284

Business & Prozesse · Kalkulation & Debitoren

Leistungserbringung kalkulieren und Zahlungsprozess abwickeln

Du berechnest, was eine Leistung kosten muss, stellst korrekte QR-Rechnungen und sorgst dafür, dass das Geld auch eintrifft.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumMediamatik: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Kalkulation#Stundensatz#Zuschlag#Marge#Nachkalkulation#QR-Rechnung#Debitoren#Mahnwesen#MWST

Überblick

Worum geht es?

Eine Agentur lebt davon, dass ihre Preise die Kosten decken und die Kunden pünktlich zahlen. In diesem Modul leitest du einen Stundensatz aus Löhnen und Gemeinkosten her, kalkulierst Projekte mit Eigen- und Fremdleistungen und vergleichst nach Projektende geplanten und tatsächlichen Aufwand. Danach stellst du eine Rechnung mit QR-Teil, überwachst offene Debitoren und wickelst Zahlungserinnerung, Mahnung und im Extremfall die Betreibung ab.

Wofür brauchst du das?

Viele kleine Agenturen arbeiten viel und verdienen trotzdem wenig, weil sie zu tief kalkulieren oder Mehraufwand nicht verrechnen. Wer versteht, wie ein Stundensatz zustande kommt und wo im Projekt die Stunden verschwinden, kann Offerten realistisch rechnen und mit Kunden sachlich über Preise sprechen. Ein sauberer Zahlungsprozess sichert die Liquidität, also die Löhne am Monatsende.

Das solltest du schon können

  • Offerten aufbauen und Preise mit Rabatt und MWST berechnen (Modul 283)
  • Prozentrechnen, Dreisatz und Rundungen sicher anwenden
  • Excel-Tabellen mit Formeln wie SUMME, WENN und SUMMEWENN erstellen (Modul 286)

Typische Tools & Technologien

Excel / Google SheetsBexioAbacus / Banana BuchhaltungClockify / Harvest (Zeiterfassung)QR-Rechnung nach SIX-StandardE-BankingKontenrahmen KMU

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Einen kostendeckenden Stundensatz herleiten

    Kompetenz A

    Du rechnest aus, was eine Arbeitsstunde den Betrieb wirklich kostet: Lohn, Sozialleistungen und ein Anteil an Miete, Software und Geräten, verteilt auf die verrechenbaren Stunden. Darauf schlägst du einen Gewinn auf. So siehst du, warum ein Stundensatz von CHF 60 nicht reicht, auch wenn der Lohn pro Stunde tiefer ist.

    Situation

    Eine Mediamatikerin in einer Zürcher Agentur verdient CHF 78'000 pro Jahr. Die Sozialleistungen des Arbeitgebers betragen 18 %. Auf ihren Arbeitsplatz entfallen CHF 38'000 Gemeinkosten. Sie arbeitet 42 Stunden pro Woche während 46 Wochen, davon sind 70 % verrechenbar.

    Deine Aufgabe

    Berechne die Selbstkosten pro Stunde und einen Stundensatz mit 15 % Gewinnzuschlag.

    Gutes Ergebnis

    Lohnkosten CHF 92'040 plus Gemeinkosten CHF 38'000 ergeben CHF 130'040. Verrechenbare Stunden: 1'932 × 70 % = rund 1'350. Selbstkosten rund CHF 96.30 pro Stunde. Mit 15 % Gewinn rund CHF 110.80, festgelegt auf CHF 110.

    LohnkostenSozialleistungenGemeinkostenverrechenbare StundenAuslastungGewinnzuschlag
  2. 2

    Ein Projekt mit Eigen- und Fremdleistungen vorkalkulieren

    Kompetenz B

    Du schätzt den Aufwand pro Arbeitsschritt, multiplizierst ihn mit dem Stundensatz und rechnest Fremdleistungen wie Druck oder Fotograf mit einem Zuschlag für Koordination und Risiko dazu. Du kennst den Unterschied zwischen Zuschlag, der sich auf den Einkauf bezieht, und Marge, die sich auf den Verkaufspreis bezieht.

    Situation

    Ein Weingut im Lavaux bestellt einen Prospekt mit 8 Seiten. Gestaltung und Bildbearbeitung schätzt du auf 18 Stunden. Die Druckerei offeriert CHF 1'200 netto.

    Deine Aufgabe

    Kalkuliere den Verkaufspreis exkl. MWST mit einem Handlingzuschlag von 15 % auf die Fremdleistung.

    Gutes Ergebnis

    Eigenleistung 18 h × CHF 110 = CHF 1'980. Druck CHF 1'200 + 15 % = CHF 1'380. Verkaufspreis CHF 3'360 exkl. MWST. Der Zuschlag von CHF 180 entspricht einer Marge von 13 % auf dem Druckpreis von CHF 1'380.

    VorkalkulationAufwandschätzungFremdleistungZuschlag in % vom EinkaufMarge in % vom VerkaufReserve
  3. 3

    Mit der Nachkalkulation Soll und Ist vergleichen

    Kompetenz C

    Nach Projektende vergleichst du geplante und erfasste Stunden pro Arbeitsschritt. Du findest heraus, wo der Aufwand aus dem Ruder lief, ob du Mehraufwand verrechnen darfst und was du in der nächsten Offerte anders schätzt.

    Situation

    Für eine Vereinswebsite waren 40 Stunden budgetiert. Die Zeiterfassung in Clockify zeigt 52 Stunden. Der Kunde hat vier statt der offerierten zwei Korrekturrunden verlangt.

    Deine Aufgabe

    Analysiere die Abweichung und schlage das weitere Vorgehen vor.

    Gutes Ergebnis

    Abweichung plus 12 Stunden (30 %). Davon entfallen 7 Stunden auf die zusätzlichen Korrekturrunden. Diese sind laut Offerte verrechenbar: 7 × CHF 110 = CHF 770 Mehraufwand. Die restlichen 5 Stunden gehen auf eine zu knappe Schätzung beim Kontaktformular. Für das nächste Projekt wird dieser Arbeitsschritt höher angesetzt.

    Soll-Ist-VergleichZeiterfassungAbweichungsanalyseMehraufwandDeckungsbeitrag eines Projekts
  4. 4

    Eine korrekte Rechnung mit QR-Teil erstellen

    Kompetenz D

    Du erstellst Rechnungen mit allen MWST-relevanten Angaben und einem gültigen QR-Zahlteil. Du weisst, wann eine QR-IBAN mit QR-Referenz verwendet wird und wann eine normale IBAN, und dass Adressen strukturiert erfasst werden müssen.

    Situation

    Das Prospektprojekt für das Weingut ist abgeschlossen. Die Buchhaltung arbeitet mit Bexio und einem Konto mit QR-IBAN.

    Deine Aufgabe

    Erstelle die Schlussrechnung so, dass der Kunde sie direkt mit der Banking-App scannen kann und der Zahlungseingang automatisch zugeordnet wird.

    Gutes Ergebnis

    Rechnung Nr. 2026-118 mit Bezug auf Offerte 2026-097, Leistungsdatum, CHF 3'360.00 netto, MWST 8.1 % CHF 272.15, Total CHF 3'632.15, zahlbar innert 30 Tagen. QR-Teil mit QR-IBAN, 27-stelliger QR-Referenz und strukturierter Adresse. Bexio verbucht die Zahlung später automatisch.

    QR-RechnungQR-IBANQR-ReferenzSCOR-Referenzstrukturierte AdressePflichtangaben MWST
  5. 5

    Offene Debitoren überwachen und Zahlungen verbuchen

    Kompetenz E

    Du führst eine Liste der offenen Rechnungen mit Fälligkeit, gleichst Zahlungseingänge ab und erkennst überfällige Posten früh. Du kannst die wichtigsten Buchungssätze für Rechnung, MWST und Zahlung nach dem Kontenrahmen KMU bilden.

    Situation

    Ende Monat zeigt die Debitorenliste fünf offene Rechnungen über total CHF 14'860.15. Zwei davon sind seit 12 bzw. 47 Tagen überfällig.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Übersicht nach Fälligkeit und verbuche einen Zahlungseingang von CHF 3'632.15.

    Gutes Ergebnis

    Altersstruktur: nicht fällig CHF 8'420, 1 bis 30 Tage überfällig CHF 2'808, über 30 Tage überfällig CHF 3'632.15. Buchung Zahlungseingang: Bank (1020) an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1100) CHF 3'632.15. Der Posten ist ausgeglichen.

    Debitoroffener PostenFälligkeitAltersstrukturBuchungssatzKontenrahmen KMU
  6. 6

    Zahlungserinnerung, Mahnung und Betreibung korrekt abwickeln

    Kompetenz F

    Du kennst die üblichen Mahnstufen und formulierst sie freundlich, aber bestimmt. Du weisst, dass ab Verzug 5 % Verzugszins verlangt werden darf, Mahngebühren aber vereinbart sein müssen, und wie eine Betreibung über das Betreibungsamt abläuft.

    Situation

    Ein Restaurant schuldet CHF 2'400 für Menükarten. Die Rechnung war am 31. August fällig. Trotz Zahlungserinnerung am 10. September ist nichts eingegangen.

    Deine Aufgabe

    Plane die nächsten Schritte bis zur möglichen Betreibung.

    Gutes Ergebnis

    25. September: 1. Mahnung mit Zahlungsfrist 10 Tage. 10. Oktober: 2. Mahnung mit Verzugszins (5 % pro Jahr, gerechnet ab Ablauf der zuletzt gesetzten Zahlungsfrist; für 30 Tage wären es CHF 10.00) und Ankündigung der Betreibung. Danach Betreibungsbegehren beim Betreibungsamt am Sitz des Schuldners. Erhebt der Schuldner Rechtsvorschlag, braucht es eine Rechtsöffnung.

    ZahlungserinnerungMahnstufenVerzugVerzugszins 5 %BetreibungsbegehrenRechtsvorschlag

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Stundensatz herleiten

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Projekte vorkalkulieren

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Nachkalkulation

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Rechnung mit QR-Teil

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Debitoren überwachen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Mahnwesen und Betreibung

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Imagevideo für die Schreinerei Holzer

Aylin ist Mediamatikerin im 2. Lehrjahr bei der Lichtspur GmbH in Wil SG, einer Videoagentur mit 11 Mitarbeitenden. Die Geschäftsführerin hat den Eindruck, dass die Agentur viel arbeitet, aber wenig verdient. Aylin begleitet deshalb ein Imagevideo für die Schreinerei Holzer AG von der Kalkulation bis zum Zahlungseingang.

  1. Kapitel 1

    Was kostet eine Stunde Schnitt?

    Eine Cutterin verdient CHF 72'000 im Jahr, mit 15 % Sozialleistungen kostet sie die Agentur CHF 82'800. Aylin teilt zuerst durch 2'000 Arbeitsstunden, bis die Geschäftsführerin sie korrigiert: Verrechnen lassen sich nur rund 1'350 Stunden. Das ergibt CHF 61.33 Lohnkosten pro Stunde, mit CHF 38 Gemeinkosten für Miete, Software und Geräte CHF 99.33. Mit 10 % Gewinnzuschlag landet Aylin bei rund CHF 110, bisher hatte die Agentur CHF 95 verrechnet.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Die Vorkalkulation

    Aylin zerlegt das Projekt: Konzept 6 Stunden, Drehtag mit zwei Personen 16 Stunden, Schnitt 14 Stunden, Ton und Farbkorrektur 4 Stunden. Die 40 Stunden zu CHF 110 ergeben CHF 4'400. Für die Sprecherin rechnet sie CHF 600 plus 10 % Zuschlag, für die Musiklizenz CHF 180 plus 10 %. Die Vorkalkulation beträgt CHF 5'258 exkl. MWST, mit zwei Korrekturrunden inbegriffen.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Neun Stunden zu viel

    Nach Projektende zeigt Clockify 49 statt 40 Stunden, eine Abweichung von 22.5 % oder CHF 990. Aylin ordnet die Ursachen zu: Der Kunde wollte vier statt zwei Korrekturrunden, das ergibt 6 Stunden, und ein verschobener Drehort kostete 3 Stunden. Weil die Offerte zwei Runden festgelegt hatte, darf die Agentur die 6 Stunden nach Rücksprache zusätzlich verrechnen. Für künftige Offerten schlägt Aylin vor, den Drehort vorher verbindlich festzulegen.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Rechnung mit QR-Teil

    In Bexio erstellt Aylin die Rechnung: CHF 5'258 plus CHF 660 für die zusätzlichen Korrekturrunden, total CHF 5'918 netto, mit 8.1 % MWST CHF 6'397.35, zahlbar innert 30 Tagen. Im ersten Entwurf steht die normale IBAN zusammen mit einer QR-Referenz. Die Buchhalterin erklärt ihr, dass eine QR-Referenz nur mit der QR-IBAN funktioniert. Aylin korrigiert das und prüft den Zahlteil mit der Scan-Funktion der Banking-App.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Wenn das Geld nicht kommt

    Zwölf Tage nach Fälligkeit steht die Rechnung in der Debitorenliste noch offen. Aylin schickt eine freundliche Zahlungserinnerung mit neuer Frist von zehn Tagen. Die Schreinerei überweist CHF 4'000, Aylin verbucht die Teilzahlung und mahnt den Rest von CHF 2'397.35. Daraufhin bittet der Inhaber um zwei Monatsraten. Die Geschäftsführerin stimmt zu, weil eine Betreibung die Kundenbeziehung belasten würde, und Aylin hält fest, ab wann man doch ein Betreibungsbegehren stellen würde.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Was kostet eine Stunde?

    ca. 3 Std.

    Du lernst, aus Löhnen, Sozialleistungen und Gemeinkosten einen Stundensatz herzuleiten, und baust dafür ein Excel-Modell.

    • Ein Excel-Blatt mit Eingabefeldern für Lohn, Sozialleistungen, Gemeinkosten und Auslastung bauen
    • Ausprobieren, wie sich der Stundensatz bei 60 %, 70 % und 80 % Auslastung verändert
    • Das Ergebnis mit dem Stundensatz deines Lehrbetriebs vergleichen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Projekte vorkalkulieren

    ca. 4 Std.

    Du zerlegst Projekte in Arbeitsschritte, schätzt Aufwand und rechnest Fremdleistungen mit Zuschlag ein.

    • Drei typische Agenturprojekte (Flyer, Website, Video) in Arbeitsschritte zerlegen
    • Übungen zu Zuschlag und Marge rechnen und ineinander umrechnen
    • Eine Kalkulationsvorlage mit Eigen- und Fremdleistungen erstellen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Nachkalkulation und Lernen aus Zahlen

    ca. 3 Std.

    Du vergleichst Soll und Ist an einem echten oder realistischen Projekt und leitest Massnahmen ab.

    • Zeiterfassungsdaten eines abgeschlossenen Projekts in Excel auswerten
    • Abweichungen pro Arbeitsschritt in Prozent berechnen
    • Entscheiden, welcher Mehraufwand verrechnet werden darf

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Rechnung und QR-Zahlteil

    ca. 2.5 Std.

    Du erstellst Rechnungen mit allen Pflichtangaben und verstehst die Bestandteile des QR-Teils.

    • In Bexio oder einem Testkonto eine Rechnung mit QR-Teil erstellen
    • Mit der Banking-App die Rechnung scannen und prüfen, welche Daten übernommen werden
    • QR-IBAN und normale IBAN vergleichen und die passende Referenzart bestimmen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Debitoren und Mahnwesen

    ca. 3.5 Std.

    Du überwachst offene Posten, verbuchst Zahlungen und spielst den Mahnprozess vollständig durch.

    • Eine Debitorenliste mit Fälligkeit und Altersstruktur in Excel anlegen
    • Buchungssätze für Rechnung, MWST, Zahlung und Skonto üben
    • Je eine Zahlungserinnerung, 1. und 2. Mahnung formulieren

    Trainiert Kompetenz E1E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Ein Projekt durchrechnen: von der Kalkulation bis zum Zahlungseingang

    ca. 3 Std.

    Du spielst einen kompletten Auftrag durch und prüfst, ob am Ende Geld verdient wurde.

    • Vorkalkulation, Rechnung und Nachkalkulation für ein Fallbeispiel erstellen
    • Einen Zahlungsverzug simulieren und den Mahnprozess dokumentieren
    • Ergebnis in fünf Sätzen für die Geschäftsleitung zusammenfassen

    Trainiert Kompetenz B3C3D2F3

    Lernziel2346

Üben

Übungen aus der Praxis

Zuschlag oder Marge?

Einstieg Einstieg

Die Agentur verkauft Roll-up-Displays weiter. Einkaufspreis CHF 180, Verkaufspreis CHF 240, beide exkl. MWST.

Weist nach B1

  1. Den Zuschlag in Prozent vom Einkauf berechnen
  2. Die Marge in Prozent vom Verkaufspreis berechnen
  3. Erklären, warum die beiden Prozentwerte verschieden sind
Tipp anzeigen

Die Differenz ist in beiden Fällen dieselbe. Nur die Basis, auf die du dich beziehst, ändert sich.

Lösungsskizze anzeigen

Differenz CHF 60. Zuschlag 60 / 180 = 33.3 %. Marge 60 / 240 = 25 %. Der Zuschlag bezieht sich auf den kleineren Einkaufspreis und ist deshalb immer höher als die Marge.

Stundensatz für eine Freelancerin

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Mediamatikerin will sich nach der Lehre nebenberuflich selbstständig machen. Sie möchte CHF 30'000 pro Jahr verdienen. Ihre Kosten für Software, Hardware, Versicherungen und AHV als Selbstständige schätzt sie auf CHF 9'500 pro Jahr. Sie kann 20 Stunden pro Woche während 44 Wochen arbeiten, davon 60 % verrechenbar.

Weist nach A2A3

  1. Die verrechenbaren Stunden pro Jahr berechnen
  2. Den nötigen Stundensatz ohne Gewinnzuschlag berechnen
  3. Prüfen, was passiert, wenn die Auslastung nur 45 % beträgt
Tipp anzeigen

Rechne zuerst alle Stunden, dann nur die verrechenbaren. Die nicht verrechenbaren Stunden für Akquise und Administration musst du trotzdem bezahlen.

Lösungsskizze anzeigen

880 Stunden total, davon 528 verrechenbar. Bedarf CHF 39'500 / 528 = CHF 74.80 pro Stunde. Bei 45 % Auslastung nur noch 396 Stunden, der Stundensatz steigt auf CHF 99.75. Fazit: Auslastung ist der stärkste Hebel.

Imagebroschüre: von der Kalkulation bis zur Mahnung

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Für eine Zahnarztpraxis in St. Gallen erstellt die Agentur eine 12-seitige Broschüre. Geschätzt: Konzept 6 h, Gestaltung 22 h, Fotoshooting 5 h, Korrektur 4 h. Druck extern CHF 2'150. Stundensatz CHF 115, Handlingzuschlag 12 %. Nach Abschluss zeigt die Zeiterfassung 44 Stunden. Die Rechnung bleibt 35 Tage nach Fälligkeit unbezahlt.

Weist nach B2C3D3E2E3F3

  1. Vorkalkulation mit Eigen- und Fremdleistung erstellen
  2. Rechnung mit MWST und QR-Teil skizzieren
  3. Nachkalkulation durchführen und die Abweichung bewerten
  4. Buchungssätze für Rechnung und späteren Zahlungseingang notieren
  5. Den passenden Mahnschritt mit Text formulieren
Tipp anzeigen

Die Buchung der Rechnung hat zwei Teile: den Nettoertrag und die geschuldete MWST.

Lösungsskizze anzeigen

37 h × CHF 115 = CHF 4'255. Druck CHF 2'150 + 12 % = CHF 2'408. Total CHF 6'663.00, MWST CHF 539.70, Rechnungstotal CHF 7'202.70. Ist 44 h, also 7 h oder 19 % über Budget, nicht verrechenbar, wenn keine Zusatzwünsche vorlagen. Buchungen: 1100 an 3400 CHF 6'663.00 und 1100 an 2200 CHF 539.70. Zahlung: 1020 an 1100. Nach 35 Tagen Verzug: 1. Mahnung, falls die Erinnerung schon versandt wurde, sonst Zahlungserinnerung.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Warum ist der Stundensatz einer Agentur viel höher als der Stundenlohn der Mitarbeitenden?

Weil er zusätzlich Sozialleistungen, Gemeinkosten wie Miete und Software, nicht verrechenbare Stunden und einen Gewinn decken muss.

Einkauf CHF 200, Zuschlag 25 %. Wie hoch ist der Verkaufspreis und die Marge?

Verkaufspreis CHF 250. Marge 50 / 250 = 20 %.

Wofür braucht es eine Nachkalkulation?

Um zu prüfen, ob die Schätzung gestimmt hat, Mehraufwand zu erkennen und die nächste Offerte realistischer zu kalkulieren.

Wann verwendest du eine QR-IBAN?

Nur zusammen mit einer 27-stelligen QR-Referenz. Mit einer normalen IBAN nutzt du eine SCOR-Referenz oder gar keine Referenz.

Wie lautet der Buchungssatz für eine Rechnung über CHF 1'000 netto plus MWST?

Forderungen L+L (1100) an Dienstleistungsertrag (3400) CHF 1'000 und Forderungen L+L (1100) an Geschuldete MWST (2200) CHF 81.

Darfst du ohne Vereinbarung Mahngebühren verlangen?

Nein. Mahngebühren müssen vereinbart sein, z.B. in den AGB. Den gesetzlichen Verzugszins von 5 % pro Jahr darfst du ab Verzug auch ohne Vereinbarung verlangen.

Was kann der Schuldner tun, wenn er einen Zahlungsbefehl erhält?

Er kann innert 10 Tagen Rechtsvorschlag erheben. Dann muss der Gläubiger die Forderung in einem Rechtsöffnungsverfahren oder vor Gericht durchsetzen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Den Stundensatz aus dem Bruttolohn pro Stunde ableiten und Gemeinkosten sowie unproduktive Zeit vergessen.
  • Zuschlag und Marge verwechseln und dadurch zu tief kalkulieren.
  • Keine Zeiterfassung pro Arbeitsschritt führen. Dann ist eine Nachkalkulation unmöglich.
  • Eine QR-IBAN mit einer SCOR-Referenz kombinieren. Die Zahlung wird dann abgelehnt.
  • Überfällige Rechnungen wochenlang nicht bemerken, weil niemand die Debitorenliste regelmässig prüft.
  • Mahngebühren verlangen, die nirgends vereinbart sind.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Schreibe bei Kalkulationen immer die Basis dazu: Prozent vom Einkauf oder vom Verkauf.
  • Zeichne bei Buchungssätzen kurz die betroffenen Konten mit Soll und Haben auf, bevor du den Satz notierst.
  • Prüfe Ergebnisse mit einer Gegenrechnung, z.B. Verkaufspreis minus Marge muss wieder den Einkauf ergeben.
  • Bei Fallaufgaben zum Mahnwesen die Daten in eine Zeitachse eintragen. So siehst du sofort, welcher Schritt fällig ist.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Stundensatz
Preis pro verrechenbarer Arbeitsstunde, der alle Kosten und einen Gewinn deckt.
Gemeinkosten
Kosten, die keinem Projekt direkt zugeordnet werden können, z.B. Miete, Software, Buchhaltung.
Zuschlag
Aufschlag in Prozent vom Einkaufs- oder Kostenbetrag.
Marge
Gewinnanteil in Prozent vom Verkaufspreis.
Nachkalkulation
Vergleich von geplantem und tatsächlichem Aufwand nach Projektende.
QR-Rechnung
Schweizer Rechnung mit Zahlteil und QR-Code, der alle Zahlungsdaten enthält.
Debitor
Kunde, der dem Betrieb noch Geld schuldet.
Verzugszins
Gesetzlicher Zins von 5 % pro Jahr auf überfällige Geldforderungen.
Rechtsvorschlag
Einspruch des Schuldners gegen einen Zahlungsbefehl, stoppt die Betreibung vorerst.

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  • Wir üben Buchungssätze für Rechnung, MWST, Zahlung und Skonto, bis du sie ohne Nachschlagen bilden kannst.
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