285

Business & Prozesse · Jahresabschluss & Kennzahlen

Jahresabschluss analysieren und Wirtschaftlichkeitsrechnung durchführen

Du liest Bilanz und Erfolgsrechnung eines KMU, berechnest die wichtigsten Kennzahlen und beurteilst, ob sich eine Investition lohnt.

Anspruchsvoll Anspruchsvoll ca. 28 Std. SelbststudiumMediamatik: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Bilanz#Erfolgsrechnung#Kennzahlen#Liquidität#Rentabilität#Break-even#Deckungsbeitrag#Investitionsrechnung#Amortisation

Überblick

Worum geht es?

Am Ende jedes Geschäftsjahres zeigt der Jahresabschluss, wie es einem Betrieb geht. In diesem Modul lernst du, die Bilanz und die mehrstufige Erfolgsrechnung einer Agentur oder eines Verlags zu lesen, Kennzahlen zu Liquidität, Finanzierung und Rentabilität zu berechnen und sie mit dem Vorjahr zu vergleichen. Danach wendest du Werkzeuge der Wirtschaftlichkeitsrechnung an: Deckungsbeitrag, Break-even, Kostenvergleich und Amortisationsdauer. So kannst du begründen, ob ein neues Angebot oder die Anschaffung einer teuren Kamera sinnvoll ist.

Wofür brauchst du das?

Wer in einer Agentur Verantwortung übernimmt, muss mitreden können, wenn es ums Geld geht: Reicht die Liquidität für die Löhne im Januar? Lohnt sich ein eigenes Fotostudio? Ab wie vielen Kunden trägt sich ein neues Social-Media-Paket? Diese Fragen beantwortest du mit Zahlen statt mit Bauchgefühl. Das Modul baut auf 283 und 284 auf und ist die Grundlage für Businesspläne, falls du dich später selbstständig machen willst.

Das solltest du schon können

  • Stundensatz, Zuschlag und Marge berechnen sowie einfache Buchungssätze bilden (Modul 284)
  • Grundbegriffe der doppelten Buchhaltung kennen: Aktiven, Passiven, Aufwand, Ertrag, Soll und Haben
  • In Excel mit Zellbezügen, Formeln und Diagrammen arbeiten (Modul 286)

Typische Tools & Technologien

Excel / Google SheetsBanana BuchhaltungBexioAbacusKontenrahmen KMUGeschäftsberichte von Schweizer KMU und AG

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine Bilanz gliedern und ihre Aussage verstehen

    Kompetenz A

    Du ordnest Konten den richtigen Gruppen zu: Umlauf- und Anlagevermögen auf der Aktivseite, kurz- und langfristiges Fremdkapital sowie Eigenkapital auf der Passivseite. Du verstehst, dass die Bilanz eine Momentaufnahme am Stichtag ist und zeigt, wie das Vermögen finanziert ist.

    Situation

    Die Agentur Pixelwerk GmbH in Aarau legt ihre Bilanz per 31.12.2025 vor. Die Konten stehen ungeordnet in einer Excel-Liste.

    Deine Aufgabe

    Gliedere die Bilanz nach Schweizer Schema und prüfe, ob sie aufgeht.

    Gutes Ergebnis

    Umlaufvermögen CHF 90'000 (flüssige Mittel 18'000, Forderungen 62'000, angefangene Arbeiten 10'000). Anlagevermögen CHF 70'000 (Kameras und IT 45'000, Fahrzeug 25'000). Kurzfristiges Fremdkapital CHF 60'000, Darlehen CHF 40'000, Eigenkapital CHF 60'000. Bilanzsumme auf beiden Seiten CHF 160'000.

    Aktiven / PassivenUmlaufvermögenAnlagevermögenkurz- und langfristiges FremdkapitalEigenkapitalStichtag
  2. 2

    Eine mehrstufige Erfolgsrechnung erstellen und interpretieren

    Kompetenz B

    Du baust die Erfolgsrechnung in Stufen auf: Betriebsertrag, Bruttogewinn, EBITDA, EBIT, Gewinn vor Steuern und Jahresgewinn. So siehst du, ob das Kerngeschäft rentiert oder ob nur Sondereffekte das Ergebnis retten.

    Situation

    Pixelwerk erzielte 2025 einen Dienstleistungsertrag von CHF 640'000. Fremdleistungen kosteten 120'000, Personal 390'000, Räume 48'000, übriger Betriebsaufwand 44'000, Abschreibungen 14'000, Zinsen 2'000, Steuern 4'000.

    Deine Aufgabe

    Erstelle die mehrstufige Erfolgsrechnung und beschreibe in zwei Sätzen, was sie zeigt.

    Gutes Ergebnis

    Bruttogewinn 520'000, EBITDA 38'000, EBIT 24'000, Gewinn vor Steuern 22'000, Jahresgewinn 18'000. Aussage: Das Kerngeschäft ist knapp profitabel. Der Personalaufwand frisst 61 % des Umsatzes, schon eine kleine Umsatzlücke würde zu einem Verlust führen.

    BetriebsertragBruttogewinnEBITDAEBITAbschreibungenJahresgewinn
  3. 3

    Kennzahlen zu Liquidität, Finanzierung und Rentabilität berechnen

    Kompetenz C

    Du berechnest Liquiditätsgrad 1 bis 3, Eigenfinanzierungsgrad, Anlagedeckungsgrad 2 sowie Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrendite. Du kennst die Formeln auswendig und weisst, welche Bilanz- oder Erfolgsposten jeweils hineingehören.

    Situation

    Die Geschäftsführerin von Pixelwerk möchte für das Gespräch mit der Bank eine Kennzahlenübersicht.

    Deine Aufgabe

    Berechne die wichtigsten Kennzahlen aus Bilanz und Erfolgsrechnung 2025.

    Gutes Ergebnis

    Liquiditätsgrad 1: 30 %. Liquiditätsgrad 2: 133 %. Liquiditätsgrad 3: 150 %. Eigenfinanzierungsgrad: 37.5 %. Anlagedeckungsgrad 2: 143 %. Eigenkapitalrendite: 30 %. Gesamtkapitalrendite: 12.5 %. Umsatzrendite: 2.8 %.

    Liquiditätsgrad 1, 2, 3EigenfinanzierungsgradAnlagedeckungsgrad 2EigenkapitalrenditeGesamtkapitalrenditeUmsatzrendite
  4. 4

    Kennzahlen mit Richtwerten und Vorjahr vergleichen und Massnahmen ableiten

    Kompetenz D

    Eine Zahl allein sagt wenig. Du vergleichst sie mit Richtwerten, dem Vorjahr und ähnlichen Betrieben, erkennst Stärken und Schwächen und schlägst konkrete Massnahmen vor.

    Situation

    Im Vorjahr lag der Liquiditätsgrad 2 von Pixelwerk bei 110 %, die Umsatzrendite bei 5.1 %. Die Forderungen sind von 38'000 auf 62'000 gestiegen.

    Deine Aufgabe

    Beurteile die Entwicklung und schlage zwei Massnahmen vor.

    Gutes Ergebnis

    Die Liquidität ist auf dem Papier besser, aber nur weil mehr Geld bei Kunden ausstehend ist. Die Rentabilität ist deutlich gesunken. Massnahmen: Anzahlungen von 30 % bei Projekten über CHF 5'000 einführen und den Stundensatz im nächsten Jahr um CHF 5 erhöhen.

    RichtwertZeitvergleichBetriebsvergleichUrsachenanalyseMassnahme
  5. 5

    Mit Deckungsbeitrag und Break-even neue Angebote beurteilen

    Kompetenz E

    Du trennst fixe und variable Kosten, berechnest den Deckungsbeitrag pro Einheit und daraus die Gewinnschwelle. So weisst du, ab welcher Menge ein Angebot Gewinn bringt.

    Situation

    Pixelwerk will ein Social-Media-Paket für KMU lancieren: CHF 900 pro Kunde und Monat. Variable Kosten für Tools und Freelance-Fotos: CHF 300 pro Kunde. Dafür wird eine 60-%-Stelle geschaffen, die inklusive Sozialleistungen CHF 5'400 pro Monat kostet.

    Deine Aufgabe

    Berechne, wie viele Kunden das Paket braucht, um die Kosten zu decken.

    Gutes Ergebnis

    Deckungsbeitrag pro Kunde CHF 600. Break-even: 5'400 / 600 = 9 Kunden. Ab dem 10. Kunden erzielt das Angebot Gewinn, bei 14 Kunden sind es CHF 3'000 pro Monat.

    fixe Kostenvariable KostenDeckungsbeitragBreak-even-MengeSicherheitsmarge
  6. 6

    Eine Investition mit Kostenvergleich und Amortisationsdauer beurteilen

    Kompetenz F

    Du vergleichst Kaufen und Mieten über die jährlichen Kosten inklusive Abschreibung und kalkulatorischem Zins und berechnest, nach wie vielen Jahren sich eine Anschaffung bezahlt gemacht hat. Qualitative Punkte wie Flexibilität oder Technologiewandel beziehst du in die Empfehlung ein.

    Situation

    Die Agentur mietet für Videodrehs eine Kamera für CHF 180 pro Drehtag. Erwartet werden 24 Drehtage pro Jahr. Ein Kauf kostet CHF 6'000, Nutzungsdauer 4 Jahre, Unterhalt CHF 200 pro Jahr, kalkulatorischer Zins 3 %.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die jährlichen Kosten und berechne die Amortisationsdauer.

    Gutes Ergebnis

    Kauf: Abschreibung 1'500, Zins 3 % auf durchschnittlich 3'000 gleich 90, Unterhalt 200, total CHF 1'790 pro Jahr. Miete: 24 × 180 = CHF 4'320. Der Kauf lohnt sich ab 10 Drehtagen. Amortisationsdauer: 6'000 / (4'320 minus 200) = rund 1.5 Jahre. Empfehlung: kaufen.

    KostenvergleichsrechnungAbschreibungkalkulatorischer Zinskritische MengeAmortisationsdauerqualitative Kriterien

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Bilanz gliedern und lesen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Mehrstufige Erfolgsrechnung

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Kennzahlen berechnen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Kennzahlen beurteilen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Deckungsbeitrag und Break-even

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Investitionen beurteilen

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ein Podcast-Studio für Alpenblick Medien?

Fabio ist Mediamatiker im 3. Lehrjahr bei der Alpenblick Medien AG in Brig, einem Verlag mit 32 Mitarbeitenden, der ein Regionalmagazin herausgibt. Der Verwaltungsrat überlegt, ein Podcast-Studio einzurichten und Podcasts für Firmenkunden zu produzieren. Fabio unterstützt den Finanzverantwortlichen dabei, den Jahresabschluss zu analysieren und das Projekt zu beurteilen.

  1. Kapitel 1

    Ordnung in die Konten

    Der Export aus der Buchhaltung enthält 28 Konten ohne Gliederung. Fabio ordnet sie in Umlauf- und Anlagevermögen, kurz- und langfristiges Fremdkapital und Eigenkapital. Die vorausbezahlten Abonnemente setzt er zuerst auf die Aktivseite. Der Finanzverantwortliche erklärt ihm, dass der Verlag das Geld zwar erhalten hat, die Magazine aber noch schuldet, also gehört der Posten ins Fremdkapital. Am Ende steht eine Bilanzsumme von CHF 1.24 Mio. mit CHF 410'000 Eigenkapital.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Wo bleibt der Gewinn?

    Aus CHF 2.6 Mio. Ertrag aus Abos und Inseraten und CHF 820'000 für Druck und Versand ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 1.78 Mio. Nach Personal- und übrigem Betriebsaufwand bleibt ein EBITDA von CHF 140'000, nach Abschreibungen ein EBIT von CHF 80'000. Unter dem Strich stehen CHF 93'000 Gewinn vor Steuern. Fabio fällt auf, dass darin CHF 25'000 aus dem Verkauf eines Lieferwagens stecken, und er weist das betriebliche Ergebnis von CHF 68'000 separat aus.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Kennzahlen für die Bank

    Für das Gespräch mit der Bank berechnet Fabio die wichtigsten Kennzahlen in Excel. Der Liquiditätsgrad 2 liegt bei 92 %, im Vorjahr waren es 118 %. Der Eigenfinanzierungsgrad ist von 36 % auf 33 % gesunken. Als Grund findet er die Forderungen, die von CHF 150'000 auf 210'000 gestiegen sind, weil Inserenten immer später zahlen. Er schlägt vor, das Mahnwesen zu straffen und von neuen Inserenten Vorauszahlung zu verlangen.

    Ziel 3Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Ab wann lohnt sich ein Podcast?

    Das Podcast-Paket soll CHF 1'200 pro Episode kosten, die variablen Kosten für Sprecherin, Hosting und externen Schnitt betragen CHF 450. Der Deckungsbeitrag von CHF 750 muss Fixkosten von CHF 22'500 pro Jahr decken, der Break-even liegt also bei 30 Episoden. Der Verkauf rechnet optimistisch mit 40 Episoden im ersten Jahr. Fabio ergänzt ein vorsichtiges Szenario mit 25 Episoden und zeigt, dass dann ein Verlust von CHF 3'750 entsteht.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Kaufen oder mieten?

    Ein eigenes Studio kostet CHF 28'000 und hält fünf Jahre, mit Abschreibung, 3 % kalkulatorischem Zins auf das halbe Kapital und Unterhalt sind das CHF 7'220 pro Jahr. Ein externes Tonstudio kostet CHF 250 pro Aufnahmetag, bei 40 Tagen also CHF 10'000, und das eigene Studio wäre nach etwa 3.2 Jahren amortisiert. Fabio rechnet aber auch die kritische Menge aus: Unter rund 29 Aufnahmetagen pro Jahr ist Mieten günstiger. Weil die Liquidität bereits knapp und die Nachfrage unsicher ist, empfiehlt er, im ersten Jahr zu mieten und erst zu kaufen, wenn die Buchungen klar darüber liegen.

    Ziel 6Ziel 5

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Bilanz und Erfolgsrechnung lesen

    ca. 4 Std.

    Du frischst die Grundlagen auf und lernst die Schweizer Gliederung nach Kontenrahmen KMU kennen.

    • Den Jahresabschluss eines kleinen Schweizer Unternehmens (z.B. einer Genossenschaft oder eines Vereins) herunterladen und Posten markieren
    • Eine ungeordnete Kontenliste in Bilanz und Erfolgsrechnung einordnen
    • Erklären, warum Gewinn und flüssige Mittel nicht dasselbe sind

    Trainiert Kompetenz A1A2B1

    Lernziel1

  2. 2

    Mehrstufige Erfolgsrechnung

    ca. 4 Std.

    Du baust aus einer einstufigen Erfolgsrechnung eine mehrstufige und lernst, was jede Stufe aussagt.

    • Eine Erfolgsrechnung in Excel in Stufen umbauen
    • Den Anteil jedes Aufwandblocks am Umsatz in Prozent berechnen
    • Zwei Jahre nebeneinanderstellen und die grössten Veränderungen beschreiben

    Trainiert Kompetenz B1B2B3

    Lernziel2

  3. 3

    Kennzahlen berechnen

    ca. 5 Std.

    Du lernst die Formeln und rechnest sie an mehreren Abschlüssen, bis du sie sicher anwendest.

    • Eine Formelkarte mit allen Kennzahlen und Richtwerten schreiben
    • Ein Excel-Kennzahlenblatt bauen, das aus Bilanz und Erfolgsrechnung automatisch rechnet
    • Drei Übungsabschlüsse durchrechnen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Kennzahlen beurteilen

    ca. 4 Std.

    Du interpretierst Kennzahlen im Zusammenhang und formulierst Empfehlungen, wie es eine Bank oder Geschäftsleitung erwartet.

    • Je eine Kennzahlenanalyse mit Stärken, Schwächen und Massnahmen schreiben
    • Ein Diagramm mit der Entwicklung über drei Jahre erstellen
    • Die Analyse in drei Minuten mündlich präsentieren

    Trainiert Kompetenz A3C3D1D2D3

    Lernziel43

  5. 5

    Deckungsbeitrag und Break-even

    ca. 4 Std.

    Du trennst fixe und variable Kosten und berechnest Gewinnschwellen für Angebote aus dem Medienumfeld.

    • Kosten einer Agentur in fix und variabel einteilen
    • Break-even für ein Abo-Angebot und für ein Druckprodukt berechnen
    • Ein Break-even-Diagramm in Excel zeichnen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel5

  6. 6

    Investitionen beurteilen

    ca. 5 Std.

    Du vergleichst Kaufen und Mieten, berechnest Amortisationsdauern und schreibst eine begründete Empfehlung.

    • Kostenvergleich für Kamera, Software-Lizenz oder Studio durchführen
    • Kritische Menge und Amortisationsdauer berechnen
    • Qualitative Kriterien ergänzen und eine Empfehlung auf einer Seite formulieren

    Trainiert Kompetenz F1F2E3F3

    Lernziel65

Üben

Übungen aus der Praxis

Konten richtig einordnen

Einstieg Einstieg

Ein kleiner Verlag in Chur hat folgende Posten: Bank 22'000, Forderungen 31'000, Papiervorrat 8'000, Druckmaschine 60'000, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten 19'000, Hypothek 40'000, Aktienkapital 50'000, Verkaufserlös 410'000, Lohnaufwand 240'000, Abschreibungen 12'000.

Weist nach A1

  1. Jeden Posten Bilanz oder Erfolgsrechnung zuordnen
  2. Die Bilanzposten in Umlaufvermögen, Anlagevermögen, Fremdkapital und Eigenkapital gliedern
  3. Die fehlende Position berechnen, damit die Bilanz aufgeht
Tipp anzeigen

Erlöse und Aufwände gehören nie in die Bilanz. Der Rest muss auf beiden Seiten dieselbe Summe ergeben.

Lösungsskizze anzeigen

Aktiven: UV 61'000, AV 60'000, total 121'000. Passiven: FK 59'000, Aktienkapital 50'000. Es fehlen 12'000, das sind Reserven oder der Gewinnvortrag im Eigenkapital. Verkaufserlös, Lohnaufwand und Abschreibungen gehören in die Erfolgsrechnung.

Kennzahlenanalyse einer Digitaldruckerei

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Digitaldruckerei hat flüssige Mittel 15'000, Forderungen 45'000, Vorräte 30'000, Anlagevermögen 210'000, kurzfristiges Fremdkapital 80'000, langfristiges Fremdkapital 120'000, Eigenkapital 100'000. Umsatz 900'000, Jahresgewinn 27'000, Zinsaufwand 6'000.

Weist nach C2D2

  1. Liquiditätsgrad 1, 2 und 3 berechnen
  2. Eigenfinanzierungsgrad und Anlagedeckungsgrad 2 berechnen
  3. Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrendite berechnen
  4. Die Lage in fünf Sätzen beurteilen
Tipp anzeigen

Die Bilanzsumme brauchst du für den Eigenfinanzierungsgrad und die Gesamtkapitalrendite. Rechne sie zuerst aus.

Lösungsskizze anzeigen

Bilanzsumme 300'000. LG1 19 %, LG2 75 %, LG3 113 %. Eigenfinanzierungsgrad 33 %. Anlagedeckungsgrad 2: 105 %. EK-Rendite 27 %, GK-Rendite 11 %, Umsatzrendite 3 %. Beurteilung: rentabel, Anlagen knapp langfristig finanziert, aber Liquiditätsgrad 2 klar unter 100 %. Massnahme: Forderungen schneller einziehen oder Kontokorrentlimite sichern.

Eigenes Fotostudio oder weiter mieten?

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Agentur mietet für Produktfotos ein externes Studio für CHF 450 pro Tag. Ein eigenes Studio kostet CHF 24'000 (Licht, Hintergründe, Möbel), Nutzungsdauer 5 Jahre, kalkulatorischer Zins 4 %, zusätzliche Raummiete CHF 6'000 pro Jahr und CHF 30 variable Kosten pro Studiotag. Geplant sind 35 Studiotage pro Jahr.

Weist nach E3F2F3

  1. Fixe und variable Kosten des eigenen Studios pro Jahr berechnen
  2. Die jährlichen Kosten beider Varianten bei 35 Tagen vergleichen
  3. Die kritische Menge an Studiotagen berechnen
  4. Die Amortisationsdauer berechnen
  5. Eine Empfehlung mit mindestens zwei qualitativen Argumenten formulieren
Tipp anzeigen

Für die Amortisationsdauer zählt der Geldrückfluss. Abschreibung und kalkulatorischer Zins sind keine Auszahlungen.

Lösungsskizze anzeigen

Fixkosten: Abschreibung 4'800, Zins 4 % auf 12'000 gleich 480, Raummiete 6'000, total 11'280. Eigenes Studio bei 35 Tagen: 11'280 + 1'050 = 12'330. Miete: 15'750. Einsparung 3'420 pro Jahr. Kritische Menge: 11'280 / (450 minus 30) = rund 27 Tage. Amortisation: 24'000 / (15'750 minus 7'050) = rund 2.8 Jahre. Empfehlung: Studio einrichten, wenn die 35 Tage realistisch sind. Pro: Flexibilität, keine Transportwege. Contra: Raum muss verfügbar sein, Risiko bei Auftragsrückgang.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wie berechnest du den Liquiditätsgrad 2 und welcher Richtwert gilt?

(Flüssige Mittel + Forderungen) / kurzfristiges Fremdkapital × 100. Richtwert: mindestens 100 %.

Was sagt der Eigenfinanzierungsgrad aus?

Welcher Anteil des Gesamtkapitals vom Eigentümer stammt. Je höher, desto unabhängiger ist der Betrieb von Banken und Gläubigern.

Warum zählt man bei der Gesamtkapitalrendite die Zinsen zum Gewinn dazu?

Weil die Zinsen das Entgelt für das Fremdkapital sind. Die Gesamtkapitalrendite misst, was das ganze eingesetzte Kapital erwirtschaftet hat, unabhängig von der Finanzierung.

Was bedeutet EBITDA?

Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Er zeigt die operative Leistung, bevor Finanzierung, Steuern und Investitionen ins Spiel kommen.

Ein Produkt kostet CHF 50, die variablen Kosten betragen CHF 20, die Fixkosten CHF 9'000. Wo liegt der Break-even?

Deckungsbeitrag CHF 30 pro Stück. 9'000 / 30 = 300 Stück.

Warum kann ein Betrieb Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden?

Weil Gewinn nicht gleich Geld ist. Wenn Kunden spät zahlen oder viel investiert wurde, fehlen trotz Gewinn die flüssigen Mittel für Löhne und Rechnungen.

Was ist die Amortisationsdauer?

Die Zeit, bis die Investitionssumme durch jährliche Einsparungen oder Mehreinnahmen wieder zurückgeflossen ist.

Welche Kennzahl zeigt, ob das Anlagevermögen langfristig finanziert ist?

Der Anlagedeckungsgrad 2: (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) / Anlagevermögen × 100. Er sollte über 100 % liegen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Erfolgsrechnungsposten wie Umsatz oder Lohnaufwand in die Bilanz einsetzen.
  • Bei den Liquiditätsgraden das langfristige Fremdkapital im Nenner mitrechnen.
  • Kennzahlen nur berechnen, aber nicht interpretieren. In der Prüfung zählt die Beurteilung oft gleich viel wie die Rechnung.
  • Bei der Gesamtkapitalrendite die Zinsen vergessen.
  • Bei der Amortisationsdauer mit Abschreibungen rechnen statt mit dem tatsächlichen Geldrückfluss.
  • Investitionsentscheide nur über Zahlen fällen und Risiken wie Auftragsrückgang oder schnelle technische Alterung ignorieren.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lerne die Formeln als Bruch auswendig und schreibe sie in der Prüfung immer zuerst hin, dann die Zahlen.
  • Runde Kennzahlen auf eine Nachkommastelle und vergiss das Prozentzeichen nicht.
  • Beurteile jede Kennzahl im Dreischritt: Wert, Vergleich mit Richtwert oder Vorjahr, Folgerung.
  • Bei Investitionsfragen eine klare Empfehlung abgeben und mit Zahlen sowie einem qualitativen Argument begründen.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Bilanz
Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Finanzierung (Passiven) an einem Stichtag.
Erfolgsrechnung
Gegenüberstellung von Aufwand und Ertrag einer Periode. Ergibt Gewinn oder Verlust.
Liquidität
Fähigkeit, fällige Zahlungen fristgerecht zu leisten.
Rentabilität
Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital oder Umsatz.
EBIT
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern.
Deckungsbeitrag
Verkaufspreis minus variable Kosten. Betrag, der an die Fixkosten beiträgt.
Break-even
Menge oder Umsatz, bei dem weder Gewinn noch Verlust entsteht.
Abschreibung
Erfasster Wertverlust einer Anlage über ihre Nutzungsdauer.
Kalkulatorischer Zins
Verzinsung des in einer Anlage gebundenen Kapitals, meist auf dem durchschnittlichen Wert.
Amortisationsdauer
Zeit, bis eine Investition durch Rückflüsse wieder eingespielt ist.

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  • Wir trainieren mit dir Break-even- und Investitionsaufgaben aus früheren Prüfungen, bis du fixe und variable Kosten sicher trennst.
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