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Projekt & Methodik · Agile Grundlagen

Projektentwicklung mit agilen Methoden ermöglichen

Du lernst, wie ein Team in kurzen Zyklen liefert, Anforderungen als User Stories festhält und mit Scrum oder Kanban sichtbar macht, woran gerade gearbeitet wird.

Einstieg Einstieg ca. 16 Std. SelbststudiumDigitales Business: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Scrum#Kanban#User Stories#Sprint#Backlog#Retrospektive#Definition of Done#Agiles Manifest

Überblick

Worum geht es?

Agile Methoden sind im Lehrbetrieb oft schon Alltag, bevor du sie in der Schule kennenlernst. In diesem Modul verstehst du, warum Teams in Sprints arbeiten, wer im Scrum-Team welche Aufgabe hat und wie ein Product Backlog entsteht. Du schreibst eigene User Stories mit Akzeptanzkriterien, schätzt sie mit Story Points und pflegst ein Board in Jira, Azure Boards oder Trello. Am Ende kannst du in einem agilen Team mitarbeiten, die Meetings sinnvoll nutzen und erkennen, ob Scrum oder Kanban besser zu einer Aufgabe passt.

Wofür brauchst du das?

Als Entwickler/in digitales Business sitzt du oft zwischen Fachabteilung und IT. Wenn die Fachabteilung einen neuen Onlineprozess braucht, wird er heute meist agil umgesetzt. Wer User Stories sauber formulieren und ein Board lesen kann, wird schnell zu einem geschätzten Bindeglied. Das Modul ist die Grundlage für 333 (Projektumsetzung), 336 (traditionelles Projektmanagement) und 337 (Agil im traditionellen Umfeld).

Das solltest du schon können

  • Mit Microsoft Teams, Outlook und einem Webbrowser sicher arbeiten
  • Eine Aufgabe in Teilschritte zerlegen und eine einfache To-do-Liste führen
  • Grundidee kennen, wie man einen Auftrag klärt und plant (wird oft parallel unterrichtet) (Modul 331)

Typische Tools & Technologien

JiraAzure BoardsTrelloMS PlannerMiroMicrosoft Teams

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Agiles und planbasiertes Vorgehen unterscheiden und begründet wählen

    Kompetenz A

    Du verstehst, warum man bei unklaren oder sich ändernden Anforderungen lieber in kurzen Zyklen arbeitet und regelmässig Feedback holt. Du kennst die vier Werte des Agilen Manifests und kannst erklären, wann ein klassischer Plan trotzdem sinnvoller ist.

    Situation

    Die Marketingabteilung einer Krankenversicherung in Luzern möchte ein neues Online-Formular für Adressänderungen. Was genau abgefragt werden soll, ist noch unklar.

    Deine Aufgabe

    Begründe in fünf Sätzen, ob das Projekt agil oder klassisch umgesetzt werden soll.

    Gutes Ergebnis

    Empfehlung Scrum mit zweiwöchigen Sprints: Die Anforderungen sind unscharf, eine erste Version mit Name und Adresse kann nach zwei Wochen getestet werden, und die Fachabteilung gibt im Review direkt Rückmeldung. Fixe gesetzliche Pflichtfelder werden trotzdem vorab definiert.

    Agiles Manifestiterativ / inkrementellFeedbackzyklusWasserfallPlanbarkeit
  2. 2

    Rollen, Events und Artefakte von Scrum erklären und anwenden

    Kompetenz B

    Du weisst, was Product Owner, Scrum Master und Developers tun und wer worüber entscheidet. Du kennst Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Retrospektive mit Zweck und typischer Dauer, ebenso Product Backlog, Sprint Backlog und Inkrement.

    Situation

    Du kommst neu in ein Scrum-Team, das für einen Onlinehändler in Zürich den Bestellprozess überarbeitet. Im Daily erzählt jemand 15 Minuten lang über einen Fehler.

    Deine Aufgabe

    Erkläre, was im Daily schiefläuft, und schlage vor, wie das Team es besser machen kann.

    Gutes Ergebnis

    Das Daily dient der Abstimmung zum Sprintziel und ist auf 15 Minuten beschränkt. Detaildiskussionen werden notiert und direkt danach mit den betroffenen zwei Personen geklärt. Der Scrum Master achtet auf die Timebox.

    Product OwnerScrum MasterDevelopersSprintTimeboxInkrement
  3. 3

    User Stories mit Akzeptanzkriterien formulieren

    Kompetenz C

    Du schreibst Anforderungen aus Sicht der Benutzerin: Wer will was und wozu. Mit Akzeptanzkriterien legst du fest, wann die Story erfüllt ist. Du prüfst Stories mit den INVEST-Kriterien und teilst zu grosse Stories auf.

    Situation

    Die HR-Abteilung eines Logistikunternehmens in Basel will, dass Mitarbeitende ihre Ferien online beantragen können.

    Deine Aufgabe

    Formuliere eine User Story mit drei Akzeptanzkriterien.

    Gutes Ergebnis

    'Als Mitarbeiterin möchte ich Ferien im Portal beantragen, damit ich kein Papierformular mehr ausfüllen muss.' Kriterien: Restferientage werden angezeigt. Der Antrag geht automatisch an die vorgesetzte Person. Bei Überschneidung mit einer Betriebssperre erscheint eine Warnung.

    User StoryAkzeptanzkriterienINVESTEpicStory Splitting
  4. 4

    Ein Backlog priorisieren und den Aufwand gemeinsam schätzen

    Kompetenz D

    Du hilfst dem Product Owner, das Backlog nach Nutzen und Dringlichkeit zu ordnen, zum Beispiel mit MoSCoW. Im Team schätzt du den Aufwand relativ mit Story Points und Planning Poker und verstehst, wozu die Velocity dient.

    Situation

    Für die neue Kundenplattform einer Gemeindeverwaltung liegen 18 Stories im Backlog. Das Team schafft erfahrungsgemäss 20 Story Points pro Sprint.

    Deine Aufgabe

    Priorisiere die Stories mit MoSCoW und plane, was in den ersten Sprint passt.

    Gutes Ergebnis

    Sechs Must-Stories (Login, Formular Wohnsitzbestätigung, Bezahlung) mit total 19 Punkten kommen in Sprint 1. Should- und Could-Stories bleiben geordnet im Backlog. Die Planung wird im Sprint Planning mit dem Team bestätigt.

    MoSCoWStory PointsPlanning PokerVelocityBacklog Refinement
  5. 5

    Ein Kanban-Board aufsetzen und den Arbeitsfluss steuern

    Kompetenz E

    Du baust ein Board mit sinnvollen Spalten, setzt WIP-Limits und erkennst Engpässe. Du weisst, dass Kanban ohne Sprints auskommt und sich besonders für laufende Anfragen wie Supportfälle oder Datenaufträge eignet.

    Situation

    Das Controlling-Team einer Kantonalbank bekommt laufend Auswertungswünsche per Mail. Niemand weiss, was in Arbeit ist.

    Deine Aufgabe

    Richte in MS Planner oder Trello ein Board ein und lege Regeln fest.

    Gutes Ergebnis

    Spalten 'Eingang', 'Geklärt', 'In Arbeit (max. 3)', 'Review', 'Geliefert'. Jede Anfrage wird eine Karte mit Auftraggeber und Termin. Nach zwei Wochen zeigt sich, dass Karten im Review hängen. Das Team plant fixe Review-Slots.

    Kanban-BoardWIP-LimitPull-PrinzipDurchlaufzeitEngpass
  6. 6

    Qualität mit Definition of Done sichern und in der Retrospektive verbessern

    Kompetenz F

    Du verstehst die Definition of Done als gemeinsame Checkliste für 'fertig'. In der Retrospektive reflektierst du mit dem Team, was gut lief und was nicht, und leitest eine bis zwei konkrete Massnahmen ab.

    Situation

    Im Review zeigt sich zum zweiten Mal, dass eine Story zwar umgesetzt, aber nicht getestet und nicht dokumentiert ist.

    Deine Aufgabe

    Ergänze die Definition of Done und moderiere eine kurze Retrospektive mit dem Format 'Start, Stop, Continue'.

    Gutes Ergebnis

    DoD neu: Akzeptanzkriterien getestet, Kurzanleitung im Confluence- oder SharePoint-Wiki, Review durch zweite Person. Massnahme aus der Retro: Testfälle werden schon im Sprint Planning notiert.

    Definition of DoneRetrospektiveStart/Stop/Continuekontinuierliche Verbesserung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Vorgehen wählen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Scrum-Rollen, Events und Artefakte

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

User Stories

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Backlog priorisieren und schätzen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Kanban und Arbeitsfluss

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Qualität und Verbesserung

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Die Online-Schadenmeldung der Seeland Versicherungsdienst AG

Noah ist im 1. Lehrjahr bei der Seeland Versicherungsdienst AG in Biel, 220 Mitarbeitende. Er wird einem Scrum-Team zugeteilt, das für das Kundenportal eine Online-Schadenmeldung entwickelt. Zuerst versteht er wenig vom Vokabular, nach einigen Sprints arbeitet er voll mit.

  1. Kapitel 1

    Warum hier niemand ein Pflichtenheft schreibt

    Noah wundert sich, dass es für die Schadenmeldung kein dickes Pflichtenheft gibt. Die Product Ownerin erzählt ihm vom letzten Projekt: 60 Seiten Anforderungen, und nach neun Monaten wollten die Kundinnen plötzlich Fotos hochladen, was nirgends vorgesehen war. Noah stellt beide Vorgehen in einer Tabelle gegenüber und sieht, warum das Team bei unklaren Kundenwünschen lieber alle zwei Wochen etwas Lauffähiges zeigt.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Zwei Wochen, ein Ziel

    Im Sprint Planning legt das Team das Sprint-Ziel fest: Eine Kundin kann einen Velodiebstahl vollständig online melden. Das Daily findet jeden Morgen um 9 Uhr in Teams statt und ist auf 15 Minuten begrenzt. Im dritten Daily diskutieren zwei Entwickler 25 Minuten über eine Datenbankfrage, und alle anderen warten. Der Scrum Master verschiebt die Diskussion in ein separates Gespräch, und Noah merkt, wofür die Timebox gut ist.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Was genau heisst Fotos hochladen?

    Noah soll die Story für den Foto-Upload schreiben. Seine erste Version 'Fotos hochladen können' ist zu vage, also ergänzt er mit der Product Ownerin Akzeptanzkriterien: höchstens 5 Bilder, je maximal 10 MB, JPG oder PNG, klare Meldung bei zu grossen Dateien. Beim Planning Poker zeigt Noah eine 3, eine Entwicklerin eine 13, weil jedes Bild auf Viren geprüft werden muss. Das Team teilt die Story in Upload und Virenprüfung und schätzt beide neu.

    Ziel 3Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Der Stau in der Spalte Test

    Neben dem Scrum-Board betreut das Team ein Kanban-Board in Jira für Supportanfragen aus dem Kundendienst. Noah fällt auf, dass in der Spalte 'Test' neun Karten liegen, aber nur eine Testerin im Team ist. Das Team führt ein WIP-Limit von 3 ein, und Entwickler helfen beim Testen, sobald das Limit erreicht ist. Nach drei Wochen sinkt die Durchlaufzeit einer Anfrage von 8 auf 5 Arbeitstage.

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Fertig heisst wirklich fertig

    Im Sprint Review zeigt sich, dass der Foto-Upload am Handy nicht funktioniert, obwohl die Story als erledigt markiert war. In der Retrospektive mit Start, Stop, Continue schlägt Noah vor, 'auf iPhone und Android getestet' in die Definition of Done aufzunehmen. Im nächsten Sprint prüft er bei jeder Story, ob der Punkt erfüllt ist, und berichtet in der Retro: alle 6 Stories erfüllen die neue Regel, kein Handyfehler mehr im Review.

    Ziel 6Ziel 2

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Warum agil?

    ca. 2 Std.

    Du lernst den Unterschied zwischen einem fixen Plan und kurzen Lieferzyklen kennen und verstehst, welches Problem agile Methoden lösen.

    • Die vier Werte des Agilen Manifests lesen und mit eigenen Beispielen aus dem Lehrbetrieb erklären
    • Zwei Projekte aus deinem Betrieb vergleichen: Was war planbar, was hat sich unterwegs geändert?
    • Das Papierflieger-Spiel in drei Runden durchführen und auswerten

    Trainiert Kompetenz A1

    Lernziel1

  2. 2

    Scrum verstehen

    ca. 3 Std.

    Du lernst Rollen, Events und Artefakte kennen und kannst einen Sprint von Anfang bis Ende beschreiben.

    • Den Scrum-Ablauf als Skizze auf einer A4-Seite zeichnen
    • Im Lehrbetrieb fragen, ob und wie Scrum eingesetzt wird, und Unterschiede notieren
    • Ein Daily im Rollenspiel durchführen und die Timebox einhalten

    Trainiert Kompetenz B1

    Lernziel2

  3. 3

    Anforderungen als User Stories

    ca. 3 Std.

    Du formulierst Stories, Akzeptanzkriterien und Epics für ein realistisches Vorhaben und teilst zu grosse Stories sinnvoll auf.

    • Für ein Ferienantrag-Portal zehn User Stories schreiben
    • Jede Story mit INVEST prüfen und mindestens eine Story aufteilen
    • Stories mit einer Kollegin tauschen und gegenseitig Feedback geben

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Priorisieren, schätzen, planen

    ca. 3 Std.

    Du ordnest ein Backlog, schätzt mit Planning Poker und planst einen Sprint auf Basis der Velocity.

    • Das Backlog aus dem vorherigen Schritt mit MoSCoW priorisieren
    • Planning Poker in einer Dreiergruppe spielen und Abweichungen diskutieren
    • Das Backlog in Jira, Azure Boards oder Trello erfassen

    Trainiert Kompetenz D1D2C3

    Lernziel43

  5. 5

    Kanban und Arbeitsfluss

    ca. 2 Std.

    Du baust ein Kanban-Board für laufende Anfragen und lernst, mit WIP-Limits Engpässe sichtbar zu machen.

    • Ein Board in MS Planner oder Trello für deine eigenen Lehrbetriebsaufgaben einrichten
    • Eine Woche lang Karten bewegen und die Durchlaufzeit notieren
    • Scrum und Kanban in einer Tabelle gegenüberstellen

    Trainiert Kompetenz E1E2A2

    Lernziel51

  6. 6

    Mini-Sprint durchspielen

    ca. 3 Std.

    Du erlebst einen kompletten Sprint im Kleinformat, inklusive Review und Retrospektive.

    • In einer Gruppe einen 90-Minuten-Sprint mit Planning, zwei Dailys, Review und Retro durchführen
    • Eine Definition of Done festlegen und im Review prüfen
    • Zwei Verbesserungsmassnahmen aus der Retro formulieren

    Trainiert Kompetenz B2F2F3D3

    Lernziel264

Üben

Übungen aus der Praxis

User Stories für einen Velo-Verleih

Einstieg Einstieg

Ein Velo-Verleih in Bern will, dass Kundinnen Velos online reservieren, abholen und bezahlen können. Bisher läuft alles telefonisch.

Weist nach C1C2

  1. Drei Benutzergruppen identifizieren (z.B. Kundin, Mitarbeiter am Schalter, Inhaberin)
  2. Pro Gruppe zwei User Stories im Format 'Als ... möchte ich ..., damit ...' schreiben
  3. Zu jeder Story zwei bis drei Akzeptanzkriterien ergänzen
Tipp anzeigen

Das 'damit' ist der wichtigste Teil. Fehlt der Nutzen, weiss das Team nicht, warum die Story wichtig ist.

Lösungsskizze anzeigen

Sechs Stories, z.B. 'Als Kundin möchte ich die Verfügbarkeit für ein Datum sehen, damit ich nicht vergeblich anrufe.' Kriterien prüfbar formuliert: 'Zeigt Anzahl freie E-Bikes pro Tag', 'Bezahlung mit TWINT möglich'.

Ersten Sprint für ein Kundenportal planen

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Elektrizitätswerk will ein Portal, in dem Kundinnen Zählerstände melden und Rechnungen als PDF herunterladen. Das Backlog umfasst 14 geschätzte Stories, die Velocity liegt bei 24 Punkten.

Weist nach D2B2F2

  1. Das Backlog mit MoSCoW priorisieren
  2. Ein Sprintziel in einem Satz formulieren
  3. Stories bis zur Velocity in den Sprint übernehmen und begründen
  4. Eine Definition of Done mit mindestens vier Punkten festlegen
Tipp anzeigen

Ein gutes Sprintziel beschreibt den Nutzen für die Kundin, nicht eine Liste von Aufgaben.

Lösungsskizze anzeigen

Sprintziel: 'Kundinnen können ihren Zählerstand online melden.' Dafür Login, Zählerformular und Bestätigungsmail (z.B. 21 Punkte). PDF-Rechnungen folgen im nächsten Sprint. DoD: getestet, von PO abgenommen, im Wiki dokumentiert, auf Testumgebung verfügbar.

Agiles Arbeiten in einer Fachabteilung einführen

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Die Abteilung Kundendienst einer Versicherung (8 Personen) arbeitet Anfragen per Mail ab. Projekte zur Verbesserung bleiben liegen. Die Abteilungsleiterin fragt dich, ob Scrum oder Kanban helfen würde.

Weist nach A3E3F3

  1. Die Arbeit der Abteilung in laufende Anfragen und Verbesserungsprojekte aufteilen
  2. Pro Arbeitsart Scrum oder Kanban empfehlen und begründen
  3. Ein Board mit Spalten und WIP-Limits skizzieren
  4. Einen Vorschlag für die ersten vier Wochen machen, inklusive einer Retrospektive
Tipp anzeigen

Nicht alles muss gleich laufen. Viele Teams kombinieren ein Kanban-Board für das Tagesgeschäft mit kurzen Sprints für Projekte.

Lösungsskizze anzeigen

Kanban für eingehende Anfragen mit WIP-Limit pro Person. Für Verbesserungen ein kleines Backlog, alle zwei Wochen ein Planning und Review mit der Abteilungsleiterin als Product Owner. Nach vier Wochen Retro mit Kennzahlen wie Durchlaufzeit und Anzahl umgesetzter Verbesserungen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wer entscheidet in Scrum über die Reihenfolge im Product Backlog?

Der Product Owner. Er holt Input von Stakeholdern und Team, trägt aber die Verantwortung für die Priorisierung.

Wie lange dauert ein Daily Scrum und wozu dient es?

Höchstens 15 Minuten. Das Team stimmt sich zum Sprintziel ab und erkennt Hindernisse früh.

Was gehört zu einer vollständigen User Story?

Rolle, Wunsch und Nutzen ('Als ... möchte ich ..., damit ...') sowie prüfbare Akzeptanzkriterien.

Warum schätzt man mit Story Points und nicht in Stunden?

Story Points vergleichen Stories relativ zueinander und berücksichtigen Komplexität und Unsicherheit. Das ist im Team schneller und oft treffsicherer als Stundenschätzungen.

Was bewirkt ein WIP-Limit?

Es begrenzt die Anzahl gleichzeitig bearbeiteter Aufgaben. Dadurch werden Aufgaben schneller fertig und Engpässe sichtbar.

Was ist der Unterschied zwischen Sprint Review und Retrospektive?

Im Review zeigt das Team das Ergebnis den Stakeholdern und holt Feedback zum Produkt. In der Retro reflektiert das Team seine Zusammenarbeit und Arbeitsweise.

Wann ist Kanban besser geeignet als Scrum?

Bei laufend eintreffenden, schwer planbaren Aufgaben wie Supportanfragen oder Datenaufträgen, wo fixe Sprints wenig Sinn ergeben.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • User Stories als technische Aufgaben formulieren ('Datenbanktabelle anlegen') statt aus Sicht der Benutzerin.
  • Akzeptanzkriterien vage halten ('soll schnell sein'), sodass niemand prüfen kann, ob die Story erfüllt ist.
  • Das Daily als Statusbericht an den Chef verstehen statt als Abstimmung im Team.
  • Story Points in Stunden umrechnen und damit Teams vergleichen.
  • Retrospektiven auslassen, wenn es stressig wird. Genau dann wären sie am wichtigsten.
  • Ein Board mit zu vielen Spalten bauen, das niemand pflegt.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lerne die Scrum-Rollen, Events und Artefakte so, dass du sie in einer Skizze mit Pfeilen erklären kannst.
  • Bei Fallbeispielen immer begründen, warum du Scrum, Kanban oder ein klassisches Vorgehen wählst.
  • Schreibe User Stories im Prüfungsformat sauber aus und vergiss die Akzeptanzkriterien nicht.
  • Achte auf Begriffe: Product Backlog und Sprint Backlog sind nicht dasselbe.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Sprint
Fixer Zeitraum von meist ein bis vier Wochen, in dem das Team ein nutzbares Ergebnis liefert.
Product Backlog
Geordnete Liste aller bekannten Anforderungen an das Produkt, gepflegt vom Product Owner.
Sprint Backlog
Auswahl an Backlog-Einträgen für den aktuellen Sprint plus Plan, wie das Team sie umsetzt.
Inkrement
Das nutzbare Ergebnis eines Sprints, das die Definition of Done erfüllt.
User Story
Kurze Beschreibung einer Anforderung aus Sicht einer Benutzerrolle mit Nutzen und Akzeptanzkriterien.
Velocity
Anzahl Story Points, die ein Team durchschnittlich pro Sprint fertigstellt.
WIP-Limit
Obergrenze für gleichzeitig laufende Arbeiten in einer Spalte eines Kanban-Boards.
Definition of Done
Gemeinsam vereinbarte Kriterien, die jede Story erfüllen muss, bevor sie als fertig gilt.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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So helfen wir dir bei Modul 134

  • Wir nehmen ein echtes Vorhaben aus deinem Lehrbetrieb und formulieren mit dir die ersten User Stories inklusive Akzeptanzkriterien.
  • Wir richten mit dir ein Board in Jira, Azure Boards, Trello oder MS Planner ein und erklären, wie du es im Alltag pflegst.
  • Wir spielen mit dir einen Sprint im Zeitraffer durch, damit du Planning, Daily, Review und Retro selbst erlebst.
  • Vor der Prüfung gehen wir typische Fallfragen durch, etwa 'Scrum oder Kanban?', und üben eine knappe, begründete Antwort.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

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