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Projekt & Methodik · Teamverhalten

Teamverhalten entwickeln

Du lernst, wie Teams funktionieren, was du selbst zu einer guten Zusammenarbeit beiträgst und wie du Spannungen ansprichst, bevor sie das Projekt bremsen.

Einstieg Einstieg ca. 12 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · BerufsfachschuleMediamatik: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Teamarbeit#Tuckman#Teamrollen#Feedback#Aktives Zuhören#Konfliktgespräch#Teamvereinbarung#Reflexion#Soft Skills

Überblick

Worum geht es?

In der Berufsschule, im Lehrbetrieb und in Projekten arbeitest du fast nie allein. Dieses Modul zeigt dir, warum Teams typische Phasen durchlaufen, welche Rollen es braucht und wie gemeinsame Regeln Reibung verhindern. Du übst, Feedback so zu geben, dass es ankommt, aktiv zuzuhören und einen Konflikt sachlich in einem Gespräch zu klären. Am Ende kannst du dein eigenes Verhalten im Team einschätzen und gezielt verbessern.

Wofür brauchst du das?

Als Entwickler/in digitales Business arbeitest du an der Schnittstelle zwischen Fachabteilung und IT, oft in gemischten Projektteams mit Leuten aus HR, Finanzen oder Verkauf. In der Mediamatik arbeitest du in Agenturteams mit Grafik, Text und Kundenberatung. Projekte scheitern selten an der Technik, aber oft an unklaren Rollen, fehlender Absprache und ungelösten Konflikten. Was du hier lernst, brauchst du direkt in Modulen wie 229 (Kommunizieren und moderieren), 336 (Projektmanagement) und in der IPA.

Das solltest du schon können

  • Erste Erfahrungen mit Gruppenarbeiten in der Schule oder im Lehrbetrieb
  • Microsoft Teams oder ein ähnliches Kollaborationstool im Alltag bedienen
  • Grundlagen der digitalen Zusammenarbeit mit Kanälen, geteilten Dateien und Aufgabenlisten (Modul 224)

Typische Tools & Technologien

Microsoft Teams / PlannerMiro / ConceptboardTeamvereinbarung (Vorlage)RACI-MatrixBelbin-TeamrollenJohari-FensterLernjournal (OneNote)Retrospektive (Start-Stop-Continue)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Teamphasen nach Tuckman erkennen und passend darauf reagieren

    Kompetenz A

    Teams durchlaufen typische Phasen: Forming (Kennenlernen), Storming (Reibung), Norming (Regeln finden), Performing (produktiv arbeiten) und Adjourning (Abschluss). Du erkennst an konkreten Signalen, in welcher Phase dein Team steckt, und weisst, was in dieser Phase hilft. Streit in der Storming-Phase ist normal und kein Zeichen, dass das Team schlecht ist.

    Situation

    Vier Lernende einer Versicherung in Winterthur bauen gemeinsam ein digitales Formular für Spesenabrechnungen. In Woche 3 streiten sie, ob Aufgaben in Planner oder in Trello verwaltet werden, und zwei Personen erscheinen nicht mehr pünktlich zum Daily.

    Deine Aufgabe

    Bestimme die Teamphase und schlage zwei Massnahmen vor.

    Gutes Ergebnis

    Diagnose: Storming (Machtfragen, Unzufriedenheit, sinkende Verbindlichkeit). Massnahmen: eine 30-minütige Retrospektive mit Start-Stop-Continue und ein Entscheid nach Kriterien (bereits in M365 lizenziert, Zugriff für die Ausbildnerin). Ergebnis: Planner wird gewählt, das Daily wird auf 8.45 Uhr verschoben und im Kalender als Serie eingetragen.

    FormingStormingNormingPerformingAdjourningRetrospektive
  2. 2

    Rollen und Zuständigkeiten im Team sichtbar machen

    Kompetenz B

    Du klärst, wer was entscheidet, wer mitarbeitet und wer informiert werden muss. Dazu nutzt du eine einfache RACI-Matrix. Zusätzlich kennst du typische Teamrollen nach Belbin und weisst, welche Stärken du selbst ins Team bringst und welche Rollen fehlen.

    Situation

    Ein Lernendenteam in einem Spital in St. Gallen soll den Prozess für Ferienanträge digitalisieren. Die HR-Leiterin erhält an einem Tag drei verschiedene Mails von drei Lernenden mit fast derselben Frage.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine RACI-Matrix für die wichtigsten fünf Aufgaben.

    Gutes Ergebnis

    Tabelle mit Aufgaben wie 'Anforderungen bei HR abholen', 'Formular in Microsoft Forms bauen', 'Genehmigungsflow in Power Automate', 'Test mit zwei Abteilungen', 'Info an alle Mitarbeitenden'. Pro Aufgabe genau ein A (Accountable). Ab sofort ist eine Person Ansprechpartnerin für HR, die anderen schreiben ihr ihre Fragen.

    RACI-MatrixBelbin-TeamrollenZuständigkeitSingle Point of Contact
  3. 3

    Gemeinsame Teamregeln vereinbaren und darauf zurückgreifen

    Kompetenz B

    Eine Teamvereinbarung hält fest, wie ihr arbeitet: Erreichbarkeit, Meetings, Entscheide, Ablage, Umgang mit Verspätungen. Die Regeln entstehen gemeinsam und sind konkret, damit man sie überprüfen kann. Wenn es knirscht, verweist du auf die Vereinbarung statt auf Personen.

    Situation

    Ein Mediamatik-Team in einer Agentur in Bern produziert ein Erklärvideo für einen Kunden. Dateien liegen verstreut auf drei OneDrives, Nachrichten kommen per WhatsApp, Teams und Mail.

    Deine Aufgabe

    Formuliere mit dem Team eine Teamvereinbarung mit höchstens sechs Regeln.

    Gutes Ergebnis

    Regeln u.a.: Projektkommunikation nur im Teams-Kanal 'Erklärvideo', Antwort innerhalb von 4 Arbeitsstunden. Alle Dateien im SharePoint-Ordner mit Namensschema 'Datum_Inhalt_Version'. Wer ein Meeting verpasst, liest das Protokoll bis zum nächsten Morgen. Die Vereinbarung ist im Kanal angeheftet und wird nach zwei Wochen überprüft.

    TeamvereinbarungKommunikationskanalVerbindlichkeitReview der Regeln
  4. 4

    Feedback nach klaren Regeln geben und annehmen

    Kompetenz C

    Gutes Feedback beschreibt ein beobachtbares Verhalten, die Wirkung auf dich und einen konkreten Wunsch. Du sprichst in Ich-Botschaften, bleibst bei einem Thema und gibst es zeitnah. Wenn du Feedback erhältst, hörst du zu, fragst nach und rechtfertigst dich nicht sofort.

    Situation

    Dein Teamkollege lädt seine Folien für die gemeinsame Präsentation zum dritten Mal erst eine Stunde vor der Abgabe hoch. Du musst dann alles hektisch angleichen.

    Deine Aufgabe

    Formuliere das Feedback nach dem Schema Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch.

    Gutes Ergebnis

    'Mir ist aufgefallen, dass deine Folien bei den letzten drei Abgaben jeweils erst kurz vor Termin im Ordner waren. Für mich heisst das, dass ich unter Zeitdruck Layout und Schrift angleichen muss und Fehler übersehe. Ich wünsche mir, dass wir deine Teile am Vortag um 17 Uhr im Ordner haben. Ist das für dich machbar?'

    Ich-BotschaftWahrnehmung, Wirkung, Wunschbeobachtbares VerhaltenFeedback annehmen
  5. 5

    Aktiv zuhören und durch Nachfragen Missverständnisse vermeiden

    Kompetenz D

    Du konzentrierst dich ganz auf dein Gegenüber, fasst in eigenen Worten zusammen, was du verstanden hast (Paraphrasieren), sprichst Gefühle an, die du wahrnimmst (Verbalisieren), und stellst offene Fragen. So merkst du früh, wenn ihr aneinander vorbeiredet.

    Situation

    Eine Sachbearbeiterin der Buchhaltung sagt dir: 'Diese neue Auswertung bringt mir gar nichts, ich mache das lieber wieder in Excel.'

    Deine Aufgabe

    Reagiere mit aktivem Zuhören statt sofort die Lösung zu verteidigen.

    Gutes Ergebnis

    'Du hast also das Gefühl, dass dir die neue Auswertung im Alltag mehr Arbeit macht als vorher?' Sie erklärt, dass der Export die Kostenstellen nicht enthält. Offene Frage: 'Welche Spalten brauchst du für deinen Monatsabschluss?' Das eigentliche Problem ist ein fehlendes Feld, nicht das Tool.

    ParaphrasierenVerbalisierenOffene FragenNonverbale Signale
  6. 6

    Einen Konflikt früh ansprechen und in einem strukturierten Gespräch klären

    Kompetenz E

    Du erkennst Warnsignale wie Rückzug, Sticheleien oder Lagerbildung. Mit dem Stufenmodell von Glasl schätzt du ein, wie weit ein Konflikt fortgeschritten ist. In einem Konfliktgespräch trennst du Person und Sache, schilderst beide Sichtweisen, suchst die Interessen dahinter und hältst eine verbindliche Vereinbarung fest.

    Situation

    Im Projekt 'Kundendatenbereinigung' bei einem Energieversorger in Aarau macht eine Lernende rund 70 % der Arbeit. Sie reagiert in Meetings zunehmend gereizt, ihr Teamkollege zieht sich zurück.

    Deine Aufgabe

    Bereite das Konfliktgespräch zu zweit vor und führe es in vier Phasen.

    Gutes Ergebnis

    Einstieg mit Ziel und Zeitrahmen (20 Min.), beide schildern ihre Sicht ohne Unterbruch, Interessen werden sichtbar (er fühlt sich bei SQL unsicher und traut sich nicht zu fragen), Vereinbarung: Aufgaben werden neu im Planner verteilt, zwei Pairing-Sessions pro Woche, Check-in in einer Woche.

    Konfliktstufen nach GlaslPerson und Sache trennenInteressen statt PositionenVereinbarungGesprächsphasen
  7. 7

    Das eigene Verhalten im Team reflektieren und ein Entwicklungsziel ableiten

    Kompetenz F

    Du vergleichst, wie du dich selbst siehst und wie andere dich erleben. Das Johari-Fenster hilft dir, blinde Flecken zu entdecken. Daraus leitest du ein konkretes, überprüfbares Ziel für dein Teamverhalten ab und hältst Fortschritte in einem Lernjournal fest.

    Situation

    Nach einem Projekt erhältst du von zwei Teammitgliedern unabhängig die Rückmeldung, dass du in Diskussionen andere oft unterbrichst.

    Deine Aufgabe

    Leite ein Entwicklungsziel ab und plane, wie du es überprüfst.

    Gutes Ergebnis

    Ziel: In den nächsten vier Teammeetings lasse ich andere ausreden und fasse ihren Punkt kurz zusammen, bevor ich meine Meinung sage. Nach jedem Meeting ein Eintrag im OneNote-Lernjournal, nach vier Wochen Kurzfeedback von einer Teamkollegin.

    Selbstbild und FremdbildJohari-Fensterblinder FleckLernjournalEntwicklungsziel

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Teamphasen erkennen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Rollen und Teamregeln

Ziel 2Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Feedback geben und annehmen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Aktiv zuhören

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Konflikte klären

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Sich selbst reflektieren

Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Die Einführungscheckliste bei der Transmatt AG

Leandro ist Entwickler digitales Business im 2. Lehrjahr bei der Transmatt AG in Härkingen, einem Logistikunternehmen mit 280 Mitarbeitenden. Zusammen mit drei anderen Lernenden soll er in zehn Wochen eine digitale Einführungscheckliste für neue Lagermitarbeitende mit Microsoft Forms und SharePoint aufbauen. Die vier kannten sich vorher kaum.

  1. Kapitel 1

    Alle sind nett, keiner entscheidet

    In den ersten zwei Wochen sind alle höflich, aber niemand trifft eine Entscheidung. In Woche drei streiten Chiara aus dem KV und Mirko aus der Logistik darüber, ob die Checkliste nicht besser auf Papier bleiben soll. Leandro erkennt darin die Konfliktphase und schlägt vor, zuerst die Rollen zu klären. In einer RACI-Matrix übernimmt er Prozess und Formular, Svenja aus der Informatik SharePoint, Chiara die Inhalte mit HR und Mirko die Tests im Lager. Dazu vereinbaren sie zwei kurze Check-ins pro Woche, Dateien nur im Teams-Kanal und Antworten innert 24 Stunden.

    Ziel 1Ziel 2Ziel 3

  2. Kapitel 2

    Was meint der Lagerchef?

    Im Interview sagt der Lagerchef: 'Das brauchen meine Leute nicht, die lernen das beim Arbeiten.' Leandro will schon widersprechen, fragt dann aber nach, was am ersten Arbeitstag heute schiefläuft. So erfährt er, dass neue Mitarbeitende oft die Sicherheitsinstruktion verpassen, weil das Formular nur am Büro-PC ausgefüllt werden kann. Er fasst zusammen: 'Sie brauchen also etwas, das direkt in der Halle auf dem Handy funktioniert?' Der Lagerchef nickt, und das Team baut die Checkliste mobil.

    Ziel 5

  3. Kapitel 3

    Zum dritten Mal zu spät

    Mirko liefert die Testprotokolle zum dritten Mal erst am Freitagabend. Leandro spricht ihn am Montag an: 'Die Protokolle kamen die letzten drei Wochen erst am Freitag. Dadurch kann Svenja die Fehler erst in der Folgewoche beheben. Ich wünsche mir, dass wir sie bis Donnerstagmittag haben.' Mirko erklärt, dass er diese Woche Spätschicht hat und erst abends Zeit findet. Gemeinsam verschieben sie den Testtermin auf Mittwochmorgen, und das Team passt die Regel an.

    Ziel 4Ziel 5Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Wer macht hier die ganze Arbeit?

    Chiara wird in den Meetings immer stiller. Leandro spricht sie unter vier Augen an und erfährt, dass Svenja ihre Texte in SharePoint ohne Rückfrage umschreibt. Er schlägt ein Gespräch zu dritt vor und hält sich an einen festen Ablauf: Sachverhalt, beide Sichtweisen, dahinterliegende Interessen, Vereinbarung. Es zeigt sich, dass Svenja nur kürzere Texte für das Handy wollte. Ab jetzt kommentiert sie Änderungen, und Chiara gibt sie innert eines Tages frei.

    Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Was ich nächstes Mal anders mache

    Die Checkliste ist bei zwölf neuen Mitarbeitenden im Einsatz, und das Team schliesst mit einer Retrospektive ab. Leandro erfährt von zwei Teammitgliedern, dass er in Diskussionen schnell Lösungen vorgibt, bevor andere zu Wort kommen. In seiner Selbsteinschätzung hatte er sich als guten Zuhörer gesehen. Er setzt sich das Ziel, in jedem Meeting zuerst zwei Fragen zu stellen, bevor er einen Vorschlag macht, und bespricht es nach vier Wochen mit seinem Berufsbildner.

    Ziel 7Ziel 1

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Wie Teams ticken

    ca. 2 Std.

    Du lernst die Teamphasen nach Tuckman kennen und ordnest eigene Erfahrungen aus Schule und Lehrbetrieb ein.

    • Ein vergangenes Gruppenprojekt auf einem Zeitstrahl skizzieren und die Phasen markieren
    • Pro Phase zwei typische Aussagen von Teammitgliedern notieren
    • Für jede Phase eine hilfreiche Massnahme sammeln

    Trainiert Kompetenz A1

    Lernziel1

  2. 2

    Rollen und Regeln festlegen

    ca. 2.5 Std.

    Du übst, Zuständigkeiten sichtbar zu machen und mit dem Team eine Vereinbarung zu treffen, die wirklich gelebt wird.

    • Belbin-Selbsttest ausfüllen und die eigenen zwei stärksten Rollen notieren
    • Für ein aktuelles Projekt eine RACI-Matrix mit fünf Aufgaben erstellen
    • Eine Teamvereinbarung mit höchstens sechs überprüfbaren Regeln entwerfen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel23

  3. 3

    Zuhören und Feedback üben

    ca. 2.5 Std.

    Du trainierst die zwei wichtigsten Gesprächstechniken im Team mit kurzen Rollenspielen.

    • Zu zweit: drei Minuten erzählen lassen, danach paraphrasieren und vom Gegenüber bestätigen lassen
    • Fünf schlechte Feedbacks in Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch umformulieren
    • Feedback zu einer echten Situation geben und danach besprechen, wie es angekommen ist

    Trainiert Kompetenz C1C2D1D2

    Lernziel54

  4. 4

    Konflikte erkennen und klären

    ca. 2.5 Std.

    Du lernst, Konflikte einzuschätzen und ein Klärungsgespräch Schritt für Schritt vorzubereiten.

    • Drei Fallbeispiele den Glasl-Stufen zuordnen
    • Einen Gesprächsleitfaden mit Einstieg, Sichtweisen, Interessen und Vereinbarung schreiben
    • Ein Konfliktgespräch im Rollenspiel führen, mit einer beobachtenden Person

    Trainiert Kompetenz E1E2D2

    Lernziel65

  5. 5

    Dich selbst weiterentwickeln

    ca. 1.5 Std.

    Du sammelst Rückmeldungen zu deinem Verhalten und setzt dir ein konkretes Ziel, das du über mehrere Wochen verfolgst.

    • Johari-Fenster mit Adjektiven ausfüllen und von zwei Personen ergänzen lassen
    • Ein Entwicklungsziel nach SMART formulieren
    • Vier Wochen lang ein kurzes Lernjournal führen

    Trainiert Kompetenz F1F2C2

    Lernziel74

  6. 6

    Alles zusammen: Teamreflexion für den Kompetenznachweis

    ca. 2 Std.

    Du wertest ein reales Teamprojekt aus und belegst mit Beispielen, wie du die Techniken eingesetzt hast.

    • Teamphasen, Rollen und Regeln des Projekts dokumentieren
    • Eine Feedback- oder Konfliktsituation mit Ablauf und Ergebnis beschreiben
    • Eine Retrospektive moderieren und die Massnahmen festhalten

    Trainiert Kompetenz A2A3B3C3E3F3

    Lernziel12367

Üben

Übungen aus der Praxis

Teamvereinbarung für ein Lernendenprojekt

Einstieg Einstieg

Fünf Lernende einer Krankenkasse in Luzern sollen in sechs Wochen ein Intranet-Quiz für neue Mitarbeitende erstellen. Zwei arbeiten an anderen Tagen im Betrieb als die anderen drei.

Weist nach A1B1

  1. Die Teamphase zum Projektstart bestimmen und eine passende Kick-off-Aktivität wählen
  2. Eine Teamvereinbarung mit Regeln zu Kanal, Antwortzeit, Meetings und Ablage formulieren
  3. Festlegen, wann und wie die Regeln überprüft werden
Tipp anzeigen

Achte darauf, dass jede Regel überprüfbar ist. 'Wir kommunizieren gut' kann man nicht prüfen, 'Antwort im Kanal innert 4 Arbeitsstunden' schon.

Lösungsskizze anzeigen

Forming: Kick-off mit Kennenlernrunde und Zieldefinition. Vereinbarung mit Teams-Kanal als einzigem Projektkanal, fixem Meeting am gemeinsamen Arbeitstag, asynchronem Status im Planner für die anderen Tage, Ablage in SharePoint mit Namensschema. Review nach zwei Wochen in einer kurzen Retrospektive.

Feedback und aktives Zuhören im Rollenspiel

Fortgeschritten Fortgeschritten

In einer Webagentur in Zürich vergisst die Kollegin, die die Texte schreibt, regelmässig, die Kundenkorrekturen zu übernehmen. Die Grafikerin muss das Layout danach zweimal anpassen und ist frustriert.

Weist nach C2D2

  1. Das Feedback der Grafikerin nach Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch formulieren
  2. Die Reaktion der Texterin mit Paraphrasieren und einer offenen Frage aufnehmen
  3. Gemeinsam eine konkrete Abmachung formulieren
  4. Das Rollenspiel mit einer beobachtenden Person auswerten
Tipp anzeigen

Vermeide Wörter wie 'immer' und 'nie'. Sie verallgemeinern und lösen sofort eine Verteidigung aus.

Lösungsskizze anzeigen

Feedback mit konkretem Beispiel (Kundenprojekt der letzten Woche, zwei Korrekturrunden), Wirkung (rund 3 Stunden Mehraufwand) und Wunsch (Checkliste vor Übergabe). Die Texterin erklärt, dass Korrekturen per Mail und im PDF kommen. Abmachung: Korrekturen nur noch gesammelt im PDF, Übergabe mit Häkchen in der Checkliste.

Konfliktfall analysieren und Gespräch leiten

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Projektteam aus zwei Lernenden Digitales Business und einer Mitarbeiterin aus dem Verkauf soll ein CRM-Dashboard aufbauen. Die Verkäuferin ändert laufend die Anforderungen, die Lernenden machen in der Pause abschätzige Bemerkungen. Die Stimmung kippt, der Termin in drei Wochen ist gefährdet.

Weist nach B3D3E3

  1. Die Konfliktstufe nach Glasl einschätzen und begründen
  2. Rollen und Entscheidungskompetenzen mit einer RACI-Matrix klären
  3. Einen Gesprächsleitfaden für ein Klärungsgespräch mit allen drei schreiben
  4. Eine verbindliche Vereinbarung und einen Folgetermin formulieren
Tipp anzeigen

Frag dich, was die Verkäuferin eigentlich braucht. Hinter den wechselnden Anforderungen steckt oft ein Interesse, das noch niemand ausgesprochen hat.

Lösungsskizze anzeigen

Stufe 2 bis 3 (Debatte, erste Taten statt Worte). RACI: Verkaufsleitung entscheidet über Anforderungen (A), Verkäuferin liefert Input (C). Gespräch: Ziel und Regeln, Sichtweisen, Interesse (sie muss jede Woche dem Chef Zahlen liefern), Lösung mit wöchentlichem Anforderungs-Review und Änderungsliste. Folgetermin nach einer Woche.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Woran erkennst du, dass ein Team in der Storming-Phase ist?

Diskussionen über Zuständigkeiten und Vorgehen, Kritik an Entscheiden, Grüppchenbildung und sinkende Verbindlichkeit, z.B. Verspätungen oder nicht erledigte Aufgaben.

Was bedeutet das A in einer RACI-Matrix und wie oft darf es pro Aufgabe vorkommen?

Accountable: die Person, die das Ergebnis verantwortet und entscheidet. Pro Aufgabe genau einmal.

Aus welchen drei Teilen besteht ein Feedback nach dem Schema Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch?

Beobachtetes Verhalten ohne Wertung, die Wirkung auf dich als Ich-Botschaft und ein konkreter Wunsch für die Zukunft.

Was ist der Unterschied zwischen Paraphrasieren und Verbalisieren?

Paraphrasieren gibt den Inhalt in eigenen Worten wieder. Verbalisieren spricht das Gefühl an, das du beim Gegenüber wahrnimmst.

Warum sucht man im Konfliktgespräch nach Interessen statt nach Positionen?

Positionen sind Forderungen, die sich oft ausschliessen. Interessen sind die Gründe dahinter, und für sie gibt es meistens mehrere Lösungen.

Was ist ein blinder Fleck im Johari-Fenster?

Verhalten, das andere an dir wahrnehmen, du selbst aber nicht. Er wird nur durch Feedback sichtbar.

Wann sollte eine Teamvereinbarung überprüft werden?

Zu einem festen Zeitpunkt, z.B. nach zwei Wochen, und immer dann, wenn sich das Team oder der Auftrag stark verändert.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Konflikte aussitzen in der Hoffnung, dass sie sich von selbst lösen. Meistens eskalieren sie und kosten dann viel mehr Zeit.
  • Feedback im Gruppenchat oder vor dem ganzen Team geben statt unter vier Augen.
  • Teamregeln so allgemein formulieren, dass man sie nicht überprüfen kann.
  • Beim Zuhören innerlich schon die Antwort vorbereiten und das eigentliche Anliegen verpassen.
  • Rollen stillschweigend annehmen statt sie auszusprechen: Am Ende fühlt sich niemand für die unangenehmen Aufgaben zuständig.
  • In der Reflexion nur das Verhalten der anderen beschreiben und das eigene auslassen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Belege jede Aussage mit einer konkreten Situation aus deinem Team: wer, wann, was ist passiert, was hast du getan.
  • Nenne die Modelle beim Namen (Tuckman, Glasl, Johari, RACI) und zeige, wie du sie angewendet hast, nicht nur, was sie bedeuten.
  • Bei Rollenspielen: Starte mit Ziel und Zeitrahmen, fasse zwischendurch zusammen und schliesse mit einer klaren Vereinbarung.
  • In Reflexionen wirkt ein ehrlich beschriebener Fehler mit Lernschritt stärker als eine fehlerfreie Erfolgsgeschichte.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Tuckman-Modell
Modell der Teamentwicklung mit den Phasen Forming, Storming, Norming, Performing und Adjourning.
RACI-Matrix
Tabelle, die pro Aufgabe festhält, wer ausführt (Responsible), verantwortet (Accountable), beigezogen (Consulted) und informiert (Informed) wird.
Teamvereinbarung
Gemeinsam beschlossene, überprüfbare Regeln für die Zusammenarbeit im Team.
Ich-Botschaft
Aussage, die die eigene Wahrnehmung und Wirkung beschreibt statt das Gegenüber zu bewerten.
Aktives Zuhören
Aufmerksam zuhören, Inhalte und Gefühle zurückspiegeln und mit offenen Fragen nachhaken.
Konfliktstufen nach Glasl
Modell mit neun Eskalationsstufen. Auf den ersten drei Stufen können die Beteiligten den Konflikt meist selbst lösen.
Johari-Fenster
Modell, das zeigt, was du selbst und andere über dich wissen, inklusive blinder Flecken.
Retrospektive
Regelmässiger Rückblick im Team, um die Zusammenarbeit zu verbessern, z.B. mit Start-Stop-Continue.

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So helfen wir dir bei Modul 213

  • Wir spielen mit dir ein Feedback- oder Konfliktgespräch aus deinem echten Team durch, bevor du es führst, und geben dir danach Rückmeldung zu Formulierungen und Körpersprache.
  • Wir schauen deine Teamvereinbarung oder RACI-Matrix an und zeigen dir, welche Regeln zu vage sind und wie du sie überprüfbar machst.
  • Wir helfen dir, deine Teamreflexion für den Kompetenznachweis zu strukturieren und deine Erlebnisse den passenden Modellen zuzuordnen.
  • Wir trainieren mit dir aktives Zuhören in kurzen Übungen mit Aufnahme, damit du hörst, wie oft du unterbrichst oder geschlossene Fragen stellst.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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