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Marketing & Kommunikation · Marktanalyse

Den Markt analysieren und strategische Ziele ableiten

Du untersuchst Markt, Umfeld, Konkurrenz und Zielgruppen eines Betriebs und leitest daraus messbare Ziele für das Marketing ab.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 20 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · BerufsfachschuleMediamatik: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Marktanalyse#PESTEL#SWOT#Konkurrenzanalyse#Persona#Marktsegmentierung#SMART-Ziele#Marktforschung

Überblick

Worum geht es?

Bevor eine Agentur eine Kampagne plant, muss sie wissen, in welchem Markt sich der Kunde bewegt. In diesem Modul grenzt du einen Markt ab, schätzt seine Grösse, untersuchst das Umfeld mit PESTEL und vergleichst die wichtigsten Konkurrenten. Du teilst den Markt in Segmente, beschreibst Zielgruppen als Personas und fasst alles in einer SWOT-Analyse zusammen. Daraus leitest du strategische Stossrichtungen und SMART formulierte Ziele ab, die später im Marketingkonzept umgesetzt werden.

Wofür brauchst du das?

Gute Gestaltung allein verkauft nichts, wenn sie die falschen Leute anspricht oder ein Angebot bewirbt, das gegen die Konkurrenz chancenlos ist. Wer den Markt versteht, kann in der Agentur oder Marketingabteilung begründen, warum eine Massnahme sinnvoll ist, und mit Kunden auf Augenhöhe diskutieren. Die Analyse ist die Grundlage für 279 (Marketingkonzept) und 280 (Marketingprodukte).

Das solltest du schon können

  • Prozentrechnen und einfache Tabellen und Diagramme in Excel erstellen
  • Online recherchieren, Quellen ablegen und Dokumente sauber strukturieren (Modul 286)
  • Grundbegriffe kennen: Produkt, Kunde, Konkurrenz, Umsatz

Typische Tools & Technologien

Bundesamt für Statistik (BFS)Google TrendsStatistaMicrosoft Forms / Google FormsExcel / Google SheetsMiro / Canva WhiteboardSimilarweb

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Einen Markt abgrenzen und seine Grösse schätzen

    Kompetenz A

    Du legst fest, welches Angebot, welche Region und welche Kundengruppe zum relevanten Markt gehören. Danach schätzt du mit nachvollziehbaren Annahmen Marktpotenzial, Marktvolumen und Marktanteil, auch wenn keine fertigen Zahlen vorliegen.

    Situation

    Velo Brunner in Thun verkauft pro Jahr 260 E-Bikes und will wissen, wie stark seine Stellung in der Region ist. Das Einzugsgebiet zählt rund 120'000 Einwohnende.

    Deine Aufgabe

    Schätze das jährliche Marktvolumen für E-Bikes im Einzugsgebiet und den Marktanteil von Velo Brunner.

    Gutes Ergebnis

    Annahme aus Branchenzahlen: rund 2 verkaufte E-Bikes pro 100 Einwohnende und Jahr. Marktvolumen also rund 2'400 E-Bikes. Marktanteil von Velo Brunner: 260 / 2'400 = rund 11 %. Die Annahmen und Quellen sind in einer Fussnote dokumentiert.

    relevanter MarktMarktpotenzialMarktvolumenMarktanteilAnnahme und QuelleFermi-Schätzung
  2. 2

    Das Unternehmensumfeld mit PESTEL untersuchen

    Kompetenz B

    Du prüfst, welche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen, ökologischen und rechtlichen Entwicklungen einen Betrieb beeinflussen. Du sammelst nicht einfach Stichworte, sondern beschreibst, welche konkrete Auswirkung jeder Faktor auf das Geschäft hat.

    Situation

    Ein regionaler Verlag im Thurgau gibt eine Wochenzeitung heraus. Die Inserateeinnahmen sinken seit Jahren.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine PESTEL-Analyse mit je zwei Faktoren und ihrer Auswirkung.

    Gutes Ergebnis

    Beispiele: Wirtschaftlich: KMU verschieben Werbebudgets zu Google und Meta, Inserateumsatz sinkt. Gesellschaftlich: Jüngere lesen News auf dem Smartphone, Printabos altern. Technologisch: KI-Tools senken Produktionskosten für Texte. Rechtlich: Das UWG verlangt für Werbe-Newsletter grundsätzlich eine Einwilligung und eine einfache Abmeldemöglichkeit, der Datenschutz verlangt Transparenz über die Datenbearbeitung. Fazit: Das Digitalangebot ist der wichtigste Hebel.

    PESTELMakroumweltTrendAuswirkungChance / Gefahr
  3. 3

    Konkurrenten systematisch vergleichen und positionieren

    Kompetenz C

    Du identifizierst direkte und indirekte Konkurrenten, vergleichst sie anhand klarer Kriterien wie Preis, Angebot, Standort, Online-Auftritt und Bewertungen und stellst das Ergebnis in einer Positionierungsmatrix dar. So erkennst du Lücken, die dein Kunde besetzen kann.

    Situation

    Ein neues Café in der Altstadt von Winterthur will sich gegen drei Konkurrenten in 300 Metern Umkreis behaupten.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die Konkurrenten und zeige eine mögliche Positionierung.

    Gutes Ergebnis

    Tabelle mit sieben Kriterien und Bewertungen von 1 bis 5. Positionierungskreuz mit den Achsen Preis und Atmosphäre: Zwei Konkurrenten sind günstig und auf Tempo ausgerichtet, einer ist teuer und gediegen. Lücke: mittleres Preisniveau mit ruhigen Arbeitsplätzen und Spezialitätenkaffee aus der Region.

    direkte / indirekte KonkurrenzKriterienrasterPositionierungskreuzBenchmarkUSP
  4. 4

    Den Markt segmentieren und Zielgruppen als Personas beschreiben

    Kompetenz D

    Du teilst Kundinnen und Kunden nach geografischen, demografischen, psychografischen und verhaltensbezogenen Merkmalen in Segmente ein. Für die wichtigsten Segmente erstellst du Personas mit Bedürfnissen, Mediennutzung und Kaufhürden, die auf echten Daten oder Gesprächen beruhen.

    Situation

    Eine Kletterhalle in Luzern will mehr Neukunden gewinnen. Eine Umfrage mit Microsoft Forms unter 180 Besuchenden liegt vor.

    Deine Aufgabe

    Bilde drei Segmente und erstelle für das attraktivste eine Persona.

    Gutes Ergebnis

    Segmente: Familien mit Kindern, Berufstätige 25 bis 35, Studierende. Persona 'Lea, 29, Projektleiterin in Kriens': klettert zweimal pro Woche nach der Arbeit, will flexible Abos ohne Jahresbindung, informiert sich über Instagram und Google-Bewertungen. Kaufhürde: volle Halle nach 18 Uhr.

    MarktsegmentierungSegmentierungskriterienPersonaPrimärforschungSekundärforschungStichprobe
  5. 5

    Die Ergebnisse in einer SWOT-Analyse verdichten und Strategien ableiten

    Kompetenz E

    Du fasst interne Stärken und Schwächen sowie externe Chancen und Gefahren zusammen. Mit der SWOT-Matrix kombinierst du die Felder und leitest strategische Stossrichtungen ab, z.B. Stärken nutzen, um Chancen zu ergreifen.

    Situation

    Velo Brunner hat eine starke Werkstatt mit schnellem Service, aber kaum Online-Präsenz. Der E-Bike-Markt wächst, gleichzeitig verkaufen Onlinehändler günstiger.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine SWOT-Analyse und leite zwei Strategien ab.

    Gutes Ergebnis

    SO-Strategie: Service-Abos für E-Bikes anbieten, auch für online gekaufte Velos. WO-Strategie: Online-Terminbuchung und Google-Unternehmensprofil aufbauen, damit Neukunden die Werkstatt finden. Beide Stossrichtungen sind in einer Tabelle mit den zugehörigen SWOT-Punkten verknüpft.

    Stärken / Schwächen (intern)Chancen / Gefahren (extern)SWOT-MatrixSO-, WO-, ST-, WT-Strategiestrategische Stossrichtung
  6. 6

    Strategische Ziele SMART formulieren

    Kompetenz E

    Aus den Strategien leitest du Ziele ab, die spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sind. Du unterscheidest ökonomische Ziele wie Umsatz oder Marktanteil von psychografischen Zielen wie Bekanntheit oder Image.

    Situation

    Die Geschäftsleitung von Velo Brunner sagt: 'Wir wollen digitaler werden und mehr verkaufen.'

    Deine Aufgabe

    Formuliere daraus drei SMART-Ziele für die nächsten 12 Monate.

    Gutes Ergebnis

    1. Bis 30.9.2027 werden 300 E-Bikes verkauft (plus 15 %). 2. Bis 31.3.2027 werden 30 % aller Werkstatttermine online gebucht. 3. Bis 30.6.2027 hat das Google-Unternehmensprofil mindestens 120 Bewertungen mit einem Schnitt von 4.6 oder höher.

    SMARTökonomisches Zielpsychografisches ZielZielhierarchieMessgrösse

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Markt abgrenzen und Grösse schätzen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Umfeld mit PESTEL untersuchen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Konkurrenz vergleichen und positionieren

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Segmente und Personas

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

SWOT, Strategie und SMART-Ziele

Ziel 5Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Neuer Schwung für Bergsport Keller

Selina ist Mediamatikerin im 2. Lehrjahr bei der Agentur Signalrot GmbH in Chur mit 14 Mitarbeitenden. Neukunde ist Bergsport Keller, ein Outdoorgeschäft mit 9 Angestellten, dessen Umsatz seit zwei Jahren stagniert. Bevor die Agentur eine Kampagne vorschlägt, soll Selina in vier Wochen eine Marktanalyse erarbeiten.

  1. Kapitel 1

    Wie gross ist der Kuchen?

    Selina grenzt den Markt auf Wander- und Skitourenausrüstung im Kanton Graubünden ein. Aus Zahlen eines Branchenverbands und der Einwohnerzahl schätzt sie ein Marktvolumen von rund CHF 38 Mio. Bergsport Keller setzt CHF 2.1 Mio. um und hält damit gut 5 % Marktanteil. Ihr Berufsbildner fragt, ob sie die Feriengäste berücksichtigt habe. Selina ergänzt eine zweite Schätzung über die Logiernächte und kennzeichnet sie klar als Annahme.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Was sich draussen verändert

    Mit der PESTEL-Checkliste sammelt Selina 14 Faktoren, vom schneearmen Winter bis zu steigenden Erwartungen an die Lawinensicherheit. Die Liste ist zu lang, um daraus etwas abzuleiten. Sie bewertet jeden Faktor nach Wirkung und Wahrscheinlichkeit und behält drei: kürzere Wintersaisons, der Trend zum Mieten statt Kaufen und Onlinehändler mit Gratisversand. Für jeden notiert sie eine Quelle und ob er Chance oder Risiko ist.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Vier Konkurrenten, eine Lücke

    Selina vergleicht zwei Fachgeschäfte in Chur, die Filiale einer Sportkette und einen grossen Onlineshop nach Preis, Beratung, Sortiment, Mietangebot und Google-Bewertungen. Auf der Positionierungskarte mit den Achsen Preis und Beratung steht Keller klar oben: 4.8 Sterne aus 210 Bewertungen. Gleichzeitig fällt auf, dass nur die Sportkette Skitourensets vermietet. Diese Lücke markiert sie für die SWOT.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Wer kauft eigentlich bei uns?

    Über einen QR-Code an der Kasse sammelt Selina in drei Wochen 140 Antworten mit Microsoft Forms. Beim Auswerten merkt sie, dass 70 % der Antworten von Stammkunden über 50 stammen und junge Leute kaum vertreten sind. Sie ergänzt fünf Kurzinterviews in einem Kletterclub. Daraus entstehen zwei Personas: Ruedi, 58, Wanderer mit hohem Qualitätsanspruch, und Lara, 27, Skitourengängerin, die online vergleicht und lieber mietet.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Von der SWOT zum Ziel

    In der SWOT verbindet Selina das fehlende Mietangebot (Schwäche) mit dem wachsenden Mietmarkt (Chance) zu einer WO-Strategie und nutzt dafür die starke Beratung: ein Mietangebot für Skitourenausrüstung mit persönlicher Einführung. Der Inhaber sagt nur: 'Wir müssen jünger werden.' Selina macht daraus zwei SMART-Ziele, etwa: 'Bis Ende 2027 stammen 20 % des Umsatzes von Kundinnen und Kunden unter 35, gemessen über die Kundenkarte.' In der Präsentation priorisiert die Geschäftsleitung das Mietangebot, weil es schnell umsetzbar ist.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Markt verstehen und Daten finden

    ca. 3 Std.

    Du lernst, einen Markt abzugrenzen, und übst die Recherche in seriösen Quellen.

    • Für ein Unternehmen aus deinem Umfeld den relevanten Markt in einem Satz definieren
    • Zahlen beim BFS, bei Branchenverbänden und in Google Trends suchen und Quellen notieren
    • Eine Marktgrösse mit eigenen Annahmen schätzen und die Rechnung offenlegen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Umfeld und Konkurrenz analysieren

    ca. 4 Std.

    Du untersuchst die äusseren Einflüsse und vergleichst die wichtigsten Mitbewerber.

    • Eine PESTEL-Analyse mit konkreten Auswirkungen erstellen
    • Drei Konkurrenten anhand von Website, Social Media, Preisen und Bewertungen vergleichen
    • Ein Positionierungskreuz mit zwei aussagekräftigen Achsen zeichnen

    Trainiert Kompetenz B1B2C1C2

    Lernziel23

  3. 3

    Zielgruppen erforschen

    ca. 4 Std.

    Du planst eine kleine Befragung, wertest sie aus und entwickelst daraus Personas.

    • Einen Fragebogen mit 8 bis 10 Fragen in Microsoft Forms oder Google Forms erstellen
    • Mindestens 30 Antworten sammeln und in Excel auswerten
    • Zwei Personas mit Foto, Zitat, Bedürfnissen, Mediennutzung und Kaufhürden gestalten

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  4. 4

    SWOT und Strategien

    ca. 3 Std.

    Du verdichtest alle Ergebnisse und leitest strategische Stossrichtungen ab.

    • Die Erkenntnisse aus Markt-, Umfeld-, Konkurrenz- und Zielgruppenanalyse in eine SWOT übertragen
    • In der SWOT-Matrix je eine SO-, WO-, ST- und WT-Strategie formulieren
    • Die zwei stärksten Strategien auswählen und begründen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  5. 5

    Ziele formulieren

    ca. 2 Std.

    Du übersetzt Strategien in messbare Ziele und prüfst sie kritisch.

    • Fünf schwammige Ziele aus Beispielen in SMART-Ziele umschreiben
    • Für jede Strategie ein ökonomisches und ein psychografisches Ziel formulieren
    • Für jedes Ziel festhalten, woher die Messdaten kommen

    Trainiert Kompetenz E2

    Lernziel6

  6. 6

    Marktanalyse als Gesamtdokument

    ca. 4 Std.

    Du erstellst für einen realen Betrieb eine kompakte Analyse, wie sie eine Agentur einem Kunden vorlegen würde.

    • Ein Dokument von 6 bis 8 Seiten mit Management Summary erstellen
    • Die Ergebnisse in 10 Minuten präsentieren und Rückfragen beantworten
    • Feedback einholen und die Ziele nachschärfen

    Trainiert Kompetenz A3B3C3E3

    Lernziel1356

Üben

Übungen aus der Praxis

Aus Wünschen werden Ziele

Einstieg Einstieg

Ein Coiffeursalon in Baden nennt folgende Ziele: 'Mehr junge Kundinnen', 'Bekannter werden', 'Besser auf Instagram sein', 'Mehr Umsatz mit Pflegeprodukten'.

Weist nach E1

  1. Prüfen, welche SMART-Kriterien bei jedem Ziel fehlen
  2. Jedes Ziel in ein SMART-Ziel umschreiben
  3. Zu jedem Ziel die Datenquelle für die Messung nennen
Tipp anzeigen

Messbar heisst: eine Zahl und eine Einheit. Terminiert heisst: ein konkretes Datum.

Lösungsskizze anzeigen

Beispiel: 'Bis 30.6.2027 sind 25 % der Neukundinnen zwischen 18 und 30 Jahre alt, gemessen über die Kundenkartei im Buchungstool.' Analog für Bekanntheit (Umfrage), Instagram (Follower und Interaktionsrate aus Meta Business Suite) und Pflegeprodukte (Kassensystem, Umsatz plus 20 %).

SWOT für einen Hofladen

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Bauernhof im Emmental betreibt einen Hofladen mit Fleisch, Käse und Gemüse. Stärken: hohe Qualität, treue Stammkundschaft. Schwächen: Öffnungszeiten nur Freitag und Samstag, kein Onlineshop. Im Dorf hat ein grosser Detailhändler eine Filiale eröffnet, gleichzeitig wächst die Nachfrage nach regionalen Produkten.

Weist nach E2

  1. Die Informationen den vier SWOT-Feldern zuordnen und je zwei eigene Punkte ergänzen
  2. In der SWOT-Matrix vier Strategien formulieren
  3. Eine Strategie auswählen und daraus zwei SMART-Ziele ableiten
Tipp anzeigen

Der Detailhändler ist eine Gefahr von aussen, die Öffnungszeiten eine Schwäche von innen. Verwechsle nicht intern und extern.

Lösungsskizze anzeigen

WO-Strategie: Selbstbedienungs-Hofladen mit Twint und Kühlschrank rund um die Uhr. ST-Strategie: Qualität und Herkunft sichtbar machen, um sich vom Detailhändler abzuheben. Ziele z.B.: 'Bis 31.12.2027 macht der Selbstbedienungsladen 30 % des Ladenumsatzes aus.'

Marktanalyse für ein neues Fitnessstudio

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Agentur erhält den Auftrag, für ein neues Fitnessstudio in Olten eine Marktanalyse zu erstellen. Das Studio plant 24-Stunden-Zugang und Kurse. In der Stadt gibt es bereits zwei Ketten und ein CrossFit-Studio.

Weist nach A2B3C3D3E3

  1. Den Markt abgrenzen und die Anzahl potenzieller Mitglieder schätzen
  2. Eine PESTEL-Analyse mit Auswirkungen erstellen
  3. Die drei Konkurrenten vergleichen und ein Positionierungskreuz zeichnen
  4. Zwei Personas entwickeln
  5. Eine SWOT erstellen und drei SMART-Ziele für das erste Betriebsjahr ableiten
Tipp anzeigen

Arbeite bei der Marktgrösse mit einer Kette von Annahmen: Einwohnende im Einzugsgebiet, Anteil im passenden Alter, Anteil mit Fitnessabo. Lege jede Annahme offen.

Lösungsskizze anzeigen

Einzugsgebiet z.B. 50'000 Einwohnende, davon 60 % zwischen 18 und 65, davon rund 15 % mit Fitnessabo, ergibt rund 4'500 potenzielle Mitglieder. Positionierung über 24-Stunden-Zugang und kleine Kurse. Personas z.B. Schichtarbeiter mit unregelmässigen Zeiten und Pendlerin. Ziele: 600 Mitglieder nach 12 Monaten, Kursauslastung 70 %, Google-Bewertung 4.5 oder höher.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Unterschied zwischen Marktpotenzial und Marktvolumen?

Das Marktpotenzial ist die maximal mögliche Absatzmenge, wenn alle potenziellen Kunden kaufen würden. Das Marktvolumen ist die tatsächlich verkaufte Menge aller Anbieter in einer Periode.

Wie berechnest du den Marktanteil?

Eigener Absatz oder Umsatz geteilt durch das Marktvolumen, mal 100.

Wofür stehen die Buchstaben in PESTEL?

Political, Economic, Social, Technological, Environmental, Legal: politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, technologisch, ökologisch, rechtlich.

Gehört 'neuer Konkurrent eröffnet im Quartier' zu den Schwächen oder zu den Gefahren?

Zu den Gefahren, weil es ein Faktor von aussen ist, den der Betrieb nicht direkt beeinflussen kann.

Was unterscheidet eine Persona von einer Zielgruppenbeschreibung?

Eine Persona ist eine konkrete, fiktive Person mit Namen, Alltag, Zielen und Hürden. Sie macht eine Zielgruppe greifbar und erleichtert Entscheidungen bei Inhalten und Kanälen.

Was ist der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärforschung?

Primärforschung erhebt neue Daten selbst, z.B. mit einer Umfrage. Sekundärforschung nutzt vorhandene Daten, z.B. BFS-Statistiken oder Branchenberichte.

Ist 'Wir wollen auf Instagram erfolgreicher werden' ein SMART-Ziel?

Nein. Es fehlen eine messbare Grösse, ein Zielwert und ein Termin, z.B. 'Interaktionsrate bis 31.3.2027 von 2 % auf 4 % steigern'.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Stärken und Chancen verwechseln: Stärken liegen im Betrieb, Chancen kommen von aussen.
  • Eine PESTEL-Analyse als Stichwortliste abgeben, ohne die konkrete Auswirkung auf den Betrieb zu beschreiben.
  • Personas erfinden, ohne sie mit Daten oder Gesprächen zu belegen.
  • Zahlen ohne Quelle oder Annahmen verwenden. Dann ist die Analyse nicht nachvollziehbar.
  • Ziele formulieren, die keine Verbindung zur SWOT oder zu den Strategien haben.
  • Nur grosse, bekannte Konkurrenten betrachten und indirekte Alternativen wie Gratis-Apps übersehen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Schreibe bei jeder SWOT oder PESTEL hinter jeden Punkt in wenigen Worten, warum er relevant ist.
  • Zeige bei Schätzungen die Rechnung Schritt für Schritt. Eine nachvollziehbare Annahme ist mehr wert als eine exakte Zahl ohne Weg.
  • Prüfe jedes Ziel am Schluss mit den fünf SMART-Buchstaben als Checkliste.
  • Verwende in Fallaufgaben die Informationen aus der Aufgabenstellung. Allgemeine Punkte ohne Bezug zum Fall geben kaum Punkte.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Marktvolumen
Tatsächlicher Absatz oder Umsatz aller Anbieter in einem Markt während einer Periode.
Marktanteil
Anteil eines Anbieters am Marktvolumen in Prozent.
PESTEL
Raster zur Analyse von politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen, ökologischen und rechtlichen Einflüssen.
SWOT
Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren eines Unternehmens.
Persona
Fiktive, datenbasierte Beschreibung einer typischen Person aus der Zielgruppe.
Marktsegmentierung
Aufteilung eines Markts in Gruppen mit ähnlichen Merkmalen und Bedürfnissen.
Positionierung
Gewünschte Stellung eines Angebots in den Köpfen der Zielgruppe im Vergleich zur Konkurrenz.
SMART
Kriterien für gute Ziele: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert.
USP
Unique Selling Proposition: das Alleinstellungsmerkmal eines Angebots.

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Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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  • Wir suchen mit dir passende Datenquellen für deinen Fall, vom BFS bis zu Branchenverbänden, und schätzen gemeinsam eine Marktgrösse mit sauberen Annahmen.
  • Wir prüfen deine SWOT- und PESTEL-Analyse darauf, ob intern und extern sauber getrennt sind und jeder Punkt eine Auswirkung hat.
  • Wir helfen dir, einen Fragebogen ohne Suggestivfragen zu bauen und die Antworten in Excel auszuwerten.
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