272

Medien & Gestaltung · Printprodukte

Printprodukte entwerfen und umsetzen

Du lernst, einfache Drucksachen wie Visitenkarte, Flyer und Plakat von der Idee bis zur druckfertigen PDF-Datei zu entwerfen und umzusetzen.

Einstieg Einstieg ca. 20 Std. SelbststudiumMediamatik: 1. Lehrjahr · üK
#Print#Flyer#Plakat#Visitenkarte#Scribble#Papierformate#Beschnitt#Druckverfahren#PDF/X#Gestaltung

Überblick

Worum geht es?

Im überbetrieblichen Kurs setzt du dein Wissen zu Farbe, Typografie und Bildbearbeitung erstmals in echten Printprodukten um. Du entwickelst aus einem Auftrag mehrere Ideen als Scribbles, wählst eine Richtung und setzt sie in InDesign mit korrektem Format, Beschnitt und Sicherheitsabstand um. Du wählst Papier und Druckverfahren passend zu Auflage und Budget und erstellst eine druckfertige PDF-Datei nach den Vorgaben der Druckerei. Am Ende präsentierst du deinen Entwurf und kannst Gestaltungsentscheide begründen.

Wofür brauchst du das?

Trotz Digitalisierung produzieren Unternehmen, Gemeinden, Vereine und Agenturen laufend Drucksachen: Visitenkarten, Flyer, Plakate, Einladungen, Menükarten. Ein Fehler in der Druckdatei, etwa ein fehlender Beschnitt oder RGB-Bilder, kann eine ganze Auflage unbrauchbar machen und kostet schnell mehrere hundert Franken. Das Modul baut auf Farbe und Typografie (270) sowie Vektor und Bild (271) auf und ist die Basis für Layouts (273) und Druckdatenaufbereitung (274).

Das solltest du schon können

  • Farben in CMYK anlegen, Schriften wählen und Text lesbar setzen (Modul 270)
  • Bilder in Photoshop bearbeiten und Vektorgrafiken in Illustrator erstellen (Modul 271)
  • Papierformate der DIN-A-Reihe kennen (A4, A5, A6)

Typische Tools & Technologien

Adobe InDesignAdobe IllustratorAdobe PhotoshopAdobe Acrobat Pro (Preflight)Papiermuster / PapierfächerOnline-Druckereien (z.B. Druckerei-Portale mit Datenblättern)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Aus einem Auftrag mehrere Gestaltungsideen als Scribbles entwickeln

    Kompetenz A

    Du skizzierst von Hand mehrere unterschiedliche Lösungsansätze, bevor du am Computer arbeitest. So findest du schneller eine starke Idee und kannst der Kundschaft Varianten zeigen.

    Situation

    Ein Jugendtreff in Olten organisiert ein Open-Air-Kino mit drei Filmabenden und braucht ein Plakat und einen Flyer.

    Deine Aufgabe

    Entwickle mindestens fünf Ideen als Scribbles und wähle zwei für die Präsentation aus.

    Gutes Ergebnis

    Sechs Scribbles im Format A6 auf Papier: Filmstreifen als Rahmen, Sternenhimmel mit Leinwand, grosse Typografie 'KINO' in Lichtpunkten, Popcorn-Illustration, Fotokomposition, Ticket-Look. Zwei Varianten werden als grobe Entwürfe umgesetzt und mit Vor- und Nachteilen präsentiert.

    ScribbleIdeenfindungVariantenbildungBlickführungGestaltungsgrundsätze
  2. 2

    Formate, Beschnitt und Sicherheitsabstand korrekt anlegen

    Kompetenz B

    Du legst Dokumente im richtigen Endformat an und ergänzt Beschnittzugabe und Sicherheitsabstand nach den Vorgaben der Druckerei. Randabfallende Bilder und Flächen ziehst du bis in den Beschnitt.

    Situation

    Eine Physiotherapeutin bestellt 500 Visitenkarten. Die Druckerei verlangt 3 mm Beschnitt und 3 mm Sicherheitsabstand.

    Deine Aufgabe

    Lege das Dokument in InDesign korrekt an.

    Gutes Ergebnis

    Endformat 85 x 55 mm, zweiseitig, Beschnitt 3 mm auf allen Seiten, also Datenformat 91 x 61 mm. Ränder auf 4 mm, damit Text sicher im Innern bleibt. Die farbige Rückseite reicht bis an den Beschnittrahmen, Name und Kontaktdaten liegen innerhalb der Ränder.

    Endformat / DatenformatBeschnitt (Anschnitt)SicherheitsabstandrandabfallendDIN-A-FormateF4-Plakat
  3. 3

    Einen Entwurf mit klarer Hierarchie und Blickführung umsetzen

    Kompetenz C

    Du setzt deine Idee am Computer um und sorgst dafür, dass die wichtigste Information zuerst wahrgenommen wird. Du nutzt Grössenkontraste, Weissraum, Ausrichtung und Gruppierung.

    Situation

    Ein Flyer im Format A5 für einen Flohmarkt enthält Titel, Datum, Ort, Zeiten, Anmeldung für Standplätze, Sponsorenlogos und eine Illustration. Der erste Entwurf wirkt überladen.

    Deine Aufgabe

    Überarbeite den Flyer mit klarer Hierarchie.

    Gutes Ergebnis

    Drei Informationsebenen: Titel 'Flohmarkt' und Datum gross (60 pt), Ort und Zeiten mittel (16 pt), Anmeldung und Logos klein (9 pt) unten. Alle Elemente an einer linken Kante ausgerichtet, mehr Weissraum um den Titel. Die Sponsorenlogos stehen einheitlich in Graustufen in einer Leiste.

    HierarchieWeissraumAusrichtungGestaltgesetze (Nähe, Ähnlichkeit)Blickverlauf
  4. 4

    Papier und Druckverfahren passend zu Zweck, Auflage und Budget wählen

    Kompetenz D

    Du kennst den Unterschied zwischen Digital- und Offsetdruck, zwischen gestrichenem und ungestrichenem Papier und weisst, welches Papiergewicht für welches Produkt passt.

    Situation

    Ein Bioladen möchte 200 Flyer A6 für eine Degustation und 10 000 Flyer für einen Versand in der Region. Er wünscht eine natürliche Haptik.

    Deine Aufgabe

    Empfiehl Druckverfahren und Papier für beide Auflagen.

    Gutes Ergebnis

    200 Stück im Digitaldruck, weil keine Druckplatten nötig sind und die Kosten bei kleiner Auflage tiefer sind. 10 000 Stück im Offsetdruck, da der Stückpreis bei hoher Auflage deutlich sinkt. Papier: ungestrichenes Recyclingpapier mit 300 g/m² für die Degustation, 170 g/m² für den Versand wegen Porto und Gewicht.

    DigitaldruckOffsetdruckAuflageg/m²gestrichen / ungestrichenVeredelung
  5. 5

    Eine druckfertige PDF-Datei erstellen und prüfen

    Kompetenz E

    Du kontrollierst Bildauflösung, Farbmodus, Schriften und Beschnitt und exportierst nach dem Standard der Druckerei, meist PDF/X-4 mit dem passenden Ausgabeprofil. Mit Preflight findest du Fehler vor dem Versand.

    Situation

    Das Plakat für das Open-Air-Kino im Format F4 (895 x 1280 mm) soll an eine Plakatdruckerei gehen.

    Deine Aufgabe

    Bereite die Druckdatei vor und prüfe sie.

    Gutes Ergebnis

    Bilder in CMYK mit mindestens 150 ppi im Endformat, weil das Plakat aus Distanz betrachtet wird. Schwarzer Text in 100 % K, grosse schwarze Flächen als Tiefschwarz. Export als PDF/X-4 mit Ausgabeprofil PSO Coated v3, Beschnitt 5 mm gemäss Datenblatt, mit Schnittmarken. Preflight in Acrobat zeigt keine RGB-Objekte und keine fehlenden Schriften.

    PDF/X-4Ausgabeprofil (PSO Coated v3, ISO Coated v2)PreflightSchriften einbettenTiefschwarzGut zum Druck
  6. 6

    Entwürfe präsentieren und Gestaltungsentscheide begründen

    Kompetenz F

    Du stellst deine Entwürfe in einem kurzen Gespräch vor, erklärst Idee, Farb- und Schriftwahl und gehst auf Feedback ein. Änderungswünsche hältst du schriftlich fest.

    Situation

    Der Jugendtreff sieht die zwei Plakatentwürfe zum ersten Mal.

    Deine Aufgabe

    Präsentiere die Entwürfe in 5 Minuten und halte das Feedback fest.

    Gutes Ergebnis

    Für jede Variante: Idee in einem Satz, Zielgruppe, Wirkung von Farbe und Schrift. Die Entwürfe werden ausgedruckt in Originalgrösse an die Wand gehängt, damit die Fernwirkung sichtbar wird. Feedback: Variante 'Sternenhimmel' mit dem Titel aus Variante 'KINO'. Änderungen per Mail bestätigt.

    PräsentationBegründungFeedback aufnehmenKorrekturschlaufeKundenabnahme

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ideen und Scribbles

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Format und Dokument

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Gestaltung umsetzen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Papier und Druckverfahren

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Druckdaten

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Entwürfe präsentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Jazzfestival der Alten Spinnerei

Chiara ist im 1. Lehrjahr als Mediamatikerin im Kulturzentrum Alte Spinnerei in Wädenswil mit 25 Mitarbeitenden. Im Frühling findet das hauseigene Jazzfestival mit drei Abenden und neun Bands statt. Im überbetrieblichen Kurs setzt sie dafür ein Plakat A2 und einen zweiseitigen Flyer A5 um.

  1. Kapitel 1

    Zwölf Scribbles in einer halben Stunde

    Bevor Chiara den Computer startet, skizziert sie in 30 Minuten zwölf Scribbles mit Bleistift. Sie probiert Silhouetten von Instrumenten, eine reine Typo-Lösung mit den Bandnamen und eine Collage aus Bandfotos. Drei Ideen wählt sie aus und notiert zu jeder, was sie über das Festival erzählt. Die Programmleiterin entscheidet sich für eine Saxophon-Silhouette, die aus Notenlinien besteht.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Drei Millimeter, die fehlen

    In InDesign legt Chiara Plakat und Flyer mit den Endformaten 420 x 594 mm und 148 x 210 mm an. Das Datenblatt der Druckerei verlangt 3 mm Beschnitt und 5 mm Sicherheitsabstand. Im ersten Entwurf endet das Hintergrundbild genau am Seitenrand, was beim Schneiden weisse Blitzer geben könnte. Sie zieht Bild und Farbfläche bis an die Beschnittlinie und rückt das Datum, das zu nahe am Rand stand, nach innen.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Zu viel auf zu wenig Platz

    Auf den Flyer müssen drei Daten, neun Bands, Preise, Vorverkauf, Anfahrt und fünf Sponsorenlogos. Der erste Entwurf wirkt überladen, weil alles ungefähr gleich gross ist. Chiara legt eine klare Reihenfolge fest: Festivalname, Daten, Programm als Tabelle, dann die praktischen Infos und die Sponsoren in einem ruhigen Band am unteren Rand. Sie druckt den Flyer in Originalgrösse aus und prüft aus zwei Metern Abstand, ob Name und Daten sofort auffallen.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Glänzend oder natürlich?

    Es braucht 60 Plakate und 5000 Flyer. Chiara holt zwei Offerten ein und sieht, dass sich für die kleine Plakatauflage der Digitaldruck lohnt, für die Flyer dagegen der Offsetdruck. Für den Flyer wählt sie ein ungestrichenes Papier mit 150 g/m², weil es zur warmen, handgemachten Stimmung des Festivals passt. Weil dunkle Farben darauf matter und dunkler wirken, hellt sie das tiefe Blau im Entwurf etwas auf.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Preflight und erste Präsentation

    Beim Export als PDF/X-4 meldet der Preflight ein Bandfoto in RGB und ein zweites mit nur 120 ppi effektiver Auflösung. Chiara lässt das RGB-Bild beim Export über das Ausgabeprofil umwandeln und fordert bei der Band ein grösseres Foto an. Danach präsentiert sie beide Entwürfe in fünf Minuten der Festivalleitung und erklärt, warum sie Blau, Gelb und eine kräftige Grotesk gewählt hat. Den Wunsch 'Daten noch grösser' hält sie schriftlich fest und setzt ihn bis zum nächsten Tag um.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Drucksachen analysieren

    ca. 2 Std.

    Du schaust Printprodukte mit den Augen einer Gestalterin an.

    • Zehn Flyer und Plakate sammeln und Hierarchie, Schrift, Farbe und Papier beschreiben
    • Papierproben vergleichen: 90, 135, 170, 300 g/m², gestrichen und ungestrichen
    • Formate von Visitenkarte, A6, A5, A4 und F4 in einer Tabelle festhalten

    Trainiert Kompetenz B1D1

    Lernziel42

  2. 2

    Ideenfindung mit Scribbles

    ca. 3 Std.

    Du lernst, schnell viele Ideen zu skizzieren, bevor du dich festlegst.

    • In 20 Minuten acht Scribbles für ein Plakat skizzieren
    • Die drei stärksten Ideen auswählen und Gründe notieren
    • Ein Scribble einer Kollegin erklären und Feedback einholen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  3. 3

    Dokumente in InDesign anlegen

    ca. 3 Std.

    Du legst Dokumente technisch korrekt an und arbeitest mit Rahmen, Rändern und Beschnitt.

    • Visitenkarte, A5-Flyer und Plakat mit korrekten Beschnitt- und Randeinstellungen anlegen
    • Ein randabfallendes Bild und eine Fläche korrekt in den Beschnitt ziehen
    • Farbfelder in CMYK anlegen und Bilder aus Photoshop platzieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  4. 4

    Gestaltung umsetzen

    ca. 5 Std.

    Du verwandelst ein Scribble in einen sauberen Entwurf mit klarer Hierarchie.

    • Einen Flyer in zwei Varianten mit unterschiedlicher Hierarchie gestalten
    • Entwürfe in Originalgrösse ausdrucken und aus der Lesedistanz beurteilen
    • Weissraum gezielt vergrössern und die Wirkung vergleichen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  5. 5

    Druckdaten und Preflight

    ca. 3 Std.

    Du exportierst druckfertige Dateien und prüfst sie systematisch.

    • Datenblatt einer Druckerei lesen und Anforderungen herausschreiben
    • PDF/X-4 mit Beschnitt und Schnittmarken exportieren
    • Eine absichtlich fehlerhafte Datei mit Preflight in InDesign und Acrobat prüfen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  6. 6

    Abschlussprojekt mit Präsentation

    ca. 4 Std.

    Du setzt ein Printprodukt vom Auftrag bis zur Druckdatei um und präsentierst es, wie im üK-Kompetenznachweis.

    • Scribbles, zwei Entwürfe und eine Reinzeichnung erstellen
    • Entwürfe in 5 Minuten präsentieren und Feedback einarbeiten
    • Druckfertiges PDF abgeben und Papier sowie Druckverfahren begründen

    Trainiert Kompetenz C3D2E3F2F3

    Lernziel13456

Üben

Übungen aus der Praxis

Visitenkarte für einen Velomechaniker

Einstieg Einstieg

Ein Velomechaniker macht sich in Biel selbständig und braucht 250 zweiseitige Visitenkarten. Er hat ein Logo als Vektordatei und eine Hausfarbe in Orange.

Weist nach B1E1

  1. Dokument mit Endformat 85 x 55 mm, 3 mm Beschnitt und Rändern anlegen
  2. Vorderseite mit Logo und Name, Rückseite mit Kontaktdaten gestalten
  3. Druckverfahren und Papier wählen
  4. Als PDF/X-4 exportieren
Tipp anzeigen

Auf 85 x 55 mm ist wenig Platz. Kontaktdaten in 7 bis 8 pt sind noch gut lesbar, darunter wird es kritisch.

Lösungsskizze anzeigen

Datenformat 91 x 61 mm, Ränder 4 mm. Vorderseite: Logo zentriert auf orangem Hintergrund bis in den Beschnitt. Rückseite: Name 10 pt Bold, Funktion und Kontakte 7.5 pt, linksbündig. Digitaldruck wegen kleiner Auflage, 350 g/m² matt gestrichen. PDF/X-4 mit Beschnitt.

Flyer für ein Quartierfest

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Quartierverein in Basel organisiert ein Strassenfest. Gewünscht ist ein A5-Flyer, zweiseitig, Auflage 3000 Stück. Inhalte: Programm mit 8 Punkten, Ort, Datum, Essensstände, 4 Sponsorenlogos.

Weist nach A2C2D2E2

  1. Mindestens fünf Scribbles erstellen und zwei auswählen
  2. Informationen in drei Hierarchieebenen ordnen
  3. Die gewählte Variante in InDesign umsetzen
  4. Papier und Druckverfahren für 3000 Stück begründen
  5. Druckfertiges PDF exportieren und mit Preflight prüfen
Tipp anzeigen

Vorderseite: Wecke Interesse mit Titel, Datum und Bild. Rückseite: Details. Niemand liest ein Programm, wenn er nicht weiss, worum es geht.

Lösungsskizze anzeigen

Vorderseite mit grossem Titel, Datum und Illustration, randabfallend. Rückseite mit Programm in Tabellenform, Ort mit kleinem Plan, Logos in einer Leiste. Offsetdruck oder grosser Digitaldruck je nach Offerte, 170 g/m² gestrichen matt. PDF/X-4, PSO Coated v3, 3 mm Beschnitt.

Plakat und Flyer für eine Gemeindekampagne

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Gemeinde mit 15 000 Einwohnern startet eine Kampagne gegen Littering. Es braucht ein F4-Plakat für die Aushangstellen und einen passenden A6-Flyer für Schulen. Die Kampagne soll Jugendliche ansprechen, ohne belehrend zu wirken.

Weist nach A3C3E3F3

  1. Botschaft und Tonalität für die Zielgruppe festlegen
  2. Scribbles und zwei Gestaltungsvarianten für das Plakat entwickeln
  3. Eine Variante als Plakat und Flyer konsistent umsetzen
  4. Druckdaten nach Datenblatt der Plakatdruckerei erstellen
  5. Entwürfe präsentieren und Entscheide schriftlich begründen
Tipp anzeigen

Ein Plakat wird im Vorbeigehen in 2 bis 3 Sekunden wahrgenommen. Mehr als 7 Wörter für die Hauptbotschaft sind zu viel.

Lösungsskizze anzeigen

Kurze, humorvolle Hauptbotschaft in grosser Schrift, ein starkes Bild oder eine Illustration. Plakat 895 x 1280 mm, Bilder mit mindestens 150 ppi im Endformat. Flyer übernimmt Farben, Schrift und Bildidee und ergänzt Infos. PDF/X-4 gemäss Datenblatt. Präsentation mit Ausdruck in reduzierter Grösse und Fernwirkungstest.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wie gross ist das Datenformat einer Visitenkarte 85 x 55 mm mit 3 mm Beschnitt?

91 x 61 mm, weil auf jeder Seite 3 mm dazukommen.

Wofür braucht es Beschnitt?

Beim Schneiden entstehen kleine Toleranzen. Ohne Beschnitt würden an randabfallenden Elementen weisse Blitzer sichtbar.

Wann wählst du Digitaldruck, wann Offsetdruck?

Digitaldruck für kleine Auflagen und personalisierte Drucksachen, Offsetdruck für grosse Auflagen, bei denen der Stückpreis stark sinkt.

Welche Auflösung brauchen Bilder für einen Flyer?

Etwa 300 ppi im Endformat. Bei Plakaten, die aus Distanz betrachtet werden, reichen oft 150 ppi.

Warum exportiert man Druckdaten als PDF/X-4?

Der Standard stellt sicher, dass Schriften eingebettet, Farben definiert und keine problematischen Elemente enthalten sind. Die Druckerei kann die Datei zuverlässig verarbeiten.

Was bedeutet 'Gut zum Druck'?

Die schriftliche Freigabe der Kundschaft, dass die Druckdatei oder der Proof korrekt ist und gedruckt werden darf.

Wie gross ist ein F4-Plakat?

895 x 1280 mm, das Standardformat für Plakatstellen in der Schweiz.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt am Computer loslegen, ohne Scribbles. Das führt oft zur ersten, nicht zur besten Idee.
  • Text bis an den Rand setzen, sodass er beim Schneiden angeschnitten wird.
  • Bilder aus dem Web mit 72 ppi im Druck verwenden.
  • Den Beschnitt im Dokument anlegen, aber beim PDF-Export vergessen.
  • Entwürfe nur am Bildschirm beurteilen. Schriftgrösse und Wirkung zeigen sich erst im Ausdruck in Originalgrösse.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Zeige deine Scribbles in der Dokumentation. Sie belegen deinen Gestaltungsprozess.
  • Lies das Datenblatt der Druckerei genau und halte dich an Beschnitt, Farbprofil und Format.
  • Mach vor dem Export einen Ausdruck in Originalgrösse und prüfe Lesbarkeit und Rechtschreibung.
  • Begründe Papier und Druckverfahren mit Auflage, Zweck und Budget.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Scribble
Schnelle Handskizze einer Gestaltungsidee.
Endformat
Format des fertigen, geschnittenen Druckprodukts.
Beschnitt
Zusätzlicher Rand von meist 2 bis 5 mm um das Endformat, der nach dem Druck weggeschnitten wird.
Sicherheitsabstand
Abstand vom Endformatrand nach innen, in dem keine wichtigen Inhalte stehen sollten.
Offsetdruck
Druckverfahren mit Druckplatten, wirtschaftlich bei mittleren und hohen Auflagen.
Digitaldruck
Druck direkt aus der Datei ohne Druckplatten, ideal für kleine Auflagen.
Grammatur
Gewicht des Papiers in Gramm pro Quadratmeter (g/m²).
PDF/X-4
Norm für druckfertige PDF-Dateien mit eingebetteten Schriften und definierten Farben.
Preflight
Automatische Prüfung einer Druckdatei auf technische Fehler vor dem Druck.

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Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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So helfen wir dir bei Modul 272

  • Wir machen mit dir eine Scribble-Session und helfen dir, aus mehreren Ideen die stärkste für deinen Auftrag zu finden.
  • Wir prüfen gemeinsam deine InDesign-Datei auf Format, Beschnitt, Ränder, Farbmodus und Bildauflösung.
  • Wir lesen mit dir das Datenblatt einer Druckerei und stellen den PDF-Export Schritt für Schritt korrekt ein.
  • Wir üben mit dir die Präsentation deiner Entwürfe für den üK, inklusive Begründung von Papier, Druck und Gestaltung.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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