen im Treppenhaus, im Büro und im Kleiderschrank vergleichen
    • Den Abstand zum Mikrofon von 5 cm bis 50 cm variieren und den Nahbesprechungseffekt hören

    Trainiert Kompetenz A1A2B2

    Lernziel12

  3. 3

    Schnitt und Restauration in Audition

    ca. 5 Std.

    Du bearbeitest Aufnahmen so, dass sie flüssig und sauber klingen.

    • Ein 5-minütiges Interview auf 3 Minuten kürzen, ohne dass Schnitte hörbar sind
    • Rauschen, Brummen und Klicks in einer gestörten Aufnahme entfernen
    • In der Spektralansicht ein einzelnes Handyklingeln markieren und entfernen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    EQ, Kompressor und Effektketten

    ca. 4 Std.

    Du lernst, Stimmen klarer und gleichmässiger zu machen, ohne sie zu verfälschen.

    • Mit einem parametrischen EQ problematische Frequenzen suchen (Boost and Sweep)
    • Kompressor-Einstellungen variieren und die Gain Reduction beobachten
    • Eine Sprach-Effektkette als Vorgabe speichern

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Mischen und Mastern

    ca. 4 Std.

    Du verbindest mehrere Spuren und bringst das Ergebnis auf die richtige Lautheit.

    • Eine Mehrspur-Session mit Sprache, Musik und Atmo aufbauen
    • Ducking automatisch und manuell mit Hüllkurven umsetzen und vergleichen
    • Lautheit messen und auf -16 LUFS und -23 LUFS normalisieren

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel56

  6. 6

    Abschlussprojekt: Kurzpodcast

    ca. 4 Std.

    Du produzierst eine vollständige Podcastfolge wie im Kompetenznachweis.

    • Eine 5-minütige Folge mit Intro, Interview und Outro aufnehmen
    • Bearbeiten, mischen, auf -16 LUFS bringen und als MP3 mit Tags exportieren
    • Auf Kopfhörern, Laptop- und Smartphone-Lautsprecher gegenhören und dokumentieren

    Trainiert Kompetenz A3C3D3E3

    Lernziel13456

Üben

Übungen aus der Praxis

Telefonansage für eine Arztpraxis

Einstieg Einstieg

Eine Hausarztpraxis in St. Gallen braucht eine neue Ansage für die Mittagspause mit Notfallnummer.

Weist nach A1B1C1

  1. Text schreiben (maximal 25 Sekunden)
  2. Mit dem passenden Mikrofon in einem ruhigen Raum aufnehmen
  3. Versprecher schneiden und Rauschen entfernen
  4. Im vom Telefonanbieter verlangten Format exportieren
Tipp anzeigen

Telefonanlagen verlangen oft WAV mit 8 kHz, 16 bit, mono. Nimm trotzdem in hoher Qualität auf und rechne erst beim Export herunter.

Lösungsskizze anzeigen

Text mit Praxisname, Zeiten und Notfallnummer langsam und zweimal genannt. Aufnahme mit dynamischem Mikrofon in 48 kHz, 24 bit, Pegel um -12 dBFS. Schnitt und leichte Rauschreduktion. Hochpass bei 100 Hz, Export gemäss Vorgabe des Anbieters.

Sprechertext für ein Erklärvideo

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Software-Startup in Zürich braucht einen 90-sekündigen Sprechertext für ein Erklärvideo. Die Aufnahme wurde im Homeoffice gemacht und klingt hallig und ungleichmässig.

Weist nach C2D2E2

  1. Probleme der Aufnahme analysieren und benennen
  2. Störgeräusche reduzieren und Füllwörter schneiden
  3. Eine Effektkette mit Hochpass, EQ und Kompressor aufbauen
  4. Mit der Hintergrundmusik mischen und Ducking einrichten
Tipp anzeigen

Hall lässt sich nachträglich nur begrenzt entfernen. Eine moderate Einstellung im DeReverb-Effekt ist besser als eine starke, die die Stimme künstlich klingen lässt.

Lösungsskizze anzeigen

Rauschreduktion und DeReverb moderat einsetzen, Schnitte in Pausen. Effektkette: Hochpass 80 Hz, Absenkung um 250 bis 400 Hz, leichte Präsenzanhebung um 3 bis 5 kHz, Kompressor 3:1. Musik unter der Sprache um ca. 15 dB abgesenkt. Empfehlung an die Kundschaft: nächste Aufnahme in einem gedämpften Raum.

Podcastfolge für die Lehrlingsrekrutierung

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Logistikunternehmen mit 300 Mitarbeitenden startet einen Podcast, in dem Lernende über ihren Alltag erzählen. Die erste Folge soll 12 Minuten dauern, mit zwei Lernenden und einer Moderatorin vor Ort im Pausenraum.

Weist nach A3B3D3E3

  1. Mikrofon-Setup für drei Personen und den Raum planen
  2. Aufnahme mit Pegeltest und separaten Spuren durchführen
  3. Schneiden, restaurieren, Effektketten pro Person anlegen
  4. Intro-Jingle und Musik mischen
  5. Auf den Zielwert für Podcasts normalisieren und mit Metadaten exportieren
Tipp anzeigen

Jede Person auf eine eigene Spur aufnehmen. So kannst du Lautstärke und Klang einzeln anpassen und Husten oder Übersprechen gezielt entfernen.

Lösungsskizze anzeigen

Drei dynamische Mikrofone mit Niere an einem Mehrspur-Rekorder oder Interface, WAV 48 kHz/24 bit. Pausenraum mit Decken und Jacken gedämpft, Kaffeemaschine ausgeschaltet. Pro Spur Rauschreduktion, EQ und Kompressor, danach Bus mit Limiter. Integrierte Lautheit -16 LUFS, True Peak -1 dBTP. Export MP3 192 kbps mit ID3-Tags und Cover 3000 x 3000 px.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Welche Samplerate und Bittiefe verwendest du für Audio, das in einem Video eingesetzt wird?

48 kHz und 24 bit, weil das der Standard für Video ist und genug Spielraum für die Bearbeitung bietet.

Was passiert bei 0 dBFS?

Das ist der höchste digital darstellbare Pegel. Alles darüber wird abgeschnitten und klingt verzerrt (Clipping).

Warum ist ein dynamisches Mikrofon in einem halligen Raum oft besser als ein Kondensatormikrofon?

Es ist weniger empfindlich und nimmt hauptsächlich nahe Schallquellen auf. Dadurch gelangt weniger Raumhall in die Aufnahme.

Was macht ein Kompressor?

Er senkt laute Stellen ab, sobald sie einen Schwellenwert überschreiten. Dadurch werden Lautstärkeunterschiede kleiner.

Welche Lautheit gilt für Podcasts und welche für TV in der Schweiz?

Podcasts meist -16 LUFS (Stereo), TV nach EBU R128 -23 LUFS.

Was ist Ducking?

Automatisches Absenken der Musik, sobald gesprochen wird, damit die Sprache verständlich bleibt.

Warum schneidet man im Nulldurchgang?

Weil an dieser Stelle die Wellenform den Wert null hat. Schnitte dort erzeugen kein hörbares Knacksen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Ohne Kopfhörer aufnehmen und erst am Computer merken, dass ein Kühlschrank oder die Lüftung mitgebrummt hat.
  • Den Pegel zu hoch einstellen, weil es auf der Anzeige besser aussieht. Clipping lässt sich kaum reparieren.
  • Rauschreduktion zu stark einsetzen, sodass die Stimme metallisch und unnatürlich klingt.
  • Nur auf guten Studiokopfhörern abhören. Die meisten hören auf Smartphone oder Laptop.
  • Musik von YouTube oder Spotify verwenden, ohne eine Lizenz für die kommerzielle Nutzung zu haben.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Mach vor jeder Prüfungsaufnahme 30 Sekunden Raumton (Stille). Den brauchst du für die Rauschreduktion und für Lücken im Schnitt.
  • Dokumentiere deine Einstellungen (Samplerate, Pegel, Effektkette mit Werten). Das zeigt Fachkompetenz.
  • Miss am Schluss die Lautheit und nenne den Zielwert. Ein Export ohne LUFS-Angabe wirkt unfertig.
  • Höre dein Ergebnis einmal komplett am Stück durch. Im Detailschnitt überhört man oft doppelte Wörter oder harte Übergänge.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Samplerate
Anzahl Messungen pro Sekunde bei der Digitalisierung von Audio, z.B. 48 000 pro Sekunde (48 kHz).
Bittiefe
Genauigkeit jeder Messung. Mehr Bit bedeutet grösseren Dynamikumfang und weniger Rauschen.
dBFS
Dezibel relativ zum digitalen Maximum. 0 dBFS ist das Maximum, alle Werte darunter sind negativ.
Richtcharakteristik
Beschreibt, aus welchen Richtungen ein Mikrofon Schall aufnimmt, z.B. Niere oder Kugel.
Equalizer (EQ)
Werkzeug, mit dem einzelne Frequenzbereiche lauter oder leiser gemacht werden.
Kompressor
Effekt, der den Dynamikumfang verringert, indem er laute Passagen absenkt.
LUFS
Masseinheit für wahrgenommene Lautheit über die gesamte Dauer eines Beitrags.
EBU R128
Europäische Empfehlung für Lautheit im Rundfunk mit Zielwert -23 LUFS.
Clipping
Verzerrung, wenn ein Signal den maximalen Pegel überschreitet und abgeschnitten wird.

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