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Medien & Gestaltung · Farbe & Typo

Farbe und Typografie bestimmen und einsetzen

Du lernst, Farben und Schriften nicht nach Gefühl, sondern begründet auszuwählen, technisch korrekt anzulegen und für Print und Bildschirm gut lesbar einzusetzen.

Einstieg Einstieg ca. 20 Std. SelbststudiumMediamatik: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Farbe#Typografie#RGB#CMYK#Pantone#Farbkontraste#Schriftwahl#Schriftklassifikation#Lesbarkeit#Corporate Design

Überblick

Worum geht es?

Du verstehst, wie Farben entstehen und warum ein Blau auf dem Bildschirm (RGB) anders aussieht als im Druck (CMYK). Du nutzt Farbkontraste und Farbwirkung gezielt, legst Farbpaletten mit Hex-, RGB-, CMYK- und Pantone-Werten an und prüfst Kontraste auf Barrierefreiheit. In der Typografie kennst du Schriftklassen, wählst Schriften passend zu Inhalt und Zielgruppe und setzt Text mit korrektem Schriftgrad, Zeilenabstand und Zeilenlänge. Am Ende kannst du für ein Produkt eine Farb- und Schriftwelt festlegen und begründen.

Wofür brauchst du das?

Farbe und Schrift prägen den ersten Eindruck jedes Mediums, vom Flyer bis zur Website. In Agenturen und Marketingabteilungen musst du Corporate-Design-Vorgaben korrekt umsetzen und eigene Vorschläge fachlich begründen können. Falsch angelegte Farben führen zu teuren Fehldrucken, schlecht gewählte Schriften zu Texten, die niemand liest. Das Modul ist die Grundlage für Layouts (273), Printprodukte (272), Websites (287) und Animationen (266).

Das solltest du schon können

  • Einen Computer und gängige Programme sicher bedienen
  • Interesse an Gestaltung: bewusst hinschauen, wie Plakate, Verpackungen und Websites gestaltet sind
  • Eigene Arbeitsumgebung mit Adobe Creative Cloud eingerichtet haben (Modul 286)

Typische Tools & Technologien

Adobe IllustratorAdobe InDesignAdobe ColorPantone Color Bridge / HKS-FächerFigmaGoogle Fonts / Adobe FontsWebAIM Contrast Checker

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Farbmodelle und Farbräume für Bildschirm und Druck richtig anwenden

    Kompetenz A

    Du weisst, dass Bildschirme additiv mit Licht (RGB) und Druckmaschinen subtraktiv mit Farbe (CMYK) arbeiten. Du wählst den passenden Farbraum und kennst die Grenzen: Leuchtende RGB-Farben lassen sich nicht immer drucken.

    Situation

    Ein Startup hat sein Logo in einem knalligen Neongrün (#39FF14) nur für das Web definiert. Jetzt sollen Visitenkarten und ein Messestand gedruckt werden.

    Deine Aufgabe

    Erkläre das Problem und schlage eine Lösung für den Druck vor.

    Gutes Ergebnis

    Das Neongrün liegt ausserhalb des CMYK-Farbraums und würde im Offsetdruck stumpf erscheinen. Vorschlag: CMYK-Annäherung C 55 M 0 Y 100 K 0 für Standarddrucke und ein Pantone-Sonderfarbton (z.B. Pantone 802 C) für Visitenkarten und den Stand. Alle Werte werden in einem Farbblatt dokumentiert.

    RGB (additiv)CMYK (subtraktiv)Hex-CodeFarbraum / GamutSonderfarbe (Pantone, HKS)Farbprofil (sRGB, PSO Coated v3)
  2. 2

    Farbwirkung und Farbkontraste gezielt einsetzen

    Kompetenz B

    Du kennst die Wirkung von Farben und ihre kulturelle Bedeutung und setzt Kontraste wie Hell-Dunkel, Kalt-Warm, Komplementär- oder Qualitätskontrast gezielt ein, um Aufmerksamkeit zu lenken.

    Situation

    Ein Bio-Hofladen möchte ein Plakat für den Spargelverkauf. Der erste Entwurf in Grün auf Grün geht auf der Strasse unter.

    Deine Aufgabe

    Überarbeite die Farbgebung mit einem gezielten Kontrast.

    Gutes Ergebnis

    Hintergrund in gedämpftem Salbeigrün, der Spargel und das Wort 'Frisch' in warmem Orange als Komplementärkontrast. Der Preis in Dunkelgrün mit starkem Hell-Dunkel-Kontrast. Das Plakat wirkt natürlich, der Blick fällt aber zuerst auf Produkt und Preis.

    Farbkreis nach IttenKomplementärkontrastHell-Dunkel-KontrastKalt-Warm-KontrastQualitätskontrastFarbassoziation
  3. 3

    Eine Farbpalette für ein Corporate Design erstellen und dokumentieren

    Kompetenz C

    Du entwickelst eine Palette mit Primär-, Sekundär- und Akzentfarben sowie Neutraltönen. Jede Farbe dokumentierst du mit allen Werten und prüfst Text-Kontraste nach WCAG.

    Situation

    Eine Physiotherapiepraxis in Winterthur möchte für Website und Drucksachen eine einheitliche Farbwelt, die ruhig, vertrauensvoll und modern wirkt.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Palette mit fünf Farben und dokumentiere sie.

    Gutes Ergebnis

    Primär Petrol (#1F6F78), Sekundär Sand (#E8DCC8), Akzent Koralle (#E86F51), Dunkel (#1E2A2E) für Text, Hell (#F7F5F1) für Flächen. Jede Farbe mit Hex, RGB, CMYK und nächstem Pantone-Wert. Kontrastprüfung: Dunkel auf Hell ca. 13.5:1, Weiss auf Petrol ca. 5.8:1, beide erfüllen WCAG AA für Fliesstext (mind. 4.5:1).

    Primär- / Sekundär- / AkzentfarbeNeutraltöne60-30-10-RegelWCAG-Kontrast 4.5:1Farbblatt / Styleguide
  4. 4

    Schriften nach Klassifikation, Zweck und Wirkung auswählen

    Kompetenz D

    Du unterscheidest Schriftklassen wie Antiqua, Grotesk, Serifenbetonte und Schreibschriften und kennst ihre Wirkung. Du kombinierst höchstens zwei Schriftfamilien und prüfst Lizenz, Schriftschnitte und Sprachunterstützung.

    Situation

    Ein traditionsreicher Weinbaubetrieb im Lavaux möchte eine neue Weinkarte und Website, die edel, aber nicht altmodisch wirken.

    Deine Aufgabe

    Wähle eine Schriftkombination und begründe sie.

    Gutes Ergebnis

    Titel in einer klassizistischen Antiqua (z.B. Playfair Display) für Eleganz, Fliesstext und Preise in einer humanistischen Grotesk (z.B. Source Sans 3) für gute Lesbarkeit auf Papier und Bildschirm. Beide sind unter der Open Font License frei nutzbar, unterstützen Französisch mit allen Akzenten und haben genug Schnitte (Regular, Italic, Semibold, Bold).

    SchriftklassifikationAntiqua / Grotesk / EgyptienneSchriftfamilie / SchriftschnittSchriftmischungSchriftlizenz
  5. 5

    Text gut lesbar setzen: Schriftgrad, Zeilenabstand, Zeilenlänge

    Kompetenz E

    Du wählst Schriftgrad, Zeilenabstand, Zeilenlänge, Laufweite und Satzart passend zum Medium. Du kennst typische Werte für Print und Bildschirm und erkennst, warum ein Text schwer lesbar ist.

    Situation

    Die Gemeindeverwaltung beklagt, dass ihr Informationsblatt im A4-Format kaum gelesen wird. Der Text ist in 9 pt über die volle Breite von 18 cm im Blocksatz gesetzt.

    Deine Aufgabe

    Analysiere die Probleme und setze den Text neu.

    Gutes Ergebnis

    Probleme: Zeilen mit über 110 Zeichen, zu kleiner Schriftgrad für ältere Leserinnen, Löcher im Blocksatz. Neu: zwei Spalten, 11 pt auf 15 pt Zeilenabstand, ca. 60 Zeichen pro Zeile, linksbündiger Flattersatz mit Silbentrennung, Zwischentitel in 14 pt Semibold.

    Schriftgrad (pt)Zeilenabstand und DurchschussZeilenlänge (45 bis 75 Zeichen)Satzart (Flattersatz, Blocksatz)Laufweite / KerningHierarchie
  6. 6

    Mikrotypografische Regeln für die Schweiz korrekt anwenden

    Kompetenz F

    Du setzt Anführungszeichen, Apostrophe, Striche, Leerzeichen und Zahlen nach Schweizer Gepflogenheit. Diese Details machen den Unterschied zwischen einem laienhaften und einem professionellen Text.

    Situation

    In einer Broschüre stehen Zeilen wie "Preis: CHF 1'250.-", "Öffnungszeiten 8-17 Uhr" und gerade Anführungszeichen.

    Deine Aufgabe

    Korrigiere die Mikrotypografie nach Schweizer Regeln.

    Gutes Ergebnis

    Schweizer Anführungszeichen « » statt gerader Zeichen, Zahlen mit typografischem Apostroph oder schmalem Leerzeichen als Tausendertrennzeichen (CHF 1’250.00), Streckenangaben und Zeiträume mit Halbgeviertstrich statt Bindestrich, geschütztes Leerzeichen zwischen CHF und Betrag, damit es nicht umbricht.

    Guillemets « »typografischer ApostrophHalbgeviertstrich / Bindestrichgeschütztes LeerzeichenLigaturenVersalien / Kapitälchen

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Farbmodelle und Farbräume

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Farbwirkung und Kontraste

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Farbpalette

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Schriftwahl

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Lesbarer Satz

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Mikrotypografie

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Farben und Schriften für die Boulderhalle Munot

Amélie ist im 1. Lehrjahr als Mediamatikerin bei der Werbeagentur Fürst & Partner in Schaffhausen mit 12 Mitarbeitenden. Die neue Boulderhalle Munot eröffnet im Herbst und hat bisher nur ein Logo in leuchtendem Pink, das jemand für Instagram gestaltet hat. Amélie soll mit ihrer Berufsbildnerin eine Farb- und Schriftwelt für Website, Flyer, Kursprogramm und Beschriftung festlegen.

  1. Kapitel 1

    Pink, das sich nicht drucken lässt

    Das Logo ist nur als #FF2D95 definiert. Als Amélie die Farbe in Illustrator nach CMYK umwandelt, wird sie deutlich stumpfer, und Photoshop zeigt die Farbumfang-Warnung an. Sie erklärt der Hallenleitung, warum leuchtendes Bildschirm-Pink im Vierfarbdruck nicht erreichbar ist. Für Visitenkarten und Schilder schlägt sie eine Pantone-Sonderfarbe vor, für den günstigen Flyer im Digitaldruck einen möglichst nahen CMYK-Aufbau.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Grau auf Grau an der Kletterwand

    Der erste Plakatentwurf der Halle zeigt dunkelgrauen Text auf mittelgrauem Beton mit einem kleinen pinken Logo. Amélie hängt einen Ausdruck an die Wand und schaut aus fünf Metern: Nichts springt ins Auge. Sie testet drei Varianten und entscheidet sich für ein dunkles Petrol als Grundfläche, auf dem Pink als Komplementär- und Hell-Dunkel-Kontrast leuchtet. Die Hallenleitung findet, das Plakat wirke endlich nach Bewegung und Energie.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Fünf Farben mit allen Werten

    Amélie baut eine Palette aus Pink als Primärfarbe, Petrol als Sekundärfarbe, Gelb als Akzent für Kursangebote und zwei Grautönen. Jede Farbe dokumentiert sie mit Hex, RGB, CMYK und Pantone. Im WebAIM Contrast Checker fällt weisser Text auf Pink mit rund 3.5:1 für normale Schriftgrössen durch. Sie ergänzt deshalb ein dunkleres Pink für Buttons und Links, das 4.6:1 erreicht, und hält die Regel im Styleguide fest.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Graffiti oder Grotesk?

    Der Hallenleiter möchte überall eine Graffiti-Schrift, die er im Internet gefunden hat. Amélie setzt damit einen Titel und einen Absatz Kursbeschreibung: Der Titel wirkt stark, der Absatz ist kaum lesbar. Zudem erlaubt die Lizenz der Schrift keine kommerzielle Nutzung. Sie schlägt eine kräftige, lizenzierte Display-Schrift für Titel und eine gut lesbare Grotesk mit vielen Schnitten für alle Texte vor und zeigt beides am Beispiel des Kursprogramms.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Das Kursprogramm, das niemand las

    Das bisherige Kursprogramm war in 9 pt im Blocksatz über 18 cm Breite gesetzt. Amélie stellt auf zwei Spalten mit rund 60 Zeichen pro Zeile, 10.5 pt Schrift, 14 pt Zeilenabstand und linksbündigen Satz um. Danach geht sie mit ihrer Checkliste durch den Text: Gerade Anführungszeichen werden zu Guillemets, Bindestriche in Zeitangaben zu korrekten Bis-Strichen, und zwischen Zahl und Einheit kommt ein geschütztes Leerzeichen. Die Hallenleitung bemerkt die Details nicht bewusst, findet das Programm aber 'viel ruhiger'.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Farbe sehen und verstehen

    ca. 3 Std.

    Du lernst die Grundlagen von Farbmodellen und warum Farbe auf Bildschirm und Papier unterschiedlich aussieht.

    • Dieselbe Farbe in Illustrator als RGB und CMYK anlegen und die Werte vergleichen
    • Eine Datei ausdrucken und Farben mit dem Bildschirm und einem Pantone-Fächer vergleichen
    • Die Farbumfang-Warnung in Photoshop bei leuchtenden Farben ausprobieren

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Farbkontraste und Farbwirkung

    ca. 3 Std.

    Du trainierst dein Auge für Kontraste und lernst, Farben bewusst einzusetzen.

    • Für jeden der sieben Farbkontraste nach Itten ein Beispiel aus der Werbung suchen
    • Ein Plakat in drei Farbvarianten gestalten und die Wirkung vergleichen
    • Farbassoziationen in verschiedenen Branchen (Bank, Bio, Sport, Medizin) sammeln

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Farbpaletten entwickeln

    ca. 3 Std.

    Du baust eine vollständige, dokumentierte Palette für ein Unternehmen.

    • Mit Adobe Color aus einem Foto eine Palette ableiten
    • Alle Farben mit Hex, RGB, CMYK und Pantone dokumentieren
    • Textkontraste mit dem WebAIM Contrast Checker prüfen und anpassen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Schriften erkennen und auswählen

    ca. 4 Std.

    Du lernst Schriften zu unterscheiden und gezielt zu kombinieren.

    • Je zwei Beispiele pro Schriftklasse aus Zeitungen, Verpackungen und Websites sammeln
    • Ein Wort in zehn Schriften setzen und die Wirkung beschreiben
    • Drei Schriftpaare für unterschiedliche Kunden zusammenstellen und begründen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Lesbarer Satz und Mikrotypografie

    ca. 4 Std.

    Du setzt Texte so, dass sie gern gelesen werden, und achtest auf die Details.

    • Einen Text in InDesign mit verschiedenen Schriftgraden, Zeilenabständen und Spaltenbreiten setzen und ausdrucken
    • Eine Checkliste für Schweizer Mikrotypografie erstellen
    • Einen fehlerhaften Text korrigieren: Anführungszeichen, Striche, Zahlen, Leerzeichen

    Trainiert Kompetenz E1E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Farb- und Schriftkonzept für einen Kunden

    ca. 3 Std.

    Du verbindest alles zu einem Konzept, wie es im Kompetenznachweis verlangt wird.

    • Für ein fiktives KMU Farbpalette und Schriftkombination festlegen
    • Ein einseitiges Styleguide-Blatt mit Farben, Schriften und Anwendungsbeispielen gestalten
    • Das Konzept in 5 Minuten präsentieren und begründen

    Trainiert Kompetenz B3C3D3E3

    Lernziel3245

Üben

Übungen aus der Praxis

Farbwerte für Web und Druck festlegen

Einstieg Einstieg

Ein Turnverein hat als Vereinsfarben nur 'Rot und Weiss' festgelegt. Für Website, Trikots und Flyer braucht es genaue Werte.

Weist nach A1C1

  1. Ein passendes Rot auswählen und als Hex, RGB, CMYK und Pantone dokumentieren
  2. Prüfen, ob weisser Text auf dem Rot lesbar ist (WCAG-Kontrast)
  3. Ein Farbblatt mit allen Werten erstellen
Tipp anzeigen

Ein Rot, das auf dem Bildschirm perfekt aussieht, kann im Druck orange oder bräunlich wirken. Prüfe den CMYK-Wert mit einem Pantone-Fächer oder Probedruck.

Lösungsskizze anzeigen

Z.B. Rot #D52B1E, RGB 213/43/30, CMYK 0/95/90/5, nahe an Pantone 485 C. Weiss auf diesem Rot erreicht ca. 5:1 und erfüllt damit WCAG AA für normalen Text. Farbblatt mit Mustern, Werten und Hinweis, welche Werte für welches Medium gelten.

Typografie eines Flyers verbessern

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Musikschule hat einen A5-Flyer selbst gestaltet: vier verschiedene Schriften, Text in 8 pt, zentriert, gerade Anführungszeichen, Datum '12.-14.5.'.

Weist nach D2E2F2

  1. Alle typografischen Probleme auflisten und begründen
  2. Eine Schriftkombination mit höchstens zwei Familien wählen
  3. Hierarchie mit drei Ebenen (Titel, Zwischentitel, Fliesstext) festlegen
  4. Den Flyer neu setzen und die Mikrotypografie korrigieren
Tipp anzeigen

Zentrierter Text eignet sich für kurze Titel, nicht für Fliesstext. Das Auge findet sonst den Anfang der nächsten Zeile nicht.

Lösungsskizze anzeigen

Probleme: zu viele Schriften, zu kleiner Schriftgrad, zentrierter Fliesstext, falsche Zeichen. Neu: eine Grotesk in drei Schnitten oder Grotesk plus Antiqua, Titel 28 pt, Zwischentitel 13 pt Bold, Fliesstext 9.5 pt auf 13 pt linksbündig. Guillemets, Datum mit Halbgeviertstrich und geschützten Leerzeichen.

Farb- und Schriftkonzept für eine Zahnarztpraxis

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine neue Zahnarztpraxis in Bern mit Fokus auf Familien braucht ein Farb- und Schriftkonzept für Website, Terminkarten, Praxisbeschriftung und Instagram. Sie will freundlich wirken, aber medizinisch kompetent.

Weist nach B3C3D3E3

  1. Zielgruppe und gewünschte Wirkung in Stichworten festhalten
  2. Farbpalette mit fünf Farben inklusive aller Werte entwickeln
  3. Schriftkombination auswählen, Lizenz und Schnitte prüfen
  4. Typografische Hierarchie für Print und Web mit konkreten Werten festlegen
  5. Ein zweiseitiges Styleguide-Dokument gestalten und die Entscheide begründen
Tipp anzeigen

Typisches Arzt-Blau und Weiss wirken kompetent, aber kühl. Überlege, wie du mit einer warmen Akzentfarbe die Familienfreundlichkeit zeigen kannst, ohne kindisch zu wirken.

Lösungsskizze anzeigen

Primär ein ruhiges Türkisblau, Akzent ein warmes Gelb oder Apricot, Neutraltöne für Text und Flächen. Alle Kontraste nach WCAG geprüft. Schrift: eine runde, freundliche Grotesk für Titel und eine gut lesbare Grotesk für Fliesstext, beide mit Webfont-Lizenz. Hierarchie Print: H1 24 pt, Fliesstext 10 pt auf 14 pt. Web: H1 40 px, Fliesstext 18 px, Zeilenhöhe 1.5.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Warum sieht eine leuchtende Bildschirmfarbe im Druck oft blasser aus?

Weil der CMYK-Farbraum kleiner ist als der RGB-Farbraum. Sehr leuchtende RGB-Farben lassen sich mit Druckfarben nicht exakt wiedergeben.

Wann setzt du eine Sonderfarbe wie Pantone ein?

Wenn eine Farbe exakt und auf allen Drucksachen gleich erscheinen muss, z.B. eine Logofarbe, oder wenn sie im CMYK-Farbraum nicht erreichbar ist.

Welches Kontrastverhältnis verlangt WCAG AA für normalen Fliesstext?

Mindestens 4.5:1, für grossen Text mindestens 3:1.

Welche Zeilenlänge ist für gut lesbaren Fliesstext ideal?

Etwa 45 bis 75 Zeichen inklusive Leerzeichen, ideal um 60 Zeichen.

Was ist der Unterschied zwischen Antiqua und Grotesk?

Antiqua-Schriften haben Serifen und meist unterschiedliche Strichstärken, Grotesk-Schriften sind serifenlos mit eher gleichmässigen Strichen.

Welche Anführungszeichen verwendet man in der Schweiz?

Guillemets mit den Spitzen nach aussen: « » und für Zitate im Zitat ‹ ›.

Welcher Zeilenabstand ist für Fliesstext ein guter Ausgangswert?

Etwa 120 bis 145 % des Schriftgrads, z.B. 10 pt Schrift auf 13 bis 14 pt Zeilenabstand.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Farben nur am Bildschirm beurteilen, ohne Probedruck oder Farbfächer.
  • Logos und Drucksachen mit RGB-Farben an die Druckerei schicken.
  • Zu viele Schriften kombinieren. Mehr als zwei Familien wirken fast immer unruhig.
  • Hellgrauen Text auf weissem Hintergrund verwenden, weil es elegant aussieht, aber kaum lesbar ist.
  • Gerade Anführungszeichen, Bindestriche statt Halbgeviertstriche und deutsche statt Schweizer Anführungszeichen setzen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Begründe jede Farb- und Schriftwahl mit Wirkung, Zielgruppe und Lesbarkeit, nicht mit 'gefällt mir'.
  • Gib Farbwerte immer vollständig an: Hex, RGB, CMYK und wenn möglich Pantone.
  • Nenne bei der Typografie konkrete Werte: Schriftgrad, Zeilenabstand, Spaltenbreite.
  • Kontrolliere vor der Abgabe gezielt die Mikrotypografie. Diese Fehler fallen Prüfenden sofort auf.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

RGB
Additives Farbmodell aus Rot, Grün und Blau für Bildschirme.
CMYK
Subtraktives Farbmodell aus Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz (Key) für den Druck.
Pantone
Weltweit verbreitetes System von Sonderfarben mit festen Farbnummern.
Farbraum (Gamut)
Menge aller Farben, die ein Gerät oder Verfahren darstellen kann.
Schriftgrad
Grösse einer Schrift, meist in typografischen Punkten (pt) angegeben.
Zeilenabstand
Abstand von Grundlinie zu Grundlinie zweier Textzeilen.
Laufweite
Gleichmässiger Abstand zwischen allen Buchstaben eines Textes.
Kerning
Anpassung des Abstands zwischen zwei bestimmten Buchstaben, z.B. bei 'Te' oder 'AV'.
Guillemets
In der Schweiz übliche Anführungszeichen in Form von Doppelwinkeln « ».
Flattersatz
Satzart, bei der die Zeilen auf einer Seite bündig und auf der anderen unterschiedlich lang sind.

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So helfen wir dir bei Modul 270

  • Wir prüfen mit dir die Farbwerte deines Projekts für Web und Druck und erklären, warum eine Farbe im Druck anders aussieht als am Bildschirm.
  • Wir trainieren mit dir das Erkennen von Schriftklassen anhand echter Plakate, Verpackungen und Websites.
  • Wir gehen deine Layouts gemeinsam auf Lesbarkeit und Mikrotypografie durch und zeigen dir konkrete Korrekturen.
  • Wir üben mit dir, Gestaltungsentscheide in der Prüfung kurz und fachlich zu begründen.

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