327

Systeme & Betrieb · Automatisierung

Automatisierungstechnologien einsetzen

Du lernst, wiederkehrende Arbeiten im Support wie Geräte einrichten, Benutzer anlegen oder Berichte erstellen mit Skripten, Workflows und Geräteverwaltung zu automatisieren.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 24 Std. SelbststudiumICT-Fachleute: 2. Lehrjahr · üK
#Automatisierung#PowerShell#Power Automate#Autopilot#Intune#Winget#Geplante Aufgaben#Onboarding#Low-Code

Überblick

Worum geht es?

Viele Aufgaben im ICT-Support wiederholen sich: neue Mitarbeitende einrichten, Software auf 40 Laptops installieren, jeden Freitag eine Liste mit veralteten Geräten erstellen. In diesem Modul erkennst du solche Abläufe und wählst das passende Werkzeug: Autopilot und Intune für die Geräteeinrichtung, PowerShell für Aufgaben auf Systemen, Power Automate für Abläufe zwischen Formularen, Mails und Teams. Du baust kleine, sichere Automatisierungen, testest sie gründlich und dokumentierst sie, damit das Team sie weiterbetreiben kann. Am Ende kannst du einen manuellen Ablauf analysieren und eine funktionierende Automatisierung dafür umsetzen.

Wofür brauchst du das?

Supportteams in Schweizer KMU sind klein. Jede Stunde, die nicht für das manuelle Einrichten eines Laptops draufgeht, steht für echte Probleme zur Verfügung. Automatisierte Abläufe sind zudem einheitlicher und weniger fehleranfällig. Das Modul baut auf 122 (Scriptsprache) und 187 (Arbeitsplatz) auf und ist eine gute Grundlage für den Alltag im 3. Lehrjahr und für weiterführende Module wie 190.

Das solltest du schon können

  • Einfache Skripte mit Variablen, Schleifen und Bedingungen schreiben und ausführen (Modul 122)
  • Einen Windows-Arbeitsplatz manuell einrichten und Software installieren (Modul 187)
  • Grundkenntnisse in Microsoft 365: Benutzer, Gruppen, Lizenzen im Admin Center

Typische Tools & Technologien

PowerShell 7Microsoft Power AutomateWindows AutopilotMicrosoft IntuneWingetWindows-AufgabenplanungMicrosoft GraphVisual Studio Code

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Wiederkehrende Abläufe analysieren und das Automatisierungspotenzial bewerten

    Kompetenz A

    Du beschreibst einen Ablauf Schritt für Schritt, misst den Zeitaufwand und schätzt ab, ob sich eine Automatisierung lohnt. Nicht jeder Ablauf ist geeignet: Wenn er sich ständig ändert oder viel Bauchgefühl braucht, bleibt er besser manuell.

    Situation

    Im Support einer Bauunternehmung mit 150 Mitarbeitenden dauert das Onboarding pro Person ca. 90 Minuten. Pro Jahr gibt es rund 40 Eintritte.

    Deine Aufgabe

    Analysiere den Ablauf und berechne den möglichen Nutzen.

    Gutes Ergebnis

    Ablauf mit 14 Schritten dokumentiert. 10 Schritte sind regelbasiert (Konto, Lizenz, Gruppen, Laptop, Software). Einsparung ca. 60 Minuten pro Eintritt, also 40 Stunden pro Jahr. Aufwand für die Umsetzung ca. 16 Stunden. Empfehlung: umsetzen.

    ProzessaufnahmeZeitaufwandNutzen-Aufwand-Vergleichregelbasiert vs. ErmessenAusnahmefälle
  2. 2

    Das passende Automatisierungswerkzeug für eine Aufgabe auswählen

    Kompetenz B

    Du kennst die Stärken der gängigen Werkzeuge: Intune und Autopilot für Geräte, PowerShell für Systeme und Massenänderungen, Power Automate für Abläufe mit Formularen, Mails und Genehmigungen, die Aufgabenplanung für zeitgesteuerte Skripte.

    Situation

    Die Personalabteilung möchte, dass Material für neue Mitarbeitende (Laptop, Handy, Badge) per Formular bestellt und von der Abteilungsleitung genehmigt wird.

    Deine Aufgabe

    Wähle ein Werkzeug und begründe die Wahl.

    Gutes Ergebnis

    Power Automate mit Microsoft Forms: Formular löst Genehmigung an die Abteilungsleitung aus, bei Ja entsteht automatisch ein Ticket im Support-Postfach und ein Eintrag in einer SharePoint-Liste. PowerShell wäre hier zu technisch für die Fachabteilung.

    PowerShellPower AutomateIntune / AutopilotAufgabenplanungLow-Code
  3. 3

    Die Einrichtung von Endgeräten mit Autopilot und Intune automatisieren

    Kompetenz C

    Statt jedes Gerät von Hand aufzusetzen, registrierst du es bei Autopilot. Die Person packt den Laptop aus, meldet sich an, und Intune installiert Apps, Einstellungen, WLAN-Profil und Drucker automatisch.

    Situation

    Eine Versicherungsagentur tauscht 35 Laptops aus. Bisher hat der Support jeden Laptop 2 Stunden lang mit einem Image und Handarbeit eingerichtet.

    Deine Aufgabe

    Richte den Austausch so ein, dass die Laptops direkt vom Händler zu den Mitarbeitenden gehen können.

    Gutes Ergebnis

    Händler registriert die Hardware-IDs im Autopilot. Profil mit Entra Join, Gruppen-Tag 'AGENTUR'. Dynamische Gruppe erhält Office, Adobe Reader, VPN-Client, WLAN-Profil und Drucker. Einrichtung durch die Mitarbeitenden in ca. 40 Minuten ohne Support.

    AutopilotHardware-HashDynamische GruppeEnrollment Status PageApp-ZuweisungWinget
  4. 4

    Administrative Aufgaben mit PowerShell-Skripten automatisieren

    Kompetenz D

    Du schreibst Skripte, die Daten aus einer CSV-Datei lesen, Änderungen an vielen Objekten vornehmen und das Ergebnis protokollieren. Dabei nutzt du Parameter, Fehlerbehandlung und testest mit -WhatIf, bevor du etwas wirklich änderst.

    Situation

    Zum Lehrbeginn im August müssen 18 Lernende in Microsoft 365 angelegt werden. Die Liste kommt als Excel-Datei aus dem HR.

    Deine Aufgabe

    Schreibe ein Skript, das alle Konten anlegt, Lizenzen zuweist und Gruppen setzt.

    Gutes Ergebnis

    Skript liest die CSV, legt Konten über Microsoft Graph PowerShell an, weist die Lizenz 'Microsoft 365 Business Premium' und die Gruppen 'Lernende' und 'Standort-Zürich' zu. Fehler wie doppelte Namen landen in einer Logdatei. Testlauf mit 2 Einträgen, dann alle 18 in 3 Minuten.

    Import-Csvforeachtry / catch-WhatIfMicrosoft Graph PowerShellLogdatei
  5. 5

    Abläufe zwischen Diensten mit Power Automate verbinden

    Kompetenz E

    Du baust Flows, die auf ein Ereignis reagieren (Formular, Mail, Datei, Zeitplan) und daraus Aktionen auslösen (Genehmigung, Nachricht in Teams, Eintrag in einer Liste). Du achtest auf Fehlerpfade und darauf, unter welchem Konto der Flow läuft.

    Situation

    Jeden Montag schaut eine Supporterin manuell nach, welche Laptops seit über 30 Tagen nicht mehr mit Intune synchronisiert haben, und schreibt den Teamleitungen.

    Deine Aufgabe

    Automatisiere diesen Wochenbericht.

    Gutes Ergebnis

    Geplanter Flow am Montag 7:00 ruft per Graph-Abfrage die Geräte ab, filtert auf 'letzte Synchronisierung älter als 30 Tage' und schickt jeder Teamleitung eine Teams-Nachricht mit ihren Geräten. Bei Fehler geht eine Mail an das Support-Postfach.

    TriggerAktionBedingungKonnektorGenehmigungDienstkonto
  6. 6

    Automatisierungen sicher testen, dokumentieren und betreiben

    Kompetenz F

    Eine Automatisierung, die niemand versteht, wird zum Risiko. Du testest zuerst in einer Testumgebung, vergibst nur nötige Rechte, speicherst keine Passwörter im Klartext, versionierst Skripte und schreibst eine kurze Betriebsdokumentation.

    Situation

    Ein Kollege hat ein Skript zum Löschen alter Benutzerprofile geschrieben, das mit seinem persönlichen Admin-Konto als geplante Aufgabe läuft. Er verlässt die Firma.

    Deine Aufgabe

    Überführe das Skript in einen sauberen Betrieb.

    Gutes Ergebnis

    Skript in ein Git-Repository des Teams übernommen, Passwort aus dem Skript entfernt, Ausführung über ein Dienstkonto mit minimalen Rechten. Testlauf auf zwei Geräten mit -WhatIf. README mit Zweck, Zeitplan, Verantwortlicher Person und Vorgehen bei Fehlern.

    TestumgebungLeast PrivilegeSecret ManagementVersionierungBetriebsdokumentation

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Automatisierungspotenzial erkennen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Werkzeug wählen

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Geräte automatisch einrichten

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

PowerShell-Skripte

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Workflows mit Power Automate

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Sicher betreiben

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Saisonstart ohne Handarbeit bei den Bergbahnen Hochalp

Matteo ist im 2. Lehrjahr als ICT-Fachmann in der Informatik der Bergbahnen Hochalp AG in Wildhaus, 60 Festangestellte und rund 90 Saisonmitarbeitende. Jeden Dezember verbringt das IT-Team fast eine Woche damit, Konten und Geräte für die Saison einzurichten, und im April werden Konten vergessen. Matteo soll herausfinden, was sich automatisieren lässt, und es umsetzen.

  1. Kapitel 1

    Wo die Zeit im Dezember bleibt

    Matteo begleitet den Support beim Saisonstart und misst 25 Minuten pro Person für Konto, Lizenz, Gruppen, Tablet und eine Mail an den Badge-Verantwortlichen. Bei 90 Personen sind das über 37 Stunden, dazu kommen 6 Konten, die im letzten April nicht gesperrt wurden. Für die Konten wählt er PowerShell mit Microsoft Graph, für den Antrag Power Automate und für die Kassen-Tablets Intune. Die Badge-Software hat keine Schnittstelle, diesen Schritt lässt er bewusst manuell.

    Ziel 1Ziel 2

  2. Kapitel 2

    90 Konten aus einer Liste

    Die Personalabteilung liefert eine CSV-Datei mit Name, Abteilung, Start- und Enddatum. Matteo schreibt ein Skript, das die Konten über Microsoft Graph anlegt, Lizenzen und Gruppen zuweist und jede Zeile protokolliert. Der Testlauf mit -WhatIf zeigt vier ungültige Anmeldenamen, weil Namen wie Müller oder Nuñez Sonderzeichen enthalten. Er ergänzt eine Funktion, die ü zu ue und ñ zu n umwandelt, und fängt Fehler pro Zeile mit try und catch ab.

    Ziel 4

  3. Kapitel 3

    Kassen-Tablets aus der Schachtel

    Für die 12 Kassen-Tablets an der Talstation registriert Matteo die Hardware-Hashes bei Autopilot und erstellt ein Profil für den Selbstbereitstellungsmodus. Das erste Tablet bleibt 45 Minuten bei der Installation der Apps stehen. In den Intune-Berichten sieht er, dass die Kassen-App eine Laufzeitumgebung braucht, die erst später installiert wurde. Nachdem er die Abhängigkeit festgelegt hat, ist das nächste Tablet nach 22 Minuten betriebsbereit.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Eintritt und Austritt per Formular

    Teamleitende melden neue Saisonmitarbeitende jetzt über ein Formular. Ein Flow holt die Genehmigung der Personalabteilung ein, schreibt den Eintrag in eine SharePoint-Liste und meldet ihn im Teams-Kanal der IT, das Skript liest die Liste jede Nacht. Als die Personalchefin in den Ferien ist, bleiben Anträge drei Tage liegen. Matteo ergänzt ein Zeitlimit von 48 Stunden, nach dem die Anfrage an ihre Stellvertretung geht.

    Ziel 5Ziel 2

  5. Kapitel 5

    Damit es nächsten Winter noch läuft

    Im Review merkt Matteos Berufsbildner an, dass das Skript mit Matteos Konto und globalen Adminrechten läuft. Matteo erstellt eine App-Registrierung mit genau den nötigen Graph-Rechten und einem Zertifikat statt eines Passworts. Das Skript kommt in ein Git-Repository mit Betriebsanleitung, und Fehler gehen per Mail an die IT-Adresse statt an ihn persönlich. Nach dem Test im Test-Tenant läuft der Saisonstart im Dezember in 6 statt 37 Stunden.

    Ziel 6

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Abläufe sichtbar machen

    ca. 3 Std.

    Du lernst, manuelle Abläufe aufzunehmen und zu bewerten, bevor du an Technik denkst.

    • Drei wiederkehrende Aufgaben aus dem Lehrbetrieb Schritt für Schritt aufschreiben
    • Für jede Aufgabe Häufigkeit und Zeitaufwand pro Durchlauf schätzen
    • Mit einer einfachen Tabelle entscheiden, welche sich zu automatisieren lohnt

    Trainiert Kompetenz A1A2B1

    Lernziel12

  2. 2

    PowerShell für Admins

    ca. 5 Std.

    Du baust auf deinem Skriptwissen auf und lernst die Muster, die im Support am häufigsten vorkommen.

    • Ein Skript schreiben, das eine CSV einliest und pro Zeile eine Aktion ausführt
    • Fehlerbehandlung mit try/catch und Ausgabe in eine Logdatei ergänzen
    • Mit Winget per Skript fünf Programme installieren und aktualisieren

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  3. 3

    Geräte ohne Handarbeit

    ca. 5 Std.

    Du richtest Autopilot in einem Test-Tenant ein und erlebst die automatische Einrichtung eines Geräts.

    • Den Hardware-Hash einer VM auslesen und in Autopilot importieren
    • Ein Autopilot-Profil und eine dynamische Gruppe anlegen
    • Drei Apps und ein Konfigurationsprofil zuweisen und die Einrichtung durchspielen

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Flows mit Power Automate

    ca. 4 Std.

    Du baust Abläufe, die Formulare, Mails, Listen und Teams verbinden.

    • Einen Flow 'Formular einreichen, Genehmigung, Teams-Nachricht' bauen
    • Einen geplanten Flow erstellen, der jeden Morgen eine Zusammenfassung verschickt
    • Einen Fehlerpfad einbauen und absichtlich auslösen

    Trainiert Kompetenz E1E2B2

    Lernziel52

  5. 5

    Sicher in den Betrieb

    ca. 3 Std.

    Du lernst, wie aus einem funktionierenden Skript eine verlässliche Lösung für das ganze Team wird.

    • Ein eigenes Skript in einem Git-Repository versionieren
    • Ein Passwort aus einem Skript entfernen und durch eine sichere Lösung ersetzen
    • Eine Betriebsdokumentation mit Zweck, Auslöser, Rechten und Fehlerfall schreiben

    Trainiert Kompetenz F1F2F3

    Lernziel6

  6. 6

    Eigenes Automatisierungsprojekt

    ca. 4 Std.

    Du automatisierst einen echten Ablauf aus deinem Lehrbetrieb von der Analyse bis zur Übergabe.

    • Ablauf aufnehmen, Nutzen berechnen und Werkzeug begründen
    • Lösung umsetzen, testen und dokumentieren
    • Das Ergebnis dem Team vorstellen und Rückmeldungen einarbeiten

    Trainiert Kompetenz A3D3E3F2

    Lernziel1456

Üben

Übungen aus der Praxis

Software-Updates per Skript

Einstieg Einstieg

Auf den 12 Laptops einer Werbeagentur sind Chrome, 7-Zip, VLC und Adobe Reader in unterschiedlichen Versionen installiert. Der Support aktualisiert sie bisher von Hand.

Weist nach D1D2

  1. Mit Winget auf einem Testgerät die installierten Versionen auflisten
  2. Ein Skript schreiben, das die vier Programme aktualisiert und das Ergebnis in eine Logdatei schreibt
  3. Das Skript als geplante Aufgabe jeden Mittwoch um 12:15 Uhr einrichten
Tipp anzeigen

winget upgrade --id <Paket-ID> --silent ist dein Freund. Die Paket-IDs findest du mit winget list.

Lösungsskizze anzeigen

Array mit den vier Paket-IDs, foreach-Schleife mit winget upgrade --id ... --silent --accept-package-agreements, Ergebnis mit Datum per Add-Content in C:\Logs\updates.log. Aufgabenplanung mit Ausführung als SYSTEM. Später besser über Intune verteilen.

Onboarding-Anfrage mit Genehmigung

Fortgeschritten Fortgeschritten

In einem Spital in der Ostschweiz meldet HR neue Mitarbeitende per Mail an den Support. Oft fehlen Angaben wie Abteilung oder Starttermin, und Material wird zu spät bestellt.

Weist nach A2B2E2

  1. Ein Microsoft-Forms-Formular mit allen Pflichtangaben erstellen
  2. Einen Flow bauen: Genehmigung durch die Abteilungsleitung, danach Eintrag in einer SharePoint-Liste
  3. Bei Genehmigung eine Teams-Nachricht an den Support und eine Bestätigung an HR senden
  4. Einen Pfad für abgelehnte Anfragen einbauen
Tipp anzeigen

Pflichtfelder im Formular lösen das Problem der fehlenden Angaben. Plane auch, was passiert, wenn niemand genehmigt.

Lösungsskizze anzeigen

Forms mit Pflichtfeldern Name, Abteilung, Funktion, Starttermin, Geräte. Flow: Trigger 'neue Antwort', Antwortdetails abrufen, Genehmigung starten und warten (mit Timeout 3 Tage und Erinnerung). Ja: SharePoint-Eintrag, Teams-Nachricht im Support-Kanal, Mail an HR. Nein: Mail an HR mit Begründung.

Lehrbeginn ohne Handarbeit

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Industrieunternehmen im Kanton Aargau stellt jedes Jahr 25 Lernende ein. Bisher dauert die Einrichtung von Konten und Laptops eine ganze Woche Support-Arbeit. Ziel: Am ersten Tag funktioniert alles, mit maximal einem Tag Aufwand.

Weist nach A3C3D3E3F3

  1. Den heutigen Ablauf aufnehmen und den Aufwand berechnen
  2. Eine Lösung mit PowerShell (Konten), Autopilot/Intune (Geräte) und Power Automate (Info an Berufsbildende) entwerfen
  3. Das Skript für die Konten mit Testmodus und Logdatei umsetzen
  4. Einen Testplan mit zwei Testkonten und einem Testgerät erstellen
  5. Eine Betriebsdokumentation für das nächste Jahr schreiben
Tipp anzeigen

Denk an die Reihenfolge: Ein Gerät kann erst richtig eingerichtet werden, wenn das Konto und die Gruppenmitgliedschaft existieren.

Lösungsskizze anzeigen

1. HR liefert CSV, Skript legt Konten mit Lizenz und Gruppe 'Lernende-2026' an (Testlauf mit -WhatIf). 2. Laptops vom Händler in Autopilot, Gruppen-Tag 'LERNENDE', dynamische Gruppe mit Apps und Profilen. 3. Flow schickt den Berufsbildenden eine Übersicht mit Benutzername und Gerät. Testplan mit 2 Konten. Doku mit Ablauf, Zeitplan (CSV bis 1. Juli), Verantwortlichkeiten.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wann lohnt sich eine Automatisierung nicht?

Wenn der Ablauf selten vorkommt, sich ständig ändert oder viele Einzelentscheide braucht. Dann ist der Aufwand für Bau und Pflege höher als der Nutzen.

Was macht der Parameter -WhatIf in PowerShell?

Er zeigt an, was ein Befehl tun würde, ohne es wirklich auszuführen. So testest du gefahrlos.

Was ist der Vorteil von Autopilot gegenüber einem klassischen Image?

Das Gerät wird direkt aus der Verpackung über das Internet eingerichtet. Kein Image pflegen, kein Gerät muss physisch in die IT.

Aus welchen Grundbausteinen besteht ein Power-Automate-Flow?

Aus einem Trigger, der den Flow startet, und Aktionen, die danach ausgeführt werden, ergänzt durch Bedingungen und Schleifen.

Warum sollte ein Skript nicht unter deinem persönlichen Admin-Konto laufen?

Es hat dann mehr Rechte als nötig und hört auf zu funktionieren, wenn du das Passwort änderst oder die Firma verlässt.

Wie installierst du mit Winget ein Programm ohne Rückfragen?

Mit winget install --id <Paket-ID> --silent und den Optionen, die die Lizenzbedingungen akzeptieren.

Was gehört in eine Betriebsdokumentation einer Automatisierung?

Zweck, Auslöser oder Zeitplan, benötigte Rechte und Konten, Ablageort, verantwortliche Person und Vorgehen bei Fehlern.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt in der Produktion testen. Ein Fehler in einer Schleife ändert dann sofort 200 Konten.
  • Passwörter im Klartext im Skript speichern.
  • Einen Ablauf automatisieren, der vorher nicht sauber definiert war. Dann wird nur das Chaos schneller.
  • Flows mit dem eigenen persönlichen Konto bauen, sodass sie bei Abwesenheit oder Austritt ausfallen.
  • Keine Logdatei schreiben. Wenn etwas schiefgeht, weiss niemand, was das Skript getan hat.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Beginne mit einer kurzen Ablaufskizze und begründe die Wahl des Werkzeugs. Das wird oft bewertet.
  • Zeige, dass du getestet hast: Testlauf mit -WhatIf, Testkonto, Screenshot des Flow-Verlaufs.
  • Kommentiere Skripte knapp: was der Block tut, nicht jede Zeile.
  • Rechne den Nutzen in Stunden pro Jahr vor. Das macht deine Lösung für Vorgesetzte nachvollziehbar.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Autopilot
Microsoft-Dienst, mit dem neue Windows-Geräte direkt aus der Verpackung automatisch eingerichtet werden.
Hardware-Hash
Eindeutige Kennung eines Geräts, mit der es bei Autopilot registriert wird.
Winget
Paketmanager von Windows, mit dem Programme per Befehl installiert und aktualisiert werden.
Power Automate
Low-Code-Dienst von Microsoft, um Abläufe zwischen Apps und Diensten zu automatisieren.
Trigger
Ereignis, das eine Automatisierung startet, z.B. eine neue Mail oder ein Zeitplan.
Microsoft Graph
Schnittstelle, über die Skripte und Flows auf Daten von Microsoft 365, Entra ID und Intune zugreifen.
Dienstkonto
Technisches Konto, das nur für eine Automatisierung genutzt wird und genau die nötigen Rechte hat.
Idempotenz
Ein Skript liefert dasselbe Ergebnis, egal ob es einmal oder mehrmals ausgeführt wird.

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Mein JOIN liefert plötzlich doppelte Zeilen. Was mache ich falsch?
Gute Frage! Schau dir die Spalte an, über die du verbindest: Ist sie in beiden Tabellen eindeutig? Was passiert mit einer Kundin, die zwei Bestellungen hat?
Ah, dann kommt sie zweimal vor …
Genau. Willst du die Bestellungen zählen oder nur die Kundinnen sehen? Je nachdem hilft dir GROUP BY oder DISTINCT.

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So helfen wir dir bei Modul 327

  • Wir gehen mit dir Skripte aus deinem Lehrbetrieb Zeile für Zeile durch und bauen gemeinsam Fehlerbehandlung, Logging und Testmodus ein.
  • Wir richten mit dir in einem Test-Tenant Autopilot und Intune ein, damit du eine automatische Geräteeinrichtung einmal komplett erlebt hast.
  • Wir helfen dir, einen echten Ablauf aus deinem Betrieb aufzunehmen, den Nutzen zu berechnen und das passende Werkzeug zu begründen.
  • Vor dem üK-Kompetenznachweis üben wir typische Aufgaben unter Zeitdruck: CSV-Import, Winget-Skript und einen Flow mit Genehmigung.

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