349

Business & Prozesse · Prozessoptimierung

Geschäftsprozesse optimieren

Du lernst, aus einer Ist-Analyse einen besseren Soll-Prozess abzuleiten, Massnahmen mit Zahlen zu begründen und nach der Umsetzung zu prüfen, ob sie wirklich wirken.

Fortgeschritten Fortgeschritten ca. 22 Std. SelbststudiumDigitales Business: 2. Lehrjahr · Berufsfachschule
#Prozessoptimierung#Lean#Soll-Prozess#Verschwendung#Ursachenanalyse#Nutzwertanalyse#PDCA#RACI#Kennzahlen

Überblick

Worum geht es?

Ausgangspunkt ist ein analysierter Ist-Prozess mit bekannten Schwachstellen. Du suchst Verschwendung mit Lean-Methoden, gehst den Ursachen mit Ishikawa und 5-Why auf den Grund und entwirfst einen Soll-Prozess. Verbesserungsvorschläge bewertest du nach Nutzen, Kosten und Risiko und rechnest aus, wann sich eine Investition lohnt. Zum Schluss legst du Kennzahlen fest, klärst Verantwortlichkeiten und planst, wie du nach der Einführung den Erfolg misst.

Wofür brauchst du das?

Betriebe wollen schneller, günstiger und mit weniger Fehlern arbeiten. Wer konkrete Verbesserungen vorschlägt und sie mit Franken und Stunden begründet, wird in der Fachabteilung ernst genommen. Viele Optimierungen brauchen gar keine neue Software, und genau das zu erkennen, spart Geld. Das Modul knüpft an die Analyse aus 348 an und liefert die Grundlage für 367 (Automatisierung) und 168 (ICT-Unterstützung).

Das solltest du schon können

  • Einen Ist-Prozess erheben, modellieren und Schwachstellen mit Zahlen belegen (Modul 348)
  • Prozesse in BPMN 2.0 mit Pools, Lanes und Gateways modellieren (Modul 230)
  • In Excel mit Formeln rechnen und einfache Diagramme erstellen

Typische Tools & Technologien

Camunda Modeler / bpmn.ioSAP SignavioMiro (Ishikawa, Wertstrom)Excel (Business Case, Nutzwertanalyse)Microsoft PlannerPower BIMicrosoft Forms (Umfragen)

Lernziele

Was musst du können?

Das sind die Fähigkeiten, die am Ende des Moduls sitzen sollten. Jedes Ziel mit einem Beispiel aus dem Lehrbetrieb.

  1. 1

    Verschwendung im Prozess mit Lean-Denken erkennen

    Kompetenz A

    Du unterscheidest wertschöpfende Tätigkeiten von solchen, für die die Kundschaft nicht bezahlen würde. Mit den acht Verschwendungsarten aus dem Lean Management findest du Warten, unnötige Wege, Nacharbeit, Überbearbeitung und ungenutztes Wissen.

    Situation

    Ein Kundendienst einer Haushaltgerätefirma in Schlieren druckt jede Serviceanfrage aus, legt sie in ein Fach und gibt sie am nächsten Morgen dem Disponenten. Ein Viertel der Einsätze muss nachgeholt werden, weil Ersatzteile fehlen.

    Deine Aufgabe

    Ordne die Tätigkeiten nach wertschöpfend, notwendig nicht wertschöpfend und Verschwendung.

    Gutes Ergebnis

    Wertschöpfend: Reparatur beim Kunden. Notwendig: Terminvereinbarung. Verschwendung: Ausdrucken und Ablegen (Transport, Warten), zweiter Einsatz wegen fehlender Teile (Nacharbeit), Abtippen der Gerätenummer (Überbearbeitung).

    WertschöpfungVerschwendung (Muda)8 VerschwendungsartenKundensichtWertstrom
  2. 2

    Ursachen von Prozessproblemen mit Ishikawa und 5-Why ermitteln

    Kompetenz B

    Du behandelst nicht das Symptom, sondern suchst die eigentliche Ursache. Im Ishikawa-Diagramm sammelst du mögliche Ursachen nach Kategorien wie Mensch, Methode, Material, Maschine, Messung und Umwelt. Mit fünfmal 'Warum?' bohrst du bei der wichtigsten Ursache nach.

    Situation

    Beim Kundendienst aus dem Beispiel fehlen bei 25 % der Einsätze Ersatzteile.

    Deine Aufgabe

    Finde die Grundursache mit 5-Why.

    Gutes Ergebnis

    Warum fehlen Teile? Weil der Techniker nicht weiss, welches Teil nötig ist. Warum? Weil das Fehlerbild unklar ist. Warum? Weil der Kundendienst keine strukturierten Fragen stellt. Warum? Weil es keine Checkliste pro Gerätetyp gibt. Ursache: fehlende Fehlerdiagnose bei der Annahme, nicht das Lager.

    Ishikawa-Diagramm5-WhyGrundursacheSymptomPareto-Prinzip
  3. 3

    Einen Soll-Prozess entwerfen und mit BPMN darstellen

    Kompetenz C

    Du wendest Gestaltungsregeln an: Schritte weglassen, zusammenfassen, parallelisieren, Reihenfolge ändern, Prüfungen an den Anfang ziehen, Kundschaft selbst erfassen lassen. Den neuen Ablauf modellierst du und vergleichst ihn direkt mit dem Ist-Modell.

    Situation

    Ein Treuhandbüro in Frauenfeld erhält Belege von Kleinunternehmen per Post, Mail und WhatsApp. Erst bei der Verbuchung zeigt sich, dass Belege fehlen.

    Deine Aufgabe

    Entwirf einen Soll-Prozess für die Belegerfassung.

    Gutes Ergebnis

    Kundschaft lädt Belege in ein Upload-Portal mit Pflichtfeldern, eine Vollständigkeitsprüfung läuft beim Eingang statt am Monatsende, Rückfragen gehen sofort raus. Das Soll-Modell hat 9 statt 16 Aktivitäten und nur noch einen Eingangskanal.

    Soll-ProzessEliminierenParallelisierenIst-Soll-VergleichSingle Point of Entry
  4. 4

    Verbesserungsmassnahmen nach Nutzen, Kosten und Risiko bewerten

    Kompetenz D

    Nicht jede gute Idee lohnt sich. Du schätzt die Einsparung in Stunden und CHF, die einmaligen und laufenden Kosten und berechnest die Amortisationsdauer. Bei mehreren Varianten nutzt du eine Nutzwertanalyse mit gewichteten Kriterien.

    Situation

    Für das Treuhandbüro stehen drei Varianten zur Wahl: bestehendes Kundenportal von Abacus aktivieren, eigenes SharePoint-Formular bauen oder nur Mailadresse vereinheitlichen.

    Deine Aufgabe

    Bewerte die Varianten und gib eine Empfehlung ab.

    Gutes Ergebnis

    Abacus-Portal: CHF 6'500 Einführung, CHF 1'800 pro Jahr, spart rund 9 Std. pro Woche (bei CHF 70 pro Std. ca. CHF 30'000 pro Jahr). Amortisation in rund 3 Monaten. In der Nutzwertanalyse mit Kriterien Zeitersparnis 40 %, Akzeptanz 25 %, Kosten 20 %, Datenschutz 15 % liegt es vorne.

    NutzwertanalyseKosten-Nutzen-RechnungAmortisationQuick WinAufwand-Nutzen-Matrix
  5. 5

    Zielwerte festlegen und die Wirkung nach der Umsetzung messen

    Kompetenz E

    Vor der Änderung hältst du fest, wo der Prozess heute steht und was er erreichen soll. Nach der Einführung misst du erneut und entscheidest im PDCA-Zyklus, ob du die Lösung beibehältst, nachbesserst oder zurücknimmst.

    Situation

    Der Kundendienst führt eine Diagnose-Checkliste pro Gerätetyp ein.

    Deine Aufgabe

    Lege Kennzahlen und Zielwerte fest und plane die Erfolgsmessung.

    Gutes Ergebnis

    Kennzahl 'Erstlösungsquote' heute 75 %, Ziel 90 % nach 3 Monaten. Kennzahl 'Durchlaufzeit Anfrage bis Termin' heute 2,4 Tage, Ziel 1 Tag. Monatliche Auswertung im Power-BI-Bericht, Review nach 3 Monaten mit der Leiterin Kundendienst.

    BaselineZielwertPDCAErstlösungsquoteDurchlaufzeit
  6. 6

    Verantwortlichkeiten mit RACI klären und Betroffene für die Änderung gewinnen

    Kompetenz F

    Ein neuer Prozess funktioniert nur, wenn klar ist, wer was macht, und die Leute ihn mittragen. Du erstellst eine RACI-Matrix und planst, wie du Betroffene früh einbeziehst, informierst und auf Einwände eingehst.

    Situation

    Im Treuhandbüro fürchten zwei langjährige Sachbearbeiterinnen, dass das Portal ihre Kundenbeziehung schwächt.

    Deine Aufgabe

    Kläre die Rollen im Soll-Prozess und plane, wie du die beiden einbeziehst.

    Gutes Ergebnis

    RACI: Mandatsleiterin accountable, Sachbearbeiterinnen responsible für Vollständigkeitsprüfung, IT consulted, Kundschaft informed. Die beiden Sachbearbeiterinnen testen das Portal als Erste mit 5 Stammkunden und geben das Einführungsschreiben an ihre Kundschaft selbst frei.

    RACI-MatrixStakeholderWiderstandPilotKommunikationsplan

Selbsteinschätzung

Wo stehst du?

Die Kompetenzmatrix zerlegt das Modul in Themenstränge und drei Stufen. Für den Kompetenznachweis solltest du überall mindestens Stufe 2 erreichen. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert und färbt Lernweg und Übungen ein.

Tippe auf eine Aussage, um deinen Stand zu setzen: offen unsicher sitzt
A

Verschwendung erkennen

Ziel 1

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

B

Ursachen finden

Ziel 2

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

C

Soll-Prozess entwerfen

Ziel 3

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

D

Massnahmen bewerten

Ziel 4

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

E

Kennzahlen und Wirkung

Ziel 5

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

F

Verantwortung und Akzeptanz

Ziel 6

Grundlagen

Fortgeschritten

Erweitert

Praxisfall

Weniger Rückfragen im Dentallabor Studer

Yannick ist im 2. Lehrjahr bei der Dentallabor Studer AG in Olten, 50 Mitarbeitende. Das Labor stellt Zahnersatz für rund 120 Zahnarztpraxen her, die Aufträge kommen per Post, Fax und Mail. Aus der Ist-Analyse des Vorjahres weiss man, dass die Auftragsannahme der Engpass ist, und Yannick soll einen Verbesserungsvorschlag ausarbeiten.

  1. Kapitel 1

    Wo die Zeit verloren geht

    Yannick schaut sich den Ist-Prozess mit der Lean-Brille an. Ein Auftrag braucht im Schnitt 6 Arbeitstage bis zum Produktionsstart, die eigentliche Bearbeitung dauert aber nur 50 Minuten. Er markiert Warten auf Rückfragen, doppelte Erfassung im Auftragsprogramm und das Suchen von Abdrücken im Eingang als Verschwendung. Der Anteil der Wertschöpfung an der Durchlaufzeit liegt unter 2 %.

    Ziel 1

  2. Kapitel 2

    Warum fehlt immer die Zahnfarbe?

    Bei 30 % der Aufträge muss das Labor bei der Praxis nachfragen. Mit 5-Why kommt Yannick vom Symptom 'Angaben fehlen' zur Ursache: Viele Praxen benutzen ein altes PDF-Formular ohne Feld für die Zahnfarbe. Im Team erstellt er ein Ishikawa-Diagramm und prüft die Vermutungen an 80 Aufträgen. 60 % aller Rückfragen betreffen nur zwei Angaben, die Zahnfarbe und den Wunschtermin.

    Ziel 2

  3. Kapitel 3

    Zwei Varianten für den neuen Ablauf

    Yannick entwirft zwei Soll-Varianten. Variante A ist ein Online-Formular mit Pflichtfeldern, dessen Daten direkt ins Auftragsprogramm übernommen werden. Variante B ist nur ein überarbeitetes PDF-Formular. Im Soll-Modell von Variante A entfällt die Rückfrageschleife fast ganz, und die Auftragsannahme prüft nur noch statt abzutippen.

    Ziel 3

  4. Kapitel 4

    Rechnet sich das, und wer zieht mit?

    Das Online-Formular kostet einmalig CHF 12'000 und CHF 1'200 pro Jahr. Dem stehen rund 9 Stunden weniger Aufwand pro Woche gegenüber, bei CHF 60 pro Stunde etwa CHF 25'000 pro Jahr, die Investition ist also nach gut einem halben Jahr amortisiert. In der RACI-Matrix wird die Leiterin Auftragsannahme verantwortlich, der Aussendienst informiert die Praxen. Eine langjährige Mitarbeiterin fürchtet, den persönlichen Kontakt zu den Praxen zu verlieren, deshalb bezieht Yannick sie in die Gestaltung des Formulars ein.

    Ziel 4Ziel 6

  5. Kapitel 5

    Drei Monate später

    Vor der Einführung hat Yannick Ausgangswerte und Ziele festgelegt: Rückfragequote von 30 % auf 10 %, Zeit bis Produktionsstart von 6 auf 2 Tage. Nach drei Monaten liegt die Quote bei 12 % und die Zeit bei 2,5 Tagen. Die Auswertung zeigt, dass 15 Praxen weiterhin per Fax bestellen. Der Aussendienst besucht genau diese Praxen gezielt, um die Lücke zum Ziel zu schliessen.

    Ziel 5

Lernweg

Wie lernst du das?

  1. 1

    Mit Lean-Brille auf den Ist-Prozess schauen

    ca. 3 Std.

    Du lernst die acht Verschwendungsarten und wendest sie auf einen bekannten Ist-Prozess an.

    • Die acht Verschwendungsarten mit je einem Beispiel aus deinem Lehrbetrieb notieren
    • Ein Ist-Modell aus Modul 348 oder dem Betrieb nach Wertschöpfung einfärben
    • Die Zeitanteile von wertschöpfenden und verschwendenden Tätigkeiten berechnen

    Trainiert Kompetenz A1A2

    Lernziel1

  2. 2

    Ursachen statt Symptome

    ca. 3 Std.

    Du übst Ishikawa und 5-Why, bis du zuverlässig von einem Symptom zur eigentlichen Ursache kommst.

    • Für ein Problem ein Ishikawa-Diagramm in Miro mit mindestens 12 Ursachen erstellen
    • Die drei wahrscheinlichsten Ursachen mit Daten aus einer Stichprobe prüfen
    • Für die Hauptursache eine 5-Why-Kette schreiben

    Trainiert Kompetenz B1B2

    Lernziel2

  3. 3

    Den besseren Ablauf entwerfen

    ca. 5 Std.

    Mit Gestaltungsregeln entwirfst du zwei Varianten eines Soll-Prozesses und stellst sie dem Ist gegenüber.

    • Jede Aktivität mit der Frage prüfen: weglassen, zusammenfassen, verschieben oder automatisieren?
    • Zwei Soll-Varianten in BPMN modellieren
    • Ist und Soll in einer Tabelle vergleichen: Aktivitäten, Zuständigkeitswechsel, Durchlaufzeit

    Trainiert Kompetenz C1C2

    Lernziel3

  4. 4

    Rechnen, ob es sich lohnt

    ca. 4 Std.

    Du bewertest die Varianten mit Zahlen und baust einen kleinen Business Case in Excel.

    • Einsparungen in Stunden pro Jahr und CHF berechnen
    • Einmalige und laufende Kosten erfassen und die Amortisation berechnen
    • Eine Nutzwertanalyse mit 4 bis 6 gewichteten Kriterien durchführen

    Trainiert Kompetenz D1D2

    Lernziel4

  5. 5

    Menschen und Verantwortung

    ca. 3 Std.

    Du klärst die Rollen im Soll-Prozess und planst, wie du die Betroffenen mitnimmst.

    • Eine RACI-Matrix für den Soll-Prozess erstellen und auf Doppel-A prüfen
    • Eine Stakeholder-Liste mit Haltung und Einfluss erstellen
    • Einen Kommunikationsplan für die ersten 4 Wochen skizzieren

    Trainiert Kompetenz F1F2F3

    Lernziel6

  6. 6

    Optimierungsvorschlag mit Erfolgsmessung

    ca. 4 Std.

    Du fasst alles in einem Antrag zusammen, wie er einer Geschäftsleitung vorgelegt würde, inklusive Messkonzept.

    • Baseline und Zielwerte für 2 bis 3 Kennzahlen festlegen
    • Einen Antrag mit Problem, Ursache, Soll-Prozess, Business Case und Messplan schreiben
    • Den Antrag in 7 Minuten präsentieren und Fragen beantworten

    Trainiert Kompetenz E2E3D3C3

    Lernziel543

Üben

Übungen aus der Praxis

Verschwendung in der Personalkantine

Einstieg Einstieg

Die Kantine eines Industriebetriebs in Schaffhausen mit 400 Mitarbeitenden hat mittags 20 Minuten Wartezeit. Bezahlt wird bar oder mit Badge an einer einzigen Kasse, Menüs werden erst bei der Ausgabe geschöpft, und täglich werden rund 40 Portionen weggeworfen.

Weist nach A1A2

  1. Den Ablauf vom Anstehen bis zum Platz in 6 bis 8 Schritte gliedern
  2. Jedem Schritt eine oder mehrere Verschwendungsarten zuordnen
  3. Drei Verbesserungen vorschlagen, die ohne neue Software auskommen
Tipp anzeigen

Auch Überproduktion ist eine Verschwendungsart. Denk an die 40 weggeworfenen Portionen.

Lösungsskizze anzeigen

Verschwendung: Warten an der Kasse, Bewegung zwischen Ausgabe und Kasse, Überproduktion beim Kochen. Verbesserungen: zweite Kasse oder Badge-Zahlung direkt an der Ausgabe, Menüvorbestellung bis 10 Uhr per Teams-Formular, gestaffelte Mittagspausen nach Abteilung.

Offertprozess einer Schreinerei verbessern

Fortgeschritten Fortgeschritten

Eine Schreinerei in Sursee braucht im Schnitt 12 Arbeitstage für eine Küchenofferte. Der Chef misst selbst vor Ort aus, die Zeichnerin wartet auf seine Notizen, Materialpreise werden telefonisch bei 3 Lieferanten erfragt. 40 % der Offerten werden nicht angenommen, oft weil die Konkurrenz schneller war.

Weist nach B2C2E2

  1. Mit 5-Why die Hauptursache der langen Offertdauer bestimmen
  2. Einen Soll-Prozess in BPMN mit maximal 10 Aktivitäten modellieren
  3. Die Durchlaufzeit im Soll schätzen und mit dem Ist vergleichen
  4. Zwei Kennzahlen mit Zielwert definieren
Tipp anzeigen

Überlege, welche Schritte parallel laufen könnten und ob der Chef der einzige ist, der ausmessen kann.

Lösungsskizze anzeigen

Ursache: Engpass Chef, der ausmisst, kalkuliert und freigibt. Soll: Projektleiter misst mit Aufmass-App aus, Preise aus hinterlegten Lieferantenkatalogen, Zeichnung und Kalkulation parallel, Chef gibt nur Offerten über CHF 30'000 frei. Soll-Durchlaufzeit ca. 4 Tage. Kennzahlen: Offertdauer in Tagen (Ziel max. 5), Annahmequote (Ziel 70 %).

Optimierungsantrag Mieterwechsel

Anspruchsvoll Anspruchsvoll

Eine Liegenschaftsverwaltung in Genf mit 2'800 Wohnungen hat pro Jahr rund 350 Mieterwechsel. Wohnungsabnahme mit Papierprotokoll, Kautionsfreigabe per Brief an die Bank, Nebenkostenabrechnung manuell. Ein Mieterwechsel beansprucht im Schnitt 6,5 Std. Arbeitszeit und dauert bis zur Kautionsrückzahlung 9 Wochen. Es gibt viele Beschwerden.

Weist nach A3C3D3F3E2

  1. Verschwendungen und Hauptursachen im Ist-Prozess benennen
  2. Zwei Soll-Varianten entwerfen, eine ohne und eine mit Software-Unterstützung
  3. Beide Varianten mit Business Case und Nutzwertanalyse bewerten
  4. RACI-Matrix und Kommunikationsplan für die gewählte Variante erstellen
  5. Messkonzept mit Baseline, Zielwerten und Review-Termin festlegen
Tipp anzeigen

Rechne die Einsparung immer hoch: 350 Fälle mal eingesparte Stunden mal Stundensatz. Kleine Zeiten pro Fall werden so schnell zu grossen Beträgen.

Lösungsskizze anzeigen

Variante A: standardisierte Checkliste, feste Termine, Kautionsfreigabe per E-Banking-Vorlage. Variante B: Abnahme-App mit Fotos und digitaler Unterschrift, Daten fliessen direkt ins Verwaltungssystem. Bei 3 Std. Einsparung pro Fall und CHF 75 pro Std. ergibt Variante B rund CHF 79'000 pro Jahr bei CHF 25'000 Einführung. Kennzahlen: Arbeitszeit pro Wechsel, Wochen bis Kautionsrückzahlung (Ziel 3), Anzahl Beschwerden.

Selbstcheck

Kannst du das beantworten?

Wann ist eine Tätigkeit wertschöpfend?

Wenn sie das Produkt oder die Dienstleistung so verändert, dass die Kundschaft bereit ist, dafür zu bezahlen.

Nenne vier der acht Verschwendungsarten.

Zum Beispiel Warten, Transport, Nacharbeit (Fehler), Überbearbeitung, Bestände, unnötige Bewegung, Überproduktion, ungenutztes Wissen.

Wozu dient die 5-Why-Methode?

Um durch wiederholtes Fragen von einem sichtbaren Symptom zur eigentlichen Ursache zu gelangen.

Wie berechnest du die Amortisationsdauer?

Einmalige Investition geteilt durch die jährliche Nettoeinsparung (Einsparung minus laufende Kosten). Das Ergebnis ist die Zeit in Jahren.

Was ist eine Baseline?

Der gemessene Ausgangswert einer Kennzahl vor der Änderung. Ohne Baseline kann man keinen Erfolg nachweisen.

Was darf es in einer RACI-Matrix pro Aufgabe nur einmal geben?

Das A (Accountable). Pro Aufgabe trägt genau eine Person die Gesamtverantwortung.

Warum solltest du einen Prozess nicht einfach so automatisieren, wie er ist?

Weil sonst auch die Verschwendung automatisiert wird. Zuerst vereinfachen, dann digitalisieren.

Prüfung

Stolpersteine & Prüfungstipps

Typische Stolpersteine

  • Direkt eine Software als Lösung vorschlagen, bevor die Ursache bekannt ist.
  • Nur Symptome bekämpfen, z.B. mehr Personal für Rückfragen statt bessere Daten am Prozessanfang.
  • Einsparungen schätzen, ohne einen Ist-Wert gemessen zu haben.
  • Die laufenden Kosten wie Lizenzen, Wartung und Schulung vergessen und nur die Einführung rechnen.
  • Den Soll-Prozess allein am Schreibtisch entwerfen, ohne die Leute, die ihn später ausführen.
  • Nach der Einführung nicht mehr messen und deshalb nie wissen, ob die Änderung gewirkt hat.

Tipps für den Kompetenznachweis

  • Baue deine Argumentation immer gleich auf: Problem, Ursache, Massnahme, Nutzen in Zahlen, Risiken.
  • Stelle Ist und Soll nebeneinander dar. Die Unterschiede sollen auf einen Blick sichtbar sein.
  • Zeige deine Rechenwege im Business Case offen. Auch eine grobe Schätzung ist gut, wenn die Annahmen klar sind.
  • Schlage mindestens eine Massnahme ohne Software vor. Das zeigt, dass du nicht nur in Tools denkst.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Lean Management
Ansatz, der alles weglässt, was keinen Wert für die Kundschaft schafft.
Verschwendung (Muda)
Tätigkeit, die Ressourcen verbraucht, aber keinen Kundennutzen erzeugt.
Ishikawa-Diagramm
Fischgräten-Diagramm, das mögliche Ursachen eines Problems nach Kategorien ordnet.
5-Why
Methode, bei der man so lange nach dem Warum fragt, bis die Grundursache gefunden ist.
Soll-Prozess
Geplanter, verbesserter Ablauf, der den Ist-Prozess ersetzen soll.
Nutzwertanalyse
Verfahren, das Varianten anhand gewichteter Kriterien mit Punkten vergleicht.
Amortisation
Zeitpunkt, ab dem die Einsparungen die Investition vollständig gedeckt haben.
PDCA
Verbesserungszyklus aus Plan, Do, Check und Act.
RACI-Matrix
Tabelle, die pro Aufgabe festhält, wer ausführt, verantwortet, beigezogen und informiert wird.

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  • Wir nehmen deinen Ist-Prozess und suchen gemeinsam nach Verschwendung und Ursachen, bis du einen klaren Ansatzpunkt hast.
  • Wir bauen mit dir einen Business Case in Excel auf und prüfen, ob deine Annahmen zu Stunden, Stundensätzen und Lizenzen realistisch sind.
  • Wir geben dir Feedback zu deinem Soll-Modell und zeigen, wo noch Zuständigkeitswechsel oder Wartezeiten stecken.
  • Wir proben mit dir die Präsentation deines Optimierungsantrags und stellen kritische Fragen, wie sie eine Geschäftsleitung stellen würde.

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