265

Medien & Gestaltung · Fotografie

Digitale Fotografien produzieren

Du lernst, mit der Kamera im manuellen Modus bewusst zu belichten, Bilder gezielt zu gestalten und sie so zu bearbeiten und zu exportieren, dass sie im Web und im Druck gut aussehen.

Einstieg Einstieg ca. 25 Std. SelbststudiumMediamatik: 1. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Fotografie#Belichtung#Blende#ISO#Weissabgleich#RAW#Bildgestaltung#Lichtführung#Lightroom#Bildbearbeitung

Überblick

Worum geht es?

Du verstehst, wie Blende, Verschlusszeit und ISO zusammen die Belichtung bestimmen und welche Nebenwirkungen jede Einstellung hat. Du wählst Brennweite, Perspektive und Bildausschnitt bewusst und nutzt vorhandenes oder künstliches Licht, statt es dem Zufall zu überlassen. Im Anschluss importierst, sortierst, entwickelst und exportierst du deine Bilder in Lightroom mit den richtigen Werten für den Einsatzzweck. Am Ende kannst du eine kleine Bildserie für einen Auftrag technisch sauber und gestalterisch stimmig liefern.

Wofür brauchst du das?

Als Mediamatikerin oder Mediamatiker fotografierst du Mitarbeiterporträts, Produkte, Events und Räume für Website, Social Media und Broschüren. Wer nur im Automatikmodus fotografiert, bekommt verwackelte Innenaufnahmen, falsche Farben und unscharfe Hintergründe am falschen Ort. Die Grundlagen aus diesem Modul brauchst du im üK-Fotografieprojekt (269), beim Film (268) und überall, wo du Bilder für Printprodukte (272) aufbereitest.

Das solltest du schon können

  • Einen Auftrag mit Format, Kanal und Bildanzahl vorbereiten (Modul 264)
  • Dateien auf dem Computer strukturiert ablegen und sichern
  • Grundbegriffe Pixel, Auflösung und Dateiformat (JPG, PNG) kennen

Typische Tools & Technologien

Spiegellose Systemkamera (Canon, Sony, Nikon, Fujifilm)Adobe Lightroom ClassicAdobe PhotoshopAdobe BridgeAufsteckblitz / StudioblitzSoftbox, Reflektor, DiffusorGraukarte / ColorChecker

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Die Belichtung mit Blende, Verschlusszeit und ISO manuell steuern

    Kompetenz A

    Du stellst die drei Werte des Belichtungsdreiecks bewusst ein und weisst, was jeder Wert neben der Helligkeit verändert: Blende die Schärfentiefe, Verschlusszeit die Bewegungsunschärfe, ISO das Bildrauschen. Das Histogramm zeigt dir, ob Lichter oder Schatten ausfressen.

    Situation

    An einer Firmen-Weihnachtsfeier in einem dunklen Saal werden die Bilder im Automatikmodus entweder verwackelt oder durch den Blitz flach und hart.

    Deine Aufgabe

    Finde eine manuelle Einstellung, mit der Personen scharf und die Stimmung erhalten bleibt.

    Gutes Ergebnis

    Blende f/2.8 mit einem 35-mm-Objektiv, Verschlusszeit 1/125 s gegen Verwacklung, ISO 3200. Das Histogramm zeigt keine abgeschnittenen Lichter. Das Rauschen wird später in Lightroom moderat reduziert.

    BelichtungsdreieckBlendenstufe (f-Zahl)VerschlusszeitISO / RauschenHistogrammBelichtungskorrektur
  2. 2

    Schärfe, Schärfentiefe und Brennweite gezielt einsetzen

    Kompetenz B

    Du wählst Fokusmodus und Fokuspunkt passend zum Motiv und steuerst mit Blende, Distanz und Brennweite, wie viel vom Bild scharf ist. Du kennst die Bildwirkung von Weitwinkel, Normalbrennweite und Tele.

    Situation

    Für die Team-Seite einer Treuhandfirma sollen 15 Porträts entstehen. Der Hintergrund ist ein unruhiges Grossraumbüro.

    Deine Aufgabe

    Wähle Brennweite, Blende und Fokuseinstellung so, dass die Personen vorteilhaft und der Hintergrund ruhig wirken.

    Gutes Ergebnis

    85 mm Brennweite, Blende f/2.0, Abstand ca. 2 m, Fokus mit Augen-Autofokus auf das vordere Auge. Der Hintergrund verschwimmt, Gesichtsproportionen bleiben natürlich, weil keine Weitwinkelverzerrung entsteht.

    SchärfentiefeBrennweiteBildwinkelAutofokus AF-S / AF-CAugen-AFCrop-Faktor
  3. 3

    Licht formen und den Weissabgleich korrekt setzen

    Kompetenz C

    Du erkennst Richtung, Härte und Farbtemperatur von Licht und veränderst es mit Reflektor, Diffusor, Blitz oder Softbox. Mit Weissabgleich oder Graukarte sorgst du für neutrale Farben.

    Situation

    Produktbilder von Holzspielzeug für einen Onlineshop wirken auf dem Fensterbrett gelblich und haben harte Schatten.

    Deine Aufgabe

    Baue ein einfaches Lichtsetup und sorge für neutrale Farben.

    Gutes Ergebnis

    Seitliches Tageslicht durch einen Diffusor, gegenüber ein weisser Reflektor zum Aufhellen. Weissabgleich mit Graukarte auf ca. 5500 K. Die Schatten sind weich, das Weiss des Hintergrunds ist neutral und die Bilder einer Serie wirken einheitlich.

    Farbtemperatur (Kelvin)Weissabgleichhartes / weiches LichtFührungslicht / AufhellerGraukarte
  4. 4

    Bilder bewusst gestalten und eine Bildaussage erzeugen

    Kompetenz D

    Du setzt Drittelregel, Linien, Vorder- und Hintergrund, Perspektive und Freiraum gezielt ein. Du entscheidest vorher, was das Hauptmotiv ist und was im Bild nichts verloren hat.

    Situation

    Für einen Blogbeitrag über die Lehre in einer Schreinerei braucht es ein Titelbild, auf dem später noch eine Headline Platz hat.

    Deine Aufgabe

    Gestalte ein Bild mit klarer Aussage und Textfreiraum im Format 16:9.

    Gutes Ergebnis

    Lernende an der Hobelbank im rechten Bilddrittel, leicht von unten fotografiert. Hobelspäne im unscharfen Vordergrund geben Tiefe. Das linke Drittel ist eine ruhige Holzwand, auf der die Headline gut lesbar ist.

    Drittelregel / Goldener SchnittFührungslinienPerspektiveNegativraumEinstellungsgrösse
  5. 5

    Bilder in Lightroom importieren, auswählen und entwickeln

    Kompetenz E

    Du importierst RAW-Dateien mit Stichwörtern und Copyright, triffst eine Auswahl mit Sternen und Flaggen und entwickelst die Bilder nicht-destruktiv. Einstellungen synchronisierst du über eine ganze Serie.

    Situation

    Nach einem Event hast du 640 RAW-Bilder, die Kundin möchte bis morgen 40 ausgewählte Bilder.

    Deine Aufgabe

    Organisiere die Bilder und bearbeite sie einheitlich.

    Gutes Ergebnis

    Import mit Metadaten-Vorgabe (Copyright, Kunde, Datum). Erste Runde: Ausschuss mit X markieren, zweite Runde: 40 Bilder mit 3 Sternen. Ein Bild wird entwickelt (Weissabgleich, Belichtung, Lichter, Tiefen, Objektivkorrektur), die Einstellungen werden auf ähnliche Bilder synchronisiert und einzeln nachkorrigiert.

    RAW / DNGKatalognicht-destruktive BearbeitungBewertung / FlaggenSynchronisierenMetadaten (IPTC)
  6. 6

    Bilder passend für Web und Druck exportieren

    Kompetenz F

    Du wählst Grösse, Farbraum, Dateiformat und Qualität je nach Zweck. Ein Webbild braucht andere Werte als ein Bild für eine gedruckte Broschüre.

    Situation

    Die Bilder eines Porträtshootings werden auf der Website, auf LinkedIn und im gedruckten Jahresbericht im Format A4 verwendet.

    Deine Aufgabe

    Lege Export-Vorgaben für alle drei Zwecke an.

    Gutes Ergebnis

    Website: JPG, sRGB, 2000 px lange Kante, Qualität 75, ca. 400 KB. LinkedIn: JPG, sRGB, 1200 x 1200 px. Jahresbericht: TIFF oder JPG Qualität 100, Adobe RGB, volle Auflösung, damit die Druckerei bei 300 ppi genug Pixel für ein A4-Bild (2480 x 3508 px) hat.

    sRGB / Adobe RGBppiJPG-QualitätExportvorgabeDateigrösse

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Belichtung steuern

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Schärfe und Brennweite

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Licht und Weissabgleich

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Bildgestaltung

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Lightroom-Workflow

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Bilder exportieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Neue Bilder für das Hotel Alpenrose

Noah ist im 1. Lehrjahr als Mediamatiker im Hotel Alpenrose in Lenk mit 45 Mitarbeitenden. Die Website wird erneuert, und die alten Bilder stammen noch von einem Handy. Die Direktorin gibt Noah den Auftrag, innerhalb von drei Wochen Teamporträts, Zimmerbilder und Bilder vom Saisonabschluss-Dinner zu liefern.

  1. Kapitel 1

    Das Dinner im Kerzenlicht

    Am Saisonabschluss-Dinner liefert der Automatikmodus entweder verwackelte Bilder oder flache Blitzfotos. Noah wechselt in den manuellen Modus und startet mit f/2.8, 1/100 s und ISO 3200. Das Histogramm zeigt eine knapp richtige Belichtung, aber die servierenden Mitarbeitenden verwischen bei 1/100 s noch leicht. Er geht auf 1/160 s und ISO 5000 und nimmt etwas Rauschen in Kauf, das er später in Lightroom reduziert.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    18 Porträts vor einem unruhigen Gang

    Die Teamporträts sollen im Hotelgang entstehen, der voller Bilderrahmen und Türen ist. Beim ersten Versuch mit 35 mm wirken die Nasen zu gross und der Hintergrund lenkt ab. Noah wechselt auf 85 mm bei f/2, stellt die Personen drei Meter vor die Wand und nutzt den Augen-AF. Der Gang wird zu einer ruhigen, warmen Fläche, und alle 18 Porträts sehen einheitlich aus.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Gelbe Zimmer

    Die ersten Zimmerbilder wirken gelb, weil sich das warme Licht der Nachttischlampen mit rund 2700 K und das Tageslicht vom Fenster mischen. Noah schaltet die Deckenlampe aus, lässt vom Hausdienst neutralere LED-Leuchtmittel in die Nachttischlampen schrauben und fotografiert eine Graukarte mit. Mit einem Reflektor hellt er die Ecke gegenüber dem Fenster auf, damit keine harten Schatten entstehen. In Lightroom setzt er den Weissabgleich per Pipette auf die Graukarte und überträgt ihn auf alle Zimmerbilder.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Platz für die Headline

    Die Webagentur braucht für die Startseite ein Titelbild, auf dem links eine Headline Platz hat. Noah fotografiert die Hotelterrasse dreimal: aus Augenhöhe, aus der Froschperspektive mit Blumen im Vordergrund und von der Treppe aus. Das Hauptmotiv, einen gedeckten Tisch mit Blick auf die Berge, setzt er ins rechte Drittel und lässt links ruhigen Himmel frei. Die Agentur wählt die Variante mit Blumen im Vordergrund, weil sie Tiefe erzeugt.

    Ziel 4

  5. Kapitel 5

    640 Bilder bis Freitag

    Nach drei Shootingtagen liegen 640 RAW-Dateien vor. Noah importiert sie mit Copyright-Vorgabe und Stichwörtern wie 'Team', 'Zimmer' und 'Dinner', flaggt in einer ersten Runde 140 Bilder und reduziert in einer zweiten Runde auf 42. Die Entwicklung eines Porträts synchronisiert er auf alle anderen, damit die Serie einheitlich wirkt. Als die Webagentur meldet, dass seine 14-MB-Dateien die Seite verlangsamen, legt er eine Exportvorgabe mit 2400 px langer Kante, sRGB und JPG-Qualität 75 an, während der gedruckte Prospekt die Bilder in voller Auflösung erhält.

    Ziel 5Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Kamera kennenlernen und Belichtungsdreieck verstehen

    ca. 4 Std.

    Du verlässt den Automatikmodus und lernst, was jeder Regler wirklich macht.

    • Dasselbe Motiv in einer Blendenreihe (f/2.8 bis f/16) fotografieren und die Schärfentiefe vergleichen
    • Ein fahrendes Velo mit 1/30 s und 1/1000 s fotografieren
    • Eine Szene mit ISO 100 und ISO 6400 aufnehmen und das Rauschen bei 100 % Ansicht vergleichen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Fokus, Brennweite und Bildwirkung

    ca. 3 Std.

    Du lernst, wie Brennweite und Abstand Gesichter, Räume und Produkte verändern.

    • Ein Porträt mit 24 mm, 50 mm und 85 mm im gleichen Ausschnitt aufnehmen
    • Fokusmodi AF-S und AF-C an einem bewegten Motiv testen
    • Augen-AF und Einzelfeld-AF bei offener Blende vergleichen

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Mit Licht arbeiten

    ca. 4 Std.

    Du formst Licht mit einfachen Mitteln und sorgst für neutrale Farben.

    • Ein Produkt mit Fensterlicht, Reflektor und Diffusor in vier Varianten beleuchten
    • Weissabgleich bei Glühbirne, Tageslicht und LED vergleichen und mit Graukarte korrigieren
    • Ein Porträt mit einer Softbox als Führungslicht und einem Reflektor als Aufheller aufbauen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Bildgestaltung trainieren

    ca. 3 Std.

    Du fotografierst nicht mehr einfach, was da ist, sondern baust Bilder bewusst auf.

    • Zehn Bilder zum Thema 'Lehrbetrieb' mit je einer bewussten Gestaltungsregel aufnehmen
    • Gute Werbebilder analysieren: Wo liegt das Motiv, wo der Freiraum für Text?
    • Ein Motiv aus Frosch-, Normal- und Vogelperspektive fotografieren

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Lightroom-Workflow von Import bis Export

    ca. 5 Std.

    Du baust einen wiederholbaren Ablauf, mit dem du auch 500 Bilder effizient bearbeitest.

    • Import mit Metadatenvorgabe und Stichwörtern einrichten
    • Eine Serie von 100 Bildern in zwei Runden auf 15 reduzieren
    • Exportvorgaben für Web, Social Media und Druck anlegen

    Trainiert Kompetenz E1E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Abschlussserie für einen Auftrag

    ca. 4 Std.

    Du setzt einen kleinen Auftrag von der Aufnahme bis zur Übergabe um, wie im Kompetenznachweis.

    • Eine Serie von 8 Bildern zu einem vorgegebenen Thema fotografieren
    • Einheitlich entwickeln und für zwei Kanäle exportieren
    • Zu jedem Bild die Aufnahmewerte und die gestalterische Absicht in einem Satz begründen

    Trainiert Kompetenz A3D3E3F3

    Lernziel1456

Üben

Übungen aus der Praxis

Belichtungswerte begründen

Einstieg Einstieg

Du fotografierst für die Website einer Musikschule drei Situationen: ein Kind am Klavier im hellen Raum, eine Schlagzeugerin in Bewegung und ein Gruppenbild im Freien.

Weist nach A1A2B1

  1. Für jede Situation Blende, Verschlusszeit und ISO festlegen
  2. Begründen, welcher Wert jeweils Priorität hat
  3. Die Bilder aufnehmen und mit dem Histogramm prüfen
Tipp anzeigen

Frag dich zuerst: Was muss scharf sein, was darf unscharf sein, und was bewegt sich?

Lösungsskizze anzeigen

Klavier: f/2.8, 1/125 s, ISO 400, Priorität Freistellung. Schlagzeug: 1/500 s oder schneller, um die Sticks einzufrieren, ISO angepasst. Gruppenbild: f/8 für Schärfe über mehrere Reihen, 1/250 s, ISO 100. Histogramm ohne abgeschnittene Ränder.

Produktserie für einen Onlineshop

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine kleine Rösterei in Luzern verkauft acht Kaffeesorten online. Alle Packungen sollen einheitlich auf weissem Hintergrund und in einem Stimmungsbild fotografiert werden.

Weist nach C2E2F2

  1. Ein Lichtsetup für den weissen Hintergrund aufbauen
  2. Weissabgleich mit Graukarte festlegen
  3. Alle acht Packungen mit identischer Position und Einstellung fotografieren
  4. Ein Stimmungsbild mit Bohnen und Tasse gestalten
  5. In Lightroom synchron entwickeln und für den Shop exportieren
Tipp anzeigen

Markiere die Position der Packung und der Kamera mit Klebeband. Nur so bleibt die Serie wirklich einheitlich.

Lösungsskizze anzeigen

Packung auf Hohlkehle, zwei Softboxen seitlich, Hintergrund etwas heller belichtet. Kamera auf Stativ, f/8, ISO 100, manueller Weissabgleich. In Lightroom ein Bild entwickeln, auf alle synchronisieren, Export 2000 x 2000 px, sRGB, JPG Qualität 80.

Bildreportage über den Lehrbetrieb

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Für die Berufsmesse soll eine Reportage mit 12 Bildern zeigen, wie ein Tag als Lernende oder Lernender in deinem Betrieb aussieht. Die Bilder werden auf einem Rollup (85 x 200 cm) und auf Instagram verwendet.

Weist nach C3D3E3F3

  1. Eine Bildliste mit Totalen, Halbnahen und Details planen
  2. Unter wechselnden Lichtsituationen fotografieren (Büro, Werkstatt, draussen)
  3. Eine stimmige Auswahl treffen und einheitlich entwickeln
  4. Exporte für Rollup und Instagram erstellen und die Pixelanforderungen nachrechnen
Tipp anzeigen

Ein Rollup wird aus 2 bis 3 m Distanz betrachtet. Dafür reichen oft 150 ppi im Endformat. Rechne trotzdem nach, ob deine Bilder genug Pixel haben.

Lösungsskizze anzeigen

Mix aus 3 Totalen, 5 Halbnahen und 4 Details für Abwechslung. Einheitlicher Look über ein Lightroom-Preset. Für ein Bild über 85 cm Breite bei 150 ppi braucht es ca. 5000 px Breite, also volle Kameraauflösung. Instagram: 1080 x 1350 px, sRGB.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was passiert mit der Schärfentiefe, wenn du die Blende von f/8 auf f/2 öffnest?

Sie wird geringer. Weniger Bereich ist scharf, der Hintergrund wird unschärfer.

Du verdoppelst die Verschlusszeit von 1/250 s auf 1/125 s. Wie kannst du die gleiche Helligkeit behalten?

Die Blende um eine Stufe schliessen (z.B. von f/4 auf f/5.6) oder den ISO-Wert halbieren.

Welche Farbtemperatur hat normales Tageslicht ungefähr, und welche eine warme Glühbirne?

Tageslicht ca. 5500 K, Glühbirne ca. 2700 bis 3200 K.

Warum fotografiert man im RAW-Format?

RAW speichert alle Sensordaten. Weissabgleich, Belichtung, Lichter und Tiefen lassen sich danach mit viel mehr Spielraum korrigieren als bei JPG.

Wie viele Pixel braucht ein Bild, das im Format 10 x 15 cm mit 300 ppi gedruckt wird?

Ca. 1181 x 1772 px (10 cm / 2.54 x 300 und 15 cm / 2.54 x 300).

In welchem Farbraum exportierst du Bilder für eine Website?

sRGB, weil Browser und die meisten Bildschirme davon ausgehen.

Was zeigt dir ein Histogramm, das rechts am Rand stark ansteigt?

Die hellen Bereiche sind überbelichtet und enthalten keine Zeichnung mehr (ausgefressene Lichter).

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Im Automatikmodus bleiben und dann nicht erklären können, warum ein Bild verwackelt oder verrauscht ist.
  • Verschlusszeit zu lang für die Brennweite: Faustregel aus der Hand mindestens 1/Brennweite, also bei 100 mm etwa 1/100 s.
  • Weissabgleich auf Automatik bei Mischlicht. Dann hat jedes Bild der Serie eine andere Farbe.
  • Bilder für das Web in voller Auflösung mit 20 MB hochladen und die Ladezeit der Website ruinieren.
  • Bilder im Adobe-RGB-Farbraum ins Web stellen. Sie wirken dann blass und flau.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Notiere bei jedem Prüfungsbild Blende, Zeit, ISO und Brennweite und begründe die Wahl in einem Satz.
  • Prüfe die Schärfe immer in der 100-%-Ansicht auf dem Kameradisplay, nicht in der kleinen Vorschau.
  • Mach von wichtigen Motiven immer mehrere Aufnahmen mit leicht veränderten Einstellungen. Löschen kannst du später.
  • Plane Zeit für Export und Benennung ein. Falsch benannte oder falsch dimensionierte Dateien kosten in der Prüfung Punkte.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Belichtungsdreieck
Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO, das die Helligkeit eines Bildes bestimmt.
Blende
Verstellbare Öffnung im Objektiv. Kleine f-Zahl bedeutet grosse Öffnung, mehr Licht und weniger Schärfentiefe.
Schärfentiefe
Bereich vor und hinter dem Fokuspunkt, der noch als scharf wahrgenommen wird.
ISO
Verstärkung des Sensorsignals. Höhere Werte machen das Bild heller, aber auch verrauschter.
Weissabgleich
Anpassung der Kamera an die Farbtemperatur des Lichts, damit Weiss auch weiss erscheint.
RAW
Unbearbeitetes Rohdatenformat der Kamera mit maximalem Bearbeitungsspielraum.
Histogramm
Diagramm, das die Verteilung der Helligkeitswerte eines Bildes von Schwarz bis Weiss zeigt.
Brennweite
Kennzahl des Objektivs in Millimetern, die Bildwinkel und Bildwirkung bestimmt.
sRGB
Standard-Farbraum für Bildschirme und Web.

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