305

Systeme & Betrieb · Betriebssysteme

Betriebssysteme installieren, konfigurieren und administrieren

Du lernst, Windows 11 und Ubuntu sauber zu installieren, Benutzer und Rechte einzurichten, Updates zu verwalten und Probleme im System selbst zu finden.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 26 Std. SelbststudiumICT-Fachleute (bis 2025): 1. Lehrjahr · üK
#Windows 11#Linux#Ubuntu#Installation#Benutzerverwaltung#Berechtigungen#Updates#Ereignisanzeige#Terminal#PowerShell

Überblick

Worum geht es?

Ein Betriebssystem zu installieren dauert 20 Minuten. Es so einzurichten, dass es sicher, wartbar und für die Benutzenden passend ist, braucht deutlich mehr Wissen. In diesem Modul planst du Installationen, setzt Windows 11 und Ubuntu Linux auf echter Hardware oder in VMs auf und konfigurierst Netzwerk, Benutzer, Gruppen und Berechtigungen. Du hältst Systeme mit Updates aktuell, installierst Software per Paketmanager und findest Fehler mit Ereignisanzeige, Task-Manager oder journalctl. Alles dokumentierst du so, dass jemand anderes das System nachbauen kann.

Wofür brauchst du das?

Ob neuer Arbeitsplatz, Neuinstallation nach einem Defekt oder ein kleiner Linux-Server für die Haustechnik: Betriebssysteme sind das tägliche Brot einer ICT-Fachperson. Wer Berechtigungen falsch setzt, riskiert Datenlecks, wer Updates vernachlässigt, öffnet Angreifern die Tür. Das Modul baut auf 304 (Einzelplatzcomputer) auf und ist die Grundlage für 123 (Serverdienste), 261 (Endgeräte im Netz) und 263 (Sicherheit von Endgeräten).

Das solltest du schon können

  • Hardware-Komponenten eines PCs kennen und einen Computer zusammenbauen oder aufrüsten (Modul 304)
  • Dateien und Ordner im Explorer verwalten und Einstellungen in Windows finden
  • Grundbegriffe wie IP-Adresse, DHCP und DNS zumindest einordnen können

Typische Tools & Technologien

Windows 11 ProUbuntu Desktop / Server LTSPowerShellBashRufus / Media Creation ToolVirtualBox / Hyper-Vwinget / aptTimeshift

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine Betriebssystem-Installation planen und vorbereiten

    Kompetenz A

    Du prüfst vor der Installation, ob die Hardware die Anforderungen erfüllt, wählst Edition und Version, planst Partitionen und Rechnernamen und erstellst ein bootfähiges Medium. Daten des alten Systems sicherst du vorher.

    Situation

    Eine Zahnarztpraxis in Olten will fünf PCs von Windows 10 auf Windows 11 umstellen. Zwei Geräte sind sieben Jahre alt.

    Deine Aufgabe

    Prüfe die Kompatibilität und erstelle einen Installationsplan.

    Gutes Ergebnis

    Drei PCs haben TPM 2.0 und Secure Boot, die zwei alten haben eine nicht unterstützte CPU und werden ersetzt. Plan: Windows 11 Pro 24H2, UEFI mit GPT, ein Laufwerk C:, Hostnamen nach Schema ZAP-PC-01 bis ZAP-PC-05, USB-Stick mit Media Creation Tool, Benutzerdaten vorher auf das NAS sichern.

    SystemanforderungenTPM 2.0 / Secure BootUEFI und GPTEdition (Home / Pro)BootmediumNamenskonzept
  2. 2

    Windows 11 installieren und grundkonfigurieren

    Kompetenz B

    Du führst die Installation durch, richtest das erste Konto ein, installierst Treiber und Updates und setzt die wichtigsten Einstellungen: Rechnername, Netzwerkprofil, Energieoptionen, Datenschutzoptionen und Remotezugriff. Wiederkehrende Schritte erledigst du per PowerShell.

    Situation

    Ein neuer Laptop für eine Mitarbeiterin im Aussendienst eines Sanitärbetriebs soll bis morgen bereit sein. Es gibt keine Domäne, die Firma nutzt Microsoft 365.

    Deine Aufgabe

    Installiere und konfiguriere Windows 11 Pro.

    Gutes Ergebnis

    Installation vom USB-Stick, Gerät mit dem Microsoft-Entra-Konto der Firma verknüpft. Rechnername SAN-NB-07 mit Rename-Computer, Netzwerkprofil Privat im Büro-WLAN, BitLocker aktiv mit Schlüssel im Entra-Portal, Hersteller-Treiber über Lenovo Vantage, alle Updates installiert. Dauer: 75 Minuten inklusive Dokumentation.

    OOBELokales Konto vs. Entra-ID-KontoTreiberNetzwerkprofilBitLockerPowerShell-Grundbefehle
  3. 3

    Ubuntu installieren und über das Terminal administrieren

    Kompetenz C

    Du installierst Ubuntu LTS, kennst die wichtigsten Verzeichnisse und arbeitest sicher im Terminal: Pakete installieren, Dienste starten, Netzwerk prüfen, Dateien bearbeiten. Du verstehst, warum man mit sudo arbeitet und nicht dauerhaft als root.

    Situation

    Die Haustechnik eines Hotels in Interlaken braucht einen kleinen Linux-Rechner, der Temperaturdaten per Webinterface anzeigt.

    Deine Aufgabe

    Installiere Ubuntu Server und richte den Webserver ein.

    Gutes Ergebnis

    Ubuntu Server 24.04 LTS installiert, statische IP 192.168.20.15 per Netplan, «sudo apt update && sudo apt install nginx», Dienst mit «systemctl enable --now nginx» aktiviert, Erreichbarkeit mit «curl localhost» geprüft. SSH nur mit Schlüssel, Passwort-Login in sshd_config deaktiviert.

    Dateisystem-Hierarchie (/etc, /home, /var)sudo und rootaptsystemctlNetplanSSH
  4. 4

    Benutzer, Gruppen und Berechtigungen verwalten

    Kompetenz D

    Du legst Benutzer an, ordnest sie Gruppen zu und vergibst Rechte über Gruppen statt einzeln. Du unterscheidest Standardbenutzer und Administratoren und setzt NTFS-Berechtigungen unter Windows sowie Besitzer und Rechte mit chmod und chown unter Linux nach dem Prinzip der minimalen Rechte.

    Situation

    Auf einem gemeinsam genutzten Linux-Rechner in einem kleinen Treuhandbüro sollen Lena und Marco aus der Buchhaltung einen gemeinsamen Ordner haben, auf den sonst niemand zugreifen darf.

    Deine Aufgabe

    Richte Benutzer, Gruppe und Ordner mit passenden Rechten ein.

    Gutes Ergebnis

    «sudo groupadd buchhaltung», Benutzer mit «sudo adduser lena» anlegen und mit «sudo usermod -aG buchhaltung lena» zuordnen. Ordner /srv/buchhaltung mit «chown root:buchhaltung» und «chmod 2770»: Gruppe darf lesen und schreiben, andere nichts, neue Dateien erben die Gruppe. Test mit einem dritten Benutzer: «Permission denied».

    Standardbenutzer vs. AdministratorGruppeNTFS-Berechtigungchmod / chownLeast PrivilegeBenutzerkontensteuerung (UAC)
  5. 5

    Updates und Software zuverlässig verwalten

    Kompetenz B, C

    Du hältst Systeme aktuell, ohne die Arbeit der Benutzenden zu stören: Nutzungszeiten und Neustartrichtlinien unter Windows, automatische Sicherheitsupdates unter Ubuntu. Software installierst du über Paketmanager wie winget und apt, weil das nachvollziehbar und wiederholbar ist.

    Situation

    In einem Coiffeursalon mit Kassen-PC startet Windows mitten am Samstag für ein Update neu. Die Kasse ist zehn Minuten blockiert.

    Deine Aufgabe

    Konfiguriere Updates so, dass das nicht mehr passiert, und installiere die Standardsoftware nachvollziehbar.

    Gutes Ergebnis

    Nutzungszeit 08:00 bis 19:00, Neustarts nur ausserhalb dieser Zeit. Software per Skript: «winget install --id Mozilla.Firefox -e», «winget install --id 7zip.7zip -e». Mit «winget upgrade --all» einmal pro Monat aktualisieren. Ergebnis im Installationsprotokoll festgehalten.

    Windows UpdateNutzungszeitFeature- vs. Qualitätsupdatewingetapt upgradeunattended-upgrades
  6. 6

    Systemzustand überwachen und Fehler analysieren

    Kompetenz E

    Wenn ein System langsam ist oder abstürzt, suchst du gezielt nach der Ursache: Ressourcen im Task-Manager oder mit top, Fehler in der Ereignisanzeige, im Zuverlässigkeitsverlauf oder mit journalctl, Speicherplatz mit df. Du interpretierst Ereignis-IDs und Zeitstempel.

    Situation

    Ein PC in einer Gemeindekanzlei stürzt seit einer Woche etwa einmal pro Tag mit Bluescreen ab.

    Deine Aufgabe

    Finde die Ursache mit Bordmitteln.

    Gutes Ergebnis

    Der Zuverlässigkeitsverlauf zeigt die Abstürze seit dem 12. des Monats. In der Ereignisanzeige unter System: Ereignis-ID 41 (Kernel-Power) und kurz davor ein Fehler des Grafiktreibers. Am selben Tag wurde der Treiber per Windows Update aktualisiert. Treiber zurückgesetzt, seither keine Abstürze mehr.

    Task-Manager / RessourcenmonitorEreignisanzeige und Ereignis-IDZuverlässigkeitsverlaufjournalctldf / topUrsache vs. Symptom
  7. 7

    Konfiguration dokumentieren und Wiederherstellung vorbereiten

    Kompetenz F

    Du hältst in einem Installationsprotokoll fest, was du wie konfiguriert hast, und bereitest dich auf den Ernstfall vor: Wiederherstellungspunkt oder Systemabbild unter Windows, Timeshift-Snapshot unter Ubuntu, BitLocker-Schlüssel an sicherem Ort.

    Situation

    Dein Berufsbildner fragt: «Wenn der Laptop der Geschäftsführerin morgen kaputtgeht, wie lange dauert es, bis sie wieder arbeiten kann?»

    Deine Aufgabe

    Stelle sicher, dass die Antwort «unter zwei Stunden» lautet.

    Gutes Ergebnis

    Installationsprotokoll mit Hostname, Edition, Treiberversionen, installierter Software, Druckern und Sonderkonfigurationen. BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel im Entra-Portal hinterlegt, Benutzerdaten in OneDrive. Mit Protokoll und winget-Skript dauert die Neuinstallation rund 90 Minuten.

    InstallationsprotokollWiederherstellungspunktSystemabbildTimeshiftBitLocker-Wiederherstellungsschlüssel

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Installation planen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Windows einrichten und aktuell halten

Ziel 2Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Ubuntu administrieren

Ziel 3Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Benutzer und Rechte

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Fehler analysieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Dokumentieren und Wiederherstellung

Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Zwei Rechner für die Stadtbibliothek Grenchen

Svenja ist im 1. Lehrjahr als ICT-Fachfrau bei den Informatikdiensten der Stadt Grenchen, 15 Mitarbeitende. Die Stadtbibliothek braucht einen neuen Ausleihe-PC für das Personal und eine öffentliche Internetstation für Besucherinnen und Besucher. Svenja plant beide Installationen, setzt sie auf und betreut sie in den ersten Wochen.

  1. Kapitel 1

    Erst prüfen, dann installieren

    Der alte Ausleihe-PC von 2017 hat nur ein TPM 1.2 und erfüllt die Anforderungen von Windows 11 nicht. Svenja schlägt deshalb einen neuen PC für die Ausleihe vor und setzt den alten Rechner mit 8 GB RAM als Internetstation mit Ubuntu 24.04 LTS ein. Sie legt die Rechnernamen GR-BIB-PC01 und GR-BIB-LX01 fest und plant die Partitionen. Bevor sie etwas löscht, sichert sie die Daten der alten Ausleihe auf das NAS.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Der Ausleihe-PC

    Svenja installiert Windows 11 Pro, legt ein Admin-Konto für die Informatikdienste und zwei Standardkonten für die Bibliothekarinnen an. Mit winget installiert sie Firefox, den PDF-Reader und die Bibliothekssoftware in einem Rutsch. Der Bondrucker wird nicht gefunden, weil Windows das Netzwerk als öffentlich eingestuft hat, nach der Umstellung auf privat klappt es. Damit Windows nicht wieder mitten in der Ausleihe neu startet, setzt sie die Nutzungszeiten auf 8 bis 19 Uhr.

    Ziel 2Ziel 5

  3. Kapitel 3

    Ubuntu für das Publikum

    Auf der Internetstation installiert Svenja Ubuntu, richtet mit apt den Browser und den Druckertreiber ein und schaltet unattended-upgrades für Sicherheitsupdates ein. Besucherinnen melden sich mit dem Konto besucher an, das keine sudo-Rechte hat. Für die Bibliothekarinnen legt sie die Gruppe bibliothek und den Ordner /srv/bibliothek an. Als eine Kollegin die Dateien der anderen nicht bearbeiten kann, setzt Svenja das setgid-Bit mit chmod 2770, damit neue Dateien automatisch der Gruppe gehören.

    Ziel 3Ziel 4Ziel 5

  4. Kapitel 4

    Jeden Morgen langsam

    Drei Wochen später meldet die Bibliothek, dass der Ausleihe-PC jeden Morgen eine Viertelstunde fast nicht reagiert. Im Task-Manager sieht Svenja die Disk bei 100 Prozent, verursacht vom Indexdienst der Bibliothekssoftware. Der Zuverlässigkeitsverlauf zeigt zudem Abstürze seit einem Update der Software. Sie meldet den Fall dem Hersteller, der eine korrigierte Version liefert, und auf der Internetstation findet sie mit journalctl Druckerfehler, die ein neuerer Treiber behebt.

    Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Wenn doch etwas passiert

    Svenja führt für beide Rechner ein Installationsprotokoll mit allen Einstellungen, Konten und installierten Programmen. Vor jedem Update der Bibliothekssoftware erstellt sie einen Wiederherstellungspunkt, auf der Internetstation macht Timeshift täglich einen Snapshot und behält 5 Stück. Um sicherzugehen, entfernt sie testweise den Browser und stellt das System in 6 Minuten aus dem Snapshot wieder her. Einmal im Monat legt sie zusätzlich ein Systemabbild des Ausleihe-PCs auf dem NAS ab.

    Ziel 7

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Labor einrichten und planen

    ca. 3 Std.

    Du baust dir eine Übungsumgebung mit virtuellen Maschinen und lernst, Installationen zu planen.

    • VirtualBox oder Hyper-V einrichten und je eine VM für Windows 11 und Ubuntu vorbereiten
    • Mit dem PC-Integritätscheck die Windows-11-Tauglichkeit von zwei echten Geräten prüfen
    • Ein Namenskonzept und eine Installationscheckliste für einen fiktiven Betrieb erstellen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Windows 11 aufsetzen

    ca. 5 Std.

    Du installierst Windows 11, richtest es ein und automatisierst erste Schritte mit PowerShell.

    • Windows 11 Pro in der VM installieren und die OOBE bewusst durchgehen
    • Rechnername, Netzwerkprofil, Energieoptionen und Remotedesktop per Einstellungen und PowerShell setzen
    • Treiber, Updates und Standardsoftware mit winget installieren

    Trainiert Kompetenz B1B2B3

    Lernziel25

  3. 3

    Ubuntu und das Terminal

    ca. 6 Std.

    Du installierst Ubuntu und lernst die wichtigsten Befehle für den Alltag.

    • Ubuntu Desktop und Ubuntu Server je einmal installieren
    • Zwanzig Grundbefehle üben: ls, cd, cp, mv, nano, apt, systemctl, ip a, ping, df -h
    • Einen Webserver installieren und von einer anderen VM aus aufrufen

    Trainiert Kompetenz C1C2C3

    Lernziel35

  4. 4

    Benutzer und Rechte

    ca. 5 Std.

    Du verwaltest Benutzer und Gruppen auf beiden Systemen und setzt Berechtigungen nach dem Prinzip der minimalen Rechte.

    • Unter Windows drei Standardbenutzer und eine Gruppe anlegen, einen Ordner mit NTFS-Rechten freigeben
    • Unter Linux denselben Fall mit adduser, groupadd, chown und chmod umsetzen
    • Mit einem Testbenutzer prüfen, dass Rechte wirklich greifen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Fehler finden

    ca. 4 Std.

    Du analysierst präparierte Fehler und lernst, Protokolle und Ressourcenanzeigen zu lesen.

    • In der Ereignisanzeige eine benutzerdefinierte Ansicht für kritische Fehler der letzten 7 Tage anlegen
    • Einen Dienst absichtlich falsch konfigurieren und mit journalctl -u den Fehler finden
    • Eine volle Festplatte simulieren und die Ursache mit df und du eingrenzen

    Trainiert Kompetenz E1E2

    Lernziel6

  6. 6

    Praxisauftrag mit Dokumentation

    ca. 3 Std.

    Du setzt einen kompletten Arbeitsplatz und einen kleinen Linux-Rechner nach Auftrag auf und dokumentierst alles, wie im üK-Kompetenznachweis.

    • Windows-Arbeitsplatz und Ubuntu-System nach Vorgaben installieren und konfigurieren
    • Installationsprotokoll und Wiederherstellung (Wiederherstellungspunkt, Timeshift) erstellen
    • Die Zeit stoppen und mit der Vorgabe vergleichen

    Trainiert Kompetenz A3B2D3F1F2F3

    Lernziel1247

Üben

Übungen aus der Praxis

Empfangs-PC für eine Physiotherapie

Einstieg Einstieg

Eine Physiotherapiepraxis braucht einen neuen Empfangs-PC. Zwei Mitarbeiterinnen wechseln sich ab und sollen nur mit Standardrechten arbeiten. Der PC soll nie während der Öffnungszeiten 07:30 bis 19:00 neu starten.

Weist nach B1B2D1

  1. Windows 11 Pro installieren und einen sinnvollen Rechnernamen vergeben
  2. Ein Administratorkonto für die IT und zwei Standardbenutzer anlegen
  3. Nutzungszeit für Updates festlegen
  4. Browser und PDF-Reader per winget installieren
Tipp anzeigen

Die Mitarbeiterinnen sollen getrennte Konten haben, auch wenn sie am selben PC arbeiten. So bleiben Browserdaten und Dokumente getrennt und nachvollziehbar.

Lösungsskizze anzeigen

Rechnername zum Beispiel PHY-EMP-01. Admin-Konto it-admin mit starkem Passwort, Benutzer anna und sara als Standardbenutzer. Nutzungszeit 07:00 bis 19:30 manuell. winget install für Firefox und Adobe Acrobat Reader. Kurzes Protokoll mit Konten, Software und Einstellungen.

Linux-Rechner mit Teamordnern

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Werbeagentur in Bern will einen Ubuntu-Rechner für Dateiablagen. Die Gruppe «grafik» (3 Personen) und die Gruppe «text» (2 Personen) brauchen je einen eigenen Ordner. Auf einen dritten Ordner «austausch» sollen beide Gruppen schreiben können.

Weist nach C2D2

  1. Ubuntu Server installieren und aktualisieren
  2. Gruppen und Benutzer anlegen
  3. Drei Ordner unter /srv mit passenden Besitzern und Rechten anlegen
  4. Die Rechte mit je einem Benutzer pro Gruppe testen und das Ergebnis protokollieren
Tipp anzeigen

Für den Austauschordner brauchst du eine gemeinsame dritte Gruppe, in der alle Mitglieder sind. Das SetGID-Bit sorgt dafür, dass neue Dateien die Gruppe des Ordners erben.

Lösungsskizze anzeigen

groupadd grafik, text, austausch. Benutzer mit adduser anlegen und mit usermod -aG zuordnen, alle zusätzlich in austausch. Ordner: chown root:grafik /srv/grafik und chmod 2770, dasselbe für text und austausch. Tests mit su - benutzer und touch: erlaubte Zugriffe funktionieren, fremder Ordner gibt «Permission denied». Protokoll mit ls -l als Nachweis.

Langsamer und abstürzender Arbeitsplatz

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Sachbearbeiter einer Versicherung meldet: Sein PC startet seit zwei Wochen sehr langsam, Outlook friert ein und gestern gab es einen Bluescreen. Er hat «nichts verändert».

Weist nach E2E3F3

  1. Eine Liste möglicher Ursachen erstellen und priorisieren
  2. Task-Manager, Autostart, Speicherplatz und Zuverlässigkeitsverlauf prüfen
  3. Relevante Einträge in der Ereignisanzeige finden und deuten
  4. Die Ursache beheben und einen Wiederherstellungspunkt erstellen
  5. Vorgehen und Ergebnis nachvollziehbar dokumentieren
Tipp anzeigen

Schau dir an, was sich vor zwei Wochen verändert hat. Der Zuverlässigkeitsverlauf und der Updateverlauf zeigen Installationen mit Datum.

Lösungsskizze anzeigen

Hypothesen: volle SSD, Autostart-Programme, fehlerhaftes Update oder Treiber, defekte Hardware. Befund zum Beispiel: SSD zu 97 % voll durch einen Outlook-Cache von 40 GB, zusätzlich Ereignis-ID 153 (Disk: Zugriff musste wiederholt werden, Warnung) bzw. 7 (fehlerhafter Block). Massnahmen: Cache-Zeitraum in Outlook auf 12 Monate reduzieren, SSD-Zustand mit Herstellertool prüfen und bei Fehlern Ersatz beantragen. Protokoll mit Befunden, Massnahmen und Kontrolle nach einer Woche.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Welche zwei Sicherheitsfunktionen der Hardware verlangt Windows 11?

TPM 2.0 und Secure Boot, dazu einen UEFI-Start und eine unterstützte CPU.

Warum arbeiten Benutzende im Alltag als Standardbenutzer und nicht als Administratoren?

Weil Schadsoftware sonst mit vollen Rechten laufen kann und Benutzende versehentlich Systemeinstellungen verändern. Das entspricht dem Prinzip der minimalen Rechte.

Was bedeutet chmod 750 bei einem Ordner?

Besitzer darf lesen, schreiben und ausführen (7), die Gruppe lesen und ausführen (5), alle anderen nichts (0).

Wozu dient der Befehl sudo?

Damit ein berechtigter Benutzer einen einzelnen Befehl mit Root-Rechten ausführt, ohne dauerhaft als root angemeldet zu sein.

Wie installierst du unter Ubuntu ein Paket und startest den zugehörigen Dienst dauerhaft?

Mit sudo apt install paketname und danach sudo systemctl enable --now dienstname.

Wo findest du unter Windows Hinweise auf die Ursache eines Absturzes?

In der Ereignisanzeige unter Windows-Protokolle, System, und im Zuverlässigkeitsverlauf mit Datum und Fehlerdetails.

Warum vergibst du Rechte über Gruppen statt an einzelne Benutzer?

Weil es übersichtlicher ist und bei Ein- oder Austritten nur die Gruppenmitgliedschaft geändert werden muss.

Was gehört in ein Installationsprotokoll?

Hostname, Edition und Version, Konten, Treiber, installierte Software, besondere Einstellungen, Datum und wer installiert hat.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Benutzenden aus Bequemlichkeit Administratorrechte geben, damit sie selbst Software installieren können.
  • Vor der Neuinstallation die Benutzerdaten nicht sichern oder den BitLocker-Schlüssel nicht kennen.
  • Unter Linux mit chmod 777 ein Berechtigungsproblem «lösen» und damit alles für alle öffnen.
  • Treiber von beliebigen Download-Seiten statt vom Hersteller oder über Windows Update installieren.
  • Beim Troubleshooting mehrere Änderungen gleichzeitig machen und danach nicht wissen, was geholfen hat.
  • Nichts dokumentieren und bei der nächsten Installation wieder bei null anfangen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lies den Auftrag zuerst komplett und erstelle eine Checkliste. Im üK werden oft Details wie Rechnernamen oder Gruppennamen exakt bewertet.
  • Teste jede Berechtigung mit einem Testbenutzer und halte den Nachweis fest, zum Beispiel mit ls -l oder einem Screenshot der NTFS-Rechte.
  • Lerne die Oktalwerte 4, 2 und 1 für chmod auswendig und rechne sie bei jeder Aufgabe nach.
  • Plane Zeit für Updates ein. Eine frische Installation kann 20 bis 40 Minuten für Updates brauchen.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

UEFI
Moderne Firmware-Schnittstelle, die das BIOS ablöst und Secure Boot sowie GPT-Partitionen unterstützt.
TPM 2.0
Sicherheitschip, der Schlüssel speichert, etwa für BitLocker und Windows Hello.
Standardbenutzer
Konto ohne Administratorrechte, das keine Systemeinstellungen ändern oder Software systemweit installieren kann.
NTFS-Berechtigung
Zugriffsrecht auf Dateien und Ordner unter Windows, etwa Lesen, Ändern oder Vollzugriff.
sudo
Linux-Befehl, mit dem ein berechtigter Benutzer einen Befehl mit Root-Rechten ausführt.
Paketmanager
Werkzeug zum Installieren, Aktualisieren und Entfernen von Software, zum Beispiel apt oder winget.
Ereignisanzeige
Windows-Werkzeug, das System-, Anwendungs- und Sicherheitsereignisse mit Zeitstempel protokolliert.
journalctl
Linux-Befehl zum Anzeigen der Systemprotokolle von systemd.
Least Privilege
Prinzip, nach dem jede Person nur die Rechte erhält, die sie für ihre Arbeit wirklich braucht.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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