248

Projekt & Methodik · Neue Technologien

ICT-Lösungen mit aktuellen Technologien realisieren

Du lernst, eine neue Technologie nüchtern zu prüfen, einen Prototyp in fester Zeit zu bauen und eine begründete Empfehlung abzugeben.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumApplikationsentwicklung: 2. Lehrjahr · üK-WahlpflichtPlattformentwicklung: 2. Lehrjahr · üK-WahlpflichtDigitales Business: 2. Lehrjahr · üK-Wahlpflicht
#Innovation#Prototyp#Technologie-Evaluation#Nutzwertanalyse#Proof of Concept#KI / LLM#PWA#Timeboxing

Überblick

Worum geht es?

Jedes Jahr tauchen neue Frameworks, Plattformen und KI-Dienste auf. Du lernst, eine aktuelle Technologie systematisch zu untersuchen statt dem Hype zu folgen: Was kann sie wirklich, wie reif ist sie, und löst sie ein echtes Problem im Betrieb? Du definierst einen konkreten Anwendungsfall mit messbaren Kriterien, vergleichst Varianten, baust in einer festen Zeitspanne einen Prototyp und beurteilst Risiken, Datenschutz und Kosten. Zum Schluss präsentierst du eine klare Empfehlung: einsetzen, weiter beobachten oder verwerfen.

Wofür brauchst du das?

Lehrbetriebe wollen wissen, ob sich neue Technologien wie KI-Assistenten, Low-Code oder neue Web-Standards für sie lohnen, haben aber selten Zeit, das selbst zu prüfen. Wer einen sauberen Proof of Concept mit ehrlicher Bewertung liefern kann, beeinflusst Entscheidungen im Betrieb und zeigt Eigeninitiative. Die Methodik brauchst du wieder in 241 und 245 (innovative ICT-Lösungen) sowie in der IPA.

Das solltest du schon können

  • Eigenständig eine kleine Anwendung entwerfen und programmieren (Modul 319)
  • Einen Auftrag planen, Zeit schätzen und das Vorgehen dokumentieren (Modul 431)
  • Grundsätze des Datenschutzes im Betrieb anwenden (Modul 231)

Typische Tools & Technologien

Azure OpenAI / LLM-APIsProgressive Web AppsSupabase / FirebaseVercel / NetlifyFigmaGitHub CodespacesMiroNotion / Confluence

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine aktuelle Technologie recherchieren und ihren Reifegrad einschätzen

    Kompetenz A

    Du findest heraus, was hinter einem Schlagwort technisch steckt, wer die Technologie entwickelt und wie verbreitet sie ist. Anhand von Kriterien wie Versionsstand, Community, Lizenz und Support beurteilst du, ob sie für einen produktiven Einsatz bereit ist.

    Situation

    Die Geschäftsleitung eines Elektroinstallateurs mit 40 Mitarbeitenden hat von 'KI-Chatbots für den Kundendienst' gehört und fragt, ob das etwas für sie wäre.

    Deine Aufgabe

    Erstelle einen zweiseitigen Technologie-Steckbrief.

    Gutes Ergebnis

    Der Steckbrief erklärt Sprachmodelle und Retrieval Augmented Generation in einfachen Worten, nennt drei Anbieter mit Schweizer oder europäischem Hosting, Lizenz- und Preismodelle, typische Fehlerquellen wie erfundene Antworten und eine Einordnung: technisch reif, aber Qualität stark abhängig von den eigenen Daten.

    Technologie-SteckbriefReifegradHype CycleTechnology RadarLizenzmodell
  2. 2

    Einen konkreten Anwendungsfall mit messbaren Erfolgskriterien festlegen

    Kompetenz B

    Eine Technologie ist nur dann interessant, wenn sie ein echtes Problem löst. Du beschreibst das Problem, die betroffenen Personen und legst vorab fest, woran du einen Erfolg erkennst.

    Situation

    Beim Elektroinstallateur beantwortet das Sekretariat jede Woche rund 60 ähnliche Kundenanfragen per Mail, etwa zu Offerten, Fristen oder Notdienst.

    Deine Aufgabe

    Formuliere den Anwendungsfall und die Erfolgskriterien für einen Prototyp.

    Gutes Ergebnis

    Anwendungsfall: Ein Assistent schlägt dem Sekretariat Antwortentwürfe auf Basis der internen FAQ vor, er antwortet nicht selbstständig. Kriterien: 70 % der Entwürfe brauchen höchstens kleine Korrekturen, Antwortzeit unter 5 Sekunden, keine Kundendaten verlassen die Schweiz, Kosten unter CHF 100 pro Monat.

    Problem StatementUser StoryErfolgskriteriumAbgrenzung (Scope)Mensch im Prozess
  3. 3

    Lösungsvarianten mit einer Nutzwertanalyse vergleichen

    Kompetenz C

    Du stellst mindestens zwei Varianten nebeneinander, inklusive 'nichts ändern' oder einer klassischen Lösung. Mit gewichteten Kriterien machst du die Entscheidung nachvollziehbar statt nach Bauchgefühl.

    Situation

    Für den Antwortassistenten stehen ein Cloud-Sprachmodell, ein lokal betriebenes Open-Source-Modell und eine klassische Textbaustein-Lösung im Mailprogramm zur Auswahl.

    Deine Aufgabe

    Vergleiche die drei Varianten.

    Gutes Ergebnis

    Kriterien mit Gewicht: Antwortqualität 30 %, Datenschutz 25 %, Kosten 20 %, Betriebsaufwand 15 %, Umsetzungszeit 10 %. Ergebnis: Cloud-Modell in Switzerland North 4,1 Punkte, lokales Modell 3,4 (Hardware ab CHF 3000 und mehr Pflege), Textbausteine 3,2. Die Gewichtung ist mit der Geschäftsleitung abgesprochen.

    NutzwertanalyseGewichtungMuss- und Kann-KriterienMake or BuyEntscheidungsmatrix
  4. 4

    Einen funktionsfähigen Prototyp in einer festen Timebox umsetzen

    Kompetenz D

    Ein Prototyp beantwortet eine Frage, er ist kein fertiges Produkt. Du legst eine feste Zeit fest, baust nur das Nötigste, um die Erfolgskriterien zu prüfen, und hältst unterwegs fest, was gut und was schlecht lief.

    Situation

    Für den Prototyp des Antwortassistenten stehen 3 Arbeitstage zur Verfügung.

    Deine Aufgabe

    Baue eine minimale Lösung und teste sie mit echten, anonymisierten Anfragen.

    Gutes Ergebnis

    Eine kleine Web-App, die eine Anfrage entgegennimmt, passende FAQ-Abschnitte sucht und über die API einen Entwurf erzeugt. Getestet mit 40 anonymisierten Mails: 29 Entwürfe brauchten nur kleine Korrekturen (73 %), mittlere Antwortzeit 3,2 Sekunden. Ein Lerntagebuch hält Probleme und Lösungen fest.

    Proof of ConceptTimeboxMinimum Viable ProductTestdaten / AnonymisierungLerntagebuch
  5. 5

    Risiken, Datenschutz und laufende Kosten der neuen Lösung beurteilen

    Kompetenz E

    Neue Technologien bringen neue Risiken: Abhängigkeit von einem Anbieter, Datenabfluss, Fehlerverhalten, unklare Kosten. Du beurteilst diese ehrlich, schlägst Massnahmen vor und rechnest die Betriebskosten auf ein Jahr hoch.

    Situation

    Der Datenschutzverantwortliche des Betriebs fragt, ob Kundendaten an einen KI-Anbieter gehen und was passiert, wenn das Modell falsche Auskünfte gibt.

    Deine Aufgabe

    Erstelle eine Risikoübersicht mit Massnahmen und eine Jahreskostenschätzung.

    Gutes Ergebnis

    Fünf Risiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung, u.a. Datenabfluss (Massnahme: Bereitstellung in der Schweiz, keine Nutzung der Daten fürs Training laut Vertrag, Namen vorab entfernen) und falsche Antworten (Massnahme: nur Entwürfe, Freigabe durch Mensch). Kosten: ca. CHF 45 pro Monat für API-Nutzung plus 2 Std. Pflege der FAQ, total rund CHF 2500 pro Jahr inklusive Aufwand.

    RisikomatrixVendor Lock-inrevDSG / AuftragsbearbeitungBetriebskostenExit-Strategie
  6. 6

    Ergebnisse dokumentieren und eine begründete Empfehlung präsentieren

    Kompetenz F

    Am Ende steht eine klare Aussage: einführen, in einem Pilot weiterführen, beobachten oder verwerfen. Du präsentierst Ergebnisse, Zahlen und Grenzen verständlich für Entscheidungsträger, die keine Technikprofis sind.

    Situation

    Die Geschäftsleitung hat 15 Minuten Zeit für deine Präsentation.

    Deine Aufgabe

    Präsentiere Ergebnis und Empfehlung.

    Gutes Ergebnis

    Sechs Folien: Problem, Lösungsidee, Demo (2 Minuten), Messergebnisse gegen Erfolgskriterien, Risiken und Kosten, Empfehlung. Empfehlung: 3-monatiger Pilot im Sekretariat mit monatlicher Auswertung. Die Geschäftsleitung bewilligt den Pilot.

    Management SummaryLive-DemoGo / No-GoPilotbetriebLessons Learned

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Technologien einordnen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Anwendungsfall schärfen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Varianten bewerten

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Prototyp in der Timebox

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Risiken und Kosten

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Empfehlen und präsentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Digitale Rapporte für die Holzbau Zürcher AG

Noah ist im 2. Lehrjahr als Informatiker Applikationsentwicklung bei der Holzbau Zürcher AG in Sursee, 60 Mitarbeitende. Die Monteure schreiben ihre Tagesrapporte auf Papier, und im Büro werden sie jede Woche in rund sechs Stunden ins ERP abgetippt. Noah soll prüfen, ob eine aktuelle Technologie diesen Ablauf verbessern kann, und der Geschäftsleitung eine Empfehlung machen.

  1. Kapitel 1

    Was gibt es überhaupt?

    Noah sammelt drei Kandidaten: eine Progressive Web App mit Offline-Speicher, eine KI-Spracherkennung zum Diktieren und eine Low-Code-App mit Power Apps. Für jeden schreibt er einen einseitigen Steckbrief mit Reifegrad, Lizenzmodell und Kosten. Ein kurzer Test zeigt, dass die Spracherkennung bei Schweizerdeutsch und Begriffen wie Pfette oder Sparren viele Fehler macht. Er stuft sie deshalb als noch nicht reif für diesen Einsatz ein.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Das eigentliche Problem

    Einen Morgen lang begleitet Noah den Polier Herrn Bucher auf eine Baustelle. Dabei merkt er, dass nicht das Schreiben das grösste Problem ist, sondern vergessene Materialangaben, die später teuer nachgefragt werden. Er formuliert ein Problem Statement und drei Erfolgskriterien: Rapport in unter 3 Minuten, Erfassung auch ohne Netz im Keller und Büroaufwand unter 2 Stunden pro Woche. Die Lohnabrechnung grenzt er ausdrücklich aus.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Drei Wege, eine Matrix

    Noah vergleicht eine eigene PWA, eine Power-Apps-Lösung und eine Branchensoftware für CHF 18 pro Benutzer und Monat. Offline-Fähigkeit und CSV-Export ins ERP sind Muss-Kriterien. In seiner ersten Version gewichtet er das Design mit 25 Prozent, bis seine Berufsbildnerin fragt, ob das einem Monteur mit Handschuhen wirklich so wichtig ist. Nach der Korrektur liegt die PWA mit 4.1 Punkten vor der Branchensoftware mit 3.8 und Power Apps mit 3.2.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Fünf Tage, ein Prototyp

    Für den Prototyp setzt sich Noah eine Timebox von fünf Arbeitstagen: React-PWA, Speicherung in IndexedDB und Supabase als Backend, nur mit erfundenen Kundennamen. Am dritten Tag entstehen Konflikte, wenn zwei Geräte denselben Rapport bearbeiten. Statt die Synchronisation perfekt zu machen, darf in der Testversion nur noch die Person einen Rapport ändern, die ihn erstellt hat. Zwei Monteure testen den Prototyp und brauchen im Schnitt 2 Minuten 40 Sekunden pro Rapport.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    Go oder No-Go?

    Noah prüft die Risiken: Supabase speichert die Daten in Frankfurt, mit einem Auftragsbearbeitungsvertrag ist das nach revDSG vertretbar. Die laufenden Kosten schätzt er auf CHF 25 pro Monat plus zwei Tage Wartung im Jahr, und für einen Wechsel hält er einen Export aller Daten als CSV fest. Vor der Geschäftsleitung zeigt er die Demo im Flugmodus, damit alle sehen, dass sie offline funktioniert. Seine Empfehlung lautet: drei Monate Pilot mit einem Montageteam, und die Geschäftsleitung stimmt zu.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Technologien entdecken und einordnen

    ca. 3 Std.

    Du verschaffst dir einen Überblick über aktuelle Trends und wählst eine Technologie, die zu deinem Betrieb passt.

    • Den aktuellen Thoughtworks Technology Radar und die Hype-Cycle-Grafik durchgehen
    • Drei Technologien auswählen und je einen Kurz-Steckbrief schreiben
    • Mit deinem Berufsbildner klären, welches Thema einen echten Nutzen für den Betrieb hätte

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Problem und Ziel schärfen

    ca. 3 Std.

    Du sprichst mit den Betroffenen und formulierst einen Anwendungsfall mit messbaren Kriterien.

    • Ein 20-minütiges Gespräch mit einer betroffenen Person führen
    • Problem, Zielgruppe und Abgrenzung auf einer Seite festhalten
    • Drei bis fünf messbare Erfolgskriterien definieren

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Varianten vergleichen

    ca. 3 Std.

    Du stellst Alternativen gegenüber und entscheidest nachvollziehbar.

    • Mindestens drei Varianten inklusive einer klassischen Lösung beschreiben
    • Kriterien mit Gewichtung festlegen und eine Nutzwertanalyse in Excel erstellen
    • Die Gewichtung mit einer zweiten Person auf Plausibilität prüfen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Prototyp in der Timebox

    ca. 8 Std.

    Du baust in fester Zeit einen Prototyp. Kostenlose Angebote wie GitHub Codespaces oder Gratiskontingente von Cloud-Diensten reichen dafür meist aus (Nutzungsbedingungen prüfen: manche Gratispläne sind nur für private, nichtkommerzielle Nutzung erlaubt).

    • Timebox festlegen und den Tag in 2-Stunden-Blöcke mit Zielen aufteilen
    • Den Prototyp bauen und ein Lerntagebuch führen
    • Mit realistischen, anonymisierten Testdaten die Erfolgskriterien messen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Bewerten und präsentieren

    ca. 5 Std.

    Du beurteilst Risiken und Kosten und präsentierst eine klare Empfehlung.

    • Risikomatrix mit Massnahmen erstellen und Jahreskosten in CHF schätzen
    • Eine Präsentation mit Demo vorbereiten und einmal vor Publikum üben
    • Nach der Präsentation Lessons Learned festhalten

    Trainiert Kompetenz E2F2C3

    Lernziel563

Üben

Übungen aus der Praxis

Steckbrief: Progressive Web App statt nativer App

Einstieg Einstieg

Ein Fitnesscenter in Thun möchte eine App für Kursbuchungen. Eine native App für iOS und Android ist zu teuer. Jemand hat Progressive Web Apps vorgeschlagen.

Weist nach A1A2

  1. Erklären, was eine PWA ist und was sie technisch ausmacht
  2. Möglichkeiten und Grenzen auf iOS und Android auflisten
  3. Eine Einschätzung abgeben, ob PWA für den Anwendungsfall reicht
Tipp anzeigen

Prüfe besonders Push-Benachrichtigungen und Installation auf iOS. Dort waren die Grenzen lange am grössten.

Lösungsskizze anzeigen

Steckbrief mit Manifest, Service Worker, Offline-Fähigkeit und Installation auf dem Startbildschirm. Grenzen: eingeschränkter Zugriff auf manche Gerätefunktionen, Push auf iOS erst ab neueren Versionen und nur installiert. Fazit: für Kursbuchungen meist ausreichend und deutlich günstiger.

Low-Code oder Eigenentwicklung?

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Gemeinde will ein Formular für Bewilligungsgesuche mit Genehmigungsablauf digitalisieren. Zur Wahl stehen Microsoft Power Apps (Lizenzen bereits vorhanden), eine eigene Web-App und ein Schweizer SaaS-Formulardienst.

Weist nach B2C2

  1. Anwendungsfall und Erfolgskriterien festlegen
  2. Kriterien inklusive Datenschutz und Betriebsaufwand gewichten
  3. Nutzwertanalyse durchführen
  4. Eine Empfehlung mit den zwei wichtigsten Begründungen schreiben
Tipp anzeigen

Rechne nicht nur Lizenzen, sondern auch, wer die Lösung in zwei Jahren noch pflegen kann.

Lösungsskizze anzeigen

Kriterien wie Datenschutz, Integration in bestehende Systeme, Pflegeaufwand, Kosten, Flexibilität. Häufiges Ergebnis: Power Apps vorne, weil Lizenzen und Know-how vorhanden sind, Eigenentwicklung zu teuer im Unterhalt. Entscheidend ist die nachvollziehbare Gewichtung.

Proof of Concept: Interner Wissensassistent

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein IT-Dienstleister in Zürich hat 300 Wiki-Seiten mit Anleitungen. Neue Mitarbeitende finden nichts. Du hast 3 Tage, um zu prüfen, ob ein KI-Assistent mit Suche in den Wiki-Inhalten hilft.

Weist nach D3E3F3

  1. Erfolgskriterien und Testfragen mit dem Support-Team festlegen
  2. Anbieter und Hosting-Region unter Datenschutzgesichtspunkten wählen
  3. Prototyp bauen, der passende Wiki-Abschnitte findet und eine Antwort mit Quellenangabe erzeugt
  4. Mit 30 Testfragen messen und Fehlerfälle analysieren
  5. Risiken, Kosten und Empfehlung präsentieren
Tipp anzeigen

Lass den Assistenten immer die Quelle nennen. So können Nutzende falsche Antworten sofort erkennen, und du kannst die Qualität besser bewerten.

Lösungsskizze anzeigen

Wiki-Seiten in Abschnitte teilen, Embeddings erzeugen und in einer Vektorsuche speichern, bei einer Frage die besten Abschnitte an das Modell geben. Bereitstellung in Switzerland North, keine personenbezogenen Daten. Auswertung als Tabelle: korrekt, teilweise, falsch. Empfehlung je nach Messwerten, z.B. Pilot mit 5 Personen und Feedback-Knopf.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was ist der Unterschied zwischen einem Prototyp und einem Produkt?

Ein Prototyp beantwortet eine Frage mit minimalem Aufwand und darf Lücken haben. Ein Produkt muss stabil, sicher, dokumentiert und wartbar sein.

Warum legt man Erfolgskriterien vor dem Bau des Prototyps fest?

Damit man das Ergebnis objektiv beurteilen kann und es nicht nachträglich schönredet.

Was ist eine Timebox?

Eine fest vorgegebene Zeitspanne für eine Aufgabe. Wenn sie abläuft, wird mit dem bisherigen Stand bewertet statt verlängert.

Welche Kriterien zeigen den Reifegrad einer Technologie?

Stabile Versionen, aktive Community, regelmässige Updates, Dokumentation, Unternehmen im Produktiveinsatz und verfügbarer Support.

Warum gehört 'nichts ändern' oder eine klassische Lösung in die Variantenbewertung?

Damit sichtbar wird, ob die neue Technologie wirklich einen Mehrwert gegenüber dem Bestehenden bringt.

Was ist Vendor Lock-in?

Eine starke Abhängigkeit von einem Anbieter, die einen späteren Wechsel teuer oder schwierig macht.

Welche vier Empfehlungen sind am Ende einer Evaluation typisch?

Einführen, als Pilot weiterführen, weiter beobachten oder verwerfen.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Eine Technologie wählen, weil sie gerade in den Medien ist, und erst danach ein Problem dafür suchen.
  • Den Prototyp immer weiter ausbauen und die Timebox sprengen.
  • Mit echten Kundendaten testen, ohne sie zu anonymisieren oder den Datenschutz zu klären.
  • Nur die Vorteile präsentieren und Grenzen oder Fehlerfälle verschweigen.
  • Laufende Kosten und Pflegeaufwand nach der Einführung vergessen.
  • Eine Nutzwertanalyse so gewichten, dass die Lieblingsvariante gewinnt.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Zeige in der Präsentation eine kurze Live-Demo, aber habe ein Video als Plan B bereit.
  • Nenne die Messergebnisse in Zahlen und vergleiche sie direkt mit deinen Erfolgskriterien.
  • Eine ehrliche Empfehlung 'verwerfen' mit guter Begründung ist genauso viel wert wie ein 'einführen'.
  • Führe ein Lerntagebuch. Daraus entstehen Dokumentation und Reflexion fast von selbst.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Proof of Concept
Kleiner, zeitlich begrenzter Versuch, der zeigt, ob eine Idee technisch umsetzbar ist und den erhofften Nutzen bringt.
Timebox
Fest vereinbarter Zeitrahmen für eine Aufgabe, der nicht überschritten wird.
Nutzwertanalyse
Methode, um Varianten anhand gewichteter Kriterien mit Punkten zu vergleichen.
Technology Radar
Regelmässige Übersicht, die Technologien in Stufen wie 'einsetzen', 'ausprobieren', 'beobachten' oder 'zurückhalten' einteilt.
Hype Cycle
Modell, das zeigt, wie Erwartungen an neue Technologien zuerst übertrieben steigen, dann fallen und sich später realistisch einpendeln.
Retrieval Augmented Generation
Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor der Antwort passende Abschnitte aus eigenen Dokumenten erhält.
Progressive Web App
Webanwendung, die sich installieren lässt, offline funktionieren kann und sich wie eine App verhält.
Go / No-Go
Formeller Entscheid, ob ein Vorhaben weitergeführt wird oder nicht.

Mit KI-Tutor

Jeder Kurs hat einen persönlichen KI-Tutor

  • Erklärt in deinem Tempo
  • Debuggt mit dir
  • Fachgespräch wie im QV
  • Unbegrenzt neue Übungen

Denkanstösse statt fertiger Lösungen. In der Gratis-Lektion zum Ausprobieren.

KI-Tutor · Modul 164Nur Tipps

Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

Tutavio

So helfen wir dir bei Modul 248

  • Wir helfen dir, eine Technologie zu finden, die zu deinem Lehrbetrieb passt, und schärfen mit dir den Anwendungsfall und die Erfolgskriterien.
  • Wir prüfen deine Nutzwertanalyse auf faire Kriterien und Gewichtungen und stellen dir kritische Rückfragen wie eine Geschäftsleitung.
  • Wir unterstützen dich beim Prototyp, wenn du an einer API, einem Framework oder dem Deployment festhängst, damit die Timebox hält.
  • Wir üben mit dir die 15-Minuten-Präsentation inklusive Demo und schwieriger Fragen zu Datenschutz und Kosten.

Unverbindlich anfragen. Wir melden uns innert 24 Stunden.

Tutor:in für Modul 248 finden

Passende Module

Diese Seite ist eine eigene Lernhilfe von Tutavio und keine offizielle Modulbeschreibung. Nummer, Titel und Einordnung stammen aus den öffentlichen Bildungsplänen. Die verbindliche Modulidentifikation findest du im Modulbaukasten von ICT-Berufsbildung Schweiz.

Gratis-LektionNachhilfe