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Projekt & Methodik · Aufträge abwickeln

Aufträge methodenunterstützt ausführen

Du lernst, einen Auftrag aus dem Lehrbetrieb sauber zu klären, zu planen, umzusetzen und abzuschliessen, statt einfach loszulegen und am Schluss nachzubessern.

Einstieg Einstieg ca. 12 Std. SelbststudiumDigitales Business: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#IPERKA#Auftragsklärung#Zeitplanung#Arbeitsjournal#Priorisierung#Eisenhower#Reflexion#Abnahme

Überblick

Worum geht es?

Viele Aufträge im ersten Lehrjahr sind klein: eine Excel-Auswertung, eine Vorlage, eine Recherche. Gerade dort lohnt sich ein methodisches Vorgehen. Du klärst den Auftrag mit gezielten Fragen, planst die Arbeitsschritte mit realistischen Zeiten, entscheidest zwischen Varianten, setzt um, prüfst das Ergebnis gegen die Anforderungen und reflektierst danach. Als roter Faden dient IPERKA, ergänzt um Werkzeuge für Priorisierung, Zeitplanung und Dokumentation.

Wofür brauchst du das?

Ein Auftrag gilt im Betrieb nur dann als gut erledigt, wenn er das liefert, was die Auftraggeberin wirklich wollte, und zwar rechtzeitig. Wer früh nachfragt und seinen Fortschritt sichtbar macht, gewinnt schnell Vertrauen und bekommt anspruchsvollere Aufgaben. Die Methode brauchst du später in fast jedem Modul, besonders in 134, 333, 336 und bei der IPA.

Das solltest du schon können

  • Grundfunktionen von Word, Excel und Outlook sicher bedienen
  • Dateien und Ordner im Betrieb strukturiert ablegen (z.B. auf SharePoint oder OneDrive)
  • Eine E-Mail an eine vorgesetzte Person klar und höflich formulieren

Typische Tools & Technologien

MS PlannerMicrosoft To DoOneNoteExcelOutlook-KalenderMicrosoft Teams

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Einen Auftrag mit gezielten Fragen klären und schriftlich festhalten

    Kompetenz A

    Du findest heraus, was genau erwartet wird, bis wann, in welcher Form und woran man erkennt, dass der Auftrag erfüllt ist. Die Antworten hältst du in einer kurzen Auftragsbeschreibung fest und lässt sie bestätigen.

    Situation

    Deine Berufsbildnerin in einem Treuhandbüro in St. Gallen sagt im Vorbeigehen: 'Mach uns doch mal eine Übersicht der offenen Debitoren.'

    Deine Aufgabe

    Kläre den Auftrag so, dass du ohne weitere Rückfragen loslegen kannst.

    Gutes Ergebnis

    Nach fünf Minuten Gespräch steht fest: Excel-Liste aller Rechnungen über 30 Tage offen, gruppiert nach Kunde, mit Summe in CHF, bis Freitag 16 Uhr, für die Teamsitzung am Montag. Du bestätigst das per Mail in fünf Stichpunkten.

    W-FragenAuftragsbeschreibungAbnahmekriterienRahmenbedingungenStakeholder
  2. 2

    Einen Auftrag nach IPERKA strukturiert bearbeiten

    Kompetenz B

    Du gehst in sechs Schritten vor: Informieren, Planen, Entscheiden, Realisieren, Kontrollieren, Auswerten. Für jeden Schritt weisst du, welches Ergebnis am Ende vorliegen soll, und hältst die Schritte auch bei kleinen Aufträgen ein.

    Situation

    Die Personalabteilung einer Gemeinde braucht eine neue Word-Vorlage für Arbeitszeugnisse mit Logo und festen Textbausteinen.

    Deine Aufgabe

    Plane den Auftrag entlang IPERKA und notiere pro Phase das Ergebnis.

    Gutes Ergebnis

    I: bestehende Zeugnisse und CI-Vorgaben gesammelt. P: sieben Arbeitsschritte mit Zeiten. E: Vorlage mit Inhaltssteuerelementen statt Serienbrief. R: Vorlage gebaut. K: mit HR an zwei echten Fällen getestet. A: drei Erkenntnisse im Journal notiert.

    IPERKAPhasenergebnisVarianteKontrolleAuswertung
  3. 3

    Arbeitsschritte, Aufwand und Termine realistisch planen

    Kompetenz C

    Du zerlegst den Auftrag in Arbeitspakete, schätzt den Aufwand und trägst Termine in Kalender oder Planner ein. Du rechnest Puffer ein und erkennst, welche Schritte von anderen Personen abhängen.

    Situation

    Du sollst für die Fachabteilung Einkauf eines Industriebetriebs in Aarau eine Lieferantenliste bereinigen. Dafür brauchst du Daten aus dem ERP, die nur die IT exportieren kann.

    Deine Aufgabe

    Erstelle einen Zeitplan über zwei Wochen mit Abhängigkeiten.

    Gutes Ergebnis

    Ein Plan in MS Planner mit sechs Aufgaben. Der Export durch die IT ist als erstes eingetragen, mit Termin Dienstag. Dein Bereinigungsschritt startet erst danach. 20 % Puffer vor dem Abgabetermin.

    ArbeitspaketAufwandschätzungAbhängigkeitPufferMeilenstein
  4. 4

    Mehrere Aufträge priorisieren und den eigenen Arbeitstag organisieren

    Kompetenz D

    Du unterscheidest dringend und wichtig, setzt Prioritäten mit der Eisenhower-Matrix und planst Fokuszeiten. Bei Konflikten zwischen Aufträgen fragst du aktiv nach, statt still alles gleichzeitig zu machen.

    Situation

    Am Montagmorgen hast du vier offene Aufträge: Präsentation für die Abteilungssitzung am Mittwoch, Datenpflege im CRM, Schulaufgaben für Donnerstag und eine Recherche ohne Termin.

    Deine Aufgabe

    Ordne die Aufträge in die Eisenhower-Matrix ein und plane deine Woche.

    Gutes Ergebnis

    Präsentation: wichtig und dringend, Montag und Dienstag. Schulaufgabe: wichtig, Dienstagabend. CRM: dringend für die Kollegin im Verkauf, aber in kleinen Portionen machbar, also täglich 30 Minuten. Recherche: nach Rücksprache auf nächste Woche verschoben.

    Eisenhower-MatrixFokuszeitTimeboxingPomodoroErwartungsmanagement
  5. 5

    Ergebnisse gegen die Anforderungen prüfen und sauber übergeben

    Kompetenz E

    Bevor du abgibst, kontrollierst du dein Ergebnis mit einer Checkliste, die direkt aus den Abnahmekriterien stammt. Bei der Übergabe erklärst du kurz, was geliefert ist, wo es liegt und was offen bleibt.

    Situation

    Du hast eine Power-BI-Seite für die Verkaufsleitung gebaut, die den Umsatz pro Region zeigt.

    Deine Aufgabe

    Prüfe das Ergebnis und bereite die Übergabe vor.

    Gutes Ergebnis

    Checkliste mit fünf Punkten: Zahlen mit Excel-Export abgeglichen (Abweichung 0 CHF), Filter funktionieren, Beschriftungen korrekt, Bericht im richtigen Workspace, Lesezugriff für die Verkaufsleitung. Übergabe per Teams-Nachricht mit Link und Hinweis, dass Juni-Daten erst am 5. Juli verfügbar sind.

    ChecklisteAbnahmeÜbergabeVier-Augen-Prinzipoffene Punkte
  6. 6

    Die eigene Arbeit dokumentieren und daraus lernen

    Kompetenz F

    Du führst ein Arbeitsjournal mit Tätigkeiten, Zeitaufwand, Problemen und Lösungen. Nach dem Auftrag vergleichst du Plan und Ist und leitest konkrete Verbesserungen für das nächste Mal ab.

    Situation

    Für die Lieferantenliste hattest du 6 Stunden geplant und 11 gebraucht.

    Deine Aufgabe

    Werte die Abweichung aus und formuliere zwei Lehren.

    Gutes Ergebnis

    Laut Journal gingen 4 Stunden in die Klärung von Dubletten, die niemand erwähnt hatte. Lehre 1: Beim Informieren eine Stichprobe der Daten anschauen. Lehre 2: Bei Abweichungen über 30 % sofort die Auftraggeberin informieren.

    ArbeitsjournalSoll-Ist-VergleichLessons LearnedReflexionsfragen

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Auftrag klären

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Mit IPERKA arbeiten

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Arbeit planen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Prioritäten setzen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Ergebnis prüfen und übergeben

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Reflektieren und dokumentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Die Leergut-Auswertung bei Getränke Rüegg

Elif ist im 1. Lehrjahr bei der Getränke Rüegg AG in Sursee, einem Getränkehändler mit 55 Mitarbeitenden. Der Verkaufsleiter gibt ihr im Vorbeigehen einen Auftrag: 'Mach mir bis Freitag eine Auswertung zum Leergut.' Elif nutzt den Auftrag, um zum ersten Mal konsequent nach IPERKA zu arbeiten.

  1. Kapitel 1

    Was genau soll ausgewertet werden?

    Elif bittet um zehn Minuten und stellt Fragen: Welche Kunden, welcher Zeitraum, wofür wird die Auswertung gebraucht? Es zeigt sich, dass der Verkaufsleiter Gastronomiekunden mit grossem Leergut-Rückstand finden will, um sie gezielt anzuschreiben. Elif fasst Ziel, Zeitraum der letzten 12 Monate, Form als Excel-Liste mit Diagramm und Termin auf einer halben Seite zusammen. Er bestätigt per Mail und ergänzt, dass die Top 20 genügen.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Ein Plan für vier Tage

    Elif plant die Schritte: Export aus dem ERP, Daten bereinigen, Pivot-Tabelle erstellen, Diagramm gestalten, Ergebnis kontrollieren. Sie schätzt 9 Stunden und plant 2 Stunden Puffer ein. In der Entscheidungsphase vergleicht sie Excel und Power BI und wählt Excel, weil der Verkaufsleiter damit arbeitet und die Zeit knapp ist. Den Vergleich hält sie in drei Sätzen fest.

    Ziel 3Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Dazwischen kommt der Kundendienst

    Am Mittwoch fällt eine Kollegin aus, Elif soll das Kundentelefon übernehmen, und der Teamleiter möchte gleichzeitig die Preislisten aktualisiert haben. Mit der Eisenhower-Matrix ordnet sie: Telefon ist dringend und wichtig, die Preislisten haben bis nächste Woche Zeit, die Auswertung ist wichtig, aber planbar. Sie blockt sich am Donnerstagmorgen 3 Stunden in Outlook. Dem Verkaufsleiter schreibt sie früh, dass sie die Ergebnisse am Freitagmittag statt am Morgen bringt.

    Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Stimmt die Summe wirklich?

    Bei der Kontrolle vergleicht Elif die Summe der Pivot-Tabelle mit dem ERP: 12'480 Gebinde gegenüber 12'910. Sie sucht die Differenz und findet drei Kunden, deren Namen ein Sonderzeichen enthalten und beim Filtern herausgefallen sind. Nach der Korrektur stimmen die Zahlen. Sie prüft das Ergebnis gegen die Punkte aus ihrer Auftragsnotiz und übergibt es mit einem Hinweis auf den Datenstand.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Was ich nächstes Mal anders mache

    Gebraucht hat Elif 12 statt 9 Stunden, vor allem für die Bereinigung der Daten. In ihrem Arbeitsjournal sieht sie genau, wo die Zeit hinging. In der Lerndokumentation hält sie fest, dass sie die Datenqualität künftig schon beim Informieren prüft. Mit ihrem Berufsbildner vereinbart sie das Ziel, bei den nächsten drei Aufträgen die Bereinigung als eigenen Schritt zu schätzen und danach zu vergleichen.

    Ziel 6Ziel 2

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Auftrag verstehen

    ca. 2 Std.

    Du übst, unklare Aufträge in klare Anforderungen zu übersetzen und schriftlich bestätigen zu lassen.

    • Drei typische 'Zwischen-Tür-und-Angel'-Aufträge aus dem Lehrbetrieb sammeln
    • Eine eigene Vorlage für die Auftragsklärung mit W-Fragen erstellen
    • Ein Klärungsgespräch im Rollenspiel führen und danach die Bestätigungsmail schreiben

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    IPERKA kennenlernen

    ca. 2 Std.

    Du lernst die sechs Schritte und ihre Ergebnisse kennen und wendest sie auf ein einfaches Beispiel an.

    • Eine Übersicht IPERKA mit je einem Satz und einem Ergebnis pro Phase erstellen
    • Einen erledigten Auftrag rückblickend den sechs Phasen zuordnen
    • Herausfinden, welche Phase du bisher meistens übersprungen hast

    Trainiert Kompetenz B1

    Lernziel2

  3. 3

    Planen und priorisieren

    ca. 2 Std.

    Du zerlegst einen Auftrag in Arbeitspakete, schätzt den Aufwand und ordnest ihn in deine Woche ein.

    • Für einen echten Auftrag Arbeitspakete in MS Planner oder To Do anlegen
    • Deine Aufgaben einer Woche in die Eisenhower-Matrix einordnen
    • Zwei Fokusblöcke à 90 Minuten im Outlook-Kalender reservieren

    Trainiert Kompetenz C1C2D1D2

    Lernziel34

  4. 4

    Umsetzen und dokumentieren

    ca. 2 Std.

    Du setzt einen Auftrag um und führst parallel ein Arbeitsjournal, wie es auch an der IPA verlangt wird.

    • Ein Arbeitsjournal in OneNote oder Word mit Datum, Tätigkeit, Zeit, Problemen anlegen
    • Täglich fünf Minuten für den Eintrag einplanen
    • Eine Entscheidung zwischen zwei Varianten schriftlich begründen

    Trainiert Kompetenz B2F1

    Lernziel26

  5. 5

    Kontrollieren, übergeben, auswerten

    ca. 2 Std.

    Du prüfst dein Ergebnis gegen die Abnahmekriterien, übergibst es und vergleichst Plan und Ist.

    • Aus den Abnahmekriterien eine Checkliste ableiten und abhaken
    • Eine Übergabenachricht mit Ablageort und offenen Punkten verfassen
    • Soll-Ist-Vergleich erstellen und zwei Lehren notieren

    Trainiert Kompetenz E1E2F2

    Lernziel56

  6. 6

    Kompletter Auftrag als Probelauf

    ca. 3 Std.

    Du wickelst einen kleinen Auftrag vollständig nach IPERKA ab und präsentierst Vorgehen und Ergebnis.

    • Mit der Berufsbildnerin einen Auftrag von 4 bis 8 Stunden vereinbaren
    • Alle sechs Phasen dokumentieren
    • In 5 Minuten Vorgehen, Ergebnis und Lehren vorstellen

    Trainiert Kompetenz A3B3C3E3

    Lernziel1325

Üben

Übungen aus der Praxis

Auftrag 'Telefonliste aktualisieren' klären

Einstieg Einstieg

Der Teamleiter einer Spedition in Basel schreibt dir: 'Kannst du die Telefonliste mal aktualisieren?' Die Liste ist ein Excel auf SharePoint mit 60 Einträgen.

Weist nach A1A2

  1. Mindestens sechs Klärungsfragen formulieren
  2. Mögliche Antworten annehmen und eine Auftragsbeschreibung mit Abnahmekriterien schreiben
  3. Eine kurze Bestätigungsmail an den Teamleiter verfassen
Tipp anzeigen

Frag nicht nur nach dem Was, sondern auch nach dem Wozu. Wer die Liste wofür nutzt, bestimmt Format und Inhalt.

Lösungsskizze anzeigen

Fragen zu Quelle der aktuellen Daten, Umfang (auch Natel-Nummern?), Format (Excel oder Teams-Liste), Termin, Freigabe und Datenschutz. Auftragsbeschreibung mit Ziel, Lieferobjekt, Termin, drei prüfbaren Abnahmekriterien.

Mitarbeiterumfrage nach IPERKA

Fortgeschritten Fortgeschritten

Die Geschäftsleitung eines KMU mit 45 Mitarbeitenden will wissen, wie zufrieden das Personal mit den neuen Homeoffice-Regeln ist. Du sollst die Umfrage vorbereiten, durchführen und auswerten. Zeitbudget: 12 Stunden über drei Wochen.

Weist nach B2C2E2

  1. Für jede IPERKA-Phase die Tätigkeiten und das Ergebnis festlegen
  2. Einen Zeitplan mit Meilensteinen und Puffer erstellen
  3. Zwischen MS Forms und einem anderen Tool entscheiden und begründen
  4. Eine Checkliste für die Kontrolle vor der Übergabe der Auswertung erstellen
Tipp anzeigen

Denke an Anonymität und revDSG: Bei 45 Personen kann man über Abteilung und Alter schnell auf Einzelne schliessen.

Lösungsskizze anzeigen

I: Ziel und Fragen mit der GL klären. P: 8 Arbeitspakete, Versand in Woche 2. E: MS Forms, weil im Tenant vorhanden und Daten in der Schweiz bzw. EU. R: Fragebogen, Testlauf mit 3 Personen, Versand. K: Rücklaufquote, Plausibilität, keine Rückschlüsse auf Personen. A: Soll-Ist und Lehren.

Wochenchaos ordnen und Abweichung melden

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Du hast fünf Aufträge von drei Personen. Am Dienstag merkst du, dass ein Auftrag doppelt so lange dauert wie geplant und ein anderer Termin dadurch platzt.

Weist nach D3C3F2

  1. Alle Aufträge mit Aufwand und Termin auflisten und priorisieren
  2. Entscheiden, was du verschieben, verkleinern oder abgeben möchtest
  3. Eine Nachricht an die betroffene Auftraggeberin mit einem konkreten Vorschlag formulieren
  4. Im Arbeitsjournal festhalten, was du beim nächsten Mal früher erkennen willst
Tipp anzeigen

Eine gute Eskalation enthält immer einen Lösungsvorschlag, nicht nur das Problem.

Lösungsskizze anzeigen

Eisenhower-Matrix mit allen fünf Aufträgen. Für den gefährdeten Auftrag Vorschlag: Teillieferung am Termin, Rest zwei Tage später. Nachricht mit Grund, Auswirkung, Vorschlag und Bitte um Entscheid bis Mittwochmittag. Lehre: Zwischenstand nach 50 % des Aufwands prüfen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wofür stehen die Buchstaben IPERKA?

Informieren, Planen, Entscheiden, Realisieren, Kontrollieren, Auswerten.

Warum bestätigst du einen mündlichen Auftrag schriftlich?

Damit beide dasselbe Verständnis haben und du später belegen kannst, was vereinbart war.

Was ist ein Abnahmekriterium?

Eine prüfbare Bedingung, an der man erkennt, ob das Ergebnis den Auftrag erfüllt, z.B. 'Liste enthält alle Rechnungen über 30 Tage offen'.

Was unterscheidet in der Eisenhower-Matrix 'wichtig' von 'dringend'?

Wichtig bezieht sich auf den Beitrag zu Zielen, dringend auf den Zeitdruck. Wichtig und nicht dringend wird oft vernachlässigt und sollte bewusst eingeplant werden.

Was gehört in einen Eintrag im Arbeitsjournal?

Datum, Tätigkeit, Zeitaufwand, aufgetretene Probleme und wie du sie gelöst hast, dazu offene Punkte.

Was tust du, wenn du merkst, dass ein Termin nicht hält?

Sofort die Auftraggeberin informieren, Grund und Auswirkung nennen und einen konkreten Lösungsvorschlag machen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sofort loslegen, ohne den Auftrag zu klären, und am Ende etwas liefern, das niemand so wollte.
  • Die Phase 'Entscheiden' überspringen und die erstbeste Lösung nehmen.
  • Aufwand nur für das Realisieren schätzen und Klärung, Tests und Übergabe vergessen.
  • Das Arbeitsjournal erst am Schluss aus dem Gedächtnis schreiben.
  • Probleme verschweigen, bis der Termin vorbei ist.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Bei Fallaufgaben zuerst die Klärungsfragen notieren, bevor du eine Lösung skizzierst.
  • Ordne jede Tätigkeit sichtbar einer IPERKA-Phase zu. Prüfende achten auf die Struktur.
  • Formuliere Abnahmekriterien messbar: Zahlen, Termine, Formate.
  • In der Auswertung immer Soll-Ist vergleichen und mindestens eine konkrete Verbesserung nennen.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

IPERKA
Sechsstufiges Vorgehensmodell für Aufträge: Informieren, Planen, Entscheiden, Realisieren, Kontrollieren, Auswerten.
Auftragsbeschreibung
Kurze schriftliche Zusammenfassung von Ziel, Lieferobjekt, Termin und Abnahmekriterien eines Auftrags.
Abnahmekriterium
Prüfbare Bedingung, die ein Ergebnis erfüllen muss, damit es akzeptiert wird.
Arbeitspaket
Abgeschlossener, planbarer Teil eines Auftrags mit klarem Ergebnis.
Eisenhower-Matrix
Raster mit vier Feldern, das Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit ordnet.
Arbeitsjournal
Laufende Dokumentation der eigenen Tätigkeiten mit Zeitaufwand, Problemen und Lösungen.
Soll-Ist-Vergleich
Gegenüberstellung von geplantem und tatsächlichem Aufwand oder Ergebnis.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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So helfen wir dir bei Modul 331

  • Wir nehmen einen aktuellen Auftrag aus deinem Lehrbetrieb und formulieren mit dir die Klärungsfragen und die Bestätigungsmail.
  • Wir bauen mit dir eine IPERKA-Vorlage in OneNote oder Word, die du für alle weiteren Aufträge und später für die IPA nutzen kannst.
  • Wir schauen dein Arbeitsjournal an und zeigen dir, wie Einträge kurz, aber aussagekräftig werden.
  • Wenn du gerade zu viele Aufträge gleichzeitig hast, sortieren wir sie gemeinsam und üben, wie du das deiner Berufsbildnerin sagst.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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