282

Marketing & Kommunikation · Marketing-KPI & Reporting

Marketingkennzahlen auswerten und Inhalte für die betriebliche Kommunikation aufbereiten

Du machst aus Zahlen aus Analytics, Ads und Social Media klare Aussagen und bereitest sie für Geschäftsleitung und Mitarbeitende verständlich auf.

Anspruchsvoll Anspruchsvoll ca. 26 Std. SelbststudiumDigitales Business: 3. Lehrjahr · BerufsfachschuleMediamatik: 4. Lehrjahr · Berufsfachschule
#KPI#Google Analytics 4#CTR#CPC#Conversion Rate#ROAS#UTM#Dashboard#Reporting#Interne Kommunikation

Überblick

Worum geht es?

Marketing erzeugt jeden Tag Daten: Besuche, Klicks, Kosten, Bestellungen, Öffnungen. In diesem Modul leitest du aus Zielen die richtigen Kennzahlen ab, berechnest CTR, CPC, Conversion Rate, Kosten pro Abschluss und ROAS und wertest Google Analytics 4 mit sauberen UTM-Parametern aus. Du interpretierst Abweichungen, planst A/B-Tests und baust ein Dashboard, das die Geschäftsleitung in zwei Minuten versteht. Zum Schluss bereitest du Ergebnisse auch für die interne Kommunikation auf, etwa als Intranet-Beitrag, Infografik oder Präsentation für das ganze Team.

Wofür brauchst du das?

Budgets für Marketing werden nur dann verlängert, wenn sichtbar ist, was sie bringen. Wer Zahlen korrekt berechnet, Messfehler erkennt und die Ergebnisse adressatengerecht erklärt, wird in der Agentur oder Marketingabteilung zur Ansprechperson für Entscheidungen. Gleichzeitig ist gute interne Kommunikation ein Teil des Jobs: Mitarbeitende wollen wissen, was das Marketing leistet und was es für sie bedeutet. Das Modul schliesst den Kreis von 278 und 279 über 280 und 281 bis zur Erfolgskontrolle.

Das solltest du schon können

  • Marketingziele SMART formulieren und Kennzahlen im Konzept festlegen (Modul 279)
  • Statistiken von Social-Media-Kanälen lesen (Modul 281)
  • UTM-Parameter und Landingpages im Zusammenhang mit Kampagnen kennen (Modul 280)
  • Excel: Formeln, Pivot-Tabellen und Diagramme sicher einsetzen

Typische Tools & Technologien

Google Analytics 4Looker StudioGoogle AdsMeta Ads Manager / Meta Business SuiteLinkedIn AnalyticsMailchimp / BrevoExcel / Google SheetsPowerPoint / Canva

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Aus Marketingzielen ein schlankes Kennzahlenset ableiten

    Kompetenz A

    Du übersetzt jedes Ziel in wenige aussagekräftige Kennzahlen entlang des Funnels von Aufmerksamkeit bis Abschluss. Für jede Kennzahl legst du Zielwert, Datenquelle, Messrhythmus und Verantwortliche fest und trennst Steuerungsgrössen von reinen Eitelkeitszahlen.

    Situation

    Die Kaffeerösterei Bohnenwerk in Basel will den Onlineshop-Umsatz bis Ende Jahr um 25 % steigern. Bisher schaut das Team nur auf die Follower-Zahl auf Instagram.

    Deine Aufgabe

    Leite ein Kennzahlenset für das Ziel ab.

    Gutes Ergebnis

    Funnel-KPIs: Sitzungen im Shop (Quelle GA4), Conversion Rate (Ziel 2.5 %), durchschnittlicher Bestellwert (Ziel CHF 70), Umsatz pro Kanal, ROAS der bezahlten Kampagnen (Ziel mindestens 3). Follower bleiben als Nebengrösse im Report, steuern aber keine Entscheidungen. Messung wöchentlich, Report monatlich.

    KPIFunnelZielwertDatenquelleVanity MetricMessrhythmus
  2. 2

    Kampagnenkennzahlen wie CTR, CPC, Conversion Rate und ROAS korrekt berechnen

    Kompetenz B

    Du berechnest die wichtigsten Kennzahlen aus Rohdaten selbst und weisst, was sie aussagen: CTR für die Wirkung einer Anzeige, CPC und CPM für die Kosten, Conversion Rate und Kosten pro Abschluss für die Effizienz, ROAS für den Umsatz pro Werbefranken. Du prüfst, ob eine Kampagne unter Berücksichtigung der Marge wirklich rentiert.

    Situation

    Eine Google-Ads-Kampagne der Rösterei hatte im September 48'000 Impressionen, 960 Klicks, Kosten von CHF 1'152, 29 Bestellungen und CHF 2'030 Umsatz. Die Bruttomarge auf Kaffee beträgt 40 %.

    Deine Aufgabe

    Berechne die Kennzahlen und beurteile die Rentabilität.

    Gutes Ergebnis

    CTR 2.0 %, CPC CHF 1.20, Conversion Rate 3.0 %, Kosten pro Bestellung CHF 39.72, ROAS 1.76. Bruttogewinn 40 % von CHF 2'030 gleich CHF 812, also weniger als die Werbekosten. Die Kampagne lohnt sich nur, wenn Neukunden wieder bestellen. Deshalb wird der Anteil Wiederkäufe nach 90 Tagen als nächste Kennzahl ergänzt.

    CTRCPCCPMConversion RateKosten pro Abschluss (CPA)ROASMarge
  3. 3

    Google Analytics 4 auswerten und Kanäle über UTM-Parameter vergleichen

    Kompetenz C

    Du findest dich in den Berichten von GA4 zurecht: Akquisition nach Quelle und Medium, Interaktionsrate, Schlüsselereignisse und Seiten. Du sorgst mit einheitlichen UTM-Parametern dafür, dass Newsletter, Social Media und Print sauber getrennt erscheinen, und erkennst, wenn Besuche unter 'direct' oder 'not set' verloren gehen.

    Situation

    Im Oktober erscheinen 41 % aller Shop-Sitzungen der Rösterei als '(direct) / (none)'. Der Newsletter und die Instagram-Bio verlinken ohne UTM-Parameter.

    Deine Aufgabe

    Finde die Ursache und richte eine saubere Kanalzuordnung ein.

    Gutes Ergebnis

    UTM-Konvention festgelegt: 'utm_source' newsletter, instagram, flyer, 'utm_medium' email, social, print, 'utm_campaign' im Format 2026-11-adventskaffee. Alle Links in einer Google-Sheets-Vorlage erzeugt. Im November sinkt der Anteil 'direct' auf 18 %, und der Newsletter zeigt mit 4.8 % die höchste Conversion Rate aller Kanäle.

    SitzungQuelle / MediumInteraktionsrateSchlüsselereignisUTM-KonventionDirect-Traffic
  4. 4

    Abweichungen analysieren und mit A/B-Tests Verbesserungen belegen

    Kompetenz D

    Du vergleichst Ist-Werte mit Zielwerten, Vorperiode und Vorjahr und suchst Ursachen statt nur Zahlen zu melden. Für Verbesserungen planst du A/B-Tests mit einer klaren Hypothese, einer veränderten Variable und genügend grosser Stichprobe.

    Situation

    Die Klickrate des Rösterei-Newsletters ist von 4.2 % auf 2.6 % gesunken. Seit dem Wechsel auf ein neues Template steht der Hauptbutton erst nach drei Abschnitten Text.

    Deine Aufgabe

    Formuliere eine Hypothese und plane einen Test.

    Gutes Ergebnis

    Hypothese: Ein Button im ersten sichtbaren Bereich erhöht die Klickrate. A/B-Test an je 1'500 Empfängerinnen und Empfängern: Variante A wie bisher, Variante B mit Button nach dem ersten Satz. Ergebnis: A 2.5 %, B 4.1 % Klickrate. B wird zum Standard. Die Öffnungsrate wird bewusst nicht als Hauptkriterium verwendet, weil Mailprogramme Öffnungen teilweise automatisch auslösen.

    Soll-Ist-VergleichHypotheseA/B-TestStichprobeKlickrateÖffnungsrate
  5. 5

    Ein Dashboard und einen Monatsreport für die Geschäftsleitung erstellen

    Kompetenz E

    Du bündelst die wichtigsten Kennzahlen in einem Dashboard in Looker Studio oder Excel mit Zielwerten, Entwicklung und Ampel. Der Report beginnt mit einer Kernaussage und Empfehlungen, Details folgen. Diagramme wählst du passend zur Aussage, z.B. Linien für Verläufe und Balken für Kanalvergleiche.

    Situation

    Der Inhaber der Rösterei hat für Marketing jeden Monat 15 Minuten Zeit und will wissen, ob sich das Werbebudget lohnt.

    Deine Aufgabe

    Gestalte einen einseitigen Monatsreport.

    Gutes Ergebnis

    Oben drei Kennzahlenkacheln: Shop-Umsatz CHF 18'400 (plus 12 % zum Vormonat), Conversion Rate 2.3 % (Ziel 2.5 %), ROAS gesamt 2.9. Darunter ein Liniendiagramm Umsatz pro Woche und ein Balkendiagramm Umsatz pro Kanal. Unten drei Sätze Fazit und zwei Empfehlungen: Google-Ads-Budget auf Bestandskunden-Remarketing umschichten, Newsletter von monatlich auf zweiwöchentlich erhöhen.

    DashboardKennzahlenkachelAmpelManagement SummaryDiagrammwahlLooker Studio
  6. 6

    Ergebnisse für die interne Kommunikation adressatengerecht aufbereiten

    Kompetenz F

    Du übersetzt Marketingergebnisse für Mitarbeitende ohne Marketingwissen: als Intranet-Beitrag, interner Newsletter, Infografik oder kurze Präsentation an einem Teamanlass. Du wählst Sprache, Länge und Medium passend zum Publikum und zeigst, was die Ergebnisse für die Arbeit der Mitarbeitenden bedeuten.

    Situation

    Die Holzbau Gerber AG mit 180 Mitarbeitenden hat ein Jahr lang mit Referenzvideos auf LinkedIn und Instagram geworben. Viele Zimmerleute wissen davon nichts, obwohl sie in den Videos vorkommen.

    Deine Aufgabe

    Bereite die Ergebnisse für Intranet und Personalanlass auf.

    Gutes Ergebnis

    Intranet-Beitrag mit 250 Wörtern und Titel 'Unsere Baustellen haben 120'000 Menschen erreicht', Infografik mit vier Zahlen: 120'000 erreichte Personen, 14 Videos, 38 Offertanfragen über die Website, 9 Bewerbungen für Lehrstellen. Drei Folien für den Personalanlass mit Dank an die Teams und Aufruf, gute Baustellenmomente der Marketingabteilung zu melden.

    interne KommunikationZielgruppengerechte SpracheIntranetInfografikStorytelling mit ZahlenMitarbeitendenbeteiligung
  7. 7

    Datenqualität und Datenschutz beim Tracking sicherstellen

    Kompetenz C

    Du weisst, warum Zahlen aus verschiedenen Tools nie genau übereinstimmen, und prüfst typische Fehlerquellen wie fehlende UTM-Parameter, interne Zugriffe oder doppelt ausgelöste Ereignisse. Du achtest darauf, dass die Datenschutzerklärung das Tracking nach revDSG beschreibt und dass Besuchende Analyse-Cookies ablehnen können. Richtet sich das Angebot auch an Personen in der EU, holst du nach DSGVO vorher eine Einwilligung ein.

    Situation

    Meta Ads Manager meldet 62 Käufe, GA4 nur 41 und der Shop 47 Bestellungen aus derselben Kampagne.

    Deine Aufgabe

    Erkläre die Unterschiede und lege fest, welche Zahl für den Report gilt.

    Gutes Ergebnis

    Meta zählt auch Käufe nach blossem Ansehen einer Anzeige und nutzt ein anderes Zuordnungsfenster. GA4 verliert Besuche von Personen, die das Consent-Banner ablehnen. Für Umsatz gilt das Shopsystem als führende Quelle, für Kanalvergleiche GA4. Die Regel steht im Report als Fussnote, die Tracking-Einstellungen sind dokumentiert.

    AttributionZuordnungsfensterführende DatenquelleConsent-BannerrevDSGinterner Traffic

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Von Zielen zu Kennzahlen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Kampagnenkennzahlen berechnen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

GA4, UTM und Datenqualität

Ziel 3Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Abweichungen analysieren und testen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Dashboard und Monatsreport

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Interne Kommunikation

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Was bringt das Werbebudget der Gartenwerk AG?

Ramon ist Mediamatiker im 4. Lehrjahr bei der Gartenwerk AG in Lyss, einem Onlinehändler für Gartenmöbel und Pflanzen mit 45 Mitarbeitenden. Das Unternehmen gibt pro Saison rund CHF 60'000 für Google Ads, Meta-Anzeigen und Newsletter aus, aber niemand kann sagen, was davon wirkt. Ramon soll ein monatliches Reporting aufbauen und die Ergebnisse auch der Belegschaft zugänglich machen.

  1. Kapitel 1

    Was wollen wir eigentlich wissen?

    Das Saisonziel lautet: Der Online-Umsatz von März bis Juni soll bei gleichem Budget um 15 % über dem Vorjahr liegen. Bisher hat das Team Follower und Impressionen rapportiert, die zu diesem Ziel nichts aussagen. Ramon leitet fünf KPI ab: Umsatz, Conversion Rate des Shops, Kosten pro Bestellung, ROAS je Kanal und Anteil Neukunden. Für jede Kennzahl hält er Quelle und Zielwert fest.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Rechnen mit echten Zahlen

    Die Google-Ads-Kampagne im April hatte 120'000 Impressionen, 3'600 Klicks, Kosten von CHF 4'680, 108 Bestellungen und CHF 25'920 Umsatz. Ramon berechnet eine CTR von 3 %, einen CPC von CHF 1.30, eine Conversion Rate von 3 %, CHF 43.33 pro Bestellung und einen ROAS von 5.5. Meta sieht mit einem ROAS von 7.1 besser aus. Als Ramon mit dem Deckungsbeitrag rechnet, kippt das Bild: Über Meta werden vor allem kleine Pflanzen mit tiefer Marge verkauft.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    38 Prozent ohne Herkunft

    In GA4 erscheinen 38 % der Sitzungen als '(direct) / (none)'. Ramon findet die Ursache: Die Links im Newsletter und in der Instagram-Bio haben keine UTM-Parameter. Er legt eine Namenskonvention mit festen Werten für utm_medium fest und baut einen Link-Generator in Google Sheets. Gleichzeitig meldet Meta 160 Käufe, der Shop aber nur 121. Ramon erklärt der Marketingleiterin das unterschiedliche Attributionsfenster und die Wirkung des Cookie-Banners und bestimmt das Shopsystem als führende Quelle für Bestellungen.

    Ziel 3Ziel 7

  4. Kapitel 4

    Warum bestellt auf dem Handy keiner mehr?

    Im Mai fällt die Conversion Rate auf dem Smartphone von 2.9 % auf 1.8 %, am Desktop bleibt sie stabil. Ramon grenzt das Problem ein: Seit einem Update werden die Lieferkosten erst im letzten Schritt angezeigt, und genau dort brechen viele ab. Er plant einen A/B-Test, bei dem Variante B die Lieferkosten schon im Warenkorb zeigt. Nach vier Wochen mit je rund 9'000 Sitzungen liegt B bei 2.6 % gegenüber 1.9 %, und die Änderung wird übernommen.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Zwei Minuten für den Chef, eine Geschichte fürs Team

    In Looker Studio baut Ramon ein Dashboard mit fünf Kacheln und einer Ampel, die den Stand gegenüber dem Ziel zeigt. Dazu schreibt er einen einseitigen Monatsreport mit drei Empfehlungen, den der Inhaber in zwei Minuten liest. Für die Belegschaft verfasst er einen Intranet-Beitrag mit Infografik: 'Wie ein Hinweis im Warenkorb rund 30 Bestellungen pro Woche mehr brachte.' So versteht auch das Lagerteam, warum im Juni mehr Pakete anfallen.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Von Zielen zu Kennzahlen

    ca. 3 Std.

    Du lernst, Ziele in einen Funnel mit messbaren Kennzahlen zu übersetzen.

    • Für drei Marketingziele je einen Funnel mit 3 bis 4 Kennzahlen skizzieren
    • Steuerungsgrössen und Eitelkeitszahlen in einer Liste trennen
    • Ein Kennzahlenblatt mit Zielwert, Quelle und Verantwortlichen anlegen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Kennzahlen rechnen

    ca. 4 Std.

    Du übst die Formeln an echten oder realistischen Kampagnendaten, bis sie sicher sitzen.

    • Eine Formelkarte für CTR, CPC, CPM, Conversion Rate, CPA und ROAS schreiben
    • Exportierte Kampagnendaten in Excel auswerten und Kennzahlen berechnen
    • Rentabilität mit Marge prüfen und die Break-even-ROAS bestimmen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Google Analytics 4 und UTM

    ca. 5 Std.

    Du arbeitest im Demokonto von Google oder im Konto deines Betriebs und richtest eine UTM-Konvention ein.

    • Im GA4-Demokonto Berichte zu Akquisition, Seiten und Schlüsselereignissen öffnen und interpretieren
    • Eine UTM-Vorlage in Google Sheets mit Dropdowns für Quelle und Medium bauen
    • Eine explorative Datenanalyse für einen Kanalvergleich erstellen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel37

  4. 4

    Analysieren, testen, verbessern

    ca. 4 Std.

    Du lernst, Abweichungen zu erklären und Verbesserungen mit Tests zu belegen.

    • Drei Abweichungen aus einem Beispielreport analysieren und Ursachen begründen
    • Einen A/B-Test mit Hypothese, Variable, Stichprobe und Erfolgskriterium planen
    • Unterschiede zwischen Meta, GA4 und Shopsystem an einem Beispiel erklären

    Trainiert Kompetenz C3D1D2D3

    Lernziel47

  5. 5

    Dashboard und Report

    ca. 5 Std.

    Du baust ein Dashboard und schreibst einen Report, der zu Entscheidungen führt.

    • Ein Looker-Studio-Dashboard mit GA4 als Datenquelle erstellen
    • Einen einseitigen Monatsreport mit Kernaussage, Kennzahlen und Empfehlungen schreiben
    • Den Report einer Person ohne Marketingwissen zeigen und prüfen, ob sie die Kernaussage wiedergeben kann

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  6. 6

    Interne Kommunikation

    ca. 4 Std.

    Du bereitest Ergebnisse für Mitarbeitende auf und wählst das passende Medium.

    • Einen Intranet-Beitrag mit maximal 300 Wörtern schreiben
    • Eine Infografik mit vier Kernzahlen in Canva gestalten
    • Eine Präsentation von drei Minuten für einen Teamanlass vorbereiten und üben

    Trainiert Kompetenz F1F2E3

    Lernziel65

Üben

Übungen aus der Praxis

Kennzahlen aus drei Kampagnen

Einstieg Einstieg

Ein Sportgeschäft in Chur hat drei Kampagnen geschaltet. Meta: 120'000 Impressionen, 1'440 Klicks, CHF 864 Kosten, 18 Käufe, CHF 1'620 Umsatz. Google: 30'000 Impressionen, 1'200 Klicks, CHF 1'440 Kosten, 48 Käufe, CHF 5'280 Umsatz. Newsletter: 6'000 Empfänger, 300 Klicks, CHF 120 Kosten, 21 Käufe, CHF 1'890 Umsatz.

Weist nach B1

  1. Für Meta und Google CTR, CPC, CPM berechnen
  2. Für alle drei Kanäle Conversion Rate, Kosten pro Kauf und ROAS berechnen
  3. Die Kanäle nach Effizienz ordnen
Tipp anzeigen

Die Conversion Rate bezieht sich hier auf die Klicks, nicht auf die Impressionen.

Lösungsskizze anzeigen

Meta: CTR 1.2 %, CPC CHF 0.60, CPM CHF 7.20, CR 1.25 %, CPA CHF 48, ROAS 1.9. Google: CTR 4.0 %, CPC CHF 1.20, CPM CHF 48, CR 4.0 %, CPA CHF 30, ROAS 3.7. Newsletter: CR 7.0 %, CPA CHF 5.71, ROAS 15.8. Reihenfolge: Newsletter, Google, Meta. Meta bringt aber die günstigste Reichweite für Neukunden.

Ordnung im Kanal-Chaos

Fortgeschritten Fortgeschritten

In GA4 eines Hotels erscheinen als Quellen unter anderem 'Newsletter', 'newsletter', 'mail', 'insta', 'Instagram' und 'IG-Story'. Ein Drittel der Buchungsanfragen hat die Quelle '(direct)'.

Weist nach C2

  1. Die Probleme in der aktuellen Datenlage benennen
  2. Eine UTM-Konvention mit festen Werten für Quelle, Medium und Kampagne festlegen
  3. Eine Vorlage zur Linkerstellung in Google Sheets bauen
  4. Beschreiben, wie du in drei Monaten prüfst, ob die Konvention eingehalten wird
Tipp anzeigen

UTM-Werte unterscheiden Gross- und Kleinschreibung. 'Newsletter' und 'newsletter' sind für GA4 zwei verschiedene Quellen.

Lösungsskizze anzeigen

Probleme: uneinheitliche Schreibweise, fehlende Parameter, Medium nicht gesetzt. Konvention: nur Kleinbuchstaben, feste Liste z.B. source newsletter, instagram, facebook, medium email, social, paid_social, print. Kampagnenformat JJJJ-MM-thema. Sheets-Vorlage mit Dropdowns und Formel für den fertigen Link. Monatliche Kontrolle der Quellenliste in GA4 und Anteil '(direct)'.

Jahresreport für Geschäftsleitung und Belegschaft

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Velomanufaktur in Burgdorf mit 60 Mitarbeitenden hat ein Jahr lang Google Ads, Instagram und einen Newsletter betrieben. Marketingbudget CHF 48'000. Daten liegen aus GA4, Meta, Google Ads, Mailchimp und dem Shopsystem vor. Die Geschäftsleitung entscheidet im Januar über das neue Budget.

Weist nach A3B3C3E3F3

  1. Ein Kennzahlenset mit Zielwerten aus den Jahreszielen ableiten
  2. Die Kennzahlen pro Kanal berechnen und Datenabweichungen erklären
  3. Ein Dashboard mit Entwicklung über 12 Monate erstellen
  4. Einen Report mit Kernaussage und drei Budgetempfehlungen für die Geschäftsleitung schreiben
  5. Einen Intranet-Beitrag und eine Infografik für die Mitarbeitenden gestalten
Tipp anzeigen

Die Geschäftsleitung und die Mitarbeitenden wollen unterschiedliche Dinge wissen. Schreibe zuerst für jede Gruppe die eine Frage auf, die sie beantwortet haben will.

Lösungsskizze anzeigen

Kennzahlen: Umsatz pro Kanal, ROAS, Kosten pro Neukunde, Conversion Rate, Newsletter-Klickrate. Führende Quelle für Umsatz ist das Shopsystem. Dashboard in Looker Studio mit Monatsverlauf und Kanalvergleich. Report: Kernaussage zuerst, z.B. 'Jeder Werbefranken brachte CHF 3.40 Umsatz', danach Budgetverschiebung zum stärksten Kanal, Test eines neuen Kanals mit 10 % des Budgets, Reserve. Intranet: Zahlen in Alltagssprache, Bezug zur Werkstatt, z.B. Anzahl verkaufter Velos dank Onlinebestellungen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wie berechnest du die Click-Through-Rate (CTR)?

Klicks geteilt durch Impressionen, mal 100. Beispiel: 960 / 48'000 × 100 = 2 %.

Was sagt ein ROAS von 2.5 aus?

Für jeden Werbefranken wurden CHF 2.50 Umsatz erzielt. Ob das rentiert, hängt von der Marge ab.

Ab welchem ROAS ist eine Kampagne bei 40 % Bruttomarge kostendeckend?

Ab einem ROAS von 2.5, denn 1 / 0.4 = 2.5. Dann deckt der Bruttogewinn genau die Werbekosten.

Was ist in GA4 ein Schlüsselereignis?

Ein Ereignis, das als besonders wichtig markiert ist, z.B. ein Kauf oder ein abgeschicktes Formular. Früher hiess das in GA4 Conversion.

Warum ist die Öffnungsrate bei Newslettern heute unzuverlässig?

Weil manche Mailprogramme Bilder und damit das Öffnungs-Pixel automatisch laden. Öffnungen werden gezählt, obwohl niemand das Mail gelesen hat. Die Klickrate ist aussagekräftiger.

Warum zeigen Meta, GA4 und das Shopsystem unterschiedliche Verkaufszahlen?

Wegen unterschiedlicher Zuordnungsmodelle und Zeitfenster, abgelehnter Cookies und Messlücken. Deshalb legt man pro Kennzahl eine führende Quelle fest.

Womit beginnt ein guter Report für die Geschäftsleitung?

Mit der Kernaussage und den Empfehlungen. Details und Methodik folgen weiter hinten.

Was unterscheidet einen Intranet-Beitrag vom Report an die Geschäftsleitung?

Er erklärt die Ergebnisse in Alltagssprache, zeigt den Bezug zur Arbeit der Mitarbeitenden und verzichtet auf Fachbegriffe wie ROAS oder CPA.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Follower, Likes und Impressionen als Erfolg verkaufen, obwohl das Ziel Umsatz oder Anfragen war.
  • ROAS ohne Marge beurteilen und eine Kampagne mit Verlust als Erfolg melden.
  • Links ohne UTM-Parameter oder mit uneinheitlicher Schreibweise verschicken.
  • Zahlen aus verschiedenen Tools mischen, ohne eine führende Quelle festzulegen.
  • A/B-Tests mit mehreren gleichzeitig veränderten Elementen durchführen. Dann weiss niemand, was gewirkt hat.
  • Dashboards mit 20 Diagrammen bauen, in denen die wichtigste Aussage untergeht.
  • Für die Belegschaft denselben Report wie für die Geschäftsleitung verwenden.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Schreibe bei jeder Berechnung zuerst die Formel, dann die Zahlen und das Ergebnis mit Einheit.
  • Interpretiere jede Zahl im Vergleich: mit Zielwert, Vorperiode oder anderem Kanal.
  • Leite aus jeder Analyse mindestens eine konkrete Massnahme ab, nicht nur eine Beobachtung.
  • Passe bei Aufgaben zur internen Kommunikation Sprache, Länge und Medium sichtbar an das Publikum an.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

CTR
Click-Through-Rate: Anteil der Klicks an den Impressionen.
CPC
Cost per Click: durchschnittliche Kosten pro Klick.
CPM
Cost per Mille: Kosten pro 1'000 Impressionen.
Conversion Rate
Anteil der Besuche oder Klicks, die zu einer gewünschten Handlung führen, z.B. Kauf oder Anfrage.
CPA
Cost per Acquisition: Werbekosten pro Abschluss.
ROAS
Return on Ad Spend: Umsatz geteilt durch Werbekosten.
UTM-Parameter
Zusätze an einem Link, die Quelle, Medium und Kampagne für die Auswertung kennzeichnen.
Interaktionsrate (GA4)
Anteil der Sitzungen mit Interaktion, z.B. länger als 10 Sekunden, mehrere Seitenaufrufe oder ein Schlüsselereignis.
Attribution
Regel, welchem Kanal ein Abschluss zugerechnet wird, wenn eine Person mehrere Kontakte hatte.
Dashboard
Übersicht der wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick, meist automatisch aktualisiert.

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So helfen wir dir bei Modul 282

  • Wir rechnen mit dir Kampagnendaten aus deinem Betrieb durch und prüfen, ob die Kampagnen unter Berücksichtigung der Marge wirklich rentieren.
  • Wir gehen gemeinsam durch Google Analytics 4, richten eine UTM-Konvention ein und erklären dir, warum die Zahlen in verschiedenen Tools abweichen.
  • Wir bauen mit dir ein Looker-Studio- oder Excel-Dashboard und schärfen deinen Monatsreport, bis die Kernaussage auf den ersten Blick klar ist.
  • Wir helfen dir, dieselben Ergebnisse für Geschäftsleitung und Belegschaft unterschiedlich aufzubereiten, vom Report bis zum Intranet-Beitrag.

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