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Daten & Datenbanken · Web-Analytics

Nutzer-Daten mittels Analysetools auswerten

Du lernst, mit Analysetools wie Google Analytics 4 oder Matomo herauszufinden, wie Nutzerinnen eine Website oder App verwenden, und daraus Verbesserungen abzuleiten.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 18 Std. SelbststudiumDigitales Business: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Web-Analytics#Google Analytics 4#Matomo#KPI#Conversion#Funnel#A/B-Test#UTM#Consent#revDSG

Überblick

Worum geht es?

Jeder Klick auf einer Website kann gemessen werden, aber nur wenige Zahlen sind wirklich nützlich. Du legst fest, was gemessen werden soll, richtest Tracking datenschutzkonform ein und liest die wichtigsten Berichte richtig. Mit Funnel-Analysen findest du heraus, wo Nutzer abspringen, mit Segmenten vergleichst du Zielgruppen und Kanäle. Mit A/B-Tests prüfst du, ob eine Änderung tatsächlich etwas bringt, statt dich auf Bauchgefühl zu verlassen.

Wofür brauchst du das?

Webshops, Kundenportale und Apps sind für viele Schweizer Firmen der wichtigste Kontaktpunkt zur Kundschaft. Wer belegen kann, dass 62 % der Mobile-Nutzer im Checkout abbrechen und warum, liefert der Geschäftsleitung eine konkrete Grundlage für Investitionen. Das Modul verbindet Daten mit Marketing und Produktentwicklung und ergänzt 282 (Marketingkennzahlen) und 379 (Interpretieren).

Das solltest du schon können

  • Häufigkeiten, Prozentwerte und Gruppenvergleiche korrekt berechnen (Modul 375)
  • Grundsätze des revDSG kennen: Transparenz, Zweckbindung, Einwilligung (Modul 231)
  • Aufbau einer Website verstehen: Seiten, Links, Formulare, Cookies

Typische Tools & Technologien

Google Analytics 4Matomo (On-Premise oder Cloud)Google Tag ManagerLooker StudioMicrosoft Clarity / HotjarConsent-Management (z.B. Cookiebot, Usercentrics)Excel / Power BI

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Ein Messkonzept mit Zielen, KPIs und Events erstellen

    Kompetenz A

    Bevor du Tracking einbaust, klärst du, welche Geschäftsziele die Website hat und welche Nutzeraktionen darauf einzahlen. Daraus leitest du wenige, klar definierte KPIs und die nötigen Events ab, statt alles zu messen, was möglich ist.

    Situation

    Eine Hofladen-Genossenschaft im Emmental verkauft Produkte online und möchte 'mehr über die Besucher wissen'.

    Deine Aufgabe

    Erstelle ein Messkonzept für den Shop.

    Gutes Ergebnis

    Geschäftsziel: Online-Umsatz steigern. Makro-Conversion: Kauf (Event 'purchase' mit Wert in CHF). Mikro-Conversions: Newsletter-Anmeldung, 'add_to_cart'. KPIs: Conversion-Rate, durchschnittlicher Bestellwert, Umsatz pro Kanal. Alles in einer Tabelle mit Eventname, Auslöser und Parametern dokumentiert.

    MesskonzeptKPIMakro- / Mikro-ConversionEventParameter
  2. 2

    Tracking datenschutzkonform einrichten und Kampagnen mit UTM kennzeichnen

    Kompetenz B

    Du richtest GA4 oder Matomo ein, konfigurierst Events und Conversions und sorgst dafür, dass Besucherinnen informiert werden und, wo nötig, einwilligen. Mit UTM-Parametern machst du sichtbar, aus welcher Kampagne ein Besuch kommt.

    Situation

    Eine Gemeinde möchte wissen, wie ihr neuer Online-Schalter genutzt wird. Die Datenschutzverantwortliche will keine Daten bei US-Anbietern.

    Deine Aufgabe

    Schlage eine Lösung vor und richte die Grundmessung ein.

    Gutes Ergebnis

    Matomo auf einem Server in der Schweiz, IP-Adressen anonymisiert (2 Bytes), Cookie-freies Tracking aktiviert, Hinweis in der Datenschutzerklärung. Events für 'Formular gestartet' und 'Formular abgeschickt'. Für den Gemeinde-Newsletter Links mit utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=onlineschalter_2026.

    Tracking-Code / Tag ManagerConsentIP-AnonymisierungCookie-freies TrackingUTM-ParameterDatenstandort
  3. 3

    Standardberichte lesen und Kennzahlen richtig interpretieren

    Kompetenz C

    Du kennst die wichtigsten Metriken wie Nutzer, Sitzungen, Engagement-Rate, Absprungrate, Seitenaufrufe und Conversion-Rate und weisst, wie sie berechnet werden. Du vergleichst Zeiträume, Quellen und Geräte und erkennst, wenn eine Zahl wegen Tracking-Lücken oder Consent-Ablehnung verzerrt ist.

    Situation

    Der Marketingleiter eines Möbelhauses jubelt: Die Sitzungen sind im Oktober um 40 % gestiegen. Der Umsatz im Webshop ist aber gleich geblieben.

    Deine Aufgabe

    Prüfe in GA4, woher die zusätzlichen Sitzungen kommen und ob sie wertvoll sind.

    Gutes Ergebnis

    Bericht 'Akquisition' nach Quelle / Medium: Zuwachs fast nur aus einer Display-Kampagne. Engagement-Rate dieser Quelle 18 % (Durchschnitt 61 %), Conversion-Rate 0.1 %. Fazit: viele Klicks, kaum Interesse. Empfehlung: Zielgruppe der Kampagne einschränken.

    Nutzer / SitzungEngagement-RateAbsprungrateQuelle / MediumConversion-RateZeitraumvergleich
  4. 4

    Funnels aufbauen und Abbruchstellen finden

    Kompetenz D

    Ein Funnel zeigt, wie viele Nutzer von Schritt zu Schritt weiterkommen, z.B. vom Produkt bis zum Kauf. Du baust einen Funnel in GA4 (Explorations) oder Matomo, vergleichst Segmente wie Desktop und Mobile und suchst die Stelle mit dem grössten Verlust.

    Situation

    Ein Schweizer Online-Shop für Sportnahrung hat eine tiefe Conversion-Rate auf dem Smartphone.

    Deine Aufgabe

    Erstelle einen Funnel Warenkorb, Versand, Zahlung, Kauf und vergleiche Desktop und Mobile.

    Gutes Ergebnis

    Desktop: 25 % Abbruch im Schritt Zahlung. Mobile: 62 % Abbruch im selben Schritt. Session-Recordings in Microsoft Clarity zeigen: Nutzer suchen TWINT, das im Shop fehlt, und das Kreditkartenformular ist auf kleinen Bildschirmen abgeschnitten. Empfehlung: TWINT einbinden, Formular mobil optimieren.

    FunnelAbbruchrateSegmentExplorationsSession-RecordingHeatmap
  5. 5

    A/B-Tests planen und Ergebnisse statistisch sauber beurteilen

    Kompetenz E

    Du formulierst eine Hypothese, testest genau eine Änderung gegen das Original und legst Laufzeit und Mindestanzahl Besucher vorab fest. Bei der Auswertung prüfst du, ob der Unterschied statistisch signifikant ist oder auch Zufall sein könnte.

    Situation

    Ein Ticketanbieter für Konzerte testet den Button 'Jetzt kaufen' (A) gegen 'Tickets sichern' (B). Nach einer Woche: A 248 Käufe bei 8'000 Besuchern (3.1 %), B 288 bei 8'000 (3.6 %). Das Team will B sofort übernehmen.

    Deine Aufgabe

    Beurteile das Ergebnis.

    Gutes Ergebnis

    Unterschied 0.5 Prozentpunkte. Ein Signifikanztest ergibt p ungefähr 0.08, also über der üblichen Grenze von 0.05. Der Unterschied kann noch Zufall sein. Empfehlung: Test wie geplant zwei volle Wochen laufen lassen, damit auch beide Wochenenden enthalten sind, und erst dann entscheiden.

    HypotheseKontrollgruppeVariantestatistische Signifikanzp-WertStichprobengrösse
  6. 6

    Segmente vergleichen und konkrete Handlungsempfehlungen ableiten

    Kompetenz D, E

    Du vergleichst Kanäle, Kampagnen und Zielgruppen anhand von Wertkennzahlen wie Umsatz pro Sitzung, nicht nur anhand von Besucherzahlen. Daraus formulierst du wenige, priorisierte Empfehlungen mit erwarteter Wirkung und einem Vorschlag, wie der Erfolg gemessen wird.

    Situation

    Ein Reisebüro in Lausanne hat im Frühling Kampagnen auf Instagram, per Newsletter und über Google Ads gemacht und will das Budget für den Herbst verteilen.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die Kanäle und gib eine Empfehlung.

    Gutes Ergebnis

    Instagram: 9'400 Sitzungen, CHF 0.80 Umsatz pro Sitzung. Newsletter: 2'100 Sitzungen, CHF 6.40 pro Sitzung. Google Ads: 5'300 Sitzungen, CHF 3.10 pro Sitzung, bei CHF 4'200 Kosten. Empfehlung: Newsletter-Liste ausbauen (z.B. mit Anmeldung im Buchungsprozess), Ads beibehalten, Instagram für Reichweite statt für Verkauf einsetzen. Erfolg im Herbst über Umsatz pro Kanal messen.

    SegmentvergleichUmsatz pro SitzungKampagnenvergleichAttributionPriorisierung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Messkonzept erstellen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Tracking und Datenschutz

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Berichte interpretieren

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Funnels und Segmente

Ziel 4Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

A/B-Tests und Empfehlungen

Ziel 5Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Mehr Online-Anmeldungen für die Sprachschule LinguaPlus

Aylin ist im 3. Lehrjahr bei der Sprachschule LinguaPlus AG in Luzern, die mit 60 Mitarbeitenden Sprachkurse für Erwachsene anbietet. Die Website hat viele Besucher, aber die Online-Anmeldungen stagnieren, und bisher misst niemand, wo Interessierte aussteigen. Die Marketingleiterin beauftragt Aylin, die Nutzung der Website messbar zu machen und Verbesserungen zu belegen.

  1. Kapitel 1

    Drei Ziele statt dreissig Zahlen

    Aylin klärt mit der Marketingleiterin die Ziele der Website: Kursanmeldungen, Anfragen für Beratungstermine und Downloads des Kursprogramms. Daraus leitet sie KPIs wie Anmeldungen pro Woche und die Conversion Rate von der Kursseite zur Anmeldung ab. Im Messkonzept definiert sie Events wie kurs_ansehen, anmeldung_start und anmeldung_abgeschlossen mit Parametern für Sprache und Niveau. Fünfzehn Events, die das alte Setup sammelte, streicht sie, weil niemand damit eine Entscheidung trifft.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Ein Event feuert doppelt

    Die Schule entscheidet sich für Matomo mit Hosting in der EU, und Aylin richtet die Events über den Google Tag Manager ein, gekoppelt an das Consent-Banner. Im Vorschaumodus sieht sie, dass anmeldung_abgeschlossen bei jedem Neuladen der Bestätigungsseite erneut auslöst, und passt den Trigger an. Zudem legt sie eine UTM-Konvention fest, nachdem eine Kollegin Newsletter-Links einmal mit "Newsletter" und einmal mit "newsletter" gekennzeichnet hat und Matomo daraus zwei Kanäle machte.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    88 sind nicht 140

    Nach sechs Wochen zeigt Matomo 18'000 Besuche und 88 Anmeldungen, die Kursverwaltung meldet aber 140. Aylin findet den Grund: Nur 62 Prozent der Besucherinnen und Besucher willigen in das Tracking ein. Sie kommuniziert deshalb Quoten statt absoluter Zahlen und vergleicht mit dem Vorjahr statt mit dem Vormonat, weil der August wegen der Sommerferien immer schwach ist. Den Rückgang der organischen Suche führt sie auf zwei Kursseiten zurück, die nach einer Umbenennung keine Weiterleitung hatten.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Ausstieg bei der Zahlung

    Aylin legt einen Funnel an: Kursseite, Termin wählen, Personalien, Zahlung, Bestätigung. Beim Schritt Zahlung brechen 54 Prozent ab, auf dem Handy sogar 71 Prozent. In den Aufzeichnungen von Microsoft Clarity sieht sie, dass die Option Rechnung unter "weitere Zahlungsarten" versteckt ist und dass das Geburtsdatum auf dem Handy mühsam einzutippen ist. Daraus formuliert sie zwei Hypothesen für einen Test.

    Ziel 4Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Variante B gewinnt

    Im A/B-Test zeigt Variante B die Rechnung als sichtbare Option und ein Auswahlfeld für das Geburtsdatum. Nach elf Wochen mit je rund 280 Personen im Zahlungsschritt schliessen bei A 46 Prozent ab, bei B 58 Prozent, und der Signifikanzrechner bestätigt das Ergebnis. Auf dem Handy ist der Effekt noch grösser. Aylin empfiehlt, Variante B zu übernehmen, rechnet mit rund 25 zusätzlichen Anmeldungen pro Monat bei durchschnittlich CHF 680 pro Kurs und schlägt als nächsten Schritt ein kürzeres Personalienformular vor.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Ziele vor Zahlen

    ca. 2 Std.

    Du lernst, dass Web-Analytics mit Geschäftszielen beginnt, und erstellst ein Messkonzept.

    • Für drei Websites (Shop, Gemeinde, Versicherung) die Hauptziele und Conversions definieren
    • Für einen Shop ein Messkonzept mit 5 KPIs und 8 Events als Tabelle erstellen
    • Die Begriffe Nutzer, Sitzung, Event und Conversion an Beispielen erklären

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Tracking einrichten

    ca. 4 Std.

    Du richtest in einer Testumgebung GA4 oder Matomo ein und achtest auf Datenschutz.

    • GA4-Demokonto oder Matomo-Demo erkunden und Tracking auf einer Testseite einbauen
    • Zwei eigene Events (z.B. Formular abgeschickt, PDF heruntergeladen) als Conversion markieren
    • UTM-Links für eine fiktive Newsletter- und Instagram-Kampagne erstellen und testen
    • Consent-Banner und Datenschutzerklärung einer bekannten Schweizer Website analysieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Berichte lesen

    ca. 3 Std.

    Du arbeitest mit echten Daten im GA4-Demokonto und übst, Zahlen richtig zu deuten.

    • Akquisitions- und Engagement-Berichte für zwei Monate vergleichen
    • Drei auffällige Veränderungen finden und mögliche Ursachen notieren
    • Einen einfachen Looker-Studio-Bericht mit den 5 KPIs aus dem Messkonzept bauen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Funnels und Segmente

    ca. 4 Std.

    Du baust Funnels und vergleichst Segmente, um Probleme im Nutzerverhalten zu finden.

    • Checkout-Funnel in GA4 Explorations erstellen und nach Gerätekategorie aufteilen
    • Mit Microsoft Clarity Heatmaps und Recordings einer Testseite ansehen
    • Für einen Kanalvergleich Umsatz pro Sitzung berechnen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel46

  5. 5

    Testen und empfehlen

    ca. 4 Std.

    Du planst einen A/B-Test, wertest ihn aus und fasst deine Analyse in Empfehlungen zusammen.

    • Hypothese, Variante, Laufzeit und Mindeststichprobe für einen Test festlegen
    • Ein Testergebnis mit einem Online-Signifikanzrechner oder in Excel prüfen
    • Eine Analyse mit drei priorisierten Empfehlungen auf einer Seite zusammenfassen

    Trainiert Kompetenz E1E2D3

    Lernziel56

Üben

Übungen aus der Praxis

Kampagnen sauber kennzeichnen

Einstieg Einstieg

Eine Bäckerei mit Online-Vorbestellung bewirbt ihr neues Brotabo per Newsletter, auf Instagram und mit Flyern mit QR-Code in den 4 Filialen.

Weist nach B1A1

  1. Für jeden Kanal einen UTM-Link erstellen
  2. Eine einheitliche Namenskonvention für source, medium und campaign festlegen
  3. Beschreiben, in welchem Bericht du später die Ergebnisse vergleichst
Tipp anzeigen

Schreibe alles klein und ohne Leerzeichen. 'Newsletter' und 'newsletter' erscheinen sonst als zwei verschiedene Quellen.

Lösungsskizze anzeigen

utm_source=newsletter / instagram / flyer, utm_medium=email / social / print, utm_campaign=brotabo_2026. Pro Filiale eventuell utm_content=filiale_bern usw. Auswertung im GA4-Bericht 'Akquisition' nach Sitzungskampagne und Quelle / Medium.

Offertrechner einer Versicherung analysieren

Fortgeschritten Fortgeschritten

Der Online-Offertrechner einer Autoversicherung hat 5 Schritte. Im letzten Monat: Schritt 1 (Fahrzeug) 20'000 Nutzer, Schritt 2 (Fahrer) 14'000, Schritt 3 (Deckung) 11'200, Schritt 4 (Persönliche Daten) 4'500, Schritt 5 (Offerte) 4'100.

Weist nach D2E2

  1. Weiterkommensrate und Abbruchrate pro Schritt berechnen
  2. Den kritischsten Schritt identifizieren
  3. Drei mögliche Ursachen formulieren und angeben, wie du sie überprüfen würdest
  4. Einen A/B-Test für die wichtigste Hypothese skizzieren
Tipp anzeigen

Rechne immer vom vorherigen Schritt aus, nicht vom Start. So siehst du, wo der Verlust tatsächlich passiert.

Lösungsskizze anzeigen

1 zu 2: 70 %, 2 zu 3: 80 %, 3 zu 4: 40 % (60 % Abbruch), 4 zu 5: 91 %. Kritisch ist Schritt 3 zu 4. Mögliche Ursachen: Preis wird erst dort angezeigt, zu viele Pflichtfelder, Misstrauen bei Telefonnummer. Prüfen mit Recordings, Gerätesegment und Formularfeld-Analyse. Test: Variante mit Preisanzeige vor den persönlichen Daten.

Quartalsanalyse für einen Webshop

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Schweizer Online-Shop für Spielwaren will für das Weihnachtsgeschäft wissen, wo er investieren soll. Du hast Zugriff auf GA4 (Demokonto oder Testdaten) mit Kanälen, Geräten, Funnel und Umsatz.

Weist nach C3D3E3B3

  1. Prüfen, ob Tracking und Consent die Zahlen verzerren (z.B. Anteil abgelehnter Einwilligungen)
  2. Kanäle nach Umsatz pro Sitzung und Conversion-Rate vergleichen
  3. Checkout-Funnel nach Gerät analysieren
  4. Drei priorisierte Empfehlungen mit erwarteter Wirkung und Messgrösse formulieren
  5. Ergebnisse in einem Looker-Studio- oder Power-BI-Bericht mit maximal 5 Visualisierungen darstellen
Tipp anzeigen

Eine Geschäftsleitung liest selten mehr als eine Seite. Fang mit der wichtigsten Empfehlung an und belege sie mit einer einzigen klaren Zahl.

Lösungsskizze anzeigen

Datengrundlage kritisch einordnen (z.B. 35 % Consent-Ablehnung, Zahlen sind daher Mindestwerte, Verhältnisse aber vergleichbar). Kanalvergleich als Tabelle mit Sitzungen, Conversion-Rate, Umsatz pro Sitzung. Funnel zeigt Mobile-Problem. Empfehlungen z.B.: 1. Mobile Checkout optimieren, 2. Newsletter vor Weihnachten verstärken, 3. schwache Display-Kampagne stoppen. Jede mit KPI zur Erfolgsmessung.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Unterschied zwischen einem Nutzer und einer Sitzung?

Ein Nutzer ist eine (wiedererkannte) Person bzw. ein Gerät. Eine Sitzung ist ein einzelner Besuch. Ein Nutzer kann viele Sitzungen haben.

Wie berechnet sich die Conversion-Rate?

Anzahl Conversions geteilt durch Anzahl Sitzungen (oder Nutzer, je nach Definition), mal 100.

Wozu dienen UTM-Parameter?

Sie kennzeichnen Links mit Quelle, Medium und Kampagne, damit das Analysetool Besuche der richtigen Kampagne zuordnen kann.

Warum ist 'mehr Sitzungen' allein noch kein Erfolg?

Weil die zusätzlichen Besucher vielleicht nicht interessiert sind. Entscheidend sind Engagement, Conversions und Umsatz pro Sitzung.

Was bedeutet ein p-Wert von 0.03 bei einem A/B-Test?

Wenn es keinen echten Unterschied gäbe, wäre ein so grosses oder grösseres Ergebnis nur mit 3 % Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Bei der üblichen Grenze von 5 % gilt das Ergebnis als signifikant.

Warum solltest du einen A/B-Test nicht abbrechen, sobald eine Variante vorne liegt?

Weil sich Zwischenergebnisse durch Zufall stark verändern. Laufzeit und Stichprobengrösse müssen vorher festgelegt und eingehalten werden.

Welchen Vorteil hat Matomo On-Premise aus Datenschutzsicht?

Die Daten bleiben auf einem eigenen Server, z.B. in der Schweiz, und werden nicht an einen Drittanbieter übermittelt.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Alles tracken, was möglich ist, und dann in hunderten Events die wichtigen Zahlen nicht mehr finden.
  • Uneinheitliche UTM-Schreibweisen, sodass dieselbe Kampagne in mehreren Zeilen erscheint.
  • Interne Zugriffe (Mitarbeitende, Agentur) nicht herausfiltern und so die Zahlen verfälschen.
  • Vergessen, dass Besucher ohne Einwilligung fehlen, und die Zahlen als vollständig präsentieren.
  • A/B-Tests mit mehreren gleichzeitigen Änderungen durchführen. Dann weiss niemand, welche Änderung gewirkt hat.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Starte jede Analyse mit dem Geschäftsziel. Eine Kennzahl ohne Bezug zu einem Ziel bringt kaum Punkte.
  • Rechne Funnel-Raten immer vom vorherigen Schritt aus und gib sie in Prozent an.
  • Erwähne bei Web-Analytics-Aufgaben den Datenschutz: Consent, Anonymisierung, Datenstandort.
  • Formuliere Empfehlungen konkret: Was genau ändern, welche Wirkung erwartest du, woran misst du sie?

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Conversion
Eine gewünschte Nutzeraktion, z.B. Kauf, Anmeldung oder Offertanfrage.
Engagement-Rate
In GA4 der Anteil Sitzungen, die länger als 10 Sekunden dauern, eine Conversion enthalten oder mindestens zwei Seitenaufrufe haben.
Funnel
Abfolge von Schritten zu einem Ziel, mit der Anzahl Nutzer, die jeden Schritt erreichen.
UTM-Parameter
Zusätze in einer URL (utm_source, utm_medium, utm_campaign), mit denen Kampagnen gemessen werden.
A/B-Test
Experiment, bei dem zwei Varianten zufällig verschiedenen Nutzern gezeigt und verglichen werden.
Signifikanz
Aussage darüber, ob ein gemessener Unterschied wahrscheinlich echt oder nur Zufall ist.
Consent
Einwilligung der Besucherin in das Setzen von Cookies oder das Tracking.
Attribution
Regel, welchem Kanal eine Conversion zugerechnet wird, wenn ein Nutzer mehrere Kanäle genutzt hat.

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Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 392

  • Wir richten mit dir ein Messkonzept für die Website oder App deines Lehrbetriebs ein und prüfen, welche Events wirklich nötig sind.
  • Wir arbeiten gemeinsam im GA4-Demokonto oder in Matomo und zeigen dir, wo du Funnels, Segmente und Kampagnendaten findest.
  • Wir rechnen mit dir A/B-Test-Ergebnisse durch und erklären, wann ein Unterschied wirklich zählt.
  • Wir überprüfen dein Tracking-Setup auf Datenschutz: Consent, Anonymisierung und Datenschutzerklärung nach revDSG.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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