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Systeme & Betrieb · ICT-Arbeitsplatz

Eigene ICT-Arbeitsinstrumente einrichten und bedienen

Du richtest Laptop, Konten, Ablage und Office-Tools so ein, dass du sicher, schnell und ohne Datenverlust arbeiten kannst.

Einstieg Einstieg ca. 14 Std. SelbststudiumMediamatik: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Microsoft 365#Dateiablage#Cloud-Speicher#Passwortmanager#MFA#Backup#Office#Outlook#Teams#Selbstorganisation

Überblick

Worum geht es?

Am Anfang der Lehre bekommst du einen Laptop, ein Microsoft-365- oder Google-Konto und Zugang zu gemeinsamen Ordnern. In diesem Modul lernst du, daraus einen Arbeitsplatz zu machen, der dich unterstützt statt bremst. Du baust eine Ablage mit klaren Dateinamen auf, teilst Dateien kontrolliert, sicherst deine Konten mit Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung und richtest ein Backup ein, das du auch wirklich zurückspielen kannst. Dazu nutzt du Word, Excel, PowerPoint und Outlook mit Vorlagen und Regeln, damit Routinearbeiten in Minuten erledigt sind.

Wofür brauchst du das?

In einer Agentur oder Marketingabteilung arbeitest du täglich mit grossen Bild- und Videodateien, Kundendaten und vielen Versionen desselben Dokuments. Wer seine Ablage nicht im Griff hat, verschickt die falsche Version, findet Rohdaten nicht mehr oder verliert nach einem Laptopdefekt Wochen an Arbeit. Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz ist die Grundlage für alle weiteren Module, von 264 (Medienproduktionen vorbereiten) bis 306 (Kleinprojekte abwickeln).

Das solltest du schon können

  • Einen Computer mit Windows oder macOS grundlegend bedienen: Programme öffnen, Dateien speichern, im Explorer bzw. Finder navigieren
  • Ein E-Mail-Konto benutzen und Anhänge versenden
  • Zugangsdaten des Lehrbetriebs für Microsoft 365 oder Google Workspace erhalten haben

Typische Tools & Technologien

Microsoft 365 (Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Teams)OneDrive / SharePointGoogle WorkspaceBitwarden / 1Password / KeePassXCMicrosoft AuthenticatorWindows 11 / macOSDateiversionsverlauf / Time MachineExterne SSD / Synology NAS

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine klare Ablagestruktur mit Namenskonvention aufbauen

    Kompetenz A

    Du legst fest, wo welche Dateien hingehören und wie sie heissen. Mit einer einheitlichen Ordnerstruktur und Dateinamen mit Datum, Kunde, Inhalt und Version findest du jede Datei in Sekunden wieder, auch die Kolleginnen und Kollegen.

    Situation

    In deinem Downloads-Ordner liegen 140 Dateien wie 'Flyer_final.pdf', 'Flyer_final2.pdf' und 'IMG_4471.jpg'. Für die Bäckerei Hug in Luzern sollst du die Druckdaten von letzter Woche nachliefern.

    Deine Aufgabe

    Baue eine Projektstruktur auf und benenne die Dateien nach einer Konvention, die im Team gilt.

    Gutes Ergebnis

    Ordner '2026_Baeckerei-Hug_Herbstflyer' mit den Unterordnern '01_Briefing', '02_Rohdaten', '03_Arbeitsdateien', '04_Export', '05_Korrespondenz'. Dateinamen nach dem Muster '2026-09-26_Hug_Herbstflyer_A5_v03.pdf'. Die gesuchte Datei ist jetzt in zehn Sekunden gefunden.

    OrdnerhierarchieNamenskonventionISO-Datum JJJJ-MM-TTVersionierung v01, v02Archivierung
  2. 2

    Dateien in OneDrive, SharePoint oder Google Drive synchronisieren und gezielt teilen

    Kompetenz B

    Du verstehst den Unterschied zwischen deinem persönlichen Speicher und gemeinsamen Teamablagen. Du teilst Dateien mit passenden Berechtigungen, nutzt Ablaufdaten für externe Links und arbeitest gleichzeitig mit anderen in einem Dokument.

    Situation

    Ein Kunde soll das 380 MB grosse Rohvideo eines Imagefilms ansehen und Feedback geben. Der Anhang ist für E-Mail zu gross.

    Deine Aufgabe

    Stelle die Datei so bereit, dass nur der Kunde sie sehen kann und der Link nicht ewig gültig bleibt.

    Gutes Ergebnis

    Datei liegt im SharePoint-Projektordner. Freigabe 'Bestimmte Personen' an die Kundenadresse, nur Anzeigen, Download blockiert, Ablaufdatum in 14 Tagen. Im Mail steht der Link statt eines Anhangs.

    SynchronisationFreigabelinkBerechtigung Anzeigen / BearbeitenAblaufdatumCo-AuthoringDateien bei Bedarf
  3. 3

    Gerät und Konten mit Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern

    Kompetenz C

    Du verwendest für jedes Konto ein eigenes, langes Passwort aus dem Passwortmanager und schützt wichtige Konten zusätzlich mit einem zweiten Faktor. Dein Laptop ist verschlüsselt, sperrt sich automatisch und erhält Updates zeitnah.

    Situation

    Du hast bisher für Instagram, Canva, das Firmen-Mail und den Adobe-Account dasselbe Passwort genutzt. Bei einem Datenleck eines Onlineshops taucht genau dieses Passwort auf.

    Deine Aufgabe

    Sichere alle beruflichen Konten innert eines Nachmittags neu ab.

    Gutes Ergebnis

    Bitwarden ist eingerichtet, das Master-Passwort ist eine Passphrase aus fünf Wörtern. Alle 12 Konten haben neue, zufällige Passwörter mit 20 Zeichen. Microsoft 365, Adobe und Instagram sind mit der Authenticator-App geschützt, die Wiederherstellungscodes liegen ausgedruckt im abschliessbaren Korpus.

    PasswortmanagerPassphraseZwei-Faktor-Authentifizierung (MFA)WiederherstellungscodesBitLocker / FileVaultautomatische Bildschirmsperre
  4. 4

    Ein Backup nach der 3-2-1-Regel einrichten und die Wiederherstellung testen

    Kompetenz D

    Du weisst, dass eine synchronisierte Cloud-Ablage kein vollständiges Backup ist, weil Löschungen und Verschlüsselungen mitsynchronisiert werden. Du richtest automatische Sicherungen auf zwei Medien ein, eines davon ausser Haus, und prüfst regelmässig, ob du Dateien wirklich zurückholen kannst.

    Situation

    Du arbeitest an einem Fotoprojekt mit 420 GB RAW-Dateien auf dem Laptop. Die Dateien liegen wegen der Grösse nicht in OneDrive.

    Deine Aufgabe

    Plane und richte ein Backup ein, das auch einen Diebstahl des Laptops übersteht.

    Gutes Ergebnis

    Kopie 1: Original auf dem Laptop. Kopie 2: tägliches automatisches Backup auf das Synology-NAS der Agentur. Kopie 3: wöchentliche Sicherung auf eine externe SSD, die zu Hause liegt. Ein Testrestore von 20 Dateien hat funktioniert und ist im Backup-Protokoll vermerkt.

    3-2-1-RegelSynchronisation vs. BackupVersionsverlaufPapierkorb und AufbewahrungsfristRestore-Test
  5. 5

    Word, Excel und PowerPoint mit Vorlagen und Formatvorlagen effizient einsetzen

    Kompetenz E

    Du formatierst nicht mehr von Hand, sondern mit Formatvorlagen, Tabellenformaten und Folienmastern. So bleibt das Corporate Design einheitlich, Inhaltsverzeichnisse entstehen automatisch und Zahlen in Excel rechnen sich selbst nach.

    Situation

    Für die Lehrlingsbetreuung musst du jeden Monat einen Arbeitsbericht in Word und eine Stundenübersicht in Excel abgeben. Bisher kopierst du jedes Mal das alte Dokument und passt alles von Hand an.

    Deine Aufgabe

    Erstelle wiederverwendbare Vorlagen, die dir pro Monat mindestens 30 Minuten sparen.

    Gutes Ergebnis

    Eine Word-Vorlage (.dotx) mit Formatvorlagen für Titel, Überschrift 1 und 2, automatischem Inhaltsverzeichnis und Kopfzeile mit Logo. Eine Excel-Tabelle mit Tabellenformat, Spalten Datum, Projekt, Stunden und SUMMEWENN je Projekt. Neuer Monat: Vorlage öffnen, Zahlen eintragen, fertig.

    FormatvorlagenDokumentvorlage .dotx / .potxFolienmasterExcel-Tabelle (intelligente Tabelle)SUMME / SUMMEWENN / WENNSeriendruck
  6. 6

    E-Mail, Kalender und Teams so organisieren, dass nichts liegen bleibt

    Kompetenz F

    Du arbeitest mit Regeln, Kategorien und Kalendereinträgen statt mit einem überfüllten Posteingang. Du weisst, wann ein Thema in ein E-Mail, in einen Teams-Kanal oder in einen Chat gehört, und hast eine professionelle Signatur.

    Situation

    Dein Posteingang hat nach drei Wochen Lehre 600 ungelesene Mails, darunter Newsletter, automatische Benachrichtigungen aus Teams und echte Kundenanfragen.

    Deine Aufgabe

    Bringe Ordnung in den Posteingang und stelle sicher, dass Kundenanfragen nicht untergehen.

    Gutes Ergebnis

    Outlook-Regeln verschieben Newsletter und Systemmeldungen automatisch in eigene Ordner. Kundenmails erhalten die Kategorie 'Kunde, Antwort nötig'. Aufgaben mit Termin werden als Kalenderblock eingetragen. Nach einer Woche ist der Posteingang täglich leer.

    PosteingangsregelnKategorien und KennzeichnungKalenderfreigabeTeams-Kanal vs. ChatE-Mail-SignaturAbwesenheitsnotiz

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ablage und Namenskonvention

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Cloud und Freigaben

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Konten und Gerät absichern

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Backup und Wiederherstellung

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Office mit Vorlagen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Mail, Kalender und Teams organisieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Saras erste sechs Wochen bei Aareblau

Sara beginnt ihre Lehre als Mediamatikerin beim Designbüro Aareblau GmbH in Solothurn mit 15 Mitarbeitenden. Am ersten Tag erhält sie einen Laptop, ein Microsoft-365-Konto und Zugang zum SharePoint des Teams. Ihre Berufsbildnerin gibt ihr den Auftrag, den Arbeitsplatz in sechs Wochen so einzurichten, dass sie ihn danach einer neuen Lernenden erklären kann.

  1. Kapitel 1

    Wo ist die Datei?

    Nach zwei Wochen findet Sara die Fotos für den Weihnachtsflyer eines Kunden nicht mehr: Drei Versionen liegen in Downloads, auf dem Desktop und in einem Mailanhang. Sie baut eine Struktur mit Kunde, Jahr und Projekt und den Unterordnern 01_Briefing, 02_Material, 03_Entwurf und 04_Final. Dateien benennt sie neu nach dem Muster 2026-11-04_Weihnachtsflyer_Entwurf_v02. Als sie und ein Grafiker dieselbe Datei gleichzeitig bearbeiten, entsteht ein Synchronisationskonflikt, und das Team vereinbart, grössere Änderungen im Teams-Kanal kurz anzukündigen.

    Ziel 1Ziel 2

  2. Kapitel 2

    Der Rohschnitt für den Kunden

    Ein Kunde soll den Rohschnitt seines Imagefilms ansehen, die Datei ist 1.8 GB gross. Sara teilt sie aus OneDrive nur für bestimmte Personen, nur zum Ansehen und mit einem Ablaufdatum in 14 Tagen. Danach öffnet sie die Übersicht der geteilten Dateien und findet sechs alte Links, die für jede Person mit dem Link offen sind. Sie entfernt sie nach Rücksprache mit ihrer Berufsbildnerin.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Ein Mail, das zu echt aussah

    Sara erhält ein Mail mit dem Betreff 'Ihr Adobe-Konto wurde gesperrt' und hätte beinahe auf den Link geklickt. Sie meldet es der IT und merkt dabei, dass sie für fünf Konten dasselbe Passwort nutzt. Mit dem Passwortmanager Bitwarden, den die Firma vorgibt, ersetzt sie alle Passwörter durch lange Zufallspasswörter. Für Microsoft 365, Adobe und Instagram aktiviert sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer Authenticator-App, und die IT bestätigt, dass BitLocker aktiv ist.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Die Festplatte, die nicht mehr wollte

    Die RAW-Dateien eines Fotoshootings, rund 260 GB, passen nicht in OneDrive. Sara richtet nach der 3-2-1-Regel ein tägliches Backup auf eine externe SSD ein, eine zweite Kopie auf das NAS im Büro und eine wöchentliche Sicherung in einen Cloud-Backup-Dienst. Beim Testlauf stellt sie einen Ordner mit 12 GB in 18 Minuten wieder her. Zwei Wochen später fällt die SSD aus, und Sara holt die Daten ohne Verlust vom NAS zurück.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Routine in Minuten

    Für den monatlichen Arbeitsbericht baut Sara eine Word-Vorlage mit Formatvorlagen und Schnellbausteinen und eine Excel-Stundenübersicht mit SUMME und Datenüberprüfung. Der Bericht dauert jetzt 15 statt 50 Minuten. In Outlook leitet eine Regel Newsletter und Systemmeldungen in eigene Ordner, Aufgaben kennzeichnet sie, und im Kalender blockt sie zweimal täglich 90 Minuten Fokuszeit. Zum Abschluss erklärt sie einer neuen Lernenden ihr Arbeitsplatz-Handbuch auf vier Seiten.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Bestandesaufnahme deines Arbeitsplatzes

    ca. 1.5 Std.

    Bevor du etwas verbesserst, schaust du ehrlich hin: Wo liegen deine Dateien, welche Konten hast du, und was passiert, wenn der Laptop morgen gestohlen wird?

    • Alle beruflichen Konten in einer Liste erfassen (Dienst, Benutzername, MFA ja oder nein)
    • Ablageorte notieren: Desktop, Downloads, OneDrive, Teams, USB-Stick
    • Mit der Berufsbildnerin klären, welche Ablage und welche Tools im Betrieb vorgegeben sind

    Trainiert Kompetenz A1C1

    Lernziel13

  2. 2

    Ablage und Cloud aufräumen

    ca. 3 Std.

    Du baust eine Ordnerstruktur auf, legst eine Namenskonvention fest und lernst, Dateien sauber zu teilen.

    • Projektordner-Vorlage mit nummerierten Unterordnern anlegen und dreimal anwenden
    • 50 alte Dateien nach der neuen Konvention umbenennen und einsortieren
    • Eine Datei intern zum Bearbeiten und eine extern nur zum Ansehen mit Ablaufdatum freigeben

    Trainiert Kompetenz A2B1B2

    Lernziel12

  3. 3

    Konten und Gerät absichern

    ca. 2.5 Std.

    Du richtest einen Passwortmanager ein, aktivierst MFA und prüfst die Sicherheitseinstellungen deines Laptops.

    • Passwortmanager installieren, Browser-Erweiterung einrichten, Passphrase festlegen
    • Die fünf wichtigsten Konten auf neue Passwörter und MFA umstellen
    • Prüfen, ob BitLocker oder FileVault aktiv ist und die Bildschirmsperre nach 5 Minuten greift

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Backup aufbauen und testen

    ca. 2.5 Std.

    Du richtest eine automatische Sicherung ein und beweist dir selbst, dass sie funktioniert.

    • Skizze deiner Daten: Was liegt wo, was ist wie gross, was ist unersetzlich?
    • Dateiversionsverlauf oder Time Machine auf ein externes Laufwerk einrichten
    • Absichtlich eine Datei löschen und sie aus Backup und aus dem OneDrive-Versionsverlauf wiederherstellen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Office-Werkzeuge und Kommunikation im Griff

    ca. 3.5 Std.

    Du erstellst Vorlagen für wiederkehrende Dokumente und organisierst Posteingang und Kalender.

    • Eine Word-Vorlage mit Formatvorlagen und automatischem Inhaltsverzeichnis bauen
    • Eine Excel-Stundenliste mit Tabellenformat und SUMMEWENN erstellen
    • Drei Outlook-Regeln und eine Signatur nach Betriebsvorgabe einrichten

    Trainiert Kompetenz E1E2E3F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Dein Arbeitsplatz-Handbuch

    ca. 1.5 Std.

    Du dokumentierst deine Einrichtung auf zwei Seiten, sodass du sie auf einem neuen Gerät in einer Stunde wiederherstellen kannst.

    • Checkliste schreiben: Programme, Einstellungen, Ablage, Backup, Notfallkontakte
    • Das Handbuch mit einer Mitlernenden austauschen und gegenseitig prüfen
    • Einen Termin im Kalender setzen: monatlicher Backup- und Aufräumcheck

    Trainiert Kompetenz A3D3F3

    Lernziel146

Üben

Übungen aus der Praxis

Projektordner für die Agentur

Einstieg Einstieg

Die kleine Agentur, in der du arbeitest, startet nächste Woche drei Projekte: einen Flyer für ein Fitnessstudio, einen Imagefilm für eine Schreinerei und einen Instagram-Auftritt für ein Café.

Weist nach A1

  1. Eine Ordnervorlage entwerfen, die für alle drei Projekte passt
  2. Eine Namenskonvention für Dateien definieren und an drei Beispielen zeigen
  3. Festlegen, wo Rohdaten, Arbeitsdateien und finale Exporte liegen
Tipp anzeigen

Nummeriere die Unterordner (01_, 02_ usw.), damit die Reihenfolge überall gleich angezeigt wird.

Lösungsskizze anzeigen

Hauptordner 'JJJJ_Kunde_Projekt' mit 01_Briefing, 02_Rohdaten, 03_Arbeitsdateien, 04_Export, 05_Korrespondenz. Dateinamen 'JJJJ-MM-TT_Kunde_Inhalt_Format_vNN'. Keine Leer- oder Sonderzeichen, Umlaute ausschreiben.

Sicherheitscheck für ein Lernenden-Notebook

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein neuer Lernender im Betrieb hat sein Notebook selbst eingerichtet. Er speichert Passwörter im Browser ohne Hauptkennwort, hat keine MFA aktiv und arbeitet direkt auf dem Desktop.

Weist nach B2B3C2

  1. Eine Checkliste mit zehn Prüfpunkten für Konten, Gerät und Ablage erstellen
  2. Das Gerät anhand der Checkliste prüfen und die Mängel nach Dringlichkeit ordnen
  3. Eine Anleitung mit Screenshots für die drei wichtigsten Massnahmen schreiben
Tipp anzeigen

Starte mit dem, was bei einem Verlust des Geräts am meisten Schaden anrichtet: fehlende Verschlüsselung und Konten ohne MFA.

Lösungsskizze anzeigen

Checkliste mit Punkten wie Verschlüsselung aktiv, Updates aktuell, Bildschirmsperre, Passwortmanager, MFA für M365 und Social Media, Ablage im OneDrive statt Desktop, Backup vorhanden. Priorität 1: MFA und Verschlüsselung. Priorität 2: Passwortmanager. Priorität 3: Ablage und Backup.

Notfall: Laptop defekt kurz vor der Abgabe

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Am Donnerstag startet dein Laptop nicht mehr. Am Freitag um 10 Uhr musst du einem Kunden die finale Präsentation und das geschnittene Video zeigen. Du bekommst ein Ersatzgerät.

Weist nach C3D3E2

  1. Auflisten, welche Daten wo gesichert sind und was eventuell verloren ist
  2. Den Wiederherstellungsablauf in der richtigen Reihenfolge planen (Konten, Tools, Daten)
  3. Das Ersatzgerät einrichten und die Dateien wiederherstellen
  4. Im Nachgang festhalten, was du an deinem Backupkonzept verbessern würdest
Tipp anzeigen

Ohne Zugang zum Passwortmanager und zur MFA-App kommst du nirgends rein. Überlege, wo deine Wiederherstellungscodes liegen.

Lösungsskizze anzeigen

Zuerst Anmeldung mit MFA am Ersatzgerät, dann Passwortmanager entsperren. OneDrive synchronisiert Präsentation und Projektordner. Videoprojekt und Footage aus dem NAS-Backup holen, Version vom Mittwochabend prüfen. Lessons learned: Videoprojekte täglich sichern und einen Restore pro Monat testen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Warum ist OneDrive allein kein vollständiges Backup?

Weil Synchronisation Änderungen sofort überall übernimmt. Löscht oder verschlüsselt jemand eine Datei, ist sie auch in der Cloud betroffen. Ein Backup ist eine unabhängige Kopie mit älteren Ständen.

Was besagt die 3-2-1-Regel?

Drei Kopien deiner Daten, auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, davon eine Kopie ausser Haus.

Wie sieht ein guter Dateiname für die zweite Version eines A5-Flyers für die Firma Muster AG aus?

Zum Beispiel '2026-10-03_Muster-AG_Flyer_A5_v02.pdf': Datum vorne, keine Leerzeichen, klarer Inhalt und Versionsnummer.

Was schützt die Zwei-Faktor-Authentifizierung, was ein starkes Passwort allein nicht schützt?

Selbst wenn das Passwort gestohlen wird, braucht ein Angreifer zusätzlich den zweiten Faktor, z.B. den Code oder die Bestätigung in der Authenticator-App auf deinem Handy.

Wann teilst du einen Link mit 'Bestimmte Personen' statt mit 'Jeder mit dem Link'?

Immer bei vertraulichen oder kundenbezogenen Daten. Nur die genannten Personen können den Link öffnen, auch wenn er weitergeleitet wird.

Welchen Vorteil haben Formatvorlagen in Word?

Du änderst das Aussehen an einer Stelle und es passt sich im ganzen Dokument an. Ausserdem entsteht das Inhaltsverzeichnis automatisch aus den Überschriften.

Wohin gehört eine Absprache mit dem ganzen Projektteam: E-Mail, Teams-Kanal oder Chat?

In den Teams-Kanal des Projekts. Dort ist sie für alle sichtbar und bleibt beim Projekt. Der Chat eignet sich für kurze persönliche Fragen, E-Mail vor allem für externe Personen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Dateien auf dem Desktop oder in Downloads speichern. Diese Ordner sind oft weder synchronisiert noch gesichert.
  • Ein Backup einrichten, aber nie einen Restore testen. Dass es nicht funktioniert, merkst du sonst erst im Notfall.
  • Das Master-Passwort des Passwortmanagers oder die MFA-Wiederherstellungscodes nirgends sicher hinterlegen.
  • Kundendaten mit 'Jeder mit dem Link' teilen und den Link nie ablaufen lassen.
  • Dokumente von Hand formatieren statt mit Formatvorlagen. Jede Änderung wird dann zur Fleissarbeit.
  • Private und berufliche Konten mischen, z.B. Kundendateien im privaten Google Drive ablegen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Begründe jede Einstellung kurz: nicht nur 'MFA aktiviert', sondern auch, welches Risiko du damit reduzierst.
  • Zeige bei Aufgaben zur Ablage immer ein konkretes Beispiel mit Ordnerpfad und Dateiname.
  • Bei Backup-Fragen die Begriffe Backup, Synchronisation und Archiv sauber auseinanderhalten.
  • In Office-Aufgaben zuerst Formatvorlagen und Seitenlayout setzen, dann Inhalte einfügen. Das spart am Schluss viel Zeit.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Namenskonvention
Verbindliche Regel, wie Dateien und Ordner benannt werden, z.B. Datum, Kunde, Inhalt, Version.
Synchronisation
Automatischer Abgleich von Dateien zwischen Gerät und Cloud, sodass überall der gleiche Stand liegt.
Backup
Unabhängige Sicherungskopie, aus der du frühere Stände wiederherstellen kannst.
3-2-1-Regel
Faustregel für Backups: drei Kopien, zwei Medien, eine ausser Haus.
Passwortmanager
Programm, das starke, einzigartige Passwörter erzeugt und verschlüsselt speichert.
MFA
Mehr-Faktor-Authentifizierung: Anmeldung mit Passwort plus einem weiteren Nachweis, z.B. App-Bestätigung.
Formatvorlage
Gespeicherte Formatierung in Word, die du Textteilen zuweist, z.B. 'Überschrift 1'.
Folienmaster
Zentrale Vorlage in PowerPoint, die Layout, Schriften und Logo für alle Folien festlegt.
Co-Authoring
Mehrere Personen bearbeiten dasselbe Dokument gleichzeitig in der Cloud.

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