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Marketing & Kommunikation · Auftreten & Präsentieren

Im Digital Business Umfeld auftreten und präsentieren

Du lernst, eine Idee, ein Ergebnis oder einen Vorschlag so zu präsentieren, dass dein Publikum versteht, was du willst, und du dabei ruhig und überzeugend wirkst.

Einstieg Einstieg ca. 15 Std. SelbststudiumDigitales Business: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Präsentation#Auftrittskompetenz#Kernbotschaft#Foliengestaltung#Körpersprache#Lampenfieber#Online-Präsentation#Feedback#Elevator Pitch

Überblick

Worum geht es?

Im digitalen Business präsentierst du ständig: Analyseergebnisse vor der Fachabteilung, Prozessvorschläge vor der Geschäftsleitung, ein Tool vor dem Team. In diesem Modul lernst du, eine Präsentation vom Ziel her zu planen, sie klar aufzubauen und Folien zu gestalten, die deine Aussagen stützen. Du übst, mit Stimme, Haltung und Blickkontakt sicher aufzutreten, auf Fragen und Einwände ruhig zu reagieren und auch online in Teams gut rüberzukommen. Mit Videoanalyse und Feedback machst du von Mal zu Mal sichtbare Fortschritte.

Wofür brauchst du das?

Gute Arbeit wird oft nur so gut bewertet, wie sie präsentiert wird. Wer in drei Minuten klar sagt, was das Problem ist, was er vorschlägt und was es bringt, bekommt Entscheide und Vertrauen. Als Entwickler/in digitales Business stehst du zwischen Fachabteilung, IT und Geschäftsleitung und musst für alle verständlich sprechen. Die Grundlagen aus diesem Modul brauchst du in fast allen weiteren Modulen, etwa für die Präsentation in einer Fremdsprache (371), Schulungen (219) und Moderation (229).

Das solltest du schon können

  • Grundfunktionen von PowerPoint oder Canva bedienen: Folien anlegen, Text und Bilder einfügen
  • Einen Sachverhalt aus deinem Lehrbetrieb mündlich in eigenen Worten erklären
  • Bereitschaft, dich beim Präsentieren filmen zu lassen und Feedback anzunehmen

Typische Tools & Technologien

PowerPointCanvaMicrosoft TeamsMentimeter / SlidoSmartphone-Kamera (Videoanalyse)Feedbackraster (Vorlage)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine Präsentation auf Ziel, Publikum und Kernbotschaft ausrichten

    Kompetenz A

    Bevor du eine Folie öffnest, klärst du drei Dinge: Was soll das Publikum danach wissen, denken oder tun? Was weiss es schon, und was interessiert es? Welcher eine Satz soll hängen bleiben? Alles, was nicht zur Kernbotschaft beiträgt, fliegt raus.

    Situation

    Du hast im Lehrbetrieb, einem Elektrogrosshändler in Dietikon, analysiert, dass Spesenabrechnungen im Schnitt 3 Wochen dauern. Du hast 10 Minuten in der Geschäftsleitungssitzung.

    Deine Aufgabe

    Bestimme Ziel, Zielgruppe und Kernbotschaft.

    Gutes Ergebnis

    Ziel: Die Geschäftsleitung bewilligt einen 3-monatigen Pilot für digitale Spesen. Zielgruppe: 4 Personen, wenig Zeit, interessiert an Kosten und Risiko, nicht an Technik. Kernbotschaft: 'Mit digitalen Spesen sparen wir rund 200 Stunden pro Jahr, und der Pilot kostet uns CHF 1'500.'

    PräsentationszielZielgruppenanalyseKernbotschaftHandlungsaufforderung
  2. 2

    Eine Präsentation mit packendem Einstieg, klarem Hauptteil und starkem Schluss aufbauen

    Kompetenz A

    Der Einstieg holt das Publikum mit einer Frage, einer Zahl oder einer kurzen Geschichte ab. Im Hauptteil folgst du einer klaren Logik, z.B. Problem, Lösung, Nutzen. Der Schluss wiederholt die Kernbotschaft und sagt, was jetzt passieren soll. Für spontane Gelegenheiten hast du einen 60-Sekunden-Pitch bereit.

    Situation

    Für die Spesen-Präsentation hast du 14 Folien mit allen Details deiner Analyse vorbereitet.

    Deine Aufgabe

    Baue die Präsentation für 10 Minuten neu auf.

    Gutes Ergebnis

    Einstieg: 'Wie lange warten Sie auf Ihre Spesen? Unser Aussendienst wartet 21 Tage.' Hauptteil mit 3 Teilen: heutiger Ablauf mit Medienbrüchen, Vorschlag Pilot mit der Spesen-App des ERP, Nutzen in Stunden und CHF. Schluss: Kernbotschaft plus 'Ich bitte Sie heute um den Entscheid für den Pilot ab 1. März.' Neu 6 Folien, Details im Anhang.

    EinstiegProblem-Lösung-NutzenStorytellingElevator PitchSchlussappell
  3. 3

    Folien gestalten, die das Gesagte unterstützen statt es zu wiederholen

    Kompetenz B

    Eine Folie trägt eine Aussage. Der Titel ist ein ganzer Satz, der diese Aussage nennt. Zahlen zeigst du als einfaches Diagramm, Abläufe als Grafik. Du nutzt grosse Schrift, viel Weissraum und die Vorlage des Lehrbetriebs und liest nie von der Folie ab.

    Situation

    Eine Kollegin zeigt in einer Folie eine Excel-Tabelle mit 12 Spalten und 30 Zeilen zur Auswertung von Kundenanfragen und sagt: 'Wie Sie sehen ...'.

    Deine Aufgabe

    Gestalte die Folie neu.

    Gutes Ergebnis

    Titel 'Zwei Drittel der Anfragen betreffen Lieferzeiten'. Ein Balkendiagramm mit 4 Kategorien, der grösste Balken farbig hervorgehoben, die anderen grau. Die vollständige Tabelle wird als Anhang per Link geteilt.

    Aktionstiteleine Aussage pro FolieDatenvisualisierungWeissraumCorporate Design
  4. 4

    Mit Stimme, Haltung und Blickkontakt sicher auftreten

    Kompetenz C

    Du stehst stabil, die Hände sind sichtbar und frei, du schaust einzelne Personen für einen Gedanken lang an. Du sprichst etwas langsamer als im Alltag und machst bewusst Pausen. Gegen Lampenfieber hilfst du dir mit Vorbereitung, Atemübungen und einem auswendig gelernten ersten Satz.

    Situation

    Bei deiner ersten Präsentation vor der Klasse schaust du auf den Bildschirm, spielst mit dem Kugelschreiber und bist nach 4 statt 7 Minuten fertig.

    Deine Aufgabe

    Analysiere das Video deiner Präsentation und verbessere drei Punkte.

    Gutes Ergebnis

    Erkannt: kein Blickkontakt, Füllwörter 'ähm' 23-mal, Sprechtempo zu hoch. Massnahmen: Moderationskarten mit Stichworten statt Bildschirm, nach jedem Teil 2 Sekunden Pause, Kugelschreiber weglegen. Zweiter Versuch: 6:40 Minuten, 7 Füllwörter, Blickkontakt mit allen Bereichen des Raums.

    KörperspracheBlickkontaktSprechtempoPausenLampenfieber
  5. 5

    Fragen und Einwände ruhig und überzeugend beantworten

    Kompetenz D

    Du hörst die Frage ganz an, wiederholst sie kurz in eigenen Worten und antwortest knapp. Kritik nimmst du ernst, ohne dich zu rechtfertigen. Wenn du etwas nicht weisst, sagst du das und versprichst eine Antwort bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.

    Situation

    In der Geschäftsleitungssitzung fragt der Finanzchef: 'Was passiert mit dem Datenschutz, wenn die Belegfotos in einer App gespeichert werden?' Du hast das nicht geprüft.

    Deine Aufgabe

    Reagiere professionell.

    Gutes Ergebnis

    'Sie fragen, wo die Belegdaten gespeichert werden und ob das datenschutzkonform ist. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich habe das noch nicht im Detail geklärt. Ich kläre es mit unserem Softwarepartner und schicke Ihnen die Antwort bis Freitag.' Nach der Sitzung als Pendenz notiert.

    Aktives ZuhörenParaphrasierenEinwandbehandlungNichtwissen zugebenNachfassen
  6. 6

    Online und hybrid präsentieren, ohne das Publikum zu verlieren

    Kompetenz E

    Online ist die Aufmerksamkeit kürzer. Du schaust in die Kamera statt auf dein Bild, sorgst für gutes Licht und Ton, teilst nur das relevante Fenster und baust alle paar Minuten Interaktion ein, z.B. eine Umfrage oder eine direkte Frage. Vorher machst du einen Technikcheck.

    Situation

    Du stellst einem Team mit 25 Personen an drei Standorten die neue Ablagestruktur in SharePoint vor, per Teams. Bei der letzten Online-Präsentation waren die meisten Kameras aus und es kamen keine Fragen.

    Deine Aufgabe

    Plane die Online-Präsentation von 15 Minuten.

    Gutes Ergebnis

    Technikcheck 10 Minuten vorher, Kamera auf Augenhöhe, Licht von vorne. Start mit Mentimeter-Frage 'Wie lange suchst du pro Woche nach Dateien?'. Live-Demo im Browserfenster statt Screenshots. Nach 5 und 10 Minuten je eine Frage an einen Standort mit Namen. Am Schluss Link zur Kurzanleitung im Chat.

    Kamera und LichtBildschirm teilenInteraktionTechnikcheckhybride Präsentation
  7. 7

    Feedback geben, annehmen und gezielt für die nächste Präsentation nutzen

    Kompetenz F

    Mit einem Kriterienraster gibst du anderen konkretes Feedback in Ich-Form: was gelungen ist und was du dir anders wünschst. Feedback an dich hörst du an, ohne dich zu verteidigen, und leitest daraus zwei, drei konkrete Ziele für das nächste Mal ab.

    Situation

    Nach deiner Präsentation sagt ein Mitlernender: 'War langweilig.'

    Deine Aufgabe

    Hole dir verwertbares Feedback und leite Ziele ab.

    Gutes Ergebnis

    Nachfrage: 'Woran hast du das gemerkt, ab welcher Stelle?' Antwort: Ab Folie 4 lange Aufzählung ohne Beispiel. Raster der Lehrperson ergänzt: guter Einstieg, Schluss ohne klare Bitte. Ziele für das nächste Mal: pro Hauptpunkt ein Beispiel aus dem Lehrbetrieb, Schlussfolie mit konkretem Appell.

    FeedbackregelnIch-BotschaftKriterienrasterVideoanalyseEntwicklungsziel

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ziel, Publikum und Aufbau

Ziel 1Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Folien gestalten

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Auftreten und Wirkung

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Fragen und Einwände

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Online und hybrid präsentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Feedback nutzen

Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Die Umfrage zur Zeiterfassungs-App

Lena ist im 1. Lehrjahr bei der Hofmann Haustechnik AG in Winterthur, 85 Mitarbeitende. Seit drei Monaten erfassen die Monteure ihre Stunden mit einer neuen App, und Lena hat dazu eine Umfrage ausgewertet. Nun soll sie die Ergebnisse an der Geschäftsleitungssitzung in 10 Minuten präsentieren.

  1. Kapitel 1

    Was soll die Geschäftsleitung entscheiden?

    Lenas erster Entwurf hat 23 Folien, eine pro Umfragefrage, obwohl 64 von 85 Personen geantwortet haben und sich ein klares Bild zeigt. Ihr Berufsbildner fragt nur: Was soll die Geschäftsleitung nach deinem Vortrag tun? Lena formuliert eine Kernbotschaft: Die App wird gut angenommen, aber die Monteure brauchen eine Offline-Funktion für Baustellen ohne Empfang. Daraus leitet sie drei Hauptpunkte ab: Akzeptanz, Problem, Vorschlag.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Acht Folien statt dreiundzwanzig

    Lena beginnt neu mit einem Zitat eines Monteurs: 'Im Keller tippe ich alles zweimal.' Jede Folie bekommt einen Titel, der die Aussage enthält, etwa '78 % nutzen die App täglich'. Die Tabelle mit 14 Spalten ersetzt sie durch ein einziges Balkendiagramm, die Detailzahlen wandern ins Handout. Am Schluss steht eine Folie mit dem konkreten Antrag und den Kosten.

    Ziel 2Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Probe vor der Handykamera

    Zwei Tage vorher filmt sich Lena bei einer Probe. Beim Anschauen zählt sie 31 Mal 'äh' und merkt, dass sie fast nur auf die Leinwand schaut. Eine Kollegin gibt ihr nach dem Feedbackraster drei konkrete Hinweise, unter anderem bewusste Pausen nach jeder Zahl. In der zweiten Aufnahme sind es noch 9 Füllwörter, und sie hält den Blick deutlich länger beim Publikum.

    Ziel 4Ziel 7

  4. Kapitel 4

    Zwei Chefs auf der Baustelle

    Zwei Mitglieder der Geschäftsleitung sind per Teams von einer Baustelle zugeschaltet. Lena testet am Vortag Raumkamera und Mikrofon und bittet einen Kollegen, während der Präsentation den Chat zu beobachten. Nach dem zweiten Hauptpunkt startet sie eine kurze Forms-Umfrage, damit auch die Online-Teilnehmenden aktiv werden. Als bei einem der Ton ausfällt, meldet der Kollege es sofort, und Lena wiederholt die Kernaussage, sobald die Verbindung wieder steht.

    Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Und was kostet uns das?

    Der Finanzchef fragt kritisch, ob die Offline-Funktion die Mehrkosten von CHF 4'800 pro Jahr rechtfertigt. Lena wiederholt die Frage ruhig und zeigt ihre Backup-Folie: Jeder Monteur verliert heute rund 20 Minuten pro Woche mit Nacherfassen. Die genauen Lizenzbedingungen kennt sie noch nicht und sagt zu, sie bis Freitag nachzuliefern. Die Geschäftsleitung bewilligt den Antrag, und Lena notiert am Abend zwei Ziele für ihre nächste Präsentation.

    Ziel 5Ziel 7

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Vom Ziel her denken

    ca. 2 Std.

    Du lernst, vor jeder Präsentation Ziel, Publikum und Kernbotschaft festzulegen.

    • Für drei Präsentationsanlässe im Lehrbetrieb je Ziel, Publikum und Kernbotschaft notieren
    • Die Kernbotschaft einer eigenen Arbeit in einem Satz von höchstens 25 Wörtern formulieren
    • Einen 60-Sekunden-Pitch über dein aktuelles Projekt schreiben und laut sprechen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel12

  2. 2

    Aufbau und Folien

    ca. 3 Std.

    Du baust eine Präsentation nach Problem, Lösung und Nutzen auf und gestaltest die Folien neu.

    • Drei verschiedene Einstiege für dieselbe Präsentation schreiben und testen
    • Eine überladene Folie in 2 klare Folien mit Aktionstiteln umbauen
    • Eine Zahlentabelle in ein einfaches, hervorgehobenes Diagramm übersetzen

    Trainiert Kompetenz A2B1B2

    Lernziel23

  3. 3

    Stimme und Körper

    ca. 3 Std.

    Du trainierst deine Wirkung mit kurzen Übungen und Videoanalyse.

    • Eine 2-minütige Präsentation mit dem Smartphone filmen und ohne Ton, dann nur mit Ton ansehen
    • Atemübung und Stand vor jedem Auftritt einüben
    • Füllwörter in einer Aufnahme zählen und im zweiten Versuch halbieren

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel4

  4. 4

    Fragen und Einwände

    ca. 2 Std.

    Du übst, auf kritische und unerwartete Fragen ruhig zu reagieren.

    • Für deine Präsentation die 5 wahrscheinlichsten kritischen Fragen notieren und Antworten vorbereiten
    • In einer Dreiergruppe Fragerunden spielen, bei denen jemand absichtlich provoziert
    • Den Satz 'Das weiss ich im Moment nicht, ich kläre es bis ...' bewusst üben

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel5

  5. 5

    Online präsentieren

    ca. 2 Std.

    Du richtest deinen Arbeitsplatz für Online-Präsentationen ein und baust Interaktion ein.

    • Kamera, Licht und Ton optimieren und mit einer Testaufnahme in Teams prüfen
    • Eine Mentimeter- oder Slido-Umfrage in eine Präsentation einbauen
    • Eine 5-minütige Online-Präsentation vor zwei Kolleginnen halten

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel6

  6. 6

    Präsentieren, Feedback, nochmals präsentieren

    ca. 3 Std.

    Du hältst eine vollständige Präsentation wie im Kompetenznachweis, holst strukturiertes Feedback ein und verbesserst dich in einer zweiten Runde.

    • Eine 7- bis 10-minütige Präsentation über ein Thema aus dem Lehrbetrieb halten
    • Mit einem Kriterienraster Feedback geben und erhalten
    • Zwei konkrete Entwicklungsziele festlegen und in einer zweiten Präsentation umsetzen

    Trainiert Kompetenz F2F3C3A3

    Lernziel741

Üben

Übungen aus der Praxis

60 Sekunden über deinen Lehrbetrieb

Einstieg Einstieg

An einem Berufsinformationstag stehst du am Stand deines Lehrbetriebs, einer Krankenkasse in Luzern. Ein Elternpaar mit Tochter fragt: 'Was machst du da eigentlich genau?'

Weist nach A1C1

  1. Einen Pitch mit Einstieg, zwei konkreten Beispielen aus deinem Alltag und einem Schlusssatz schreiben
  2. Den Pitch dreimal laut sprechen und die Zeit stoppen
  3. Ihn vor einer Person halten, die deinen Beruf nicht kennt, und nachfragen, was hängen geblieben ist
Tipp anzeigen

Vermeide Fachbegriffe wie BPMN oder ERP. Erzähle lieber, was du konkret machst und wem es hilft.

Lösungsskizze anzeigen

Einstieg: 'Ich sorge dafür, dass Abläufe in der Firma schneller und mit weniger Papier laufen.' Beispiel 1: Wie Rückfragen von Versicherten heute schneller beim richtigen Team landen. Beispiel 2: Eine Auswertung, die zeigt, wo Leistungsabrechnungen liegen bleiben. Schluss: 'Ich arbeite zwischen den Fachleuten und der IT, das gefällt mir.' Dauer 50 bis 65 Sekunden.

Präsentation einer Umfrage neu gestalten

Fortgeschritten Fortgeschritten

Du hast im Lehrbetrieb eine Umfrage zur Zufriedenheit mit den IT-Werkzeugen bei 120 Mitarbeitenden durchgeführt. Deine erste Version hat 18 Folien mit Fliesstext und allen Antworttabellen. Die Abteilungsleitenden haben 15 Minuten.

Weist nach A2B2F2

  1. Ziel und Kernbotschaft der Präsentation festlegen
  2. Eine Struktur mit Einstieg, 3 Hauptpunkten und Schluss entwerfen
  3. Maximal 7 Folien mit Aktionstiteln und Diagrammen gestalten
  4. Die Präsentation halten und filmen, danach drei Punkte verbessern
Tipp anzeigen

Frage bei jeder Folie: Welche Entscheidung oder Erkenntnis soll das Publikum daraus mitnehmen? Wenn du keine Antwort hast, gehört die Folie in den Anhang.

Lösungsskizze anzeigen

Kernbotschaft z.B. 'Die meisten sind zufrieden, aber die Dateiablage kostet jede Person pro Woche rund 40 Minuten.' Einstieg mit dieser Zahl. Hauptpunkte: Was gut läuft, das grösste Problem, Vorschlag. Folien mit Aktionstiteln, ein Diagramm pro Aussage, wichtigster Wert farbig. Schluss mit konkreter Bitte, z.B. Workshop zur Ablagestruktur.

Hybride Präsentation mit kritischem Publikum

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Du stellst der Geschäftsleitung eines Logistikunternehmens in Birsfelden deinen Vorschlag vor, Lieferscheine digital mit Unterschrift auf dem Tablet zu erfassen. Zwei Personen sind im Raum, zwei online zugeschaltet. Der Leiter Disposition ist skeptisch, weil die Chauffeure schon heute über zu viel Technik klagen.

Weist nach A3D3E3C3

  1. Zielgruppe mit Interessen und Bedenken jeder Person analysieren
  2. Eine 10-minütige Präsentation mit klarer Bitte am Schluss aufbauen
  3. Die 5 wahrscheinlichsten Einwände mit Antworten vorbereiten
  4. Den hybriden Ablauf planen: Kamera, Ton, Einbezug der Online-Teilnehmenden
  5. Die Präsentation im Rollenspiel halten und Feedback mit einem Raster auswerten
Tipp anzeigen

Nimm den Einwand des Skeptikers in die Präsentation selbst auf, bevor er ihn stellt. Das zeigt, dass du seine Sicht ernst nimmst.

Lösungsskizze anzeigen

Interessen: CEO Kosten, Finanzchefin schnellere Rechnungsstellung, Disposition Akzeptanz bei Chauffeuren. Aufbau: Einstieg mit verlorenen Lieferscheinen pro Monat, Vorschlag mit einfacher App, Nutzen in Tagen bis zur Rechnung, Bedenken der Chauffeure direkt ansprechen mit Pilot und Schulung durch einen Chauffeur als Key User. Hybrid: Mikrofon im Raum, Online-Teilnehmende zuerst um Meinung fragen. Schluss: Entscheid für Pilot mit 3 Fahrzeugen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist eine Kernbotschaft?

Der eine Satz, der beim Publikum hängen bleiben soll, wenn es alles andere vergessen hat.

Was ist ein Aktionstitel?

Ein Folientitel als vollständiger Satz mit der Aussage der Folie, z.B. 'Spesen dauern im Schnitt 21 Tage' statt nur 'Spesen'.

Wie gehst du mit einer Frage um, deren Antwort du nicht kennst?

Ehrlich sagen, dass du es nicht weisst, und versprechen, die Antwort bis zu einem konkreten Zeitpunkt nachzuliefern. Dann tatsächlich nachliefern.

Nenne drei Massnahmen gegen Lampenfieber.

Gute Vorbereitung mit Probedurchlauf, ruhige Bauchatmung vor dem Start und einen auswendig gelernten ersten Satz.

Wohin schaust du bei einer Online-Präsentation?

Möglichst oft direkt in die Kamera, weil das für das Publikum wie Blickkontakt wirkt.

Wie ist eine gute Feedback-Rückmeldung formuliert?

Konkret, in Ich-Form und auf beobachtbares Verhalten bezogen, z.B. 'Mir ist aufgefallen, dass du bei Folie 3 sehr schnell gesprochen hast.'

Warum endet eine Präsentation idealerweise mit einer Handlungsaufforderung?

Damit klar ist, was das Publikum jetzt tun oder entscheiden soll. Sonst bleibt die Präsentation ohne Wirkung.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Mit den Folien beginnen statt mit Ziel und Kernbotschaft.
  • Alles zeigen wollen, was man herausgefunden hat, statt das Wichtigste auszuwählen.
  • Text auf den Folien vorlesen und dabei dem Publikum den Rücken zukehren.
  • Zu kleine Schrift und komplette Excel-Tabellen auf Folien zeigen.
  • Auf Kritik gereizt oder mit langen Rechtfertigungen reagieren.
  • Online ohne Technikcheck starten und die ersten 5 Minuten mit Ton- und Bildschirmproblemen verlieren.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Probe deine Präsentation mindestens zweimal laut und mit Stoppuhr. Zeitüberschreitung kostet fast immer Punkte.
  • Lerne den ersten und den letzten Satz auswendig. Das gibt Sicherheit am Anfang und einen starken Abschluss.
  • Bereite für jede Hauptaussage ein konkretes Beispiel aus deinem Lehrbetrieb vor.
  • Halte für Fragen eine Reservefolie mit Detailzahlen bereit, die du nur bei Bedarf zeigst.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Kernbotschaft
Zentrale Aussage einer Präsentation, in einem Satz formuliert.
Aktionstitel
Folientitel, der die Aussage der Folie als ganzen Satz nennt.
Elevator Pitch
Kurze Präsentation von etwa 60 Sekunden, die eine Person, ein Projekt oder eine Idee auf den Punkt bringt.
Storytelling
Inhalte als Geschichte mit Ausgangslage, Konflikt und Lösung erzählen, damit sie besser hängen bleiben.
Paraphrasieren
Eine Aussage in eigenen Worten wiederholen, um sicherzustellen, dass man sie richtig verstanden hat.
Auftrittskompetenz
Fähigkeit, vor anderen sicher, glaubwürdig und situationsgerecht aufzutreten.
Hybride Präsentation
Präsentation, bei der ein Teil des Publikums vor Ort und ein Teil online teilnimmt.
Kriterienraster
Liste mit Bewertungskriterien, die Feedback vergleichbar und konkret macht.

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