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Medien & Gestaltung · Entwürfe präsentieren

Gestaltungsentwürfe erstellen und präsentieren

Du lernst, aus einem Kundenbriefing mehrere durchdachte Gestaltungsideen zu entwickeln und sie so zu präsentieren, dass der Kunde eine begründete Entscheidung treffen kann.

Anspruchsvoll Anspruchsvoll ca. 25 Std. SelbststudiumMediamatik: 4. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Briefing#Ideenfindung#Scribble#Moodboard#Layout#Gestaltungsprinzipien#Präsentation#Kundenfeedback#Mockup

Überblick

Worum geht es?

Im letzten Lehrjahr bringst du zusammen, was du über Farbe, Typografie, Layout und Bild gelernt hast. Du wertest ein Briefing aus, klärst offene Punkte, entwickelst mit Kreativtechniken mehrere Gestaltungsrichtungen und arbeitest die stärksten zu präsentationsreifen Entwürfen aus. Dann stellst du sie dem Kunden vor, begründest deine Entscheide und nimmst Feedback so auf, dass die Überarbeitung zielgerichtet wird. Am Ende kannst du einen Gestaltungsauftrag vom Briefing bis zum freigegebenen Entwurf selbstständig führen.

Wofür brauchst du das?

In Agenturen und Marketingabteilungen entscheidet die Präsentation oft mehr über einen Auftrag als der Entwurf selbst. Wer erklären kann, warum eine Gestaltung funktioniert, wird ernst genommen und muss weniger Korrekturschlaufen drehen. Das Modul bereitet direkt auf die IPA und den Berufsalltag vor, in dem du Entwürfe für Plakate, Kampagnen oder Websites verkaufen musst.

Das solltest du schon können

  • Farbwirkung, Farbkontraste und typografische Regeln sicher anwenden (Modul 270)
  • Printprodukte wie Flyer oder Plakate von der Idee bis zur Umsetzung gestalten (Modul 272)
  • Layouts mit Gestaltungsraster und Musterseiten anlegen (Modul 273)
  • Zielgruppen und Kernbotschaften aus einem Marketingkonzept herauslesen (Modul 279)

Typische Tools & Technologien

Adobe InDesignAdobe IllustratorAdobe PhotoshopFigmaMiro / FigJamPowerPoint / KeynoteMockup-Vorlagen (PSD, Figma)Adobe Color

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Ein Briefing auswerten und offene Fragen gezielt klären

    Kompetenz A

    Du liest ein Briefing kritisch und filterst Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Tonalität, Medien, Budget und Termine heraus. Was fehlt oder widersprüchlich ist, klärst du in einem Rebriefing, bevor du die erste Idee skizzierst.

    Situation

    Eine Bäckerei-Kette eröffnet eine Filiale in Winterthur und schreibt: 'Wir brauchen ein Plakat, modern, aber traditionell, für alle Altersgruppen. Budget offen.'

    Deine Aufgabe

    Identifiziere Lücken und Widersprüche und formuliere Fragen für das Rebriefing.

    Gutes Ergebnis

    Fünf Fragen: Was ist das wichtigste Ziel (Bekanntheit oder Eröffnungsaktion)? Welche Kundschaft ist am Standort am wichtigsten? Gibt es ein CD-Manual? Welche Formate (F4, Inserat, Social Post)? Was heisst 'modern, aber traditionell' konkret, mit zwei Referenzbeispielen?

    BriefingRebriefingZielgruppeTonalitätCorporate DesignMandatories
  2. 2

    Mit Kreativtechniken mehrere Gestaltungsrichtungen entwickeln

    Kompetenz B

    Du verlässt dich nicht auf die erste Idee. Mit Moodboards, Mindmaps, Scribbles oder Crazy 8s erzeugst du bewusst viele Varianten und wählst dann zwei bis drei klar unterscheidbare Richtungen aus.

    Situation

    Eine Velowerkstatt in Bern will Pendlerinnen und Pendler für einen Frühlingsservice gewinnen.

    Deine Aufgabe

    Entwickle in 45 Minuten mindestens 12 Scribbles und verdichte sie zu drei Richtungen.

    Gutes Ergebnis

    Richtung A 'Bildstark': grosses Detailfoto einer Kette mit Claim. Richtung B 'Typografisch': nur Headline 'Dein Velo hat Winterschlaf gehabt.' Richtung C 'Illustrativ': Velo als Figur, die sich streckt. Zu jeder Richtung ein Moodboard mit Farben und Schriften.

    MoodboardScribbleCrazy 8sMorphologischer KastenGestaltungsrichtung
  3. 3

    Scribbles zu präsentationsreifen Entwürfen ausarbeiten

    Kompetenz C

    Du setzt die ausgewählten Richtungen digital um, mit Raster, klarer Hierarchie und den Gestaltungsprinzipien Kontrast, Nähe, Ausrichtung und Wiederholung. Entwürfe zeigst du im Kontext, z.B. als Plakat an der Haltestelle oder als Post im Feed.

    Situation

    Der Kunde der Velowerkstatt hat Richtung A und B ausgewählt und will sie auf Plakat F4 (895 x 1280 mm) und Instagram-Post sehen.

    Deine Aufgabe

    Arbeite beide Richtungen auf beiden Formaten aus und bereite Mockups vor.

    Gutes Ergebnis

    Vier Entwürfe auf einem 6-spaltigen Raster, Headline in einer Grotesk mit starkem Grössenkontrast, CTA immer unten rechts. Mockups an einer Tramhaltestelle und in einem Smartphone-Feed.

    Gestaltungsrastervisuelle HierarchieKontrast, Nähe, Ausrichtung, WiederholungWeissraumMockup
  4. 4

    Gestaltungsentscheide fachlich und mit Bezug zum Briefing begründen

    Kompetenz D

    Du erklärst nicht 'mir gefällt Blau', sondern warum eine Farbe, Schrift oder Bildsprache zum Ziel und zur Zielgruppe passt. Du verbindest jede wichtige Entscheidung mit einer Aussage aus dem Briefing.

    Situation

    Der Geschäftsführer einer Treuhand-Firma fragt bei einem Entwurf: 'Warum so viel weisse Fläche? Wir zahlen doch für das Inserat.'

    Deine Aufgabe

    Begründe den Weissraum fachlich in zwei, drei Sätzen.

    Gutes Ergebnis

    'Im Umfeld der Zeitungsseite sind alle anderen Inserate voll. Durch den Weissraum fällt Ihres zuerst auf, und Ihre Botschaft Ruhe und Sorgfalt, die im Briefing steht, wird sichtbar statt nur behauptet.'

    GestaltungsbegründungFarbwirkungSchriftcharakterBildspracheWirkungsziel
  5. 5

    Entwürfe strukturiert und überzeugend präsentieren

    Kompetenz E

    Du baust eine Präsentation mit rotem Faden: Ausgangslage, Idee, Entwürfe im Kontext, Empfehlung, nächste Schritte. Du hältst die Zeit ein, sprichst frei und lenkst die Diskussion auf Ziele statt auf Geschmack.

    Situation

    Du hast 15 Minuten im Sitzungszimmer einer Gemeindeverwaltung, um drei Entwürfe für ein neues Abfallplakat vorzustellen.

    Deine Aufgabe

    Plane den Ablauf der Präsentation.

    Gutes Ergebnis

    2 Min. Ausgangslage und Ziel, 8 Min. drei Entwürfe mit je einem Satz zur Idee und einem Mockup, 2 Min. Empfehlung mit Begründung, 3 Min. Fragen und nächste Schritte. Ausgedruckte A3-Entwürfe liegen zusätzlich auf dem Tisch.

    PräsentationsaufbauStorytellingEmpfehlungKörperspracheZeitmanagement
  6. 6

    Kundenfeedback aufnehmen und in eine gezielte Überarbeitung umsetzen

    Kompetenz F

    Du hörst zu, fragst bei vagen Aussagen nach und hältst Feedback schriftlich fest. Du unterscheidest Wünsche, die das Ziel stärken, von solchen, die es schwächen, und sprichst das respektvoll an. Korrekturrunden planst du gemäss Offerte.

    Situation

    Nach der Präsentation sagt die Kundin: 'Logo grösser, mehr Pepp, und könnte man noch die Öffnungszeiten, die Adresse und alle Produkte draufnehmen?'

    Deine Aufgabe

    Kläre das Feedback und halte die Änderungen fest.

    Gutes Ergebnis

    Nachfrage: 'Pepp' heisst kräftigere Farbe. Logo wird 20 % grösser. Statt aller Produkte kommen Öffnungszeiten und ein QR-Code zur Produktseite aufs Plakat. Das Protokoll wird per Mail bestätigt, die Überarbeitung ist Runde 1 von 2 laut Offerte.

    FeedbackprotokollNachfragetechnikKorrekturrundeScope / OfferteVersionierung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Briefing und Rebriefing

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Ideen entwickeln

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Entwürfe ausarbeiten

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Entscheide begründen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Präsentieren

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Feedback umsetzen

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Schwimmkurse für Erwachsene im Freizeitbad Thurpark

Leandro ist im 4. Lehrjahr als Mediamatiker bei der Agentur Nordlicht Design in Frauenfeld mit 11 Mitarbeitenden. Das Freizeitbad Thurpark bietet neu Schwimmkurse für Erwachsene an und möchte dafür ein Plakat F4 und Instagram-Posts. Leandro führt den Auftrag selbstständig vom Briefing bis zum freigegebenen Entwurf.

  1. Kapitel 1

    Modern, aber vertraut, für alle

    Das Briefing des Bades wünscht 'etwas Modernes, aber Vertrautes für alle Altersgruppen'. Leandro geht es mit seiner Checkliste durch und merkt, dass weder ein messbares Ziel noch eine klare Zielgruppe drinsteht. Im 15-minütigen Rebriefing klärt er: 60 Anmeldungen bis Ende April, angesprochen werden Erwachsene zwischen 30 und 60, die nie richtig schwimmen gelernt haben. Viele von ihnen schämen sich dafür, und genau das soll die Kampagne auffangen.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Acht Ideen in acht Minuten

    Mit Crazy 8s skizziert Leandro in drei Runden 24 Ideen. Daraus entstehen drei klar unterschiedliche Richtungen: 'Nie zu spät' mit einem Augenzwinkern, 'Wasser als Freund' mit ruhigen Unterwasserbildern und eine rein typografische Lösung. Für jede Richtung baut er in FigJam ein kleines Moodboard und beschreibt die Idee in einem Satz. Die typografische Variante verwirft er, weil sie die Unsicherheit der Zielgruppe nicht aufnimmt.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Plakat an der Bushaltestelle

    Leandro arbeitet die beiden übrigen Richtungen als Plakat F4 und als Instagram-Story aus. Er setzt sie in Mockups an einer Bushaltestelle und in einen Feed, damit das Bad sieht, wie sie im Alltag wirken. Im Story-Mockup merkt er, dass die Headline zu klein ist und teilweise unter dem Profilbild verschwindet. Er baut die Story neu auf, statt das Plakat einfach zu verkleinern, und prüft beide Entwürfe noch einmal auf Kontrast, Nähe, Ausrichtung und Wiederholung.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Warum so viel Weissraum?

    Für die Präsentation vor der Badleitung und einer Vertreterin der Stadt hat Leandro 15 Minuten. Er gliedert sie in Ausgangslage, Idee, Entwürfe im Kontext, Empfehlung und nächste Schritte und spricht frei. Als die Badleitung fragt, warum das Plakat so leer wirke, verweist er auf das Briefing: Wer Respekt vor dem Wasser hat, soll Ruhe spüren und nicht Lärm. Er bleibt mit 14 Minuten in der Zeit und empfiehlt die Richtung 'Wasser als Freund'.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Grösser, bunter, alles drauf

    Nach der Präsentation wünscht die Badleitung ein grösseres Logo, alle Kursdaten, die Preise und das Logo des Sponsors auf dem Plakat. Leandro schreibt alles mit, fragt nach, welche Angabe für eine Anmeldung wirklich entscheidend ist, und schlägt vor, die Kursdaten über einen QR-Code auf die Website zu verlagern. Das Logo vergrössert er moderat, die Preise kommen in die Story. In der zweiten von zwei offerierten Korrekturrunden gibt das Bad den Entwurf frei.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Briefings lesen und hinterfragen

    ca. 3 Std.

    Du lernst, ein Briefing in seine Bestandteile zu zerlegen und Lücken zu erkennen, bevor du gestaltest.

    • Zwei echte oder nachgestellte Briefings mit einer Checkliste (Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Medien, Budget, Termin, Mandatories) auswerten
    • Für jedes Briefing fünf Rebriefing-Fragen formulieren
    • Ein Rollenspiel-Rebriefing von 10 Minuten durchführen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Ideen in die Breite treiben

    ca. 4 Std.

    Du übst, viele Ideen schnell zu skizzieren und dann bewusst auszuwählen.

    • Crazy 8s: acht Scribbles in acht Minuten zu einem Auftrag zeichnen
    • Für eine Richtung ein Moodboard in Miro oder FigJam mit Bildern, Farben und Schriften bauen
    • Drei Richtungen mit je einem Satz zur Idee beschreiben

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Entwürfe digital ausarbeiten

    ca. 6 Std.

    Die stärksten Scribbles werden zu sauberen Entwürfen auf Raster, in mehreren Formaten und im Kontext gezeigt.

    • Ein Plakat und einen Social Post aus derselben Idee ableiten
    • Mockups in Photoshop oder Figma erstellen
    • Einen Entwurf nach den vier Gestaltungsprinzipien selbst kritisieren und verbessern

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Begründen statt behaupten

    ca. 4 Std.

    Du übst, Gestaltung in Worte zu fassen, die auch Nicht-Gestalter verstehen.

    • Zu jedem Entwurf drei Begründungen mit Bezug aufs Briefing schreiben
    • Typische Kundenaussagen ('zu leer', 'zu langweilig') sammeln und Antworten vorbereiten
    • Eine Präsentation gliedern und die Folien auf das Nötigste reduzieren

    Trainiert Kompetenz D1D2E1

    Lernziel45

  5. 5

    Präsentation und Feedbackschlaufe

    ca. 4 Std.

    Du präsentierst vor Publikum, nimmst Feedback auf und setzt es in eine überarbeitete Version um.

    • Präsentation vor Kolleginnen oder einer Tutorin halten und auf Video aufnehmen
    • Feedback protokollieren, Rückfragen stellen und die Änderungen priorisieren
    • Überarbeitete Version mit kurzer Änderungsliste abgeben

    Trainiert Kompetenz E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Ganzer Auftrag als Generalprobe

    ca. 5 Std.

    Du führst einen kompletten Gestaltungsauftrag in der Zeit durch, die auch im Kompetenznachweis zur Verfügung steht.

    • Briefing auswerten, Ideen entwickeln, zwei Entwürfe ausarbeiten
    • 10-Minuten-Präsentation halten
    • Selbstreflexion schreiben: Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

    Trainiert Kompetenz A3B3C3E3

    Lernziel1235

Üben

Übungen aus der Praxis

Rebriefing für einen Hofladen

Einstieg Einstieg

Ein Hofladen im Zürcher Oberland schreibt per Mail: 'Wir brauchen etwas Neues für unseren Laden, damit mehr Leute kommen. Es soll natürlich wirken. Bis Ende Monat.'

Weist nach A1A2

  1. Das Mail nach der Briefing-Checkliste auswerten und fehlende Angaben markieren
  2. Sieben gezielte Fragen für ein Telefon-Rebriefing formulieren
  3. Ein einseitiges Briefing-Dokument mit Annahmen erstellen
Tipp anzeigen

'Etwas Neues' kann ein Schild, ein Flyer oder ein Instagram-Auftritt sein. Kläre das Medium zuerst.

Lösungsskizze anzeigen

Fragen zu Ziel (mehr Laufkundschaft oder Stammkunden), Zielgruppe (Familien aus dem Dorf, Velofahrende am Wochenende), Medium, Budget in CHF, vorhandenem Logo, Termin und Mandatories wie Öffnungszeiten. Das Briefing-Dokument hält Annahmen klar als Annahmen fest.

Drei Richtungen für ein Open-Air-Kino

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Open-Air-Kino am Zugersee braucht ein Plakat F4 und einen Instagram-Post. Zielgruppe sind 20- bis 40-Jährige aus der Region.

Weist nach B2C2D2

  1. Mindestens 12 Scribbles erstellen und drei klar unterscheidbare Richtungen auswählen
  2. Pro Richtung ein Moodboard und einen Entwurf auf dem Plakat ausarbeiten
  3. Zu jeder Richtung drei Begründungen mit Bezug zum Briefing schreiben
Tipp anzeigen

Drei Richtungen sind nur dann echte Alternativen, wenn sie sich in Idee oder Bildsprache unterscheiden, nicht nur in der Farbe.

Lösungsskizze anzeigen

Zum Beispiel A: Fotografie Sonnenuntergang über dem See mit Filmstreifen-Typografie. B: Rein typografisch mit Filmzitaten. C: Illustration einer Liegestuhlreihe. Jede Richtung mit Moodboard, Plakatentwurf und Begründung zu Zielgruppe und Wirkung.

Pitch mit schwierigem Feedback

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Sportverein in St. Gallen will ein neues Erscheinungsbild für Matchplakate. Im Vorstand sitzen fünf Personen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen. Du hast 15 Minuten Präsentationszeit.

Weist nach D3E3F3

  1. Zwei Entwürfe ausarbeiten und als Mockups zeigen (Plakat im Vereinslokal, Story auf Instagram)
  2. Eine Präsentation mit Empfehlung aufbauen
  3. Präsentation halten, eine Tutorin spielt den kritischen Vorstand
  4. Feedback protokollieren, priorisieren und eine überarbeitete Version mit Änderungsliste abgeben
Tipp anzeigen

Bei mehreren Entscheidern hilft es, zu Beginn das gemeinsame Ziel aus dem Briefing zu wiederholen. Darauf kannst du dich bei Diskussionen beziehen.

Lösungsskizze anzeigen

Präsentation startet mit Ziel und Zielgruppe, zeigt beide Entwürfe im Kontext und gibt eine klare Empfehlung. Widersprüchliches Feedback wird nicht einfach umgesetzt, sondern mit Bezug zum Ziel diskutiert. Das Protokoll trennt beschlossene Änderungen von offenen Punkten.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was gehört in jedes Briefing?

Ziel, Zielgruppe, Kernbotschaft, Tonalität, Medien und Formate, Budget, Termine und Mandatories wie Logo oder Pflichtangaben.

Wozu dient ein Rebriefing?

Du fasst das Briefing in eigenen Worten zusammen und klärst Lücken und Widersprüche, bevor du Zeit in Entwürfe steckst.

Wie viele Richtungen zeigst du einem Kunden typischerweise und warum?

Zwei bis drei. Weniger lässt keine Wahl, mehr überfordert und verwässert die Entscheidung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Scribble und einem Entwurf?

Ein Scribble ist eine schnelle Skizze der Idee. Ein Entwurf zeigt die Gestaltung mit echter Typografie, Farbe und Bildern so, wie sie umgesetzt würde.

Warum zeigst du Entwürfe in Mockups?

Der Kunde sieht, wie die Gestaltung im echten Umfeld wirkt, z.B. an der Haltestelle oder im Feed, und kann besser entscheiden.

Wie reagierst du auf das Feedback 'Das gefällt mir nicht'?

Nachfragen, was genau nicht passt und welches Ziel betroffen ist. Erst dann entscheiden, ob und wie du änderst.

Warum hältst du Feedback schriftlich fest?

Damit beide Seiten dieselben Änderungen meinen und klar ist, welche Korrekturrunde gerade läuft.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt am Computer starten und die erste Idee umsetzen, ohne Varianten zu skizzieren.
  • Drei Entwürfe zeigen, die sich nur in der Farbe unterscheiden.
  • Gestaltung mit persönlichem Geschmack begründen statt mit Ziel und Zielgruppe.
  • Folien mit viel Text überladen, sodass das Publikum liest statt zuhört.
  • Jedes Feedback ungefiltert umsetzen und am Ende ein Plakat haben, auf dem alles steht und nichts wirkt.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Plane deine Zeit grob: 15 % Briefing und Ideen, 60 % Ausarbeitung, 25 % Präsentation vorbereiten.
  • Starte die Präsentation immer mit dem Ziel aus dem Briefing. So bewertet man deine Entwürfe am Ziel und nicht am Geschmack.
  • Gib eine klare Empfehlung ab. Experten wollen sehen, dass du Verantwortung übernimmst.
  • Halte deine Scribbles und Moodboards bereit. Sie zeigen deinen Prozess und bringen Punkte.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Briefing
Auftragsbeschreibung des Kunden mit Ziel, Zielgruppe, Botschaft, Rahmenbedingungen und Terminen.
Rebriefing
Rückmeldung an den Kunden, in der das Briefing zusammengefasst und Unklarheiten geklärt werden.
Moodboard
Collage aus Bildern, Farben, Schriften und Texturen, die Stimmung und Richtung einer Gestaltung zeigt.
Scribble
Schnelle, grobe Skizze einer Gestaltungsidee, meist von Hand.
Mockup
Darstellung eines Entwurfs in einer realistischen Umgebung, z.B. als Plakat an einer Wand oder auf einem Smartphone.
Mandatories
Pflichtelemente, die auf jeden Fall vorkommen müssen, z.B. Logo, Adresse oder rechtliche Hinweise.
Visuelle Hierarchie
Reihenfolge, in der das Auge Elemente wahrnimmt, gesteuert über Grösse, Kontrast, Farbe und Position.
Korrekturrunde
Eine vereinbarte Überarbeitungsschlaufe nach Kundenfeedback. Die Anzahl ist meist in der Offerte festgelegt.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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So helfen wir dir bei Modul 275

  • Wir werten mit dir ein Briefing aus deinem Lehrbetrieb aus und formulieren gemeinsam die Fragen für das Rebriefing.
  • Wir geben dir ehrliches Feedback zu deinen Entwürfen anhand der Gestaltungsprinzipien und zeigen, wo die Hierarchie noch nicht trägt.
  • Wir proben deine Präsentation mit dir, spielen den kritischen Kunden und üben Antworten auf typische Einwände.
  • Vor IPA oder Kompetenznachweis führen wir einen kompletten Auftrag mit dir durch, inklusive Zeitplanung und Selbstreflexion.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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