158

Systeme & Betrieb · Software-Migration

Software-Migration planen und durchführen

Du bringst eine bestehende Software oder ihre Daten auf eine neue Version oder Plattform, ohne dass der Betrieb dabei aus dem Tritt kommt.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumPlattformentwicklung: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Migration#Datenmigration#Cutover#Rollback#Testmigration#Windows 11#Microsoft 365#Projektplanung#Kompatibilität

Überblick

Worum geht es?

Migrationen gehören zu den riskantesten Arbeiten in der Informatik, weil ein laufendes System mit echten Daten betroffen ist. Du analysierst zuerst, was heute im Einsatz ist und wovon es abhängt. Dann wählst du eine Migrationsstrategie, planst Tests, einen Umstellungszeitpunkt und einen Weg zurück, falls etwas schiefgeht. Du führst eine Testmigration durch, migrierst die Daten kontrolliert, prüfst das Ergebnis und schliesst mit Abnahme und Dokumentation ab.

Wofür brauchst du das?

Im Lehrbetrieb läuft ständig irgendwo eine Migration: Windows 10 auf 11, ein Fileserver nach SharePoint, Exchange in die Cloud, eine neue Version des ERP oder der Wechsel einer Datenbank auf einen neuen Server. Wer strukturiert vorgeht, vermeidet Montagmorgen-Chaos, verlorene Daten und wütende Anwender:innen. Das Modul legt die Basis für 157 (System-Einführung) und nutzt Wissen aus 141 und 143.

Das solltest du schon können

  • Einen Windows-Arbeitsplatz installieren, konfigurieren und Software verteilen (Modul 187)
  • Serverdienste wie Fileserver und Benutzerverwaltung einrichten (Modul 123)
  • Einfache Projektplanung mit Arbeitspaketen und Terminen (Modul 306)
  • Grundkenntnisse in PowerShell oder Bash, um Daten zu kopieren und zu prüfen

Typische Tools & Technologien

Windows ServerMicrosoft 365 / Exchange OnlineSharePoint Migration ToolMicrosoft Intune / MDTPowerShellRobocopyMariaDB / SQL ServerExcel / Planner für Migrationspläne

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Das bestehende System inventarisieren und Abhängigkeiten aufdecken

    Kompetenz A

    Bevor du etwas veränderst, weisst du genau, was da ist: Versionen, Datenmengen, Schnittstellen, Benutzergruppen, Lizenzen und Anpassungen. Besonders wichtig sind versteckte Abhängigkeiten, etwa ein Excel-Makro, das auf einen UNC-Pfad zugreift.

    Situation

    Eine Gemeindeverwaltung will ihren Fileserver (Windows Server 2012 R2, 900 GB) nach SharePoint Online verschieben.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Ist-Analyse der Freigaben, Berechtigungen und Abhängigkeiten.

    Gutes Ergebnis

    PowerShell-Bericht mit 14 Freigaben, Grösse, Anzahl Dateien und NTFS-Rechten. Funde: 3 Ordner mit Pfaden über 400 Zeichen, eine Access-Datenbank im Ordner 'Steuern', die von 4 Personen gleichzeitig genutzt wird, und eine Fachanwendung, die Vorlagen über \\fs01\vorlagen lädt.

    InventarAbhängigkeitSchnittstelleBerechtigungsanalyseDatenvolumen
  2. 2

    Eine passende Migrationsstrategie wählen und begründen

    Kompetenz B

    Du kennst die Varianten: alles auf einmal (Big Bang), in Etappen nach Abteilung oder Standort, oder parallel betreiben und schrittweise umstellen. Du wählst nach Risiko, Ausfallfenster, Aufwand und Grösse der Organisation.

    Situation

    Ein Alters- und Pflegeheim mit 70 Mitarbeitenden in Schichtbetrieb wechselt von Exchange 2016 on-premises zu Exchange Online.

    Deine Aufgabe

    Entscheide zwischen Cutover und gestaffelter Migration.

    Gutes Ergebnis

    Hybrid-Migration in drei Wellen: zuerst IT und Verwaltung als Pilot (10 Postfächer), dann Pflege-Teamleitungen, zuletzt die restlichen Konten. Begründung: Schichtbetrieb erlaubt kein Wochenend-Fenster für alle, und Probleme treffen so zuerst technisch versierte Personen.

    Big BangPhasenmigrationParallelbetriebPilotgruppeMigrationswelle
  3. 3

    Einen Migrationsplan mit Cutover und Rollback erstellen

    Kompetenz C

    Du planst jeden Schritt mit Zeitpunkt, Dauer, verantwortlicher Person und Prüfpunkt. Für den Fall, dass etwas schiefgeht, gibt es einen klaren Rückweg und ein festgelegtes Abbruchkriterium.

    Situation

    Die Zeiterfassung eines Bauunternehmens soll von Version 7 auf 9 aktualisiert werden. Die Datenbank wird dabei umgebaut.

    Deine Aufgabe

    Erstelle einen Cutover-Plan für Samstag mit Rollback-Option.

    Gutes Ergebnis

    Plan mit 12 Schritten: 07:00 Benutzer sperren, 07:15 VM-Snapshot und DB-Dump, 07:45 Update, 09:30 Funktionstests nach Checkliste. Abbruchkriterium: Tests bis 13:00 nicht bestanden. Rollback: Snapshot zurück, DB-Dump einspielen, Dauer ca. 40 Min.

    Cutover-PlanGo/No-Go-EntscheidRollbackAbbruchkriteriumWartungsfenster
  4. 4

    Eine Testmigration durchführen und daraus lernen

    Kompetenz D

    Du migrierst zuerst in einer Testumgebung mit einer Kopie echter Daten. Dabei misst du die Dauer, findest Fehler und passt den Plan an, bevor der Ernstfall kommt.

    Situation

    Für eine Schule sollen 600 Windows-10-Geräte auf Windows 11 gebracht werden. Einige Geräte sind älter als 2018.

    Deine Aufgabe

    Teste das Upgrade an einer repräsentativen Auswahl.

    Gutes Ergebnis

    Kompatibilitätsprüfung per Intune-Bericht: 85 Geräte ohne TPM 2.0 oder unterstützte CPU, sie werden ersetzt. Testupgrade auf 12 Geräten aus 4 Modellreihen: Dauer 55 Min., ein Scannertreiber fehlt. Treiberpaket ergänzt, Plan angepasst.

    Testumgebungrepräsentative StichprobeKompatibilitätsprüfungZeitmessungPlananpassung
  5. 5

    Daten kontrolliert übertragen und auf Vollständigkeit prüfen

    Kompetenz E

    Du überträgst Dateien, Postfächer oder Datensätze mit geeigneten Werkzeugen, behandelst Sonderfälle wie Zeichensätze, Pfadlängen und Berechtigungen und weist mit Zählungen, Prüfsummen und Stichproben nach, dass nichts verloren ging.

    Situation

    Ein Ingenieurbüro zieht 1.4 TB Projektdaten von einem alten NAS auf einen neuen Windows-Fileserver.

    Deine Aufgabe

    Migriere die Daten mit Berechtigungen und weise die Vollständigkeit nach.

    Gutes Ergebnis

    Vorabkopie unter der Woche mit robocopy /MIR /COPY:DATS /DCOPY:DAT /R:1 /W:1 /LOG:C:\Migration\vorab.log (Berechtigungen nur, wenn das NAS Windows-ACLs liefert). Am Freitagabend Delta-Lauf von 25 Minuten. Vergleich: 412'380 Dateien Quelle und Ziel, Log ohne Fehler, Stichprobe von 20 Projekten mit Projektleitern geprüft.

    Delta-SynchronisationMappingPrüfsummeLogdateiStichprobenkontrolle
  6. 6

    Anwender:innen informieren, die Migration abnehmen lassen und abschliessen

    Kompetenz F

    Betroffene wissen rechtzeitig, was sich ändert, wann es passiert und an wen sie sich wenden. Nach der Migration lässt du das Ergebnis vom Auftraggeber abnehmen, räumst Altsysteme geordnet ab und aktualisierst die Dokumentation.

    Situation

    Nach der Umstellung auf SharePoint finden viele Mitarbeitende ihre Dateien nicht mehr und rufen ständig an.

    Deine Aufgabe

    Plane für die nächste Welle die Kommunikation und den Abschluss besser.

    Gutes Ergebnis

    Info-Mail 2 Wochen und 2 Tage vorher, Kurzanleitung mit Screenshots, 30-minütige Schulung pro Abteilung, Floor-Walker am ersten Tag. Abnahmeprotokoll mit der Abteilungsleiterin. Alter Fileserver erst nach 30 Tagen schreibgeschützt abgeschaltet.

    KommunikationsplanAbnahmeprotokollHypercareAusserbetriebnahmeDokumentationsnachführung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Ist-Analyse

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Strategie wählen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Planen mit Cutover und Rollback

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Testmigration

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Daten migrieren und prüfen

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Kommunikation und Abnahme

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Das Hotel Alpenblick zieht in die Cloud

Nina ist im 2. Lehrjahr als Informatikerin Plattformentwicklung bei der Hotel Alpenblick AG in Grindelwald, 60 Mitarbeitende. Die Mails laufen noch über einen eigenen Exchange Server 2016, für den es keine Sicherheitsupdates mehr gibt. Nina soll mit dem externen IT-Partner die Migration der Postfächer zu Exchange Online planen und durchführen, ohne dass Gäste davon etwas merken.

  1. Kapitel 1

    Was hängt alles an Exchange?

    Mit PowerShell listet Nina alle Postfächer auf: 45 persönliche und 6 gemeinsame, etwa für Rezeption, Reservation und Küche, zusammen 380 GB. Das grösste Postfach gehört dem Direktor und ist 48 GB gross. Im Log des Empfangsconnectors entdeckt sie zwei Geräte, die niemand erwähnt hatte: den Multifunktionsdrucker mit Scan-to-Mail und die Hotelsoftware, die Buchungsbestätigungen verschickt. Beide nimmt sie als Abhängigkeiten ins Inventar auf.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Alles auf einmal oder in Etappen?

    Nina vergleicht eine Umstellung auf einen Schlag mit einer schrittweisen Migration über eine Hybrid-Verbindung. Bei 51 Postfächern ist der direkte Umstieg möglich und viel einfacher, aber 380 GB brauchen Zeit. Sie empfiehlt deshalb einen Umstieg im November, in der ruhigen Zwischensaison, mit vorher synchronisierten Daten. IT und Rezeption richten am Umstellungswochenende als Erste Outlook und Smartphones ein und testen, bevor alle anderen folgen. Der Direktor stimmt zu, weil die Hochsaison nicht betroffen ist.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Der Plan fürs Wochenende

    Eine Woche vor dem Umstieg senkt Nina die TTL des MX-Eintrags auf 5 Minuten. Der Plan legt Stunde für Stunde fest, was ab Freitagabend passiert, und am Sonntag um 12 Uhr entscheidet sie mit dem Direktor über Go oder No-Go. Als Abbruchkriterium gilt: Werden am Sonntag um 10 Uhr keine Buchungsbestätigungen verschickt, zeigt der MX-Eintrag zurück auf den alten Server. Exchange bleibt dafür 30 Tage unverändert in Betrieb.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Fünf Postfächer zur Probe

    Für die Testmigration wählt Nina fünf Postfächer, darunter das 48 GB grosse des Direktors. Der Durchsatz liegt bei etwa 6 GB pro Stunde, die ganze Menge würde also rund 2.6 Tage dauern, deshalb startet die Synchronisation schon am Dienstag. Im gemeinsamen Postfach der Reservation fehlen nach dem Test die Kalenderberechtigungen. Nina schreibt ein Skript, das sie nach der Migration neu setzt, und vergleicht die Anzahl Elemente pro Ordner zwischen alt und neu.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Montagmorgen an der Rezeption

    Am Samstag laufen die letzte Delta-Synchronisation und die Umstellung des MX-Eintrags, danach stellt Nina Drucker und Hotelsoftware auf einen Connector in Exchange Online um. Zwei Wochen vorher hatte sie alle per Mail informiert und eine bebilderte Anleitung für Outlook und Smartphone verteilt. Am Montag steht sie ab 7 Uhr an der Rezeption und hilft beim ersten Start, zwei Wochen lang gilt Hypercare. Nach einer Woche unterschreibt der Direktor die Abnahme, und nach 30 Tagen deinstalliert Nina den alten Exchange-Server sauber.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Was ist eine Migration und warum scheitert sie?

    ca. 2 Std.

    Du lernst die typischen Migrationsarten kennen und schaust dir an, woran Migrationen in der Praxis scheitern.

    • Drei Migrationen aus deinem Lehrbetrieb sammeln: Was wurde migriert, wie lief es?
    • Big Bang, Phasen und Parallelbetrieb mit Vor- und Nachteilen in einer Tabelle vergleichen
    • Eine Liste typischer Fehler erstellen (fehlende Tests, keine Kommunikation, kein Rollback)

    Trainiert Kompetenz B1

    Lernziel2

  2. 2

    Ist-Analyse mit Skripten

    ca. 4 Std.

    Du sammelst Informationen über ein bestehendes System automatisiert statt von Hand.

    • Mit PowerShell Freigaben, Ordnergrössen und NTFS-Rechte eines Testservers auslesen und als CSV exportieren
    • Installierte Software und Versionen auf einem Client inventarisieren
    • Abhängigkeiten in einer einfachen Skizze darstellen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  3. 3

    Migrationsplan schreiben

    ca. 4 Std.

    Du erstellst einen vollständigen Plan mit Zeitachse, Verantwortlichkeiten, Tests und Rückweg.

    • Cutover-Plan mit Uhrzeiten, Dauer und Prüfpunkten für ein Beispielsystem erstellen
    • Go/No-Go-Kriterien und Rollback-Schritte festlegen
    • Risiken auflisten und je eine Gegenmassnahme definieren

    Trainiert Kompetenz B2C1C2

    Lernziel32

  4. 4

    Testmigration im Heimlabor

    ca. 5 Std.

    Du baust eine Mini-Umgebung mit Alt- und Neusystem und probst die Migration.

    • Zwei VMs aufsetzen: alter Fileserver mit Testdaten (inkl. Umlauten, langen Pfaden, Sonderrechten) und neuer Server
    • Daten mit Robocopy migrieren, Dauer messen und Log auswerten
    • Alternativ: MariaDB-Datenbank von Version 10.6 auf 10.11 aktualisieren und Anwendung testen

    Trainiert Kompetenz D1D2E1

    Lernziel45

  5. 5

    Kommunikation und Abschluss

    ca. 3 Std.

    Du bereitest alles vor, was Menschen betrifft: Information, Schulung, Support und Abnahme.

    • Info-Mail und Kurzanleitung für Anwender:innen schreiben
    • Abnahmeprotokoll mit Testfällen erstellen
    • Plan für die Ausserbetriebnahme des Altsystems inklusive Datenlöschung nach revDSG

    Trainiert Kompetenz F1F2

    Lernziel6

  6. 6

    Gesamtsimulation

    ca. 5 Std.

    Du spielst eine komplette Migration von der Analyse bis zur Abnahme durch, wie im Kompetenznachweis.

    • Fallbeispiel analysieren, Strategie wählen, Plan schreiben
    • Migration im Labor durchführen und Vollständigkeit nachweisen
    • Ergebnis in 10 Minuten präsentieren und Rückfragen beantworten

    Trainiert Kompetenz A3B3C3F3

    Lernziel1356

Üben

Übungen aus der Praxis

Office-Version in einem kleinen Büro aktualisieren

Einstieg Einstieg

Ein Notariat mit 9 Arbeitsplätzen nutzt noch Office 2016, das keinen Support mehr erhält. Es soll auf Microsoft 365 Apps umgestellt werden. Im Einsatz sind Word-Vorlagen mit Makros und ein Add-in für die Notariatssoftware.

Weist nach A1B1

  1. Ist-Zustand erfassen: Versionen, Vorlagen, Add-ins, Lizenzen
  2. Eine Strategie wählen und begründen
  3. Eine Checkliste für den Test auf einem Pilotgerät erstellen
Tipp anzeigen

Frag dich bei jeder Vorlage und jedem Add-in: Wer merkt es zuerst, wenn es nach der Umstellung nicht mehr funktioniert?

Lösungsskizze anzeigen

Inventar mit Office-Version, Makrovorlagen (Pfad, Ersteller) und Add-in-Version. Strategie: Pilot an einem Arbeitsplatz, danach alle an einem Abend. Testcheckliste: Vorlage öffnen, Makro ausführen, Add-in öffnet Akte, Serienbrief, PDF-Export, Outlook-Profil. Rollback: Office 2016 bleibt als Installationspaket verfügbar.

Fileserver nach SharePoint migrieren

Fortgeschritten Fortgeschritten

Ein Sozialdienst mit 25 Mitarbeitenden hat 600 GB auf einem Windows-Fileserver. Ordnerstruktur und Rechte sind über 15 Jahre gewachsen. Ziel ist SharePoint Online mit Teams.

Weist nach A2C2E2F2

  1. Ist-Analyse inkl. Problemen (Pfadlängen, ungültige Zeichen, Rechte auf Einzeldateien)
  2. Zielstruktur mit Teams/Bibliotheken und Berechtigungsgruppen entwerfen
  3. Migrationsplan in Wellen mit Delta-Lauf und Umstellungstag
  4. Prüfung der Vollständigkeit und Kommunikationsplan
Tipp anzeigen

Nicht jede Ordnerstruktur sollte 1:1 übernommen werden. Eine Migration ist eine gute Gelegenheit, Rechte zu vereinfachen.

Lösungsskizze anzeigen

Scan mit dem SharePoint Migration Tool zeigt Probleme vorab. Zielbild: ein Team pro Abteilung, Rechte nur über M365-Gruppen. Wellen: Administration, dann Beratung, dann Archiv. Vorabkopie, Delta-Lauf am Freitag, Fileserver danach schreibgeschützt. Prüfung über Migrationsbericht (Dateianzahl) und Stichproben. Schulung pro Team, Kurzanleitung 'Wo finde ich was'.

ERP-Datenbank auf neuen Server und neue Version

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Handwerksbetrieb mit 40 Mitarbeitenden betreibt sein ERP auf SQL Server 2014 (Support abgelaufen). Ziel ist SQL Server 2022 auf einer neuen VM. Der Hersteller unterstützt die neue Version erst ab ERP-Release 12, im Einsatz ist 11.3. Ausfallfenster: Freitag 18:00 bis Montag 06:00.

Weist nach A3C3D3E3F3

  1. Abhängigkeiten und richtige Reihenfolge (ERP-Update und DB-Wechsel) bestimmen
  2. Testmigration planen und Dauer messen
  3. Cutover-Plan mit Go/No-Go-Zeitpunkt und Rollback erstellen
  4. Prüfungen nach der Migration festlegen (technisch und fachlich)
  5. Abschluss mit Abnahme und Ausserbetriebnahme des Altservers
Tipp anzeigen

Zwei Änderungen gleichzeitig machen Fehler schwer zuzuordnen. Überlege, ob sie sich trennen lassen.

Lösungsskizze anzeigen

Reihenfolge: zuerst ERP 12 auf altem SQL Server (eigenes Wochenende), dann DB-Wechsel. Testmigration mit Kopie der Produktivdatenbank auf Test-VM: Backup/Restore 45 Min., Kompatibilitätsstufe anheben, ERP-Testfälle mit Buchhaltung. Cutover: Freitag 18:00 Benutzer sperren, Full Backup, Restore auf neuem Server, Logins und Jobs migrieren, ERP-Verbindung umstellen. Go/No-Go Samstag 16:00. Rollback: ERP zurück auf alten Server, der unverändert bleibt. Fachliche Prüfung: Debitorensaldo, offene Aufträge, Lagerwert vergleichen. Altserver nach 60 Tagen abschalten, Disks gemäss Löschkonzept vernichten.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Hauptvorteil einer Phasenmigration gegenüber einem Big Bang?

Probleme treffen zuerst eine kleine Gruppe und können behoben werden, bevor alle betroffen sind. Dafür dauert die Migration länger und Alt- und Neusystem laufen eine Zeit lang parallel.

Was ist ein Go/No-Go-Entscheid?

Ein vorab festgelegter Zeitpunkt mit klaren Kriterien, an dem entschieden wird, ob die Migration abgeschlossen oder zurückgerollt wird.

Warum führt man eine Testmigration mit echten Daten durch?

Weil erst echte Daten Sonderfälle wie Umlaute, lange Pfade oder fehlerhafte Datensätze zeigen und man die realistische Dauer messen kann.

Wie weist du nach, dass bei einer Dateimigration nichts fehlt?

Anzahl Dateien und Gesamtgrösse in Quelle und Ziel vergleichen, Logs auf Fehler prüfen und Stichproben von Fachpersonen kontrollieren lassen.

Was bedeutet Hypercare?

Eine Phase direkt nach der Umstellung mit verstärktem Support, damit Probleme schnell erkannt und gelöst werden.

Warum sollte das Altsystem nicht sofort nach der Migration gelöscht werden?

Damit ein Rückweg möglich bleibt und vergessene Daten noch geholt werden können. Danach wird es geordnet und datenschutzkonform ausser Betrieb genommen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt mit der Produktivmigration starten, ohne vorher einen Testlauf zu machen.
  • Keinen Rückweg planen und dann am Sonntagabend improvisieren müssen.
  • Mehrere grosse Änderungen (neues OS, neue Version, neue Hardware) gleichzeitig durchführen.
  • Die Anwender:innen erst am Umstellungstag informieren.
  • Berechtigungen einfach 1:1 kopieren, inklusive aller historischen Fehler und verwaister Konten.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Starte mit der Ist-Analyse und zeige Abhängigkeiten auf. Viele vergessen das und verlieren dort Punkte.
  • Jeder Plan braucht ein Abbruchkriterium und einen Rollback. Schreib beides explizit hin.
  • Belege die Vollständigkeit der Daten mit Zahlen aus Logs oder Abfragen, nicht mit 'sieht gut aus'.
  • Denk an die Menschen: Ein kurzer Kommunikationsplan zeigt, dass du über die Technik hinaus denkst.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Migration
Übergang einer Software oder von Daten von einem Ausgangssystem auf ein Zielsystem.
Cutover
Der Moment, in dem endgültig vom Alt- auf das Neusystem umgestellt wird.
Rollback
Geplantes Zurückkehren zum Ausgangszustand, wenn die Migration scheitert.
Delta-Lauf
Kopiervorgang, der nur die seit der letzten Kopie geänderten Daten überträgt.
Pilotgruppe
Kleine Gruppe, die als erste migriert wird, um Probleme früh zu erkennen.
Hypercare
Phase mit verstärktem Support unmittelbar nach der Umstellung.
Mapping
Zuordnung von Feldern, Pfaden oder Rechten aus dem Alt- ins Neusystem.

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KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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