261

Netzwerk · Endgeräte im Netz

Funktion von ICT-Benutzer-Endgeräten in Netzinfrastruktur gewährleisten

Du lernst, Laptops, Smartphones und andere Endgeräte so ins Firmennetz einzubinden, dass sie überall zuverlässig auf Daten, Drucker und Cloud-Dienste zugreifen.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 20 Std. SelbststudiumICT-Fachleute: 2. Lehrjahr · üKICT-Fachleute (bis 2025): 2. Lehrjahr · üK
#Endgeräte#Netzwerk-Troubleshooting#DHCP#DNS#WLAN#VPN#Intune#Mobile Geräte#Netzlaufwerke

Überblick

Worum geht es?

Ein Laptop ist erst dann einsatzbereit, wenn er im Netz alles erreicht, was die Person braucht: WLAN, Netzlaufwerke, Drucker, Microsoft 365 und von zuhause aus das VPN. In diesem Modul verbindest du Windows-, macOS- und Mobilgeräte mit der Firmeninfrastruktur, registrierst sie in Entra ID und Intune und richtest Netzwerkzugriffe ein. Ein grosser Teil dreht sich um Fehlersuche: Warum bekommt ein Gerät keine IP, warum löst ein Name nicht auf, warum geht das VPN nur im Hotel nicht? Am Ende kannst du Verbindungsprobleme an Endgeräten mit den richtigen Befehlen schnell eingrenzen und beheben.

Wofür brauchst du das?

'Ich habe kein Internet' ist eine der häufigsten Meldungen im Support. Wer sofort weiss, ob es an der IP-Konfiguration, an DNS, am WLAN oder an einer Richtlinie liegt, löst solche Tickets in Minuten statt in Stunden. Das Modul verbindet das Wissen aus 117 und 129 mit dem Arbeitsplatz aus 187 und ist die Basis für 263 (Sicherheit von Endgeräten).

Das solltest du schon können

  • IPv4-Adressen, Subnetzmasken und Standardgateway verstehen und ein kleines Netz planen (Modul 117)
  • Einen Windows-Arbeitsplatz installieren, Benutzer anlegen und Software verteilen (Modul 187)
  • Grundfunktionen von Switch, Router und Access Point kennen (Modul 129)

Typische Tools & Technologien

Windows 11macOSiOS / AndroidMicrosoft IntuneMicrosoft Entra IDipconfig / nslookup / Test-NetConnectionWLAN-Controller (z.B. Ubiquiti UniFi, HPE Aruba)VPN-Client (z.B. FortiClient, GlobalProtect)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Endgeräte kabelgebunden und per WLAN korrekt ins Firmennetz einbinden

    Kompetenz A

    Du verbindest Geräte mit dem richtigen Netz (Firmen-WLAN, Gast-WLAN, LAN) und prüfst, ob sie IP-Adresse, Gateway und DNS-Server korrekt erhalten. Bei Firmen-WLAN mit 802.1X verwendest du Zertifikate oder Benutzeranmeldung statt eines gemeinsamen Passworts.

    Situation

    Eine Hotelgruppe im Wallis hat ein Firmen-WLAN 'HTL-Staff' mit WPA2-Enterprise und ein Gäste-WLAN. Neue Rezeptions-Laptops landen immer im Gäste-WLAN.

    Deine Aufgabe

    Sorge dafür, dass die Laptops automatisch im Firmen-WLAN mit Zertifikat angemeldet werden.

    Gutes Ergebnis

    Per Intune ein WLAN-Profil 'HTL-Staff' mit EAP-TLS und Gerätezertifikat verteilt. Gäste-WLAN auf den Firmengeräten ausgeblendet. ipconfig zeigt eine Adresse aus dem Mitarbeiter-VLAN 10.1.20.0/24.

    SSIDWPA2/WPA3-Enterprise802.1XVLANGast-Netzipconfig /all
  2. 2

    Geräte in Entra ID und Intune registrieren und verwalten

    Kompetenz B

    Damit ein Gerät Richtlinien, Apps und WLAN-Profile bekommt, muss es in der Geräteverwaltung bekannt sein. Du kennst die Varianten (Entra Join, Hybrid Join, persönliches Gerät registriert) und weisst, wann welche passt.

    Situation

    Eine Arztpraxis in Winterthur will, dass die drei Ärztinnen auf ihren privaten iPhones Firmenmails lesen können, ohne dass die IT das ganze Handy verwaltet.

    Deine Aufgabe

    Wähle eine passende Registrierungsart und richte sie ein.

    Gutes Ergebnis

    Keine volle Geräteverwaltung, sondern App-Schutzrichtlinien (MAM) für Outlook und Teams. Firmendaten lassen sich nicht in private Apps kopieren und werden bei Austritt gezielt gelöscht. Private Fotos bleiben unberührt.

    Entra JoinHybrid JoinBYODMDM vs. MAMAutopilotUnternehmensportal
  3. 3

    Zugriff auf Netzlaufwerke, Drucker und Cloud-Speicher einrichten

    Kompetenz C

    Nach der Anmeldung sollen die richtigen Laufwerke und Drucker automatisch da sein. Du verbindest Netzlaufwerke per Skript, GPO oder Intune, richtest OneDrive und SharePoint-Synchronisierung ein und prüfst die Berechtigungen.

    Situation

    In einem Ingenieurbüro in Chur fehlt Neueinsteigern regelmässig das Laufwerk P: (Projekte). Ältere Mitarbeitende haben es.

    Deine Aufgabe

    Finde heraus, warum, und sorge für eine einheitliche Lösung.

    Gutes Ergebnis

    Das Laufwerk wurde früher manuell verbunden. Jetzt verteilt ein Intune-PowerShell-Skript P: auf \\fs01\projekte für die Gruppe 'Ingenieure'. Neue Mitarbeitende haben es bei der ersten Anmeldung.

    NetzlaufwerkUNC-PfadOneDrive Known Folder MoveSharePoint-SynchronisierungSicherheitsgruppe
  4. 4

    Fernzugriff per VPN und auf Cloud-Dienste von unterwegs sicherstellen

    Kompetenz D

    Mitarbeitende arbeiten im Homeoffice, im Zug oder beim Kunden. Du richtest VPN-Clients ein, weisst, welche Dienste ohne VPN direkt aus der Cloud kommen, und erkennst typische Probleme wie gesperrte Ports oder überlappende IP-Bereiche.

    Situation

    Ein Aussendienstmitarbeiter kann sich im Homeoffice per VPN verbinden, erreicht aber das Laufwerk nicht. Sein Heimnetz nutzt 192.168.1.0/24, das Firmennetz auch.

    Deine Aufgabe

    Erkläre das Problem und schlage eine Lösung vor.

    Gutes Ergebnis

    Überlappende Netze: Der Laptop schickt Pakete für 192.168.1.x ins Heimnetz statt durchs VPN. Kurzfristig: Heimrouter auf 192.168.178.0/24 umstellen. Langfristig: Firmennetz auf einen seltener genutzten Bereich wie 10.40.0.0/16 migrieren.

    VPN-TunnelSplit TunnelingRouting-TabellePort / FirewallÜberlappende Subnetze
  5. 5

    Verbindungsprobleme an Endgeräten mit Kommandozeilen-Tools eingrenzen

    Kompetenz E

    Du gehst von unten nach oben vor: Link vorhanden? IP-Adresse gültig? Gateway erreichbar? DNS löst auf? Ziel-Port offen? Für jede Stufe kennst du einen passenden Befehl und kannst das Ergebnis deuten.

    Situation

    Eine Mitarbeiterin meldet: 'Internet geht, aber das Intranet intranet.firma.local nicht.'

    Deine Aufgabe

    Grenze das Problem ein.

    Gutes Ergebnis

    ping 8.8.8.8 ok, nslookup intranet.firma.local liefert 'Non-existent domain'. ipconfig /all zeigt als DNS-Server 1.1.1.1, weil sie manuell einen öffentlichen DNS eingetragen hatte. DNS auf automatisch zurückgestellt, ipconfig /flushdns, Intranet erreichbar.

    pingipconfig /allnslookuptracertTest-NetConnectionAPIPA 169.254.x.x
  6. 6

    Die Funktion eines Endgeräts mit einer Checkliste prüfen und übergeben

    Kompetenz F

    Bevor ein Gerät an die Person geht, prüfst du systematisch alle Netzwerkfunktionen. So vermeidest du, dass am ersten Arbeitstag das halbe Setup nicht funktioniert.

    Situation

    Am Montag starten fünf neue Lernende in einer Versicherung in Zürich. Die Laptops wurden per Autopilot vorbereitet.

    Deine Aufgabe

    Erstelle und nutze eine Abnahme-Checkliste.

    Gutes Ergebnis

    Checkliste mit zwölf Punkten: Anmeldung, WLAN Firma, LAN an Docking, Laufwerke P: und H:, Standarddrucker, Teams-Testanruf, OneDrive-Sync, VPN von extern (Hotspot), Intune-Konformität grün. Pro Gerät abgehakt und mit Seriennummer im Ticket abgelegt.

    AbnahmeprotokollKonformitätsstatusTestfallÜbergabe

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Netzanbindung über LAN und WLAN

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Geräte registrieren

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Zugriff auf Ressourcen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Fernzugriff

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Verbindungen diagnostizieren

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Funktion nachweisen

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Mobile Geräte für die Spitex Wiggertal

Fabio ist im 2. Lehrjahr als ICT-Fachmann bei der IT-Partner Aargau AG in Zofingen, 25 Mitarbeitende. Die Spitex Wiggertal mit 35 Mitarbeitenden stellt auf 20 neue Laptops und 15 Firmen-iPhones um, damit die Pflegefachpersonen auch bei Klientinnen und Klienten zu Hause dokumentieren können. Fabio richtet die Geräte ein und prüft, ob im Büro und unterwegs alles funktioniert.

  1. Kapitel 1

    Vom Karton ins Firmennetz

    Das Büro-WLAN Spitex-Intern verlangt 802.1X mit Gerätezertifikat und führt die Geräte ins VLAN 20. Der erste Laptop verbindet sich nicht, ipconfig zeigt am WLAN-Adapter 'Medium getrennt', und die Anmeldung an Spitex-Intern scheitert. Fabio versteht, dass das Zertifikat fehlt, weil der Laptop noch nicht verwaltet ist. Er schliesst ihn deshalb zuerst per LAN an, wo er eine gültige Adresse und das Gateway 10.20.0.1 erhält.

    Ziel 1Ziel 5

  2. Kapitel 2

    Ohne Intune läuft nichts

    Fabio verbindet die Laptops per Entra Join, die iPhones kommen über Apple Business Manager automatisch in Intune. Die Gruppe SPX-Laptops erhält das WLAN-Profil mit Zertifikat. Drei Laptops bekommen kein Profil, und in Intune sieht Fabio, dass sie als persönliches Gerät registriert wurden. Er setzt sie zurück, registriert sie korrekt, und nach einer Synchronisierung sind sie im WLAN.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Wo ist mein Laufwerk K?

    Die Pflegedokumentation liegt in einer SharePoint-Bibliothek, die per OneDrive synchronisiert wird, alte Vorlagen auf dem NAS als Laufwerk K:. Ein Intune-Skript verbindet K:, aber bei vielen erscheint es erst nach der zweiten Anmeldung. Fabio findet heraus, dass das Skript läuft, bevor das WLAN verbunden ist, und baut eine Prüfung mit Wartezeit ein. Den Bürodrucker verteilt er über Universal Print an alle Laptops.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Unterwegs bei der Klientin

    Unterwegs arbeiten die Pflegenden über den Hotspot ihres iPhones. SharePoint und Teams brauchen kein VPN, nur für Laufwerk K: muss der VPN-Client verbinden. Eine Mitarbeiterin kommt von zu Hause aus nie auf K:, obwohl das VPN verbunden ist. Mit Test-NetConnection und route print sieht Fabio, dass ihr Heimrouter dasselbe Netz 192.168.1.0/24 verwendet wie das Büro, und schlägt seinem Teamleiter vor, das Büronetz auf einen selteneren Bereich umzustellen.

    Ziel 4Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Abnahme mit 18 Punkten

    Fabio schreibt eine Abnahme-Checkliste mit 18 Punkten von WLAN und VLAN über Laufwerk, Drucker und OneDrive bis zu VPN und einem Testanruf in Teams. Bei 4 der 20 Laptops schlägt der Drucktest fehl, weil die Geräte in der Druckergruppe fehlen. Er korrigiert das und prüft die vier Geräte erneut. Erst dann übergibt er die Geräte mit unterschriebenem Abnahmeprotokoll an die Spitex.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    IP-Konfiguration von Endgeräten lesen

    ca. 3 Std.

    Du frischst das Netzwerkwissen auf und lernst, die Konfiguration auf Windows, macOS, iOS und Android zu finden und zu deuten.

    • Auf vier verschiedenen Geräten IP, Maske, Gateway und DNS-Server herausschreiben
    • Einen DHCP-Lease am Laptop freigeben und erneuern und dabei im DHCP-Server zuschauen
    • Eine APIPA-Adresse provozieren und erklären, was sie bedeutet

    Trainiert Kompetenz A1E1

    Lernziel15

  2. 2

    WLAN und LAN professionell

    ca. 3 Std.

    Du verstehst den Unterschied zwischen Heim-WLAN mit Passwort und Firmen-WLAN mit 802.1X und weisst, wie VLANs Endgeräte trennen.

    • Ein Gäste- und ein Firmen-WLAN auf einem Lab-Access-Point anlegen
    • Ein Gerät per Zertifikat oder Benutzeranmeldung ins Firmen-WLAN bringen
    • Prüfen, welches VLAN und welcher IP-Bereich jeweils vergeben wird

    Trainiert Kompetenz A2

    Lernziel1

  3. 3

    Geräte registrieren und Profile verteilen

    ca. 4 Std.

    Du registrierst Geräte in Entra ID und Intune und verteilst WLAN-Profile, Laufwerke und Drucker automatisch.

    • Einen Windows-Laptop per Autopilot oder manuell in Entra ID aufnehmen
    • Ein iPhone oder Android-Gerät über das Unternehmensportal registrieren
    • Ein WLAN-Profil und ein Laufwerk-Skript einer Testgruppe zuweisen

    Trainiert Kompetenz B1B2C1C2

    Lernziel23

  4. 4

    Unterwegs arbeiten

    ca. 3 Std.

    Du richtest VPN ein und prüfst, welche Dienste mit und ohne VPN funktionieren.

    • VPN-Client installieren und über einen Handy-Hotspot verbinden
    • Mit route print die Routing-Tabelle vor und nach der VPN-Verbindung vergleichen
    • Das Problem überlappender Subnetze im Lab nachstellen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Fehlersuche trainieren

    ca. 4 Std.

    Du löst typische Support-Fälle mit den Diagnosebefehlen und baust dir einen eigenen Ablauf auf.

    • Acht vorbereitete Fehlerfälle lösen: falsches Gateway, DNS manuell, WLAN-Profil fehlt, VPN-Port gesperrt und weitere
    • Pro Fall den entscheidenden Befehl und die Ausgabe notieren
    • Eine persönliche Troubleshooting-Karte auf einer A4-Seite erstellen

    Trainiert Kompetenz E2E3D3

    Lernziel54

  6. 6

    Abnahme und Übergabe

    ca. 3 Std.

    Du kombinierst alles in einer vollständigen Inbetriebnahme mit Abnahmeprotokoll.

    • Ein Gerät vom Auspacken bis zur Übergabe einrichten und prüfen
    • Ein Abnahmeprotokoll mit allen Netzwerkfunktionen ausfüllen
    • Der Benutzerin in drei Minuten erklären, was sie bei Verbindungsproblemen zuerst tun kann

    Trainiert Kompetenz F1F2C3B3

    Lernziel632

Üben

Übungen aus der Praxis

'Ich habe kein Internet'

Einstieg Einstieg

Ein Lernender im Büro meldet, sein Laptop habe über das LAN der Dockingstation kein Internet. Im WLAN geht es. ipconfig zeigt für den Ethernet-Adapter 169.254.12.87.

Weist nach A1E1E2

  1. Erkläre, was die Adresse 169.254.x.x bedeutet
  2. Liste die möglichen Ursachen auf, von Kabel bis DHCP
  3. Gehe die Ursachen mit passenden Prüfungen durch und notiere die Lösung
Tipp anzeigen

Die Adresse sagt dir, dass der Laptop keinen DHCP-Server erreicht hat. Fang beim Physischen an.

Lösungsskizze anzeigen

APIPA: kein DHCP-Server erreichbar. Prüfen: Link-LED an Dock und Dose, Kabel, Switchport aktiv und im richtigen VLAN, DHCP-Bereich nicht erschöpft. Im Beispiel war die Bodendose an einen deaktivierten Switchport gepatcht. Nach Umpatchen: ipconfig /renew, Adresse 10.1.20.57.

Aussenstelle mit zehn Arbeitsplätzen

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Immobilienverwaltung eröffnet eine Aussenstelle in Thun mit zehn Laptops und zwei Tablets. Die Geräte sind in Intune verwaltet, die Daten liegen in SharePoint, das Buchhaltungsprogramm auf einem Server am Hauptsitz.

Weist nach A2D2F2

  1. Festlegen, welche Dienste die Aussenstelle direkt über das Internet und welche über VPN erreicht
  2. Ein WLAN-Profil für Firmengeräte und ein separates Gäste-WLAN definieren
  3. Eine Abnahme-Checkliste für Laptops und Tablets erstellen
  4. Zwei typische Fehlerfälle beschreiben und wie du sie lösen würdest
Tipp anzeigen

Microsoft 365 braucht kein VPN. Überlege, welcher Dienst wirklich nur intern erreichbar ist.

Lösungsskizze anzeigen

Microsoft 365 und SharePoint direkt. Buchhaltungsserver über Site-to-Site-VPN zwischen den Firewalls, damit nicht jeder Laptop einen Client braucht. Firmen-WLAN per Intune-Profil, Gäste-WLAN getrennt im eigenen VLAN. Checkliste je Gerätetyp. Fehlerfälle z.B. DNS-Auflösung des Buchhaltungsservers über den Tunnel, Tablet nicht konform wegen fehlendem Update.

Mac im Windows-Netz

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Grafikerin in einer Werbeagentur in Lausanne erhält ein MacBook. Alle anderen nutzen Windows-Laptops mit Intune, Netzlaufwerk \\nas01\kunden und einem Konica-Minolta-MFP mit Follow-Me-Druck.

Weist nach B3C3D3F3

  1. Das MacBook in Intune registrieren und ein WLAN-Profil zuweisen
  2. Den Zugriff auf das Netzlaufwerk per SMB einrichten und dauerhaft verbinden
  3. Den Drucker mit dem richtigen Treiber und der Benutzerkennung für Follow-Me einrichten
  4. Prüfen, ob die Grafikerin von zuhause per VPN auf das NAS kommt
  5. Ein Abnahmeprotokoll für das Gerät erstellen
Tipp anzeigen

Auf dem Mac heisst der UNC-Pfad smb://nas01/kunden. Für dauerhafte Verbindungen helfen Anmeldeobjekte oder ein Konfigurationsprofil.

Lösungsskizze anzeigen

Registrierung über Unternehmensportal oder Automated Device Enrollment, WLAN-Profil über Intune. SMB-Freigabe mit smb://nas01.agentur.local/kunden verbinden, im Schlüsselbund speichern, als Anmeldeobjekt hinterlegen. Druckertreiber des Herstellers mit Benutzerkennung. VPN-Test über Hotspot. Protokoll mit allen Funktionen und Seriennummer.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Was bedeutet eine IP-Adresse 169.254.x.x am Endgerät?

Das Gerät hat keinen DHCP-Server erreicht und sich selbst eine APIPA-Adresse gegeben. Es kann damit nur im lokalen Segment kommunizieren.

Ping auf 8.8.8.8 geht, Webseiten öffnen sich aber nicht. Wo liegt das Problem wahrscheinlich?

Bei der Namensauflösung (DNS). Prüfen mit nslookup und den DNS-Server in ipconfig /all.

Was ist der Unterschied zwischen MDM und MAM?

MDM verwaltet das ganze Gerät. MAM schützt nur die Firmen-Apps und deren Daten, was sich für private Geräte eignet.

Warum nutzt man im Firmen-WLAN 802.1X statt eines gemeinsamen Passworts?

Jedes Gerät oder jede Person meldet sich einzeln an. Ein Zugang kann gesperrt werden, ohne dass alle ein neues Passwort brauchen.

Mit welchem PowerShell-Befehl prüfst du, ob ein bestimmter Port auf einem Server erreichbar ist?

Test-NetConnection server -Port 443 (oder ein anderer Port). Das Feld TcpTestSucceeded zeigt das Ergebnis.

Warum kann ein VPN scheitern, wenn das Heimnetz dasselbe Subnetz wie die Firma nutzt?

Der Laptop hält die Firmenadressen für lokal und schickt die Pakete ins Heimnetz statt durch den Tunnel.

Was prüfst du im Intune-Portal, wenn ein Gerät keinen Zugriff auf Microsoft 365 bekommt?

Den Konformitätsstatus und welche Richtlinie nicht erfüllt ist, z.B. fehlende Verschlüsselung oder veraltetes Betriebssystem.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Bei 'kein Internet' sofort den Laptop neu aufsetzen, statt mit ipconfig in zwei Minuten die Ursache zu finden.
  • Einen öffentlichen DNS-Server wie 8.8.8.8 manuell eintragen. Dann funktionieren interne Namen nicht mehr.
  • Private Geräte voll ins MDM aufnehmen, obwohl App-Schutz reichen würde. Das schafft Ärger mit Mitarbeitenden und beim Datenschutz.
  • Netzlaufwerke auf jedem Gerät von Hand verbinden. Beim nächsten Gerätetausch fehlen sie wieder.
  • Das VPN nur im Büro testen. Probleme zeigen sich erst in fremden Netzen wie Hotel-WLAN oder Hotspot.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Nenne bei jeder Fehlersuche die OSI-Schicht oder Stufe, die du gerade prüfst. Das zeigt dein systematisches Vorgehen.
  • Halte Befehle und ihre Ausgabe als Screenshot oder Text fest. Bewertet wird oft der Nachweis, nicht nur das Ergebnis.
  • Teste immer auch aus Sicht der Benutzerin: mit ihrem Konto, an ihrem Arbeitsort, mit ihrer Dockingstation.
  • Erkläre bei Registrierungsarten kurz, warum du dich für Entra Join, Hybrid oder MAM entschieden hast.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

DHCP
Dienst, der Geräten automatisch IP-Adresse, Gateway und DNS-Server zuweist.
DNS
Dienst, der Namen wie intranet.firma.local in IP-Adressen übersetzt.
APIPA
Selbst vergebene Adresse 169.254.x.x, wenn kein DHCP-Server antwortet.
802.1X
Standard für die Anmeldung einzelner Geräte oder Personen am LAN oder WLAN, z.B. mit Zertifikat.
Entra Join
Gerät wird direkt in Microsoft Entra ID aufgenommen, ohne lokales Active Directory.
MAM
Mobile Application Management: Schutz von Firmen-Apps und deren Daten, ohne das Gerät zu verwalten.
Split Tunneling
Nur Verkehr für das Firmennetz geht durch das VPN, der Rest direkt ins Internet.
Konformitätsrichtlinie
Regel in Intune, die festlegt, welche Bedingungen ein Gerät für den Zugriff erfüllen muss.

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