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Systeme & Betrieb · Deeskalation (EN)

Konflikte im Support erkennen und deeskalieren (Englisch)

Du lernst, verärgerte Benutzende auf Englisch zu beruhigen, sachlich zu bleiben und gemeinsam zu einer Lösung zu kommen, ohne dich selbst aufzureiben.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 18 Std. SelbststudiumICT-Fachleute: 3. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Deeskalation#Konfliktlösung#Kommunikation#Englisch#Servicedesk#Kundenservice#Aktives Zuhören#Beschwerdemanagement

Überblick

Worum geht es?

Im Support triffst du Menschen oft in einem schlechten Moment: Die Präsentation beginnt in zehn Minuten, das Ticket ist zum dritten Mal offen oder der Laptop ist kurz vor dem Kundentermin abgestürzt. In diesem Modul erkennst du früh, wenn sich ein Konflikt anbahnt, und setzt gezielt Techniken ein: aktiv zuhören, Gefühle anerkennen, sachlich formulieren, Erwartungen klar machen. Du übst das am Telefon, im Chat und in E-Mails auf Englisch. Ausserdem lernst du, wann du Grenzen setzen oder an deine Teamleitung übergeben musst und wie du schwierige Fälle nachbereitest.

Wofür brauchst du das?

Ein einziger schlecht geführter Konflikt kann das Vertrauen einer ganzen Abteilung in die IT beschädigen. Wer ruhig bleibt und souverän deeskaliert, macht aus einer Beschwerde oft eine positive Erfahrung. In Schweizer Unternehmen mit internationalen Teams, etwa in Basel, Zug oder Genf, findet das häufig auf Englisch statt. Das Modul baut direkt auf 437 (Supportarbeiten) auf und ergänzt 370 (Kommunikation in einer Fremdsprache).

Das solltest du schon können

  • Supportanfragen aufnehmen, Tickets dokumentieren und die Eskalationsstufen kennen (Modul 437)
  • Englische Fachtexte verstehen und kurze Zusammenfassungen auf Englisch schreiben (Modul 334)
  • Englischkenntnisse auf Niveau B1: einfache Gespräche am Telefon führen

Typische Tools & Technologien

Microsoft Teams (Telefonie, Chat)OutlookJira Service Management / ServiceNowGesprächsleitfadenPhrasenlisteFeedback- und CSAT-Umfragen

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Frühe Anzeichen eines Konflikts erkennen

    Kompetenz A

    Du achtest auf Warnsignale wie gereizten Ton, Wiederholungen, Grossbuchstaben in E-Mails, Drohungen mit Vorgesetzten oder ein Ticket, das immer wieder geöffnet wird. Du erkennst, was hinter dem Ärger steckt: Zeitdruck, Angst vor Datenverlust oder das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

    Situation

    Ein Ticket zu einem Sync-Problem mit OneDrive wurde zum dritten Mal geöffnet. Die neue Nachricht lautet: «This is the THIRD time I'm reporting this. Does anybody actually read these tickets?»

    Deine Aufgabe

    Analysiere, welche Signale und welches Bedürfnis hinter der Nachricht stecken.

    Gutes Ergebnis

    Signale: Wiederholung, Grossbuchstaben, Vorwurf an das Team. Bedürfnis: Die Person will ernst genommen werden und eine dauerhafte Lösung statt einer weiteren Standardantwort. Du übernimmst das Ticket persönlich und rufst an, statt erneut schriftlich zu antworten.

    WarnsignaleBedürfnis hinter dem ÄrgerEskalationsstufen eines KonfliktsKanalwechsel
  2. 2

    Mit aktivem Zuhören und Empathie Spannung abbauen

    Kompetenz B

    Du lässt die Person ausreden, unterbrichst nicht und zeigst, dass du verstanden hast: Du fasst zusammen und benennst das Gefühl. Erst wenn die Person sich gehört fühlt, ist sie bereit für eine Lösung.

    Situation

    Eine Sales-Managerin ruft fünf Minuten vor einem Kundencall an: «My laptop just died and nobody in IT ever picks up the phone!»

    Deine Aufgabe

    Reagiere in den ersten 30 Sekunden so, dass sie sich ernst genommen fühlt.

    Gutes Ergebnis

    «I understand, that's really stressful with your client call starting in five minutes. Let's sort this out right now. First, can you join the call from your phone with the Teams app? Then I'll take care of your laptop right after.» Die Managerin beruhigt sich, weil sie sofort eine Lösung für ihr eigentliches Problem hat.

    Aktives ZuhörenParaphrasierenEmpathie-AussageBedürfnis zuerst lösen
  3. 3

    Sachlich und lösungsorientiert formulieren

    Kompetenz C

    Du ersetzt Sätze, die blockieren, durch Sätze, die Möglichkeiten zeigen. Statt «I can't do that» sagst du, was du tun kannst. Du vermeidest Schuldzuweisungen und Reizwörter wie «calm down» oder «that's not my job».

    Situation

    Ein Mitarbeiter verlangt am Telefon, dass du ihm sofort Admin-Rechte gibst, damit er ein Tool installieren kann. Die Richtlinie verbietet das.

    Deine Aufgabe

    Lehne die Forderung ab, ohne dass das Gespräch kippt.

    Gutes Ergebnis

    Statt «No, that's not allowed» sagst du: «I can't give you admin rights because of our security policy, but what I can do is install the tool for you right now via Company Portal, or, if it's not available there, request it for you. That usually takes one working day.»

    Positive SpracheIch-BotschaftReizwörter vermeidenAlternative anbieten
  4. 4

    Erwartungen und Grenzen klar und verbindlich kommunizieren

    Kompetenz C

    Viele Konflikte entstehen, weil Benutzende etwas anderes erwarten, als die IT liefern kann. Du nennst konkrete Zeiten, erklärst den Grund für eine Regel in einem Satz und versprichst nur, was du halten kannst.

    Situation

    Ein Geschäftsleitungsmitglied in einem Handelsunternehmen in Genf will heute noch ein neues MacBook. Laut Prozess dauert die Beschaffung fünf Arbeitstage.

    Deine Aufgabe

    Kläre die Erwartung, ohne die Person vor den Kopf zu stossen.

    Gutes Ergebnis

    «I understand you need a new device quickly. A new MacBook has to be ordered and set up, which takes up to five working days. What I can offer today is a fully set-up loaner laptop, and I'll mark your order as urgent. I'll update you on Thursday at the latest.»

    ErwartungsmanagementSLA kommunizierenVerbindlichkeitUnder-promise, over-deliver
  5. 5

    Verärgerte E-Mails und Ticket-Kommentare deeskalierend beantworten

    Kompetenz D

    Schriftlich fehlen Tonfall und Mimik, darum wirkt alles schnell kühl. Du antwortest nach einer klaren Struktur: danken, Ärger anerkennen, Fakten nennen, nächste Schritte mit Termin. Wenn es heikel ist, greifst du lieber zum Telefon.

    Situation

    Eine Teamleiterin aus der Londoner Niederlassung schreibt: «Our shared mailbox has been broken for two days. This is unacceptable. I'm escalating this to your manager.»

    Deine Aufgabe

    Schreibe eine Antwort, die deeskaliert und konkret ist.

    Gutes Ergebnis

    «Dear Ms Taylor, thank you for your message, and I'm sorry for the trouble this is causing your team. We have identified that the mailbox permissions were removed during a migration on Monday. I restored them at 10:15 today. Could you please check if your team can access the mailbox again? I will call you at 14:00 to make sure everything works. Kind regards, ...»

    AntwortstrukturTonalitätEntschuldigung ohne SchuldzuweisungKonkreter TerminKanalwahl
  6. 6

    Grenzen setzen und rechtzeitig an die Teamleitung übergeben

    Kompetenz E

    Beleidigungen oder Drohungen musst du nicht hinnehmen. Du setzt eine klare, ruhige Grenze, dokumentierst den Vorfall und übergibst bei Bedarf an deine Teamleitung. Danach nimmst du dir kurz Zeit, um runterzukommen, bevor du den nächsten Anruf annimmst.

    Situation

    Ein Anrufer wird nach mehreren Minuten persönlich beleidigend und flucht.

    Deine Aufgabe

    Setze eine Grenze und reagiere korrekt, falls er weitermacht.

    Gutes Ergebnis

    «I want to help you solve this, but I can't continue if you keep using that language.» Als er weiterflucht: «I'm going to end the call now. My team lead will contact you today.» Du dokumentierst im Ticket sachlich den Ablauf mit Uhrzeit und informierst deine Teamleitung.

    Grenze setzenHierarchische EskalationVorfall dokumentierenSelbstschutz
  7. 7

    Schwierige Fälle nachbereiten und daraus lernen

    Kompetenz F

    Nach einem Konflikt prüfst du, was ihn ausgelöst hat und ob ein Prozess, eine Information oder ein Wissensartikel fehlt. Ein kurzer Follow-up-Kontakt zeigt der Person, dass sie wichtig ist, und repariert oft die Beziehung.

    Situation

    Der OneDrive-Konflikt ist gelöst. Ursache war ein zu langer Dateipfad, den die ersten beiden Bearbeitenden übersehen hatten.

    Deine Aufgabe

    Bereite den Fall im Team nach und schliesse mit der Benutzerin ab.

    Gutes Ergebnis

    Du schreibst einen Wissensartikel zu Pfadlängen in OneDrive, schlägst im Team-Meeting eine Regel vor (Tickets, die zum zweiten Mal geöffnet werden, gehen an eine erfahrene Person) und rufst die Benutzerin eine Woche später an: «I just wanted to check that everything is still working fine.»

    FallbesprechungUrsachenanalyseFollow-upProzessverbesserung

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Konflikte früh erkennen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Zuhören und Empathie

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Lösungsorientiert formulieren und Erwartungen klären

Ziel 3Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Schriftlich deeskalieren

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Grenzen setzen und übergeben

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Fälle nachbereiten

Ziel 7

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Der Sitzungsraum, der immer am Montag ausfällt

Aylin ist im 3. Lehrjahr als ICT-Fachfrau bei einem IT-Dienstleister in Baar mit 90 Mitarbeitenden, der internationale Firmen auf Englisch betreut. Ein Rohstoffhändler in Zug beschwert sich, weil das Teams-Meetingsystem im Sitzungszimmer der Geschäftsleitung immer wieder ausfällt. Das Ticket wurde bereits dreimal geschlossen und wieder geöffnet, die Stimmung ist angespannt.

  1. Kapitel 1

    Die vierte Wiedereröffnung

    Am Montagmorgen öffnet die Office Managerin Claire das Ticket zum vierten Mal: «Again?! Does anyone actually read these tickets?» In Kopie steht der Account Manager. Aylin erkennt die Signale: Wiederholung, Ausrufezeichen, Vorgesetzte in Kopie und ein Board Meeting am Donnerstag. Sie erhöht die Priorität und ruft an, statt noch einen Kommentar zu schreiben.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Erst zuhören

    Claire redet vier Minuten ohne Pause, Aylin unterbricht nicht und notiert mit. Dann fasst sie zusammen: «So the room fails right when the meeting starts, and your CEO had to move a client call twice. That's really frustrating.» Claire wird ruhiger und erwähnt ein neues Detail: Es passiert immer am Montagmorgen. Das ist der erste echte Hinweis auf die Ursache.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Was bis Donnerstag möglich ist

    Claire verlangt noch heute ein neues Gerät. Aylin weiss, dass die Beschaffung fünf Arbeitstage dauert, und sagt statt «That's not possible»: «What I can do for Thursday is this.» Sie sagt einen Techniker um 07:30 Uhr vor dem Meeting zu, einen Ersatz-Laptop mit Teams als Rückfallebene und eine Ursachenanalyse bis Freitag. Alles bestätigt sie zehn Minuten später schriftlich mit Uhrzeiten.

    Ziel 3Ziel 4

  4. Kapitel 4

    Die Mail des Finanzchefs

    Am Nachmittag schreibt der Finanzchef: «This is unacceptable. We are paying for premium support.» Aylin entwirft eine Antwort nach ihrer Struktur: Anliegen anerkennen, Fakten, Massnahmen mit Zeiten, nächstes Update. Ihr Teamleiter streicht dreimal «unfortunately» und einen Satz, der dem Netzwerk des Kunden die Schuld gibt. Der Finanzchef antwortet knapp: «Thank you, keep me posted.»

    Ziel 5

  5. Kapitel 5

    Eine Grenze und ein Rückblick

    Am Mittwoch beschimpft ein Mitarbeiter des Kunden Aylin am Telefon persönlich. Sie weist einmal ruhig darauf hin, dass sie so nicht weitersprechen kann, beendet dann das Gespräch nach Leitfaden und übergibt an ihren Teamleiter Marco. Nach der Lösung, einem automatischen Update-Neustart am Sonntag, schreibt sie eine Nachbereitung mit Zeitachse und drei Lehren. Neu geht ein Ticket ab der zweiten Wiedereröffnung automatisch an den 2nd Level, und die Kundenzufriedenheit steigt von 1 auf 4 Punkte.

    Ziel 6Ziel 7

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Konflikte verstehen

    ca. 3 Std.

    Du lernst, wie Konflikte im Support entstehen und eskalieren, und analysierst echte Beispiele.

    • Zehn anonymisierte Tickets oder E-Mails auf Warnsignale und Bedürfnisse untersuchen
    • Typische Auslöser im eigenen Lehrbetrieb sammeln, zum Beispiel Wartezeiten oder Rückfragen
    • Die Stufen eines Konflikts an einem Beispiel durchgehen

    Trainiert Kompetenz A1

    Lernziel1

  2. 2

    Zuhören und Gefühle anerkennen

    ca. 3 Std.

    Du trainierst aktives Zuhören und baust dir eine Sammlung englischer Empathie-Aussagen auf.

    • Zwölf Empathie- und Paraphrasier-Sätze auf Englisch notieren und laut üben
    • Ein Rollenspiel aufnehmen, in dem du nur zuhörst und zusammenfasst
    • In der Aufnahme zählen, wie oft du unterbrochen hast

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Formulieren statt blockieren

    ca. 3 Std.

    Du übst, negative oder bevormundende Sätze in lösungsorientierte Sätze umzuwandeln und Erwartungen klar zu setzen.

    • Fünfzehn blockierende Sätze wie «That's not possible» in positive Varianten umschreiben
    • Drei Situationen üben, in denen du Nein sagen und eine Alternative anbieten musst
    • Für typische Service Requests realistische Zeitangaben auf Englisch formulieren

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel34

  4. 4

    Schriftlich deeskalieren

    ca. 3 Std.

    Du beantwortest verärgerte E-Mails und Ticket-Kommentare nach einer festen Struktur.

    • Drei wütende E-Mails nach dem Schema danken, anerkennen, Fakten, nächste Schritte beantworten
    • Die eigenen Antworten laut lesen und auf kühle oder belehrende Formulierungen prüfen
    • Entscheiden, in welchen Fällen ein Anruf besser wäre als eine Antwort

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel5

  5. 5

    Grenzen und Nachbereitung

    ca. 3 Std.

    Du übst, Grenzen ruhig zu setzen, Fälle zu übergeben und Konflikte nachzubereiten.

    • Ein Rollenspiel mit einem beleidigenden Anrufer durchführen und die Grenzformulierung trainieren
    • Einen Vorfall sachlich im Ticket dokumentieren
    • Eine kurze Fallbesprechung mit Ursache und Verbesserungsvorschlag schreiben

    Trainiert Kompetenz E1E2F1

    Lernziel67

  6. 6

    Gesamtsimulation

    ca. 3 Std.

    Du führst ein komplettes Konfliktgespräch auf Englisch von der Eröffnung bis zum Follow-up und erhältst danach ein strukturiertes Feedback.

    • Ein unangekündigtes Rollenspiel mit einer verärgerten Person per Teams führen
    • Danach Ticket-Note und Follow-up-E-Mail schreiben
    • Die Aufnahme mit einer Checkliste selbst bewerten

    Trainiert Kompetenz A2B3C3F2

    Lernziel12347

Üben

Übungen aus der Praxis

Blockierende Sätze umformulieren

Einstieg Einstieg

In einer Auswertung der Kundenzufriedenheit tauchen immer wieder dieselben Formulierungen deines Servicedesks auf: «You have to restart first», «That's not our department», «Calm down, please», «As I already told you», «I don't know».

Weist nach C1

  1. Für jeden Satz erklären, warum er Ärger auslösen kann
  2. Je eine lösungsorientierte englische Alternative formulieren
  3. Die Alternativen laut sprechen und auf Natürlichkeit prüfen
Tipp anzeigen

Ein guter Ersatzsatz enthält meistens, was du jetzt tun kannst, und nimmt der Person keine Schuld zu.

Lösungsskizze anzeigen

«Could you please restart your laptop? That often clears this kind of issue.» / «This is handled by our network team, I'll forward it to them with all details right away.» / «I understand this is frustrating, let's look at it together.» / «Let me go over it once more to make sure we're on the same page.» / «I'm not sure yet, but I'll find out and get back to you by 3 pm.»

Antwort auf eine Eskalations-E-Mail

Fortgeschritten Fortgeschritten

Der Finanzchef der Zürcher Tochterfirma eines US-Konzerns schreibt in Kopie an den CIO: «The VPN has been unstable all week. My team can't work from home. I expect a solution TODAY.» Das Netzwerkteam kennt die Ursache, ein Firewall-Update ist für heute 18:00 geplant.

Weist nach A2C2D2

  1. Warnsignale und das eigentliche Bedürfnis notieren
  2. Eine Antwort nach der Struktur danken, anerkennen, Fakten, nächste Schritte formulieren
  3. Einen Workaround für heute anbieten
  4. Entscheiden, ob du zusätzlich anrufst
Tipp anzeigen

Der Finanzchef braucht vor allem Sicherheit, dass sein Team morgen arbeiten kann. Sag konkret, was wann passiert.

Lösungsskizze anzeigen

Antwort an ihn mit dem CIO in Kopie: Dank und Verständnis für den Ausfall, Ursache in einem Satz (Überlastung der Firewall), Fix heute 18:00, Workaround: Arbeiten im Büro oder Verbindung über den zweiten VPN-Gateway mit kurzer Anleitung. Zusage: Bestätigung morgen um 08:30 nach Kontrolle. Zusätzlich ein kurzer Anruf, weil die Lage heikel ist.

Konfliktgespräch am Telefon mit Nachbereitung

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Ein Projektleiter eines Ingenieurbüros ruft an. Sein Ticket zur Druckerzuordnung wurde dreimal geschlossen, ohne dass das Problem gelöst war. Er ist laut, droht mit einer Beschwerde bei der Geschäftsleitung und wird im Verlauf persönlich.

Weist nach B3E3F3

  1. Das Gespräch auf Englisch eröffnen, zuhören und zusammenfassen
  2. Ärger anerkennen und eine konkrete nächste Handlung vorschlagen
  3. Eine Grenze setzen, sobald er persönlich wird
  4. Eine sachliche Ticket-Note schreiben
  5. Eine kurze Fallbesprechung mit Ursache und Prozessverbesserung verfassen
Tipp anzeigen

Du musst nicht alle Fehler deiner Kollegen verteidigen. Ein ehrliches «You're right, this should have been solved the first time» nimmt oft viel Druck heraus.

Lösungsskizze anzeigen

Eröffnung mit Name und Angebot zu helfen. Zuhören, dann: «So the printer mapping has been closed three times without being fixed. You're right, that shouldn't have happened.» Lösung: Fernwartung jetzt oder Termin vor Ort heute. Grenze: «I want to help, but I need us to keep this respectful.» Ticket-Note mit Ablauf und Uhrzeit. Fallbesprechung: Ursache war eine GPO, die die Zuordnung überschreibt. Verbesserung: Tickets nur nach Bestätigung schliessen.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Nenne drei Warnsignale, dass sich im Support ein Konflikt anbahnt.

Zum Beispiel ein mehrfach geöffnetes Ticket, Grossbuchstaben oder Vorwürfe in E-Mails und die Drohung, sich bei Vorgesetzten zu beschweren.

Warum solltest du zuerst zuhören und erst dann eine Lösung anbieten?

Solange sich die Person nicht verstanden fühlt, nimmt sie Lösungen kaum auf. Zuhören und Zusammenfassen senkt die Spannung.

Wie lautet eine englische Empathie-Aussage ohne Schuldeingeständnis?

Zum Beispiel: «I understand how frustrating this must be, especially before your meeting.»

Warum ist «Please calm down» im Konflikt ungeschickt?

Es wirkt bevormundend und unterstellt, die Reaktion sei übertrieben. Das verstärkt den Ärger meistens.

Welche Struktur hat eine deeskalierende Antwort-E-Mail?

Danken, Ärger anerkennen, Fakten zur Ursache oder zum Stand, nächste Schritte mit konkretem Termin.

Wann wechselst du von E-Mail zu Telefon?

Wenn der Ton schärfer wird, Missverständnisse entstehen oder schon mehrere schriftliche Runden ohne Lösung stattgefunden haben.

Was tust du, wenn jemand dich persönlich beleidigt?

Ruhig eine Grenze setzen, bei Wiederholung das Gespräch beenden, den Vorfall sachlich dokumentieren und die Teamleitung informieren.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Sich angegriffen fühlen und sich rechtfertigen, statt auf das Anliegen einzugehen.
  • Zu schnell eine Lösung präsentieren, bevor die Person sich gehört fühlt.
  • Versprechungen machen, die du nicht halten kannst, etwa «It'll be fixed in ten minutes».
  • Kolleginnen oder andere Teams vor dem Benutzer schlechtmachen.
  • In E-Mails mit Ironie oder Fettschrift reagieren. Schriftlich wirkt das schnell aggressiv.
  • Nach einem schwierigen Gespräch sofort den nächsten Anruf annehmen, ohne kurz durchzuatmen.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Lerne pro Phase drei feste englische Sätze auswendig: Eröffnung, Empathie, Lösung, Grenze, Abschluss.
  • Bei schriftlichen Aufgaben immer konkrete Zeitangaben und nächste Schritte nennen.
  • Zeig in Rollenspielen sichtbar, dass du zusammenfasst: «So if I understand you correctly, ...».
  • Begründe bei Analyseaufgaben, welches Bedürfnis hinter dem Ärger steckt, nicht nur, was die Person sagt.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Deeskalation
Gezieltes Abbauen von Spannung in einem Gespräch, damit wieder sachlich an einer Lösung gearbeitet werden kann.
Aktives Zuhören
Aufmerksam zuhören, nachfragen und das Gehörte in eigenen Worten wiedergeben.
Paraphrasieren
Aussagen des Gegenübers mit eigenen Worten zusammenfassen, um Verständnis zu zeigen und zu prüfen.
Empathie-Aussage
Satz, der das Gefühl der anderen Person anerkennt, zum Beispiel «I understand this is stressful».
Positive Sprache
Formulierungen, die zeigen, was möglich ist, statt was nicht geht.
Erwartungsmanagement
Klare und ehrliche Kommunikation darüber, was wann geliefert wird.
Hierarchische Eskalation
Übergabe oder Information an eine vorgesetzte Stelle, wenn ein Fall die eigene Kompetenz übersteigt.
Follow-up
Nachfassen nach einer Lösung, um sicherzustellen, dass alles funktioniert und die Beziehung stimmt.

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So helfen wir dir bei Modul 369

  • Wir spielen mit dir per Teams realistische Konfliktanrufe auf Englisch durch, vom gestressten Sales Manager bis zum beleidigenden Anrufer, und besprechen danach deine Formulierungen.
  • Wir überarbeiten mit dir Antworten auf verärgerte E-Mails und zeigen dir, wo dein Ton ungewollt kühl oder belehrend wirkt.
  • Wir bauen mit dir eine persönliche Phrasenliste für alle Gesprächsphasen auf, die du im Lehrbetrieb neben dem Bildschirm haben kannst.
  • Wir besprechen mit dir schwierige Fälle aus deinem Lehrbetrieb und erarbeiten, wie du beim nächsten Mal früher eingreifen kannst.

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