274

Medien & Gestaltung · Druckdaten

Druckdaten aufbereiten und ausgeben

Du lernst, Layouts so aufzubereiten, dass die Druckerei sie ohne Rückfragen drucken kann und das Ergebnis auf Papier so aussieht wie geplant.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 20 Std. SelbststudiumMediamatik: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Druckvorstufe#PDF/X-4#Preflight#Farbmanagement#CMYK#Beschnitt#Ausschiessen#Proof#Druckverfahren

Überblick

Worum geht es?

Ein schönes Layout am Bildschirm ist erst die halbe Arbeit. In diesem Modul bringst du Dokumente in eine Form, die zur Druckmaschine passt: richtiger Farbraum, genügend Auflösung, Beschnitt, eingebettete Schriften und ein sauberes PDF/X-4. Du prüfst deine Daten mit Preflight, liest die Ausgabevorschau und behebst Fehler, bevor sie Geld kosten. Dazu lernst du, welches Druckverfahren und welches Papier zu welchem Auftrag passt und wie du mehrseitige Produkte für Falzung und Bindung vorbereitest.

Wofür brauchst du das?

In Agenturen, Marketingabteilungen und Verlagen gehen jede Woche Flyer, Inserate, Broschüren und Plakate in Druck. Ein RGB-Bild oder ein fehlender Beschnitt bedeutet im besten Fall eine Rückfrage der Druckerei, im schlimmsten Fall 5000 fehlerhafte Exemplare. Wer Druckdaten sicher aufbereitet, wird im Team schnell zur Ansprechperson für die Produktion und braucht das Wissen direkt in Modul 276 (Marketingaktion) und 275 (Gestaltungsentwürfe).

Das solltest du schon können

  • Mehrseitige Layouts in InDesign mit Musterseiten, Absatz- und Zeichenformaten anlegen (Modul 273)
  • Farbmodelle (RGB, CMYK, Sonderfarben) und typografische Grundregeln kennen (Modul 270)
  • Bilder in Photoshop bearbeiten und Vektorgrafiken in Illustrator erstellen (Modul 271)

Typische Tools & Technologien

Adobe InDesignAdobe Acrobat Pro (Preflight, Ausgabevorschau)Adobe PhotoshopAdobe IllustratorPDF/X-4ICC-Profile ISO Coated v2 / PSO Coated v3PSO Uncoated v3 (FOGRA52)Ugra/Fogra-Medienkeil

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Druckverfahren und Papier passend zum Auftrag wählen

    Kompetenz A

    Du weisst, wann sich Digitaldruck lohnt und wann Offsetdruck günstiger und besser ist. Du kennst die Unterschiede zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier und weisst, wie sich das auf Farben und Druckdaten auswirkt.

    Situation

    Die Marketingabteilung eines Zürcher Möbelhauses braucht 150 Einladungskarten A6 für einen VIP-Abend und 8000 Kataloge mit 32 Seiten für die Herbstaktion.

    Deine Aufgabe

    Empfiehl für beide Produkte ein Druckverfahren und ein Papier und begründe die Wahl.

    Gutes Ergebnis

    Einladungen im Digitaldruck auf 350 g/m² Naturpapier (kleine Auflage, schnell, personalisierbar). Katalog im Bogenoffset auf 115 g/m² Bilderdruck matt gestrichen, Daten mit ISO Coated v2 bzw. PSO Coated v3 separiert.

    DigitaldruckOffsetdruckAuflage und Fixkostengestrichen / ungestrichenGrammaturLaufrichtung
  2. 2

    Bilder in den richtigen Farbraum und die nötige Auflösung bringen

    Kompetenz B

    Du prüfst bei jedem Bild die effektive Auflösung im Layout und weisst, wann ein Bild zu klein ist. Du arbeitest in RGB und lässt die Umwandlung nach CMYK kontrolliert über das passende ICC-Profil laufen, damit der Gesamtfarbauftrag für das Papier stimmt.

    Situation

    Für ein Inserat im 'Bote der Urschweiz' liefert der Kunde ein Produktfoto von seiner Website: 1200 x 800 px, 72 ppi, sRGB.

    Deine Aufgabe

    Prüfe, wie gross das Bild im Druck maximal werden darf, und bereite es für Zeitungsdruck auf.

    Gutes Ergebnis

    Bei 1200 px und 300 ppi sind maximal 10,2 cm Breite möglich, im Zeitungsdruck reichen etwa 200 ppi, also 15 cm. Das Bild bleibt in RGB im Layout, die Konvertierung erfolgt beim Export mit dem Zeitungsprofil der Druckerei (max. 240 % Farbauftrag).

    effektive Auflösung (ppi)ICC-ProfilGesamtfarbauftrag (TAC)Rendering IntentsRGB / Adobe RGBMedienneutraler Workflow
  3. 3

    Dokumente mit Beschnitt, Sicherheitsabstand und korrekten Farben anlegen

    Kompetenz C

    Randabfallende Elemente ziehst du in den Beschnitt, wichtige Inhalte hältst du vom Schnitt fern. Du setzt Schwarz, Sonderfarben und Überdrucken bewusst ein, damit keine Blitzer oder unerwünschten Farbmischungen entstehen.

    Situation

    Ein Treuhandbüro in Bern bestellt Visitenkarten 85 x 55 mm mit vollflächig dunkelblauem Hintergrund und weisser Schrift.

    Deine Aufgabe

    Lege die Visitenkarte so an, dass sie nach dem Schneiden sauber aussieht.

    Gutes Ergebnis

    Dokumentformat 85 x 55 mm, 3 mm Beschnitt rundum, Hintergrund bis an die Beschnittkante. Texte mindestens 4 mm vom Endformat entfernt. Weisse Schrift auf Aussparen, Hintergrund als Pantone 534 C oder in CMYK aufgebaut, je nach Druckverfahren.

    EndformatBeschnitt (Anschnitt)SicherheitsabstandÜberdrucken / AussparenTiefschwarz vs. 100 KSonderfarbe (Pantone, HKS)
  4. 4

    Ein Druck-PDF nach PDF/X-4 mit den Vorgaben der Druckerei exportieren

    Kompetenz D

    Du liest das Datenblatt der Druckerei und überträgst die Vorgaben in eine eigene PDF-Exportvorgabe. Du weisst, was PDF/X-4 garantiert, warum Transparenzen erhalten bleiben und welche Marken die Druckerei wirklich braucht.

    Situation

    Eine Online-Druckerei verlangt für Flyer: PDF/X-4, Ausgabebedingung PSO Coated v3, 3 mm Beschnitt, keine Schnittmarken, Schriften eingebettet.

    Deine Aufgabe

    Erstelle in InDesign eine wiederverwendbare Exportvorgabe und exportiere den Flyer.

    Gutes Ergebnis

    Vorgabe 'Druckerei_X4_PSOv3' mit Standard PDF/X-4:2010, Ausgabe 'In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)', Zielprofil PSO Coated v3, Beschnitt aus Dokument übernommen, keine Marken. Das PDF zeigt in Acrobat unter 'Standards' die Kennung PDF/X-4.

    PDF/X-4Ausgabebedingung (Output Intent)Exportvorgabe (Joboptions)Schriften einbettenSchnittmarkenDatenblatt der Druckerei
  5. 5

    Druckdaten mit Preflight und Ausgabevorschau prüfen und Fehler beheben

    Kompetenz E

    Du nutzt in InDesign ein eigenes Live-Preflight-Profil und prüfst das fertige PDF zusätzlich in Acrobat. Mit der Ausgabevorschau kontrollierst du Farbauszüge, Farbauftrag und Überdrucken, bevor du die Daten freigibst.

    Situation

    Kurz vor Abgabe einer Vereinsbroschüre meldet der Acrobat-Preflight: 2 RGB-Bilder ohne Profil, eine Haarlinie mit 0,1 pt, Farbauftrag 340 % in einem Schattenbereich.

    Deine Aufgabe

    Finde die Ursachen und korrigiere sie in den Quelldaten.

    Gutes Ergebnis

    Die RGB-Bilder bekommen ein Profil und werden beim Export korrekt konvertiert, die Linie wird auf 0,25 pt verstärkt, das dunkle Bild wird über das richtige Zielprofil auf unter 300 % gebracht. Ein zweiter Preflight läuft ohne Fehler durch.

    Live-PreflightAcrobat Preflight-ProfilAusgabevorschau / SeparationenHaarlinieÜberdrucken simulieren
  6. 6

    Mehrseitige Produkte für die Weiterverarbeitung vorbereiten und per Proof abnehmen

    Kompetenz F

    Du planst Seitenzahl, Falzart und Bindung von Anfang an mit. Du weisst, was Ausschiessen bedeutet, und stimmst die Farbverbindlichkeit über Softproof oder einen Kontraktproof mit Medienkeil ab.

    Situation

    Ein Verlag in Luzern plant ein Vereinsheft mit 22 Seiten Inhalt in Rückendrahtheftung, die Hausfarbe ist ein heikles Orange.

    Deine Aufgabe

    Kläre den Seitenumfang und den Weg zur Farbfreigabe.

    Gutes Ergebnis

    Bei Rückendrahtheftung muss die Seitenzahl durch 4 teilbar sein: 24 Seiten inklusive Umschlag, zwei Seiten werden mit Inseraten gefüllt. Für das Orange wird ein Kontraktproof mit Ugra/Fogra-Medienkeil bestellt und vom Kunden schriftlich freigegeben.

    Rückendrahtheftung / KlebebindungAusschiessenBundzuwachsSoftproofKontraktproofGut zum Druck

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Druckverfahren und Papier

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Bilder für den Druck

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Dokument druckgerecht anlegen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

PDF-Export

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Preflight und Ausgabevorschau

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Weiterverarbeitung und Proof

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Weinkatalog und Einladungen für das Weingut Sonnenhalde

Nina ist im 3. Lehrjahr als Mediamatikerin bei der Werbeagentur Rheintal Kommunikation in Altstätten mit 14 Mitarbeitenden. Das Weingut Sonnenhalde in Berneck lädt im Herbst zur Degustation und braucht 120 Einladungskarten sowie einen Weinkatalog mit 24 Seiten in 3000 Exemplaren. Nina bringt die gestalteten Dokumente bis zum Gut zum Druck.

  1. Kapitel 1

    Zwei Aufträge, zwei Verfahren

    Für die 120 Einladungskarten auf 350 g/m² holt Nina eine Offerte im Digitaldruck ein, denn bei dieser Auflage wäre Offset viel teurer. Den Katalog mit 3000 Exemplaren lässt sie im Offset drucken. Der Winzer wünscht sich eine natürliche Haptik, also wählt sie ein ungestrichenes Naturpapier mit 120 g/m². Damit ist klar, dass sie alle Bilder mit einem Profil für ungestrichenes Papier aufbereiten muss.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Flaschenfotos von der Website

    Der Winzer schickt Flaschenfotos, die er von seiner eigenen Website heruntergeladen hat. InDesign zeigt im Layout eine effektive Auflösung von nur 110 ppi, also fordert Nina die Originaldateien beim Fotografen an. Die Bilder bleiben in RGB, die Umwandlung lässt sie beim Export über das Profil PSO Uncoated v3 laufen. Im Softproof sieht sie, dass ein dunkles Kellerbild auf dem Naturpapier zuläuft, und hellt die Tiefen mit einer Gradationskurve gezielt auf.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Weisse Schrift, die verschwindet

    Die Hausfarbe des Weinguts ist ein Weinrot, das Nina als Pantone-Volltonfarbe anlegt, damit es auf Karten und Katalog gleich aussieht. Randabfallende Bilder zieht sie 3 mm in den Beschnitt, Lauftext setzt sie in reinem Schwarz, grosse dunkle Flächen in Tiefschwarz. In der Ausgabevorschau fällt ihr auf, dass die weisse Schrift auf der roten Umschlagfläche auf Überdrucken steht und im Druck verschwinden würde. Sie entfernt die Einstellung und prüft danach alle weissen Elemente noch einmal.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Was der Preflight findet

    Aus dem Datenblatt der Druckerei erstellt Nina eine eigene Exportvorgabe: PDF/X-4, Ausgabebedingung PSO Uncoated v3, 3 mm Beschnitt, Sonderfarbe erhalten. Schon vor dem Export zeigt das Verknüpfungen-Bedienfeld in InDesign zwei Bilder ohne Profil, der Acrobat-Preflight meldet danach Tabellenlinien mit 0.1 pt und einen Farbauftrag von 320 % im Kellerbild. Nina weist den Bildern das richtige Profil zu, setzt die Linien auf 0.25 pt und senkt den Farbauftrag unter den Grenzwert für ungestrichenes Papier. Der zweite Preflight läuft ohne Fehler durch.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Bogen, Proof und Gut zum Druck

    Mit einem gefalteten Papiermodell prüft Nina, wie die 24 Seiten auf die Druckbogen verteilt werden und ob die Seitenfolge nach der Rückendrahtheftung stimmt. Weil der Winzer beim Weinrot heikel ist, bestellt sie einen Kontraktproof mit Medienkeil und bespricht ihn mit ihm unter Normlicht. Er wünscht ein etwas wärmeres Rot, was dank der Sonderfarbe ohne neue Bilddaten möglich ist. Erst danach unterschreibt er das Gut zum Druck.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Vom Auftrag zum Druckverfahren

    ca. 3 Std.

    Du verschaffst dir einen Überblick über Druckverfahren, Papiere und Weiterverarbeitung. So weisst du, für welches Ziel du die Daten überhaupt aufbereitest.

    • Drei Drucksachen aus dem Alltag (Flyer, Zeitung, Verpackung) untersuchen: Raster mit Lupe anschauen, Papier fühlen, Bindung bestimmen
    • Bei zwei Schweizer Online-Druckereien die Preise für 250 und 5000 Flyer A5 vergleichen und den Kipppunkt Digital/Offset notieren
    • Ein Datenblatt einer Druckerei lesen und die wichtigsten Vorgaben markieren

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Farbmanagement und Bilddaten

    ca. 4 Std.

    Du verstehst, warum dasselbe Bild auf Zeitungs- und Bilderdruckpapier anders aussieht, und lernst, Bilder kontrolliert für den Druck vorzubereiten.

    • Farbeinstellungen in der Creative Cloud auf 'Europa, Druckvorstufe 3' synchronisieren und die Wahl begründen
    • Ein Foto mit drei Profilen (PSO Coated v3, PSO Uncoated v3, Zeitung) im Softproof vergleichen
    • Für fünf Bilder die effektive Auflösung im Layout berechnen und zu kleine Bilder markieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Dokumente druckgerecht anlegen

    ca. 3 Std.

    Du baust Layouts von Anfang an so auf, dass später nichts korrigiert werden muss: Beschnitt, Abstände, Schwarz und Sonderfarben.

    • Visitenkarte, Flyer A5 und Plakat A2 mit korrektem Beschnitt anlegen
    • Einen Text in 100 K und eine Fläche in Tiefschwarz anlegen und in der Ausgabevorschau vergleichen
    • Eine Pantone-Farbe einmal als Volltonfarbe und einmal als CMYK-Aufbau definieren

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Export und Preflight

    ca. 4 Std.

    Du erstellst eigene Exportvorgaben und prüfst deine PDFs systematisch, bis sie fehlerfrei sind.

    • Exportvorgaben für Offset gestrichen, Offset ungestrichen und Digitaldruck anlegen
    • Ein absichtlich fehlerhaftes Dokument (RGB, fehlende Schrift, Haarlinie, kein Beschnitt) mit Preflight prüfen und korrigieren
    • Ein PDF in Acrobat mit der Ausgabevorschau Farbauszug für Farbauszug durchgehen

    Trainiert Kompetenz D1D2E1E2

    Lernziel45

  5. 5

    Mehrseiter, Proof und Freigabe

    ca. 3 Std.

    Du bereitest eine Broschüre für Falzung und Bindung vor und organisierst die Farbfreigabe mit dem Kunden.

    • Einen 16-seitigen Bogen ausschiessen (Papiermodell falten und nummerieren)
    • Einen Softproof in Acrobat einrichten und einem Kollegen erklären, was er zeigt und was nicht
    • Ein kurzes 'Gut zum Druck'-Formular mit Prüfpunkten erstellen

    Trainiert Kompetenz F1F2

    Lernziel6

  6. 6

    Kompletter Druckauftrag

    ca. 4 Std.

    Du spielst einen realistischen Auftrag von der Anfrage bis zur Datenübergabe durch, wie im Kompetenznachweis.

    • Einen Faltflyer (Wickelfalz, 6 Seiten) inklusive Seitenbreiten-Anpassung für die Einschlagseite anlegen
    • PDF/X-4 exportieren, prüfen und mit einem kurzen Begleitmail an die Druckerei übergeben
    • Eigene Checkliste für Druckdaten erstellen und an einem fremden PDF anwenden

    Trainiert Kompetenz A3C3D3E3

    Lernziel1345

Üben

Übungen aus der Praxis

Fehlerhafte Visitenkarte retten

Einstieg Einstieg

Ein Lernender hat die Visitenkarten für ein Physiotherapie-Zentrum in Olten angelegt. Die Druckerei meldet: 'Kein Beschnitt, Logo unscharf, Schrift nicht eingebettet.'

Weist nach C1D1

  1. Das Dokument auf 85 x 55 mm mit 3 mm Beschnitt einrichten und den Hintergrund in den Beschnitt ziehen
  2. Das Logo durch die Vektorversion (AI oder SVG) ersetzen
  3. Prüfen, ob die verwendete Schrift eingebettet werden darf, und als PDF/X-4 exportieren
Tipp anzeigen

Ein Logo aus einem Screenshot ist fast immer zu klein. Frag nach der Vektordatei aus dem Corporate Design Manual.

Lösungsskizze anzeigen

Dokumenteinrichtung anpassen, Hintergrundrahmen auf Beschnittkante erweitern, Logo neu platzieren. Im Preflight darf keine Warnung zu Auflösung oder Schriften mehr erscheinen. Das PDF hat Endformat 85 x 55 mm und Beschnittformat 91 x 61 mm.

Ein Inserat für Zeitung und Magazin

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Velogeschäft in Winterthur schaltet dasselbe Inserat im 'Landbote' (Zeitungspapier) und in einem Velo-Magazin (gestrichenes Papier). Das Inserat enthält ein dunkles Produktfoto und eine rote Hausfarbe.

Weist nach B2D2E2

  1. Die Datenblätter beider Titel vergleichen (Format, Profil, maximaler Farbauftrag)
  2. Zwei Exportvorgaben mit den passenden Zielprofilen anlegen
  3. Beide PDFs in der Acrobat-Ausgabevorschau auf Farbauftrag prüfen
  4. Unterschiede in einem kurzen Mail an den Kunden erklären
Tipp anzeigen

Arbeite mit einem RGB-Bild im Layout. So kannst du dasselbe InDesign-Dokument für beide Ausgaben nutzen.

Lösungsskizze anzeigen

Ein Layout, zwei Exporte: Zeitung mit dem Zeitungsprofil (ca. 240 % Farbauftrag), Magazin mit PSO Coated v3 (300 %). Das Rot wirkt auf Zeitungspapier stumpfer. Das Mail erklärt das und schlägt einen Hinweis zur Farbabweichung vor.

Jahresbericht in die Produktion bringen

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Stiftung in Basel lässt ihren Jahresbericht mit 30 Seiten Inhalt plus Umschlag drucken. 1200 Exemplare, Umschlag 300 g/m², Inhalt 120 g/m² ungestrichen, eine Sonderfarbe im Logo. Termin ist in zehn Tagen.

Weist nach A3E3F3

  1. Druckverfahren, Bindung und Seitenzahl festlegen und begründen
  2. Datenstruktur bestimmen: Umschlag und Inhalt als getrennte PDFs, Rückenbreite berechnen lassen
  3. Sonderfarbe entweder als fünfte Farbe drucken oder in CMYK umwandeln und die Folgen auf Kosten und Farbtreue abwägen
  4. Preflight, Proof und Freigabeprozess mit Daten im Zeitplan einplanen
Tipp anzeigen

Bei Klebebindung braucht der Umschlag einen Rücken. Die Druckerei berechnet die Rückenbreite aus Seitenzahl und Papiervolumen.

Lösungsskizze anzeigen

Bogenoffset mit Klebebindung, 32 Seiten Inhalt (eine Seite Impressum, eine Notizseite ergänzt). Umschlag als Einzel-PDF mit Rücken, Inhalt als Einzelseiten-PDF mit PSO Uncoated v3. Sonderfarbe in CMYK, weil eine fünfte Farbe nur im Logo die Kosten deutlich erhöht. Zeitplan: Tag 1 bis 6 Daten, Tag 7 Proof, Tag 8 Gut zum Druck.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wie viel Beschnitt verlangen die meisten Druckereien in der Schweiz?

Meist 3 mm rundum. Bei Plakaten oder Büchern können es auch 5 mm sein, deshalb immer das Datenblatt prüfen.

Welche Auflösung brauchen Fotos für den Offsetdruck auf gestrichenem Papier?

Etwa 300 ppi effektive Auflösung in der Endgrösse. Für Strichzeichnungen ohne Graustufen etwa 1200 ppi.

Was ist der wichtigste Vorteil von PDF/X-4 gegenüber PDF/X-1a?

PDF/X-4 erlaubt live Transparenzen und medienneutrale Daten mit ICC-Profilen. Die Druckerei kann damit später im Workflow noch sauber reduzieren und konvertieren.

Warum sollte kleiner schwarzer Text in 100 K und nicht in Tiefschwarz angelegt sein?

Bei vier übereinanderliegenden Farben führt die kleinste Passerungenauigkeit zu farbigen Rändern. 100 K wird zudem überdruckt, damit keine Blitzer entstehen.

Was bedeutet Gesamtfarbauftrag 300 %?

Die Summe von C, M, Y und K an einer Stelle darf höchstens 300 % sein. Mehr Farbe trocknet schlecht und kann abfärben.

Durch welche Zahl muss die Seitenzahl bei Rückendrahtheftung teilbar sein?

Durch 4, weil jeder gefalzte Bogen vier Seiten ergibt.

Was zeigt ein Softproof und wo liegt seine Grenze?

Er simuliert am Bildschirm, wie Farben auf einem bestimmten Papier wirken. Ohne kalibrierten Monitor und Normlicht ist er aber nicht farbverbindlich.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Bilder aus dem Web oder aus Mails verwenden, ohne die effektive Auflösung im Layout zu prüfen.
  • Bilder früh und ohne Wissen über das Papier nach CMYK konvertieren, sodass sie später nicht mehr für ein anderes Profil taugen.
  • Texte oder Logos zu nah an den Rand setzen, sodass sie beim Schneiden angeschnitten werden.
  • Eine Exportvorgabe aus dem Internet übernehmen, ohne sie mit dem Datenblatt der Druckerei abzugleichen.
  • Weisse Elemente auf Überdrucken stellen: Sie verschwinden im Druck komplett.
  • Ein PDF freigeben, ohne es selbst in Acrobat geöffnet und geprüft zu haben.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lies zuerst die Vorgaben (Format, Profil, Beschnitt, Marken) und notiere sie dir. Viele Punkte gehen verloren, weil eine Vorgabe überlesen wurde.
  • Lass den Live-Preflight in InDesign während der ganzen Prüfung offen und behebe Fehler sofort.
  • Benenne PDFs eindeutig, z.B. 'Stiftung_JB2026_Inhalt_X4_v2.pdf'.
  • Begründe deine Entscheide in zwei, drei Sätzen. Die Begründung zeigt, dass du verstanden hast, was du tust.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Beschnitt
Zusätzlicher Rand ausserhalb des Endformats, in den randabfallende Elemente reichen, damit nach dem Schneiden keine weissen Ränder entstehen.
PDF/X-4
ISO-Standard für Druck-PDFs, der eingebettete Schriften und einen Output Intent verlangt und Transparenzen sowie ICC-Profile erlaubt.
Output Intent
Im PDF hinterlegte Angabe, für welche Druckbedingung (z.B. PSO Coated v3) die Daten gedacht sind.
ICC-Profil
Datei, die beschreibt, wie ein Gerät oder eine Druckbedingung Farben wiedergibt. Grundlage für jede Farbumrechnung.
Gesamtfarbauftrag (TAC)
Maximale Summe der vier Prozessfarben an einer Stelle, abhängig vom Papier.
Preflight
Automatische Prüfung von Druckdaten auf technische Fehler wie falscher Farbraum, fehlende Schriften oder zu tiefe Auflösung.
Überdrucken
Ein Objekt wird auf die darunterliegende Farbe gedruckt, statt sie auszusparen. Üblich für schwarzen Text.
Ausschiessen
Anordnen der Seiten auf dem Druckbogen, sodass sie nach Falzen und Schneiden in der richtigen Reihenfolge liegen.
Kontraktproof
Farbverbindlicher Prüfdruck nach Norm mit Medienkeil, der als Vertragsgrundlage für den Auflagendruck dient.
Gut zum Druck
Schriftliche Freigabe des Kunden, dass die Daten so gedruckt werden dürfen.

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Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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So helfen wir dir bei Modul 274

  • Wir gehen mit dir ein PDF aus deinem Lehrbetrieb Seite für Seite in der Acrobat-Ausgabevorschau durch und erklären jede Preflight-Meldung.
  • Wir richten mit dir Farbeinstellungen und Exportvorgaben ein, die zu den Datenblättern deiner Hausdruckerei passen.
  • Wir üben Rechenaufgaben zu effektiver Auflösung, Seitenzahlen und Formaten, wie sie in Prüfungen vorkommen.
  • Vor dem Kompetenznachweis spielen wir einen kompletten Druckauftrag unter Zeitdruck durch und besprechen danach deine Daten.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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