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Cloud & DevOps · Störungen VM & Cloud

Störungen in Virtualisierungs- und Cloudsystemen bearbeiten

Du lernst, Störungen in virtuellen Maschinen und Cloud-Diensten wie Microsoft 365 schnell einzugrenzen, zu beheben oder sauber weiterzugeben.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumICT-Fachleute: 2. Lehrjahr · üK
#Troubleshooting#Virtualisierung#Hyper-V#VMware#Microsoft 365#Azure#Incident#Ticketsystem#Service Health

Überblick

Worum geht es?

Im Support hörst du selten 'die VM hat zu wenig RAM'. Du hörst 'Teams geht nicht' oder 'das ERP ist langsam'. In diesem Modul lernst du, solche Meldungen einzuordnen: Liegt das Problem am Endgerät, an einer virtuellen Maschine, am Host oder beim Cloud-Anbieter? Du nutzt Werkzeuge wie den Hyper-V-Manager, das Microsoft 365 Admin Center und die Anmeldeprotokolle in Entra ID, behebst einfache Ursachen selbst und eskalierst den Rest mit allen nötigen Angaben. Am Ende kannst du eine Störung vom ersten Anruf bis zum Abschluss im Ticket nachvollziehbar bearbeiten.

Wofür brauchst du das?

Fast jede Firma in der Schweiz betreibt heute einen Teil ihrer IT virtualisiert oder in der Cloud. Wenn ein Dienst ausfällt, stehen schnell 50 Leute still. Wer ruhig und strukturiert eingrenzen kann und weiss, wann er an den 2nd Level oder an Microsoft eskalieren muss, ist im Support sehr wertvoll. Das Modul baut auf 123 (Serverdienste) und 187 (Arbeitsplatz) auf und bereitet dich auf 263 (Sicherheit von Endgeräten) vor.

Das solltest du schon können

  • Einen Serverdienst wie DHCP oder Dateifreigaben auf einem Windows Server in Betrieb nehmen (Modul 123)
  • Einen Windows-Arbeitsplatz einrichten und Benutzerkonten verwalten (Modul 187)
  • Ein Ticket im Ticketsystem des Lehrbetriebs erfassen, bearbeiten und abschliessen

Typische Tools & Technologien

Hyper-V-ManagerVMware vSphere / ESXiMicrosoft 365 Admin CenterMicrosoft Entra Admin CenterAzure-PortalEreignisanzeigePowerShellTicketsystem (z.B. Jira Service Management, TOPdesk)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Eine Störungsmeldung vollständig erfassen und richtig priorisieren

    Kompetenz A

    Du stellst die richtigen Fragen, bevor du loslegst: Wer ist betroffen, seit wann, was genau passiert, gibt es eine Fehlermeldung? Aus Anzahl Betroffener und Geschäftsauswirkung leitest du die Priorität ab.

    Situation

    Um 8:10 Uhr ruft die Leiterin Verkauf eines Grosshändlers in Dietikon an: 'Outlook geht nicht.' Gleichzeitig kommen zwei weitere Anrufe.

    Deine Aufgabe

    Erfasse die Störung so, dass das Team sofort weiss, worum es geht.

    Gutes Ergebnis

    Ticket: 'Outlook Desktop verbindet nicht, Outlook im Web funktioniert. Betroffen: mind. 3 Personen, Standort Dietikon, seit ca. 8:00. Fehlermeldung: Verbindung zu Microsoft Exchange nicht verfügbar.' Priorität 2 (mehrere Personen, Workaround vorhanden).

    IncidentPriorität (Auswirkung x Dringlichkeit)WorkaroundSLAW-Fragen
  2. 2

    Die Ursache zwischen Endgerät, Netzwerk, VM, Host und Cloud eingrenzen

    Kompetenz B

    Du prüfst gezielt, wo das Problem liegt. Betrifft es nur eine Person oder alle? Nur einen Standort? Funktioniert der Dienst im Browser? So teilst du das Problem in Schichten auf und schliesst eine nach der anderen aus.

    Situation

    Das ERP-System eines Bauunternehmens in St. Gallen läuft als VM auf einem Hyper-V-Host. Alle Benutzenden melden extreme Langsamkeit.

    Deine Aufgabe

    Finde heraus, ob das Problem an der VM, am Host oder am Netzwerk liegt.

    Gutes Ergebnis

    Netzwerk ok (andere Dienste schnell). Im Hyper-V-Manager zeigt die ERP-VM 100 % CPU, der Host nur 40 %. Im Task-Manager der VM frisst ein hängender Berichtsdienst die CPU. Dienst neu gestartet, ERP wieder schnell.

    EingrenzungHost vs. GastRessourcenauslastungTeile und herrscheReproduzierbarkeit
  3. 3

    Typische Probleme in virtuellen Maschinen selbst beheben

    Kompetenz C

    Viele Störungen in VMs haben einfache Ursachen: volle Festplatte, zu wenig RAM, ein vergessener Snapshot oder eine getrennte virtuelle Netzwerkkarte. Du erkennst diese Muster und behebst sie im Rahmen deiner Berechtigungen.

    Situation

    Die Datei-Server-VM eines Architekturbüros ist pausiert. Im Hyper-V-Manager steht 'Angehalten-Kritisch'.

    Deine Aufgabe

    Bring den Dateiserver wieder online und verhindere, dass es wieder passiert.

    Gutes Ergebnis

    Ursache: Das Volume mit den VHDX-Dateien war voll, weil ein Prüfpunkt seit drei Monaten wuchs (180 GB AVHDX). Platz geschaffen, Prüfpunkt nach Rücksprache zusammengeführt, VM gestartet. Überwachung für Speicherplatz unter 15 % eingerichtet.

    Snapshot / PrüfpunktVHDX / VMDKDynamischer SpeicherVirtueller SwitchIntegrationsdienste / VMware Tools
  4. 4

    Cloud-Störungen mit den Admin-Portalen untersuchen

    Kompetenz D

    Bei Microsoft 365 oder Azure schaust du zuerst, ob der Anbieter selbst ein Problem meldet. Danach prüfst du Lizenzen, Anmeldeprotokolle und Richtlinien wie Conditional Access, um herauszufinden, warum ein bestimmter Benutzer nicht arbeiten kann.

    Situation

    Ein neuer Mitarbeiter in einer Treuhandfirma kann sich seit dem ersten Arbeitstag nicht bei Teams anmelden. Andere haben keine Probleme.

    Deine Aufgabe

    Finde die Ursache mit den Admin-Portalen.

    Gutes Ergebnis

    Service Health ist grün. In den Entra-Anmeldeprotokollen steht: 'Blocked by Conditional Access: Gerät nicht konform'. Der Laptop war noch nicht in Intune registriert. Nach der Registrierung klappt die Anmeldung.

    Service HealthAnmeldeprotokolleConditional AccessLizenzzuweisungNachrichtencenter
  5. 5

    Störungen sauber eskalieren und mit Herstellern zusammenarbeiten

    Kompetenz E

    Nicht jede Störung kannst oder darfst du selbst lösen. Du erkennst den richtigen Zeitpunkt für die Weitergabe und übergibst so, dass der 2nd Level oder der Microsoft-Support nicht noch einmal von vorne fragen muss.

    Situation

    Ein ESXi-Host meldet wiederholt 'PSOD' (Purple Screen) und startet neu. Drei VMs sind betroffen.

    Deine Aufgabe

    Eskaliere an den Systemtechniker und bereite die Infos für den Hersteller-Support vor.

    Gutes Ergebnis

    Ticket an 2nd Level mit Zeitstempeln der Abstürze, Foto des Fehlerbildschirms, Host-Version 8.0 U2, betroffenen VMs und bereits erledigten Schritten. VMs vorübergehend auf den zweiten Host verschoben. Support-Bundle für VMware exportiert.

    1st / 2nd / 3rd LevelEskalationsstufeSupport-CaseLogs exportierenÜbergabe
  6. 6

    Betroffene informieren und die Lösung nachvollziehbar dokumentieren

    Kompetenz F

    Während einer Störung wollen Benutzende wissen, was los ist und wann es weitergeht. Danach muss im Ticket stehen, was die Ursache war und was geholfen hat, damit das Team beim nächsten Mal schneller ist.

    Situation

    SharePoint ist laut Microsoft Service Health seit 9:30 Uhr für Kunden in Westeuropa eingeschränkt. 60 Mitarbeitende einer Stiftung sind betroffen.

    Deine Aufgabe

    Informiere die Mitarbeitenden und halte den Fall fest.

    Gutes Ergebnis

    Kurze Teams-Nachricht im Kanal 'IT-Info': Problem liegt bei Microsoft, Dateien sind über die OneDrive-Synchronisierung offline weiter nutzbar, nächstes Update um 11:00. Im Ticket: Incident-ID von Microsoft, Zeitraum, Auswirkung, Workaround.

    StatusmeldungKnowledge-Base-ArtikelUrsache vs. SymptomPost-Incident-Notiz

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Störungen erfassen und priorisieren

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Ursache eingrenzen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

VM-Probleme beheben

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Cloud-Dienste prüfen

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Eskalieren

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Kommunizieren und dokumentieren

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Ein langer Dienstag bei der Holzbau Durrer AG

Ronja ist im 2. Lehrjahr als ICT-Fachfrau bei der Alpnet Informatik AG in Sarnen, die mit 40 Mitarbeitenden rund 60 KMU betreut. Sie arbeitet im Service Desk, wo Störungen per Telefon und Ticket ankommen. An einem Dienstag hat ihr Kunde Holzbau Durrer AG mit 50 Mitarbeitenden, zwei Hyper-V-Hosts und Microsoft 365 gleich zwei Probleme.

  1. Kapitel 1

    Drei Anrufe in zehn Minuten

    Um 7.50 Uhr melden sich drei Personen von Holzbau Durrer: Das ERP ist extrem langsam, Pläne auf dem Laufwerk öffnen sich nicht, Outlook läuft normal. Ronja erfasst bei jedem Anruf, wer betroffen ist, seit wann und welche Meldung erscheint. Sie merkt, dass alle drei aus der Planung kommen und dasselbe beschreiben, und fasst die Meldungen in einem Ticket zusammen. Weil die ganze Planungsabteilung mit 14 Personen blockiert ist, die Produktion aber läuft, setzt sie Priorität 2.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Wo hört es auf zu funktionieren?

    Outlook und Teams funktionieren, also sind Internet und Microsoft 365 in Ordnung. Ronja pingt die VMs SRV-ERP01 und SRV-FS01 an, beide antworten, aber eine RDP-Sitzung baut sich nur sehr zäh auf. Ein Kollege in der Werkstatt hat dasselbe Problem, damit ist sein Endgerät nicht die Ursache. Alles deutet auf die virtuelle Umgebung hin, also schaut sie sich den Host HV02 an.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Der vergessene Checkpoint

    Im Hyper-V-Manager entdeckt Ronja einen Checkpoint vom Fileserver, der drei Wochen alt ist und vor einem Update erstellt wurde. Die Differenzdisk ist auf 380 GB angewachsen, das Volume ist zu 97 Prozent voll und die VMs werden ausgebremst. Ronja schafft zuerst Platz, indem sie alte ISO-Dateien auf ein anderes Laufwerk verschiebt. Das Zusammenführen des Checkpoints auf einem produktiven Server darf sie laut Vorgabe aber nicht allein auslösen.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Weitergeben, ohne dass jemand von vorn beginnt

    Ronja übergibt das Ticket an Marco im 2nd Level mit Screenshot des Volumes, Grösse der Differenzdisk und einer Zeitachse ihrer Tests. Marco kann sofort mit dem Zusammenführen beginnen, das 40 Minuten dauert. In der Zwischenzeit schickt Ronja der Planungsabteilung alle 30 Minuten eine kurze Statusmeldung mit dem nächsten Zeitpunkt. Um 10.15 Uhr meldet sie, dass alles wieder läuft.

    Ziel 5Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Und dann noch die Cloud

    Am Nachmittag ruft ein Bauleiter von der Baustelle an: Auf seinem neuen iPad kommt er nicht in Teams. Der Dienststatus im Microsoft 365 Admin Center zeigt keine Störung, die Lizenz ist vorhanden. In den Anmeldeprotokollen im Entra Admin Center sieht Ronja, dass Conditional Access die Anmeldung blockiert, weil das iPad nicht in Intune registriert ist. Sie führt ihn am Telefon durch die Registrierung und schreibt am Abend einen Bericht zur Störung vom Vormittag mit Zeitachse und dem Vorschlag, Checkpoints älter als 7 Tage künftig im Monitoring zu melden.

    Ziel 4Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Wie Störungen im Support ankommen

    ca. 2 Std.

    Du lernst den Ablauf einer Störung im Ticketsystem kennen und übst, Meldungen vollständig zu erfassen und zu priorisieren.

    • Fünf echte, anonymisierte Tickets aus dem Lehrbetrieb nach Priorität sortieren und begründen
    • Eine eigene Liste mit Fragen für den Erstkontakt am Telefon erstellen
    • Im Rollenspiel eine verärgerte Anruferin aufnehmen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Virtualisierung von innen verstehen

    ca. 4 Std.

    Damit du Fehler in VMs erkennst, musst du wissen, wie Host, Gast, virtuelle Disks und virtuelle Switches zusammenhängen.

    • Auf einem Laptop mit Hyper-V zwei VMs erstellen und an einen internen Switch hängen
    • Prüfpunkt erstellen, Daten ändern, Prüfpunkt anwenden und den Speicherbedarf beobachten
    • Ressourcen im Hyper-V-Manager und im Task-Manager der VM vergleichen

    Trainiert Kompetenz C1B1

    Lernziel32

  3. 3

    Systematisch eingrenzen

    ca. 4 Std.

    Du übst die schichtweise Fehlersuche an vorbereiteten Szenarien und lernst die wichtigsten Werkzeuge kennen.

    • Drei kaputte Lab-VMs reparieren: volle Disk, getrennter Netzwerkadapter, gestoppter Dienst
    • Ereignisanzeige gezielt nach Fehlern im Zeitraum der Störung filtern
    • Mit PowerShell Get-VM, Get-VMSnapshot und Get-VMNetworkAdapter auslesen

    Trainiert Kompetenz B2C2

    Lernziel23

  4. 4

    Cloud-Portale als Diagnosewerkzeug

    ca. 4 Std.

    Du lernst, wo du im Microsoft 365 Admin Center, im Entra Admin Center und im Azure-Portal die entscheidenden Hinweise findest.

    • Service Health und Nachrichtencenter eines Test-Tenants durchgehen
    • In den Anmeldeprotokollen fehlgeschlagene Anmeldungen finden und die Fehlercodes deuten
    • Lizenz entfernen und wieder zuweisen, Auswirkung beim Benutzer beobachten

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Eskalieren und kommunizieren

    ca. 3 Std.

    Du übst, wann und wie du eine Störung weitergibst und wie du Betroffene während eines Ausfalls informierst.

    • Eine Eskalation an den 2nd Level mit allen Pflichtangaben schreiben
    • Eine Statusmeldung für einen Teilausfall von Exchange Online formulieren
    • Aus einem gelösten Fall einen kurzen Knowledge-Base-Artikel erstellen

    Trainiert Kompetenz E1E2F1F2

    Lernziel56

  6. 6

    Störungssimulation

    ca. 3 Std.

    Zum Abschluss bearbeitest du eine realistische Störung unter Zeitdruck vom Anruf bis zum geschlossenen Ticket.

    • Eine unbekannte Störung in einer Lab-Umgebung lösen und dabei die Zeit stoppen
    • Ticketverlauf, Ursache und Lösung lückenlos dokumentieren
    • Mit einer Tutorin besprechen, wo du schneller hättest eingrenzen können

    Trainiert Kompetenz A3B3E3F3

    Lernziel1256

Üben

Übungen aus der Praxis

VM startet nicht mehr

Einstieg Einstieg

Die Test-VM 'SRV-APP01' im Hyper-V-Lab lässt sich nicht starten. Meldung: 'Nicht genügend Arbeitsspeicher im System, um den virtuellen Computer zu starten.'

Weist nach C1C2F1

  1. Freien Arbeitsspeicher des Hosts und Zuweisung aller VMs prüfen
  2. Entscheiden, ob eine andere VM gestoppt oder der RAM der VM reduziert wird
  3. Die VM starten und die Lösung im Ticketformat notieren
Tipp anzeigen

Schau dir an, welche VMs gerade laufen und wie viel RAM ihnen fest zugewiesen ist. Dynamischer Arbeitsspeicher kann helfen.

Lösungsskizze anzeigen

Host hat 16 GB, laufende VMs belegen 14 GB fest. Eine nicht benötigte Test-VM stoppen oder für SRV-APP01 dynamischen Speicher mit 2 GB Start, 4 GB Maximum setzen. VM startet. Ticket: Ursache Überbuchung, Massnahme, Empfehlung zur RAM-Planung.

Mitarbeiterin kann nicht auf Microsoft 365 zugreifen

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Sachbearbeiterin einer Gemeindeverwaltung im Thurgau meldet: 'Seit gestern komme ich nicht mehr in Outlook und Teams, im Büro und zuhause.' Andere sind nicht betroffen.

Weist nach A2D2E2

  1. Fragen für den Erstkontakt notieren und die Störung priorisieren
  2. Service Health, Lizenz und Kontostatus im Admin Center prüfen
  3. Die Anmeldeprotokolle der Benutzerin auswerten
  4. Ursache beheben oder begründet eskalieren
Tipp anzeigen

Wenn nur eine Person betroffen ist, liegt es fast nie am Dienst selbst. Der Fehlercode in den Anmeldeprotokollen sagt dir oft direkt, was los ist.

Lösungsskizze anzeigen

Priorität 3, eine Person. Service Health grün. Anmeldeprotokolle zeigen Fehler 50053 (Konto gesperrt wegen zu vieler Fehlversuche). Prüfen, ob es ein Angriff sein könnte (fremde IP-Adressen). Falls ja: Passwort zurücksetzen, MFA-Methoden prüfen, an Security eskalieren. Falls nein: Sperre abwarten oder aufheben, Benutzerin informieren.

Grossstörung am Montagmorgen

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Spedition in Basel mit 120 Mitarbeitenden betreibt drei Hyper-V-Hosts. Montag 7:30 Uhr: Das Disponenten-Tool ist nicht erreichbar, Outlook funktioniert, Dateifreigaben teilweise. Am Wochenende wurden Windows-Updates auf den Hosts installiert.

Weist nach B3C3E3F3

  1. Betroffene Dienste und Standorte sammeln und daraus eine Hypothese bilden
  2. Hosts, VMs und virtuelle Switches nach dem Update-Neustart prüfen
  3. Eine erste Statusmeldung an alle Mitarbeitenden verschicken
  4. Ursache beheben oder mit vollständigen Angaben an den 2nd Level eskalieren
  5. Einen kurzen Störungsbericht mit Massnahmen für das nächste Update-Wochenende erstellen
Tipp anzeigen

Cloud-Dienste laufen, lokale Dienste nur teilweise. Was haben die betroffenen VMs gemeinsam?

Lösungsskizze anzeigen

Alle betroffenen VMs liegen auf Host 2. Nach dem Update hat der externe virtuelle Switch seine Bindung an die Netzwerkkarte verloren (neuer Treiber). VMs laufen, sind aber nicht im Netz. Switch neu an den physischen Adapter binden, Dienste testen. Statusmeldung um 7:45 und Entwarnung. Bericht: Ursache Treiberwechsel, Massnahme Funktionstest-Checkliste nach jedem Host-Update.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Woran erkennst du schnell, ob eine Microsoft-365-Störung beim Anbieter liegt?

Im Service Health des Microsoft 365 Admin Centers. Dort meldet Microsoft laufende Störungen mit Incident-ID und Status.

Warum sind alte Snapshots oder Prüfpunkte gefährlich?

Sie wachsen mit jeder Änderung weiter, füllen den Speicher und machen die VM langsamer. Im schlimmsten Fall wird die VM angehalten, weil kein Platz mehr da ist.

Wie bestimmst du die Priorität einer Störung?

Aus Auswirkung (wie viele Personen, welche Geschäftsprozesse) und Dringlichkeit (gibt es einen Workaround, wie zeitkritisch ist es).

Was gehört in eine Eskalation an den 2nd Level?

Betroffene, Zeitpunkt, genaue Fehlermeldung, Umgebung (Host, VM, Version), bereits erledigte Schritte mit Ergebnis und die vermutete Ursache.

Eine VM ist langsam. Was vergleichst du zuerst?

Die Auslastung in der VM mit der Auslastung des Hosts. So siehst du, ob der Gast selbst überlastet ist oder ob sich mehrere VMs die Ressourcen streitig machen.

Wofür nutzt du die Anmeldeprotokolle in Entra ID?

Um zu sehen, ob und warum eine Anmeldung fehlgeschlagen ist, z.B. falsches Passwort, gesperrtes Konto oder blockiert durch Conditional Access.

Was ist der Unterschied zwischen Ursache und Symptom?

Das Symptom ist, was Benutzende sehen (Teams lädt nicht). Die Ursache ist der Grund dafür (Lizenz entfernt). Nur wenn du die Ursache behebst, kommt das Problem nicht wieder.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sofort den Host neu starten, ohne zu prüfen, welche anderen VMs darauf laufen. Damit erzeugst du eine zweite Störung.
  • Einen alten Prüfpunkt einfach löschen, ohne zu wissen, ob jemand ihn für ein Rollback braucht.
  • Bei Microsoft-365-Problemen lange am Client suchen, statt zuerst Service Health zu prüfen.
  • Im Ticket nur 'gelöst' schreiben. Ohne Ursache und Lösung hilft der Eintrag niemandem.
  • Zu spät eskalieren, weil man es unbedingt selbst lösen will, während 50 Leute warten.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Schreibe deine Hypothese auf, bevor du etwas änderst. Das zeigt den Prüfenden, dass du systematisch vorgehst.
  • Ändere immer nur eine Sache auf einmal und teste danach. Sonst weisst du nicht, was geholfen hat.
  • Halte Zeitstempel fest: Beginn, Eingrenzung, Lösung. Viele Bewertungsraster achten auf eine lückenlose Dokumentation.
  • Wenn du nicht weiterkommst: eskaliere bewusst und begründet. Eine gute Übergabe gibt auch Punkte.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Incident
Ungeplante Unterbrechung oder Qualitätsminderung eines IT-Dienstes.
Hypervisor
Software, die physische Hardware auf mehrere virtuelle Maschinen aufteilt, z.B. Hyper-V oder ESXi.
Prüfpunkt / Snapshot
Gespeicherter Zustand einer VM, zu dem man zurückkehren kann. Kein Ersatz für ein Backup.
Virtueller Switch
Software-Switch im Host, über den VMs miteinander und mit dem physischen Netz verbunden sind.
Service Health
Bereich im Microsoft 365 Admin Center mit aktuellen Störungen und Wartungsmeldungen des Anbieters.
Conditional Access
Regeln in Entra ID, die den Zugriff je nach Gerät, Standort oder Risiko erlauben oder blockieren.
Workaround
Vorübergehende Umgehungslösung, damit Benutzende weiterarbeiten können, bis die Ursache behoben ist.
SLA
Service Level Agreement: vereinbarte Reaktions- und Lösungszeiten für Störungen.

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Ah, dann kommt sie zweimal vor …
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