310

Projekt & Methodik · Workshops leiten

Einen Workshop selbständig methodisch vorbereiten und durchführen

Du lernst, einen Workshop von der Zielklärung über eine durchdachte Agenda bis zur Moderation und zum Fotoprotokoll selbst zu planen und zu leiten.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 16 Std. SelbststudiumDigitales Business: 3. Lehrjahr · üK-Wahlpflicht
#Workshop#Moderation#Agenda#Timeboxing#Visualisierung#Ergebnissicherung#Hybride Meetings#Feedback

Überblick

Worum geht es?

Ein Workshop ist mehr als eine lange Sitzung. Er hat ein klares Ziel, eine Dramaturgie aus Öffnen und Schliessen und eine Moderation, die alle Teilnehmenden einbezieht. In diesem Modul klärst du mit der Auftraggeberin, was am Ende herauskommen soll, wählst passende Methoden für jede Phase, baust eine Agenda mit realistischen Zeitfenstern und bereitest Material und Raum oder Online-Board vor. Du moderierst den Workshop, gehst mit schwierigen Situationen um, sicherst die Ergebnisse und wertest das Feedback aus.

Wofür brauchst du das?

Entwickler/innen digitales Business holen Anforderungen ab, gestalten Prozesse neu und bringen Fachabteilung und IT an einen Tisch. Das gelingt am besten in gut moderierten Workshops. Wer einen Workshop sicher leitet, spart dem Betrieb viele Sitzungen und erhält Ergebnisse, die von allen getragen werden. Das Modul vertieft Methoden aus 338, bereitet auf 229 vor und ist im Projektalltag aus 333 und 336 direkt anwendbar.

Das solltest du schon können

  • Kreativitätstechniken wie Brainwriting, Clustering und Dot-Voting kennen (Modul 338)
  • Vor einer Gruppe auftreten und Inhalte verständlich präsentieren (Modul 119)
  • Miro oder Teams grundlegend bedienen

Typische Tools & Technologien

MiroMuralMicrosoft Teams (Breakout-Räume)MentimeterFlipchart und ModerationskofferMS FormsOneNote

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Ziel, Ergebnis und Teilnehmende eines Workshops mit der Auftraggeberin klären

    Kompetenz A

    Du findest im Vorgespräch heraus, welches konkrete Ergebnis der Workshop liefern soll, wer dafür im Raum sein muss und welche Rahmenbedingungen gelten. Du prüfst auch, ob ein Workshop überhaupt die richtige Form ist.

    Situation

    Die Leiterin Kundendienst einer Versicherung in Bern sagt: 'Wir müssen mal einen Workshop zur Kundenzufriedenheit machen.'

    Deine Aufgabe

    Führe ein Auftragsklärungsgespräch und halte das Ergebnis fest.

    Gutes Ergebnis

    Ziel: Die drei grössten Ärgernisse im Schadenprozess aus Kundensicht sind identifiziert, und zu jedem gibt es zwei Massnahmenideen mit verantwortlicher Person. Teilnehmende: 8 Personen aus Kundendienst, Schadenabteilung und IT. Dauer: 3 Stunden, vor Ort. Nicht Ziel: Budgetentscheide.

    AuftragsklärungWorkshopzielErgebnisdefinitionTeilnehmerkreisRahmenbedingungen
  2. 2

    Eine Workshop-Agenda mit Dramaturgie und Timeboxen erstellen

    Kompetenz B

    Du baust den Ablauf nach dem Muster Einstieg, Öffnen, Erarbeiten, Verdichten, Abschluss. Jeder Block hat ein Teilziel, eine Methode, eine Dauer und ein sichtbares Ergebnis. Du planst Pausen und Puffer realistisch ein.

    Situation

    Der Kundendienst-Workshop dauert 3 Stunden.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Agenda mit Methoden und Zeiten.

    Gutes Ergebnis

    09:00 Check-in und Ziel (15 Min.). 09:15 Customer Journey an der Wand mit Ärgernissen (35 Min.). 09:50 Dot-Voting Top 3 (10 Min.). 10:00 Pause (15 Min.). 10:15 Massnahmen in drei Gruppen mit Brainwriting (40 Min.). 10:55 Galerie und Bewertung (15 Min.). 11:10 Verantwortliche und nächste Schritte (20 Min.). 11:30 Feedback und Abschluss (15 Min.). 11:45 bis 12:00 Puffer (15 Min.).

    AgendaDramaturgieDivergenz / KonvergenzTimeboxPuffer
  3. 3

    Passende Methoden wählen und Material, Raum oder Online-Board vorbereiten

    Kompetenz C

    Du wählst Methoden, die zu Ziel, Gruppengrösse und Format passen, und bereitest alles vor: Flipcharts, Karten, Stifte oder ein Miro-Board mit Vorlagen und Anleitungen. Bei hybriden Workshops planst du so, dass Online-Teilnehmende nicht benachteiligt sind.

    Situation

    Drei der acht Teilnehmenden arbeiten an diesem Tag im Homeoffice.

    Deine Aufgabe

    Plane den Workshop hybrid so, dass alle gleichwertig mitarbeiten können.

    Gutes Ergebnis

    Alle arbeiten im selben Miro-Board, auch die Personen im Raum mit Laptop. Kamera im Raum auf die Gruppe gerichtet, Raummikrofon getestet. Eine Co-Moderatorin betreut den Chat. Gruppenarbeiten in gemischten Gruppen über Teams-Breakout-Räume.

    MethodenwahlMiro-BoardModerationsmaterialhybrides SettingCo-Moderation
  4. 4

    Eine Gruppe neutral moderieren und alle einbeziehen

    Kompetenz D

    Du führst durch den Ablauf, gibst klare Anweisungen, achtest auf die Zeit und sorgst dafür, dass alle zu Wort kommen. Als Moderatorin bist du für den Prozess verantwortlich, nicht für den Inhalt. Du visualisierst Beiträge laufend.

    Situation

    In der Diskussion zu den Ärgernissen reden vor allem zwei Teamleiter, drei Sachbearbeiterinnen sagen nichts.

    Deine Aufgabe

    Steuere die Situation, ohne jemanden blosszustellen.

    Gutes Ergebnis

    Du wechselst auf eine stille Methode: Alle schreiben zwei Minuten lang Karten, dann stellt jede Person reihum eine Karte vor. Die Teamleiter bekommen die Rolle, Karten zu clustern. Die Beteiligung wird sichtbar gleichmässiger.

    AllparteilichkeitArbeitsanweisungVisualisierenRedezeitstille Methoden
  5. 5

    Mit schwierigen Situationen und Störungen souverän umgehen

    Kompetenz E

    Du erkennst typische Störungen wie Vielredner, Abschweifen, offene Konflikte oder Handy-Nutzung und reagierst angemessen. Du nutzt einen Themenspeicher, vereinbarte Spielregeln und, wenn nötig, eine kurze Metaebene.

    Situation

    Ein Teilnehmer aus der IT sagt mitten in der Massnahmenrunde: 'Das bringt doch alles nichts, wir haben dafür eh kein Budget.'

    Deine Aufgabe

    Reagiere so, dass der Workshop weiterläuft und der Einwand ernst genommen wird.

    Gutes Ergebnis

    Du dankst für den Hinweis, notierst 'Budget' sichtbar im Themenspeicher und erinnerst an das Ziel: heute Ideen sammeln, Budgetentscheide fallen später. Am Schluss wird der Themenspeicher besprochen und das Budgetthema der Abteilungsleiterin übergeben.

    Themenspeicher (Parkplatz)SpielregelnMetaebeneKonfliktsignaleIch-Botschaft
  6. 6

    Ergebnisse sichern, Massnahmen festhalten und den Workshop auswerten

    Kompetenz F

    Am Ende legst du Massnahmen mit Verantwortlichen und Terminen fest. Danach versendest du innerhalb von zwei Arbeitstagen ein Fotoprotokoll oder einen Board-Export mit Zusammenfassung. Du holst Feedback ein und leitest Verbesserungen für den nächsten Workshop ab.

    Situation

    Der Workshop ist vorbei, an den Wänden hängen 60 Karten und ein Miro-Board ist voll.

    Deine Aufgabe

    Erstelle die Ergebnissicherung und werte das Feedback aus.

    Gutes Ergebnis

    Zweiseitiges Protokoll: Ziel, Top 3 Ärgernisse, sechs Massnahmen mit Verantwortlichen und Termin, Themenspeicher, Fotos im Anhang, Link zum Board. Feedback per MS Forms: 4.4 von 5 Punkten, Kritik an zu kurzer Massnahmenrunde. Für den nächsten Workshop 10 Minuten mehr dafür eingeplant.

    FotoprotokollMassnahmenlisteFollow-upFeedbackLessons Learned

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Auftrag und Ziel klären

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Agenda und Dramaturgie

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Methoden, Material und Setting

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Neutral moderieren

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Mit Störungen umgehen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Ergebnisse sichern und auswerten

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Falsche Lieferungen bei der Grünkorb AG

Ilaria ist Entwicklerin digitales Business im 3. Lehrjahr bei der Grünkorb AG in Ostermundigen, einem Bio-Grosshändler mit 140 Mitarbeitenden. Bei Bestellungen von Restaurants kommt es immer wieder zu falschen Lieferungen, und Verkaufsinnendienst und Lager schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Der Leiter Logistik beauftragt Ilaria, einen Workshop mit beiden Teams vorzubereiten und zu moderieren.

  1. Kapitel 1

    Was soll am Ende auf dem Tisch liegen?

    Der Leiter Logistik sagt zuerst nur: 'Die sollen sich einmal aussprechen.' Ilaria fragt nach, was nach dem Workshop anders sein soll, und gemeinsam halten sie fest: drei bis fünf umsetzbare Massnahmen gegen Falschlieferungen, die heute 6 % der Bestellungen betreffen. Eingeladen werden vier Personen aus dem Innendienst, vier aus dem Lager und ein Chauffeur. Der Leiter Logistik darf Massnahmen bis CHF 5'000 direkt freigeben, und Ilaria lässt sich den Auftrag per Mail bestätigen.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Drei Stunden mit Öffnen und Schliessen

    Ilarias erster Entwurf enthält eine Stunde freie Diskussion und keine Pause. Sie baut ihn um: Einstieg mit Zahlen und Ziel, die Reise einer Bestellung an der Wand nachzeichnen, Pause, Ursachen per Brainwriting sammeln, clustern und mit Punkten gewichten, Massnahmen in gemischten Paaren ausarbeiten und Abschluss. Für die Prozesswand bereitet sie Packpapier mit den Stationen von der Bestellung bis zur Auslieferung vor. Der Chauffeur ist an diesem Tag unterwegs, deshalb spiegelt sie die Wand in einem Miro-Board, in dem er per Tablet mitarbeitet.

    Ziel 2Ziel 3

  3. Kapitel 3

    Die Stillen im Raum

    In der ersten Runde redet vor allem die Leiterin Innendienst, während die Leute aus dem Lager schweigen. Ilaria lässt deshalb beim Sammeln zuerst alle still Karten schreiben, bevor diskutiert wird. Danach stellt jede Person reihum eine Karte vor, auch der Chauffeur im Miro-Board. Ilaria fasst nach jedem Block zusammen und hängt die Karten sichtbar an die Prozesswand.

    Ziel 4

  4. Kapitel 4

    'Das Lager liest halt nicht'

    In der Ursachenrunde fällt dieser Satz, und der Lagerchef verschränkt die Arme. Ilaria unterbricht ruhig, benennt die Spannung und bittet um ein konkretes Beispiel statt eines Vorwurfs. Dabei zeigt sich, dass telefonische Bestellungen von Hand notiert werden und oft die Artikelnummer fehlt. Als zwei Teilnehmende über die Lohnrunde zu diskutieren beginnen, parkiert Ilaria das Thema im Themenspeicher und führt zurück zur Prozesswand.

    Ziel 5Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Vier Massnahmen und ein Feedback

    Am Ende stehen vier Massnahmen, darunter: telefonische Bestellungen direkt im ERP erfassen und Artikelnummern gut lesbar an den Lagerplätzen anbringen. Jede hat eine verantwortliche Person und einen Termin. Am nächsten Tag verschickt Ilaria das Fotoprotokoll und den Export des Miro-Boards. In der Feedbackrunde erhält der Workshop 4.4 von 5 Punkten, kritisiert wird die zu kurze Massnahmenrunde. Sechs Wochen später ist die Quote der Falschlieferungen auf 3.5 % gesunken.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Gute und schlechte Workshops analysieren

    ca. 2 Std.

    Du reflektierst eigene Erfahrungen und lernst, was einen wirksamen Workshop ausmacht.

    • Zwei erlebte Workshops oder Sitzungen nach Ziel, Ablauf und Ergebnis bewerten
    • Die Rolle der Moderation von der Rolle der Teilnehmenden abgrenzen
    • Eine Checkliste 'Ist ein Workshop die richtige Form?' erstellen

    Trainiert Kompetenz A1D1

    Lernziel14

  2. 2

    Auftrag klären

    ca. 2 Std.

    Du führst ein Auftragsklärungsgespräch und formulierst ein messbares Workshopziel.

    • Einen Gesprächsleitfaden für die Auftragsklärung erstellen
    • Ein Gespräch mit einer Person aus dem Lehrbetrieb oder im Rollenspiel führen
    • Ziel, Ergebnis und Teilnehmende auf einer Seite festhalten

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  3. 3

    Agenda und Methoden

    ca. 3 Std.

    Du baust eine Agenda mit Dramaturgie und wählst passende Methoden für jede Phase.

    • Eine Methodensammlung mit zehn Methoden nach Phase sortieren
    • Eine detaillierte Agenda mit Zeiten, Methoden und Ergebnissen erstellen
    • Die Agenda mit einer Kollegin auf realistische Zeiten prüfen

    Trainiert Kompetenz B1B2C1C2

    Lernziel23

  4. 4

    Material und Setting vorbereiten

    ca. 3 Std.

    Du bereitest Raum, Material oder ein Online-Board so vor, dass der Workshop reibungslos läuft.

    • Ein Miro-Board mit Bereichen pro Agendapunkt und Anleitungen bauen
    • Eine Material- und Technik-Checkliste erstellen
    • Ein hybrides Setting mit Kamera, Mikrofon und Breakout-Räumen testen

    Trainiert Kompetenz C2C3

    Lernziel3

  5. 5

    Moderation üben

    ca. 3 Std.

    Du übst Moderationstechniken und den Umgang mit schwierigen Situationen.

    • Eine 20-minütige Moderationssequenz vor der Klasse durchführen
    • Drei Störungen im Rollenspiel bearbeiten (Vielredner, Abschweifen, Grundsatzkritik)
    • Feedback zu Anweisungen, Zeitführung und Visualisierung einholen

    Trainiert Kompetenz D2E1E2

    Lernziel45

  6. 6

    Workshop durchführen und auswerten

    ca. 4 Std.

    Du führst einen echten Workshop durch, sicherst die Ergebnisse und wertest ihn aus.

    • Einen Workshop von 90 bis 180 Minuten im Lehrbetrieb oder im üK leiten
    • Innerhalb von zwei Tagen das Protokoll versenden
    • Feedback auswerten und drei Verbesserungen festhalten

    Trainiert Kompetenz B3D3F1F2F3

    Lernziel624

Üben

Übungen aus der Praxis

Agenda für einen Halbtags-Workshop

Einstieg Einstieg

Das Lernenden-Team eines Detailhändlers (10 Personen aus drei Berufen) soll in einem 3-Stunden-Workshop Ideen sammeln, wie die Einführung neuer Lernender verbessert werden kann.

Weist nach A1B1

  1. Ein konkretes Workshopziel mit Ergebnis formulieren
  2. Eine Agenda mit mindestens fünf Blöcken, Zeiten und Methoden erstellen
  3. Für jeden Block das sichtbare Ergebnis festlegen
Tipp anzeigen

Rechne für Pausen, Übergänge und Erklärungen mehr Zeit ein, als du denkst. Ein Wechsel zwischen Methoden braucht fast immer fünf Minuten.

Lösungsskizze anzeigen

Ziel: 'Fünf priorisierte Verbesserungen mit Verantwortlichen.' Agenda: Check-in, Erfahrungen sammeln (Rückblick auf den ersten Tag), Clustern, Ideen mit Brainwriting, Dot-Voting, Massnahmen und Verantwortliche, Feedback. Jeder Block mit Ergebnis.

Hybriden Anforderungsworkshop planen

Fortgeschritten Fortgeschritten

Für ein neues Bestellportal eines Grosshändlers sollen in einem Workshop die Anforderungen aufgenommen werden. Vier Personen sind in Zürich vor Ort, drei Aussendienstmitarbeitende sind online zugeschaltet.

Weist nach B2C2D2

  1. Ziel und Ergebnis mit dem Product Owner klären
  2. Eine Agenda mit Methoden für die Anforderungsaufnahme erstellen
  3. Ein Miro-Board mit Vorlagen für User Stories vorbereiten
  4. Technik und Rollen für den hybriden Ablauf festlegen
Tipp anzeigen

Online-Teilnehmende verlieren schnell den Anschluss. Plane regelmässig gezielte Fragen an sie ein und gib ihnen eigene Aufgaben.

Lösungsskizze anzeigen

Ziel: priorisierte Liste von 15 bis 25 User Stories. Agenda mit Customer Journey, Story-Sammlung pro Schritt, Priorisierung mit MoSCoW. Miro-Board mit Story-Vorlagen. Alle arbeiten digital, Co-Moderation für Online-Gruppe, Breakout-Räume gemischt.

Workshop bei angespannter Stimmung

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Nach einer misslungenen Einführung eines neuen Zeiterfassungssystems in einem Spital sind Pflege und IT zerstritten. Die Leitung bittet dich, einen Workshop zur Verbesserung durchzuführen. Zwölf Personen, zweieinhalb Stunden.

Weist nach A3B3E3F3

  1. Mit der Leitung Ziel, Grenzen und Teilnehmende klären
  2. Eine Agenda mit einem Einstieg planen, der Dampf ablassen lässt, aber nicht entgleist
  3. Spielregeln und den Umgang mit einem Themenspeicher festlegen
  4. Drei mögliche Störungen voraussehen und deine Reaktion planen
  5. Ergebnissicherung und Follow-up definieren
Tipp anzeigen

Trenne klar zwischen Rückblick (Was ist passiert?) und Ausblick (Was machen wir jetzt?). Ohne Rückblick bleibt der Frust, ohne Ausblick gibt es kein Ergebnis.

Lösungsskizze anzeigen

Ziel: konkrete Verbesserungen mit Verantwortlichen, keine Schuldfrage. Einstieg mit stiller Kartenabfrage 'Was hat mich am meisten gestört?', danach Clustern ohne Diskussion. Spielregeln sichtbar aufhängen. Störungen wie Schuldzuweisung, Rückzug, Grundsatzkritik mit vorbereiteten Reaktionen. Massnahmenliste und Follow-up-Termin in vier Wochen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was unterscheidet einen Workshop von einer normalen Sitzung?

Ein Workshop hat ein klar definiertes Arbeitsergebnis, das die Teilnehmenden gemeinsam erarbeiten. In einer Sitzung wird meist informiert und entschieden.

Was ist die Hauptaufgabe der Moderation?

Den Prozess steuern: Ablauf, Zeit, Beteiligung und Visualisierung. Inhaltlich bleibt die Moderation neutral.

Wozu dient ein Themenspeicher?

Wichtige, aber gerade nicht passende Themen werden sichtbar notiert, damit sie nicht verloren gehen und der Workshop beim Ziel bleibt.

Was bedeutet Divergenz und Konvergenz in einer Agenda?

Divergenz öffnet und sammelt viele Beiträge, Konvergenz verdichtet und entscheidet. Ein guter Ablauf wechselt bewusst zwischen beiden.

Was gehört in eine gute Arbeitsanweisung?

Was genau zu tun ist, mit wem, wie lange und welches Ergebnis am Ende vorliegen soll. Am besten zusätzlich sichtbar notiert.

Bis wann sollte das Workshopprotokoll verschickt werden?

Innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, solange die Erinnerung frisch ist.

Wie bindest du Online-Teilnehmende in einem hybriden Workshop ein?

Alle arbeiten im selben digitalen Board, eine Co-Moderation betreut die Online-Gruppe, und Online-Personen werden regelmässig direkt angesprochen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Ohne klares Ziel starten und am Ende nur 'gut diskutiert' haben.
  • Die Agenda zu voll packen und dann die wichtigste Phase, das Festlegen der Massnahmen, kürzen.
  • Als Moderatorin inhaltlich Partei ergreifen.
  • Arbeitsanweisungen nur mündlich geben, sodass Gruppen nach zwei Minuten nicht mehr wissen, was sie tun sollen.
  • Das Protokoll erst nach einer Woche versenden, wenn niemand mehr weiss, worum es ging.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Schreibe zu jedem Agendapunkt Ziel, Methode, Dauer und Ergebnis. Prüfende achten auf diese Vollständigkeit.
  • Begründe die Methodenwahl kurz mit Gruppengrösse, Ziel und Format.
  • Plane mindestens eine stille Methode ein, damit auch zurückhaltende Personen beitragen.
  • Reflektiere nach der Durchführung ehrlich, was nicht funktioniert hat, und was du ändern würdest.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Workshop
Moderiertes Arbeitstreffen mit klar definiertem Ergebnis, das die Teilnehmenden gemeinsam erarbeiten.
Moderation
Neutrale Steuerung von Ablauf, Zeit und Beteiligung in einer Gruppe.
Agenda
Zeitlich gegliederter Ablaufplan mit Zielen, Methoden und Ergebnissen pro Block.
Check-in
Kurzer Einstieg, bei dem alle Teilnehmenden zu Wort kommen und im Workshop ankommen.
Themenspeicher
Sichtbare Liste für Themen, die später oder anderswo behandelt werden.
Fotoprotokoll
Protokoll, das Arbeitsergebnisse mit Fotos oder Board-Exporten und einer kurzen Zusammenfassung festhält.
Co-Moderation
Zweite Person, die die Moderation unterstützt, z.B. Zeit, Chat oder Visualisierung übernimmt.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 310

  • Wir klären mit dir das Ziel deines Workshops und prüfen, ob Agenda und Methoden wirklich zu diesem Ergebnis führen.
  • Wir bauen mit dir ein Miro-Board mit Vorlagen, Anleitungen und Zeitangaben, das du direkt einsetzen kannst.
  • Wir üben im Rollenspiel schwierige Situationen wie Vielredner, Grundsatzkritik oder stille Gruppen, bis deine Reaktionen sitzen.
  • Nach deinem Workshop gehen wir Protokoll und Feedback gemeinsam durch und leiten konkrete Verbesserungen ab.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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